Cover-Bild Unter dem Strand
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Detektive
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 526
  • Ersterscheinung: 02.04.2026
  • ISBN: 9783492508971
Turid Müller

Unter dem Strand

Kriminalroman | Ostsee-Krimi in der Lübecker Bucht um einen ungelösten Fall

Cap Arcona - ein Schiff, das Weltgeschichte schrieb. Eine Tragödie am Kriegsende, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen. Für alle Leser:innen von Trude Teige und Karen Kliewe

»Wehret den Anfängen haben wir immer gesagt! – Das ist längst durch. Wir sind schon mittendrin.«

Cay, gescheiterte Autorin mit einem Leben voller Brüche, schlägt sich als Journalistin durch. Für einen ihrer Aufträge fährt sie in die Lübecker Bucht: Zum achtzigsten Mal jährt sich der 3. Mai, an dem in den letzten Tagen des Krieges die Cap Arcona sank. Doch bevor Cay recherchieren kann, findet sie am Schauplatz der Katastrophe die Leiche einer jungen Frau, die sich für das Gedenken an diese Tragödie eingesetzt hat.
Während Cay vor ihrer eigenen Vergangenheit flieht, läuft sie den Verantwortlichen von damals in die Arme, die bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen worden sind.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft

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Cay soll einen Artikel zum 80. Jahrestag der Katastrophe der Cap Arcona in der Lübecker Bucht, bei der tausende von Menschen ums Leben kamen, schreiben. Sie plant dafür einige Tage für die Recherche ein ...

Cay soll einen Artikel zum 80. Jahrestag der Katastrophe der Cap Arcona in der Lübecker Bucht, bei der tausende von Menschen ums Leben kamen, schreiben. Sie plant dafür einige Tage für die Recherche ein und hofft vielleicht zusätzlich noch Material für ihr geplantes Buch zu finden. Aber jäh wird der Plan durchkreuzt, als sie gleich am Anfang beim Strandgang die Leiche einer jungen Frau findet. Die hatte sich aktiv für das Gedenken an die damaligen Opfer eingesetzt hat. Bis heute ist der genaue Ablauf des Untergangs und die Ermittlung eventueller Schuldiger ins Leere gelaufen. Dabei sollte man gerade bei den heutigen rechtsgerichteten Entwicklungen im Land dieser dunklen Seite deutscher Geschichte mahnend immer wieder Gehör verschaffen. In meinen Augen ist das der Autorin mit diesem Buch sehr gut gelungen. Die Rückblenden zu Häftling 5427, Leon Teitelbaum, haben einen eindringlichen Einblick in das Lagerleben und -leiden gezeigt. Ich fand es gut, dass hier nicht nur die Grausamkeit der SS-Mannschaft und der privilegierten Häftlinge im Mittelpunkt stand, sondern der Überlebenskampf und der Überlebenswille der Häftlinge. Zu dem auch ein wenig Galgenhumor, wie z.B. die Beschreibung Zugluft im Gebiss für Zähne ausschlagen, notwendig war. Wie Leons Geschichte im Buch dargestellt ist zeigt deutlich wie intensiv die Autorin sich mit dem nationalsozialistischen Völkermord an den Juden auseinandergesetzt hat. Es hat mir aber auch klargemacht, dass nicht Glück zum Überleben im KZ gehörte, sondern auch Feingefühl, Improvisationstalent und Zusammenhalt. Eines wird deutlich beim Lesen, entgegen der Beschreibung auf dem Cover ist dieses Buch mehr als ein Kriminalroman. Zudem fand ich, dass der aktuelle Mord an der jungen Frau, die Cay tot am Strand gefunden hat, leider etwas untergegangen ist. So kam er mir auch etwas losgelöst vor.
Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Vergangenheit und Gegenwart

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Von dem Roman, Unter dem Strand, von Turid Müller, bin ich etwas zwiegespalten.
Einesteils geht es um das Versenken der Cap Arcona, mit vielen KZ Überlebender an Bord. Dabei starben am 3. Mai 1945.
Da ...


Von dem Roman, Unter dem Strand, von Turid Müller, bin ich etwas zwiegespalten.
Einesteils geht es um das Versenken der Cap Arcona, mit vielen KZ Überlebender an Bord. Dabei starben am 3. Mai 1945.
Da kamen 3500 Häftlinge ums Leben und das kurz vor
Schluss des Krieges. Viele Waren im KZ Neuengamme ansässig.
Die Autorin hat den Juden Leon seit 1941 hineingeschrieben. Gut im Anfang war er mir nicht so sympathisch, aber langsam wurde es besser.
Die NS Zeit ist für mich immer schwer zu lesen.
Abwechselnd gab es dann die Geschichte mit der Journalistin Cay, die war auch nicht so ein Sympathieträger.
Sie hatte für ihr Alter etwas seltsame Allüren. Sie findet eine tote Frau und gibt die Story gleich an die Zeitung. Sie versuch dann aber doch nach den Hintergründen zu fragen.
Die Autorin hat die beiden Teile gut abgegrenzt. In der Überschnitt wurde immer die Zeit und der Name Leon oder Cay eingeblendet. Das machte alles gut übersichtlich.
Ich war am Ende doch ganz zufrieden mit dieser Lektüre.



Veröffentlicht am 01.04.2026

Anspruchsvolle, aber spannende Genreverbindung

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Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, ...

Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, die beruflich an die Lübecker Bucht reist und in der anderen Zeitleiste Leon, einen Bewohner eines KZs in diesem Gebiet.
Die Perspektiven und Zeitleisten wechseln teilweise schnell nacheinander, woran ich mich zunächst gewöhnen musste.
Gerade diese Verbindung von historischen und kriminalistischen Elementen verlangt dem Leser meiner Meinung nach auch nochmals eine besondere Konzentration beim Lesen ab. Der historische Tiefgang wirkt eindeutig gut recherchiert und der regionale Bezug passt meiner Ansicht nach auch gut.

Womit ich ein wenig eine ( "Problem" wäre schon etwas zu stark, vielleicht besser) Gewöhnungsphase gebraucht habe, war dann aber doch wie zynisch Leon über die Geschehnisse im Lager redete. Mit der Zeit hat sich mir dann aber zumindest ein bisschen erschlossen, dass gerade durch diese Art das Ganze noch authentischer, noch eher nachzufühlen wirkt. Und ich bin leider über die gesamte Geschichte nicht wirklich warm mit Cay geworden. Sie ist eine super interessante Figur, die ( so wirkt es auf mich) einiges an Ballast mit sich herumträgt, auch wenn das nie konkret so genannt wird. Aber sie ist aus meiner Sicht irgendwie zu verbissen in ihrem Weltbild, es gibt nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse und das fand ich gerade bei einer in sich so widersprüchlichen Person wie Cay es für mich ist, irgendwie nicht passend.

Insgesamt aber durchaus ein super spannendes Buch, das kriminalistische und historische Elemente gut verbindet, aber gerade durch diese Verbindung auch eher keine Lektüre für mal nur so zwischendrin ist. Denn um die Geschichte wirklich zu durchsteigen muss man mitdenken, mitfühlen und darf nie vergessen, dass all diese grausame Dinge bis heute Auswirkungen haben (sollten).

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Thematisch überzeugender, erzählerisch weniger historischer Krimi

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In "Unter dem Strand" widmet sich die Autorin dem schwierigen Spannungsfeld zwischen aktuellem Kriminalfall und verdrängter Zeitgeschichte. Ausgangspunkt ist die Journalistin Cay, die einen Routineartikel ...

In "Unter dem Strand" widmet sich die Autorin dem schwierigen Spannungsfeld zwischen aktuellem Kriminalfall und verdrängter Zeitgeschichte. Ausgangspunkt ist die Journalistin Cay, die einen Routineartikel über ein historisches Unglück in der Lübecker Bucht verfassen soll. Doch als sie zufällig auf eine tote Frau stößt, verwandelt sich ihr Auftrag in eine gefährliche Spurensuche, die bis in die letzten Kriegstage zurückführt.

Die Autorin erzählt auf zwei Zeitebenen, die eine im Jahr 2025, die andere im Zweiten Weltkrieg. Während Cay in der Gegenwart den Hintergründen des mysteriösen Todesfalls nachgeht, schildert der Häftling Leon in eindrücklichen Szenen das Leben in einem Konzentrationslager. Diese Rückblicke zeigen vor allem das Ausmaß menschlicher Grausamkeit und des kollektiven Wegsehens.

Überzeugen kann das Buch durch den Versuch, Erinnerungskultur mit Spannungsliteratur zu verbinden. Besonders stark sind die Passagen, in denen das Schweigen einer ganzen Dorfgemeinschaft über die eigene Geschichte spürbar wird. Die Beschreibungen wirken sorgfältig recherchiert und verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart auf glaubwürdige Art und Weise.

Erzählerisch weist der Roman jedoch Schwachstellen auf. Die Autorin lässt sich viel Zeit mit dem Handlungs- und Spannungsaufbau, einige Nebenhandlungen bremsen zusätzlich das Tempo. Auch verbleibt die Hauptfigur Cay mit ihrer Motivation etwas im Dunklen, wodurch sie blass wirkt. Ihre Darstellung ist zudem teilweise überzogen und wenig glaubhaft. Was den Erzählstil betrifft, so schwankt dieser zwischen zu beschreibend und sarkastischen Bemerkungen, was nicht immer dem schweren Thema gerecht wird.

Dennoch ist Unter dem Strand ein Roman, der nachhallt und zeigt, wie nachwirkend Geschichte in der Gegenwart sein kann, selbst wenn er erzählerisch nicht in jeder Hinsicht rund erscheint.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Historische Spurensuche mit erzählerischen Schwächen

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Turid Müllers Roman "Unter dem Strand" versucht Gegenwart und Vergangenheit zu einer komplexen Geschichte über Erinnerung, Schuld und das Schweigen der Gesellschaft zu verbinden . Ausgangspunkt ist die ...

Turid Müllers Roman "Unter dem Strand" versucht Gegenwart und Vergangenheit zu einer komplexen Geschichte über Erinnerung, Schuld und das Schweigen der Gesellschaft zu verbinden . Ausgangspunkt ist die Journalistin Cay, die eigentlich nur einen kurzen Artikel zum 80. Jahrestag des Untergangs der „Cap Arcona“ verfassen soll, dabei aber eine Leiche am Strand findet. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermittlen und trifft dabei auf langgehütete Geheimnisse, Verrat und Nachwirkungen der Herrschaft der Nazis.

Die Autorin verwebt den aktuellen Erzählstrang rund um Cay und ihren Ermittlungen mit einer zweiten Erzählebene aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Aus der Perspektive des Häftlings Leon werden die Gräuel des Konzentrationslagers geschildert, wodurch der historische Hintergrund eindringlich dargestellt wird. Das Wechselspiel zwischen den Zeiten ist grundsätzlich packend, doch nicht immer gelingt die Balance. So wirken besonders die Passagen um Cay stellenweise langatmig, hier versucht die Autorin zu viel auf einmal in die Handlung zu packen. Zudem ist die Personenzeichnung von Cay unrund, ihre Handlungen und Motive bleiben unklar und ihr Charakter schwer greifbar.Dadurch verliert der Krimi zeitweise an Tempo, Glaubwürdigkeit und verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Vor allem thematisch beeindruckt Müllers Buch. Ihr Anspruch ist es, auf verdrängte Geschichte aufmerksam zu machen. Die Recherche wirkt dementsprechend auch gründlich, und die Verbindung von historischem Stoff mit einer modernen Kriminalgeschichte weist Potenzial für einen spannenden historischen Krimi auf. Allerdings leidet die Umsetzung unter stilistischen Unebenheiten und einer Figurenzeichnung, die manchmal zu oberflächlich und widersprüchlich bleibt. Auch wirken Humor und Sarkasmus, wo sie auftauchen, mitunter deplatziert angesichts der ernsten Thematik.

Insgesamt ist "Unter dem Strand" ein ambitionierter Roman, der wichtige Fragen über Erinnerung und Verantwortung aufwirft. Trotz einiger erzählerischer Schwächen und Längen, regt der Roman zum Nachdenken über die Schatten der Vergangenheit an. Vom Kriminalfall und den Charakteren sollte man sich jedoch nicht zu viel erwarten.

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