Cover-Bild Die Kinder von Nebra

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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 624
  • Ersterscheinung: 27.03.2020
  • ISBN: 9783785726754
Ulf Schiewe

Die Kinder von Nebra

Historischer Roman
Markus Weber (Illustrator)

Das Mysterium der Himmelsscheibe, eine Hochkultur im Herzen Europas und der immerwährende Kampf zwischen Gut und Böse - ein großer historischer Roman mit unvergesslichen Figuren

Nebra vor 4000 Jahren: Lange haben sich die Menschen der Willkür des mächtigen Fürsten Orkon gebeugt, der das Volk quält und ausbeutet, sich nimmt, wonach immer es ihn gelüstet. Jetzt endlich regt sich Widerstand. Die junge Priesterin Rana will Orkons dunkle Herrschaft brechen und die Menschen befreien. Das Werk ihres Vaters soll ihr dabei helfen: eine bronzene Scheibe, die den Sternenhimmel zeigt und eine geheime Botschaft der Götter enthält. Sie steht für die Göttin des Lichts, die dem Hass Liebe entgegensetzt. Doch Ranas Weg ist gefährlich, viel steht auf dem Spiel. Auch das Leben derjenigen, die ihr am liebsten sind ...




Auf einem Hügel bei Nebra stießen Sondengänger Ende der 1990er-Jahre auf eine bronzene Scheibe. Sie zeigt Mond und Sterne, gilt heute als die erste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte. Ein Sensationsfund, den die Finder zunächst an Hehler verscherbelten. Erst 2002 kam die Himmelsscheibe in die kundigen Hände von Archäologen. Seither wird sie erforscht - und hat das Bild unserer Vorfahren geändert. Ulf Schiewe lässt ihre unbekannte Kultur auferstehen und spinnt um sie einen großen, epischen Roman.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2020

mir fehlen ein paar mehr Grautöne

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Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Die Kinder von Nebra

„Die Kinder von Nebra“ ist ein historischer Roman von Ulf Schiewe, der 2020 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde im Weserbergland ...

Buchmeinung zu Ulf Schiewe – Die Kinder von Nebra

„Die Kinder von Nebra“ ist ein historischer Roman von Ulf Schiewe, der 2020 bei Lübbe erschienen ist.

Zum Autor:
Ulf Schiewe wurde im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der französischen Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.

Klappentext:
Nebra vor 4000 Jahren: Lange haben sich die Menschen der Willkür des mächtigen Fürsten Orkon gebeugt, der das Volk quält und ausbeutet, sich nimmt, wonach immer es ihn gelüstet. Jetzt endlich regt sich Widerstand. Die junge Priesterin Rana will Orkons dunkle Herrschaft brechen und die Menschen befreien. Das Werk ihres Vaters soll ihr dabei helfen: eine bronzene Scheibe, die den Sternenhimmel zeigt und eine geheime Botschaft der Götter enthält. Sie steht für die Göttin des Lichts, die dem Hass Liebe entgegensetzt. Doch Ranas Weg ist gefährlich, viel steht auf dem Spiel. Auch das Leben derjenigen, die ihr am liebsten sind ...

Meine Meinung:
Auch bei diesem Werk kommen die Stärken des Autors voll zum Tragen. Es ist eine Abenteuergeschichte voller Leben, mit starken Frauenfiguren und üblen Widerlingen auf der anderen Seite. Das historische Umfeld ist fundiert recherchiert und eindrucksvoll in den Roman integriert. Die Seiten fliegen nur dahin und doch fehlt mir etwas. Die Figuren sind fast alle mit nur wenig Grautönen versehen und entweder eindeutig gut oder eindeutig übel. Die Üblen sind dann auch richtig übel. Den Guten gelingt fast alles, auch wenn es Verluste unter den Randfiguren gibt. Auch das Ende des Buches war mir zu sehr auf Happy End gebürstet. Aber gefallen hat mir das Buch trotzdem.

Fazit:
Ein historischer Roman schwungvoll erzählt, dem ein paar mehr Grautöne zur Höchstnote helfen könnten. So gibt es vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung für die Freunde aufregender Abenteuergeschichten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 23.04.2020

lebendige Geschichte aus der Bronzezeit

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* Ein Bild musste genügen, zumindest das Wichtigste festzuhalten und als Erinnerung zu dienen. Am besten auf einer Bronzescheibe, auf der es für alle Zeiten sichtbar bliebe. *
Nebra vor 4.000 Jahren: Die ...

* Ein Bild musste genügen, zumindest das Wichtigste festzuhalten und als Erinnerung zu dienen. Am besten auf einer Bronzescheibe, auf der es für alle Zeiten sichtbar bliebe. *
Nebra vor 4.000 Jahren: Die junge Rana muss eine weitreichende Entscheidung treffen: tritt sie die Nachfolge ihrer Mutter Herdis an und lässt sich zur Priesterin weihen oder schlägt sie einen anderen Weg ein? Bei einem Bad im Fluss wird sie eines Tages von Arrak überrascht, dem kaltblütigen Sohn des grausamen Herrschers Orkon. Diese Begegnung hat weitreichende Folgen und Rana trifft einen nicht ganz freiwilligen Entschluss. Derweil arbeitet ihr Vater an einer Bronzescheibe, auf der er die Erinnerungen seiner Reise ins Land der Hatti festhalten will...
Das nenn ich mal "lebendige Geschichte"! Ulf Schiewe ist mit "Die Kinder von Nebra" ein spannender, unterhaltsamer und unheimlich interessanter Roman rund um die historische Himmelsscheibe gelungen.
Er schildert eine faszinierende, authentisch wirkende Vergangenheit. Und das macht die Geschichte aus. Sein Schreibstil ist so bildhaft und detailreich, das man als Leser alles ganz klar vor Augen hat - vom Dorfleben, der Umgebung, dem Langhaus, bis hin zum Tagwerk des Schmieds und die Entstehung der Bronzescheibe. Man kann sich perfekt in diese lang vergangene Zeit hineinversetzen. Und dadurch, dass der Roman in der Gegenwartsform geschrieben ist, fühlt man sich mitten im Geschehen und den Personen emotional verbunden. Es geht um Familie, seinen eigenen Weg finden und Götterverehrung, um politische und religiöse Machtspielchen und dem Aufbruch in eine neue Zeit.
Man merkt, dass der Autor akribisch recherchiert und sich von den Fakten inspirieren lassen hat. Denn es ist ihm gelungen, eine Welt auferstehen zu lassen, in die man mit Leichtigkeit eintaucht, weil sein Schreibstil ganz einfach das Kopfkino anwirft und man Seite um Seite verschlingt.
Im Anhang befindet sich eine Übersicht der Klans, Personen und Ortsnamen, die ich jedoch gar brauchte. Man wird nicht erschlagen von sperrigen, kuriosen Namen und die Charaktere sind so eingehend und mit Tiefe gezeichnet, dass gar keine Verwechslungsgefahr aufkommt. Mir haben die Figuren sehr gefallen; sie handeln nachvollziehbar, wirken authentisch und sind unheimlich interessant.
Fazit: Ein großartiger facettenreicher und von historischen Fakten inspirierter Roman, der tief in die Bronzezeit führt. Für jeden Bewunderer der Himmelsscheibe ein Muss, aber auch für absolute Nichtkenner ein Lesegenuss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 23.04.2020

Eine spannende fiktive Geschichte um die Himmelsscheibe von Nebra, basierend auf historischen Tatsachen

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Kurz zum Inhalt:
Vor 4.000 Jahren muss sich Rana, die Tochter von Herdis, der Priesterin der Göttin Destarte, gegen die Willkür des Fürsten Orkon bzw. dessen Sohnes Arrak durchsetzen, die sich einfach ...

Kurz zum Inhalt:
Vor 4.000 Jahren muss sich Rana, die Tochter von Herdis, der Priesterin der Göttin Destarte, gegen die Willkür des Fürsten Orkon bzw. dessen Sohnes Arrak durchsetzen, die sich einfach nehmen, was sie wollen, und mit ihren Untertanen grausamst umgehen. Sie haben auch als Hauptgott den Gott der Unterwelt, Hador, durchgesetzt.
Und gegen dessen dunkle Herrschaft will Rana, die auch zur Priesterin geweiht wurde, mit Destarte, der Göttin des Lichts, und der Hilfe der Himmelsscheibe, die ihr Vater Utrik mit Hilfe ihres Bruders Arni erschaffen hat, ankämpfen.
Durch Ranas Redegewandtheit und der Kraft der Scheibe regt sich auch immer mehr Widerstand im Volk. Doch der Weg ist beschwerlich und lebensgefährlich...


Meine Meinung:
Die Schreibweise von Ulf Schiewe ist sehr detailliert und anschaulich, sodass man die Landschaft, den Wald, Ranas Heimatort und die Umgebung genau vor Augen hat. Man kann sich die Örtlichkeiten, die Personen und das Leben in der Bronzezeit sehr gut vorstellen, und genau so könnte auch alles wirklich gewesen sein.
Weiters ist es atmosphärisch, lebendig und mitreißend und man hat immer das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein.
Besonders interessant ist natürlich die damalige Lebensweise. Und die furchtbare Unterdrückung der Menschen durch den grausamen Fürsten Orkon und dessen noch schrecklicheren Sohn Arrak.
Das schwere Leben der ärmlichen Bevölkerung und der Bauern, die von ihrem Fürsten geknechtet werden; die Klanherren, die das alles geschehen lassen, um selbst Vorteile daraus zu zeihen und/oder aus Bequemlichkeit; und das harte und gewalttätige Verhalten der Menschen damals sind authentisch dargestellt.
Und natürlich die damalige Götterverehrung - es gab ja für fast jedes Naturereignis einen eigenen Gott bzw. Göttin mit eigenem Priester oder Priesterin - und die Frage: welcher ist der wichtigste Gott? Was im direkten Zusammenhang mit der weltlichen Macht stand.
Die grausame Willkürherrschaft, der Kampf dagegen und die Intrigen bringen sehr viel Spannung ins Buch. Ein rasanter Showdown runden die Geschichte ab.
Ein zentrales Element dieses Buches ist der Kampf Gut gegen Böse: Orkon/Arrak/Hador gegen Rana und Destarte samt der Bronzescheibe. Die göttliche Himmelsscheibe, deren Entstehen man als Leser quasi live miterleben konnte, wird zum zentralen Element der Macht und die Probleme, die damit einhergingen (teurer Goldpreis; Neid und Habgier) sowie die Bedeutung der Gestirne auf die Jahreszeiten, was damals kaum jemand wusste, war für mich sehr interessant zu verfolgen.
Mit den außergewöhnlichen Namen hatte ich zum Glück weniger Schwierigkeiten als gedacht ;)

Ulf Schiewe vermischt in seinem Roman historische Fakten mit einer fiktiven spannenden Geschichte.
Auch die Himmelsscheibe von Nebra konnte er mir so näherbringen, über die ich bis jetzt kaum etwas wusste.
Im Buchdeckel gibt es Landkarte mit der Übersicht über die Herrschaftsgebiete der Klans.
Am Ende des Buches bringt der Autor dem Leser in seinen Anmerkungen viele Informationen über die Himmelsscheibe von Nebra und die Bronzezeit näher.
Weiters gibt es ein Glossar sowie eine Übersicht über die Klans und die Götter der Ruotinger und ein - sehr hilfreiches - Personenverzeichnis.


Fazit:
Eine fesselnde fiktive Story, die auf historisch belegten Tatsachen beruht. Spannend, unterhaltsam und lehrreich!

  • Cover
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Veröffentlicht am 23.04.2020

Spannende Bronzezeit

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Ulf Schiewe ist für mich seit langem ein Garant für gute historische Unterhaltung. Er erzählt die Geschichten spannend und einfühlsam wie nur wenige Autoren es vermögen. In seinem neuen detailfreudigen ...

Ulf Schiewe ist für mich seit langem ein Garant für gute historische Unterhaltung. Er erzählt die Geschichten spannend und einfühlsam wie nur wenige Autoren es vermögen. In seinem neuen detailfreudigen und mitreißenden Buch „Die Kinder von Nebra“ wird das Schicksal eines Volkes, eine Hochkultur im Herzen Europas und der immerwährende Kampf zwischen Gut und Böse vor 4000 Jahren lebendig gemacht.

Das Epos rund um die mystische Himmelsscheibe wird vom Autor mit den politischen und religiösen Ränkespielen der längst verschwundenen Völker Mitteldeutschlands gekonnt verwoben. Wie diese Scheibe gerade in der Schmiede entsteht, kann der Leser miterleben, sowie den Erzählungen des Schmiedes lauschen. Kunst, Gold und Kenntnisse über die Gestirne verarbeitet der Vater der angehenden Priesterin zu einem Machtelement des Kultes der Göttin Destarte. Sollte die Scheibe in die Hände des gewalttätigen Fürsten Orkon gelangen, wird nicht nur seine Willkürherrschaft unüberwindbar, sondern auch die Unterdrückung anderer Clans voranschreiten. Neben der packenden und authentisch dargelegten Handlung sind auch die Beschreibungen des Lebens, — wie die Bauern, die Sklaven, die Clanherren ihren Alltag verrichten, — im gut recherchierten Hintergrund eingeflochten. Äußerst interessant fand ich die Riten, den Kult der Beerdigungen in den Hockergräbern sowie die Naturreligion: der Glaube an Götter und ihre Bedeutung im Leben und Denken im frühen bronzezeitlichen Staat nimmt den zentralen Platz der Geschichte, überlastet sie auf keine Weise.

Das flüssig geschriebene Buch hat Sogwirkung, es zieht den Leser ab der ersten Zeile in die weite Vergangenheit hinein und lässt ihn bis zur letzten Seite nicht mehr los. Dadurch dass der Roman in der Gegenwart geschrieben ist, wirkt er wie eine Erzählung, die man als Leser hautnah und gerade jetzt mit den Charakteren erlebt. Trotz der wachsenden Anzahl an Personen bleibt die Handlung klar und übersichtlich. Hier verwebt der Autor gekonnt neue Figuren und Akteure, schafft Nähe und Verbundenheit. Der fesselnde Schreibstil ermöglicht auch in dieser komplexen Welt, wo man nicht so genau sagen kann, wie das Leben und die Leute dort ausgesehen hatten, einen gelungenen und einfachen Einstieg.

Die Charaktere sind hier von ganz besonderer und gegensätzlicher Natur, genau wie die packenden Hürden und Schicksale, die sie erleben und durchlaufen; sie wirken sehr lebendig und authentisch. Sie stehen in einer ständigen Entwicklung und mit jedem Kapitel entdeckt man neue Charakterzüge von ihnen. Es gibt auch noch einige Bösewichte und Überraschungsmomente, die in keiner guten Geschichte fehlen dürfen. Obwohl das Buch von sich komplett abgeschlossen ist, ich kann mir vorstellen, dass viele Leser gerne wissen möchten, wie es mit Rana und Hakun weitergeht. Dazu möchte ich mich auch zählen.

Auch zur Ausstattung des Buches gibt es einiges zu sagen: es ist sehr hochwertig und qualitativ verarbeitet. Das Cover ist wirklich ein Genuss, es zeigt die Himmelsscheibe von Nebra mit den goldenen Elementen und weckt sofort das Interesse. Das Schriftbild ist angenehm und die mit den Namen der Götter versehenen Kapitel nicht allzu lang. Die Ortschaften sind am Ende des Buches aufgelistet, die Götter und die Clans — sogar kurz erklärt. Eine Karte vorne und hinten hilft die Schauplätze schnell zuzuordnen. Nach dem Ende der eigentlichen Geschichte gibt Ulf Schiewe in einem ausführlichen Nachwort einen Einblick in die historischen Hintergründe des Romans und liefert weitere Infos, die fundierte Recherche belegen.

Auch dieses mit Herzblut geschriebene Buch ist ein facettenreicher historischer Roman, in den man wunderbar abtauchen kann. Fünf wohlverdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2020

Die Kinder von Nebra

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Der mir bereits durch viele Werke bekannte Autor Ulf Schiewe hat mit „Die Kinder von Nebra“ sein neustes Werk veröffentlicht. Dies ist (bisher?) ein Einzelband und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Nebra ...

Der mir bereits durch viele Werke bekannte Autor Ulf Schiewe hat mit „Die Kinder von Nebra“ sein neustes Werk veröffentlicht. Dies ist (bisher?) ein Einzelband und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Klappentext:
Nebra vor 4000 Jahren: Lange haben sich die Menschen der Willkür des mächtigen Fürsten Orkon gebeugt, der das Volk quält und ausbeutet, sich nimmt, wonach immer es ihn gelüstet. Jetzt endlich regt sich Widerstand. Die junge Priesterin Rana will Orkons dunkle Herrschaft brechen und die Menschen befreien. Das Werk ihres Vaters soll ihr dabei helfen: eine bronzene Scheibe, die den Sternenhimmel zeigt und eine geheime Botschaft der Götter enthält. Sie steht für die Göttin des Lichts, die dem Hass Liebe entgegensetzt. Doch Ranas Weg ist gefährlich, viel steht auf dem Spiel. Auch das Leben derjenigen, die ihr am liebsten sind ...

Von dem Autor Ulf Schiewe habe ich bereits einige historische Bücher gelesen, bisher konnte er mich immer mit seinen Werken begeistern. Seinem neusten Werk „Die Kinder Nebra“ gegenüber war ich etwas skeptisch. Spielt es doch so gar nicht in der Zeit, welche ich bevorzugt lese. Ein Buch, welches vor 4000 Jahren spielen soll, gehört leider nicht zu meinem typischen Beuteschema. Dennoch habe ich dem Buch eine Chance gegeben, hat mich Schiewe doch bisher immer begeistern können. Und auch dieses Mal ist es dem Autor gelungen, obwohl ich dem Buch gegenüber recht skeptisch war. Meine Erwartungen wurden um ein vielfaches übertroffen.
Zuerst ist mir die Gestaltung positiv aufgefallen. Hier wurde ein umfangreiches Bonusmaterial zur Verfügung gestellt, die ich als Leser gerne zu Rate gezogen habe. Gleich zu Beginn ist eine farbige Karte beigefügt wurden. Gerne habe ich sie als Hilfestellung genommen, wenn ich mir unsicher war, welches Volk in welcher Region wohnt, wer der direkte Nachbar von wem war. Hilfreich waren auch das Personenregister oder auch die Götterübersicht. Sehr ansprechend fand ich auch das Nachwort. Hier geht der Autor nochmal auf die Trennung von Fakten und Fiktion ein. Er beschreibt, was seiner eigenen Fantasie entspricht und wo er sich an die aktuellen Ansichten der Wissenschaftler gehalten hat. Ich empfand dies als sehr lehrreich und es hat mir nochmal einen besseren Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse ermöglicht.
Wie ich es bereits aus seinen vorherigen Werken gewohnt war, konnte mich auch dieses mal wieder der bildgewaltige und flüssige Schreibstil von Schiewe überzeugen. Er schafft es gekonnt, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Die Schauplätze werden bildhaft beschrieben, ohne dass die Ausschweifungen zu ausufernd sind. Dennoch konnte ich mich gut in diese längst vergangene Zeit hineinversetzen, hatte in Bild vor meinem geistigen Auge. Auch folgt der Autor stetig dem roten Faden – ein klares Ziel ist erkennbar, auf welches gekonnt hingesteuert wird. Dabei werden einige unerwartete Wendungen und spannende Szenen eingebaut, sodass ich gebannt an den Seiten geklebt habe. Was ich auch noch positiv hervorheben möchte: die umfangreiche Recherche des Autors. Man merkt jeder Seite an, dass er sich im großen Maße mit dieser Zeit beschäftigt hat und auch, dass er sich an die derzeitigen Ansichten der Wissenschaftler gehalten hat. Stetig habe ich etwas über diese Zeiten gelernt und es hat mir Spaß gemacht, immer neue Informationen zu erhalten. Oftmals hat mich dieses Wissen in ein Staunen versetzt, hätte ich mir doch rückständigere Lebensumstände vorgestellt. Dies ist eigentlich nicht meine bevorzugte Zeit, meist lese ich historische Romane die deutlich später spielen. Daher habe ich wirklich viel Spannendes lernen können. Besonders haben mir die Darstellungen der Rituale und mögliche Ansichten der Götterkultur gefallen. Auch über die Entstehung der Himmelsscheibe erhält man umfangreiche Informationen, welche ich nur zu gerne mit verfolgt habe. All dies hat Ulf Schiewe gekonnt in die Handlung einfließen lassen, sodass man quasi spielend lernt.
Überzeugen konnten mich auch die lebendigen und vielseitigen Charaktere. Sie wirkten auf mich alle so dreidimensional, sie hatten alle ihr persönliches Päckchen zu tragen, hatten eine Vergangenheit oder eine Geschichte, welche sie geprägt haben. Es gibt eine klare Grenze zwischen Gut und Böse, Grauzonen sucht man hier eher vergeblich. Dies hat mich jedoch nicht weiter gestört, hat es doch zum Inhalt des Buches gepasst und hat der Spannung keinen Abbruch getan. Rana ist hier der weibliche Protagonist. Sie ist die Tochter einer Priesterin und eines Schmieds, wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Sie ist eine willensstarke, sture Person, aber sie ist auch stark und kämpferisch. Dabei setzt sie sich für ihre Prinzipien ein und ist dabei nicht selten impulsiv. Zu Beginn hatte ich ein paar kleinere Schwierigkeiten mit ihrer Person, war sie mir doch zeitweise zu aufbrausend oder auch naiv. Doch im Verlauf des Buches ist sie mit den Aufgaben gewachsen, die sie meistern musste. Rana hat eine interessante Charakterentwicklung durchgemacht, welche ich nur zu gerne mit verfolgt habe.
Mein einziger kleiner Kritikpunkt: Ich persönlich habe ein paar Seiten gebraucht, um mich in dieser Zeit zurechtzufinden – gleich zu Beginn wird man in die Geschichte hineingeworfen und ich musste mich in dieser erst einmal zurechtfinden. Ich musste die Namen aber auch die Völker sortieren. Aber nach nur wenigen Seiten hat sich auch das wieder gelegt und liegt vielleicht auch daran, dass ich mich in dieser Zeit nicht wirklich auskenne. Liegt also nicht unbedingt an dem Buch selbst.

Auch dieses Mal konnte mich Ulf Schiewe mit seinem neusten historischen Roman „Die Kinder von Nebra“ wieder überzeugen. Völlig unerwartet, da dies normalerweise nicht meine bevorzugte zeitliche Epoche ist in Bezug auf historische Romane. Dieses Werk besticht durch seine umfangreiche Recherche, eine spannende und fesselnde Handlung, den bildgewaltigen Schreibstil und die plastischen Charaktere. Ich kann es wirklich nur empfehlen und möchte 4,5 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere