Cover-Bild Die Meerestochter

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 18.11.2019
  • ISBN: 9783734108136
Tracy Buchanan

Die Meerestochter

Roman
Hanne Hammer (Übersetzer)

Wo das wilde Meer auf die Küste trifft, liegt das Geheimnis ihrer Familie verborgen ...

Ein Ausflug an die englische Küste wurde für Becky zum traumatischen Erlebnis. An diesem Tag trifft ihre Mutter den Mann, in den sie sich verlieben und für den sie ihre Familie verlassen würde. Drei Jahrzehnte später hat Becky kaum Kontakt zu ihrer Mutter Selma, als sie einen Anruf bekommt. Selma hat nur noch wenige Wochen zu leben. Und sie muss Becky etwas mitteilen, das seit vielen Jahren schwer auf Selma lastet. Denn sie hatte noch eine Tochter, nur wenige Jahre jünger als Becky selbst. Bevor Becky mehr erfahren kann, stirbt ihre Mutter. Becky geht auf die Suche nach der verlorenen Schwester – eine Suche, die sie rund um die Welt und in Selmas rätselhaftes Leben führt. Doch es gibt Menschen, die das, was damals passierte, für immer in Vergessenheit geraten lassen wollen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2020

Emotional, mysteriös, mitreißend

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Als Beckys Mutter Selma sie und ihr Vater um sich für eine Sekte ähnlicher Künstlergruppe anzuschließen und um in eine Höhle zu wohnen, verlassen hat, war sie acht Jahre alt. Seitdem es ist drei Jahrzehnten ...

Als Beckys Mutter Selma sie und ihr Vater um sich für eine Sekte ähnlicher Künstlergruppe anzuschließen und um in eine Höhle zu wohnen, verlassen hat, war sie acht Jahre alt. Seitdem es ist drei Jahrzehnten kaum Kontakt, kaum Mutter-Tochtertag gegangen und Becky kennt ihre Mutter nur aus dem Zeitungsberichten, denn Selma ist eine berühmte Autorin. Als sie eines Tages ein Anruf von ihrer Mutter bekommt, hat Selma nur noch weniger Tage zu leben und sie hat einer letzter Wunsch: Sie möchte weder in Krankenhaus noch in eine Hospiz sterben, sondern in der Höhle, wo sie Monatelang gelebt, geliebt und noch ein Kind bekommen hatte. Becky ist entsetzt von was sie gehört hat aber bevor sie mehr erfahren kann, stirbt ihre Mutter in der Höhle auf ihrem Schoß. Becky geht auf die Suche nach der verlorenen Schwester, eine Suche, die sie rund um die Welt und in ihres Mutters rätselhaftes Lebens führt...

Die Geschichte spielt zu zwei Zeiten und wird aus der Sicht von beiden Frauen erzählt. Aus der Vergangenheit erzählt Selma sehr berührend, was damals im Sommer 1991 passiert war und warum sie ihre Familie zurückgelassen hat. Ich muss gestehen, am Anfang konnte ich (als Mutter) ihre verhalten nicht nachvollziehen aber laufe des Buches wusste ich, warum. Selma hat dafür ihre Gründe.
Aus der Gegenwart schildert Becky über die schwierige Beziehung mit Ihre Mutter, über die Suche nach der Wahrheit und die Suche nach ihre Schwester. Becky ist eine optimistische, starke Frau, die ich sofort in Herz geschlossen hab. Der Schreibstil die Autorin ist grandios! Bildhaft, mysteriös, leichtverständlich, wendungsreich, emotional, mitreißend... Fast jeder Kapitel endet mit ein Cliffhanger, sodass ich das Buch nicht aus der Hand loslassen konnte. Die Ortsbeschreibungen und die gesamten Charaktere sind realitätsnahe und die Thematik mit dem Höhlen fand ich sehr interessant.

Eine spannende, vor allem abwechslungsreiche Mutter-Tochter Geschichte die mir sehr gut gefallen hat. Es war bereits mein zweites Buch von der Autorin und neben den „Die Meerestochter“ kann ich auch den „Die Mitternachtsschwestern“ ohne Zögern weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2019

Spannende und bewegende Mutter-Tochter-Geschichte mit interessanten Charakteren - perfekte Mischung aus Emotionen, Mystik und Roadtrip

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Im Sommer 1991 verlässt Selma ihren Ehemann und ihre achtjährige Tochter, um sich den "Kindern des Flusses", einer kleinen Gruppe von Menschen anzuschließen, die sektenähnlich in Höhlen leben und ihren ...

Im Sommer 1991 verlässt Selma ihren Ehemann und ihre achtjährige Tochter, um sich den "Kindern des Flusses", einer kleinen Gruppe von Menschen anzuschließen, die sektenähnlich in Höhlen leben und ihren Anführer Idris anbeten. Selma hat die Hoffnung, in der Hölle "in den Fluss" zu gelangen, um ihr zweites Buch, das bisher nur wenige Seiten umfasst, schreiben zu können. Sie saugt die besondere Atmosphäre der Höhlen am Strand auf, profitiert von dem einfachen Leben und verliebt sich in den charismatischen Idris. Sie lässt sich auf das Aussteigerleben ein, auch wenn ihr bewusst ist, dass sie damit ihre Tochter verlieren wird, denn ihr Ehemann und auch das Jugendamt bewerten das Leben in der Höhle als nicht kindgerecht.
2018 nimmt Selma Kontakt mit ihrer Tochter auf, als sie im Sterben liegt. Sie möchte nicht im Hospiz, sondern in der Höhle sterben und Becky erfüllt ihr trotz der Wut und des seit Jahren eingestellten Kontakts ihren letzten Wunsch. Dabei eröffnet ihr Selma, dass sie mit Idris eine Tochter hatte. Becky macht sich daraufhin auf die Suche nach ihrer Halbschwester, die sie in Höhlen in Spanien, Slowenien und Russland führen wird.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und erzählt aus der Perspektive von Selma in der Vergangenheit, was sich im Sommer 1991 und den Folgemonaten ereignet und was zur Entzweiung von Mutter und Tochter geführt hat. Die Gegenwart 2018 schildert die Suche von Becky nach ihrer Schwester, nach der Wahrheit, die ihre Mutter durch so viele Lügen immer anders darstellte, und auch die Suche zu sich selbst.

Es ist eine spannende Geschichte um eine Mutter, die sich von ihrem Leben mit Ehemann, kleiner Tochter und Bürojob eingeengt und missverstanden fühlt und keinen Raum hat, um sich selbst zu entfalten und den von ihr erträumten nächsten Bestseller zu schreiben. Dabei ist ihr Charakter so vielschichtig, dass man sie nicht als egoistisch und lieblos verurteilen kann, auch wenn nachvollziehbar ist, warum Becky, tief enttäuscht, nichts mit ihrer Mutter zu tun haben möchte.

Durch die emotionale und packende Erzählung kann man sich gut in beide Frauen hineindenken und ihre widerstreitenden Gefühle nachvollziehen. Selmas Entscheidungen und Handlungen sind irritierend und können wütend machen, aber letztlich ist sie ein Mensch, der auch von ihrer nicht einfachen Kindheit geprägt ist und Fehler macht.
Darüber hinaus überzeugt das Buch durch sehr anschaulich dargestellte Schauplätze und die Mystik, die die "Kinder des Flusses" um den Künstler Idris umgibt.

Der Roman überrascht auf beiden Zeitebenen stetig mit Wendungen und Cliffhangern am Kapitelende, dass man unweigerlich weiterlesen muss. Am Ende verblüffen beide Erzählstränge mit Auflösungen, mit denen nicht zu rechnen war.

"Die Meerestochter" ist eine spannende Mutter-Tochter-Geschichte, eine interessante Charakterstudie, ein Roman über die Suche nach sich selbst und die Chance des Verzeihens und der Versöhnung mit der Vergangenheit - eine perfekte Mischung aus Emotionen, Mystik und Roadtrip.

Wie schon der erste Roman von Tracy Buchanan "Die Mitternachtsschwestern", der ins Deutsche übersetzt wurde, konnte mich auch "Die Meerestochter" begeistern.