Cover-Bild Die Dame vom Versandhandel

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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 15.06.2020
  • ISBN: 9783548061252
Ulrike Wolff

Die Dame vom Versandhandel

Der Aufstieg einer jungen Frau zur Unternehmerin, die die Wünsche aller Frauen wahr werden lässt 

Fulda zu Zeiten des Wirtschaftswunders: Die junge Annie ist die heimliche Leiterin von einem der ersten Versandhäusern in Deutschland. Während ihr Ehemann Kurt sich lieber mit Dressurreiten beschäftigt, erweitert Annie das klassische Warenangebot um Möbel, Küchengeräte und schließlich sogar Mopeds. Ohne Annie könnte der Laden schließen, von den Angestellten wird sie bewundernd "die Königin" genannt. Doch ein Geheimnis aus Kurts Vergangenheit bedroht die Zukunft der Firma. Annie begreift, dass alles, was sie aufgebaut hat, auf einer Lüge beruht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2020

Nostalgische Zeitreise

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50er Jahre. Annies Platz ist zwar an der Seite ihres Ehemannes Kurt, der den recht erfolgreichen Fuldaer Versandhandel Eulendorf betreibt. Doch in Wirklichkeit schmeißt Annie den ganzen Laden, während ...

50er Jahre. Annies Platz ist zwar an der Seite ihres Ehemannes Kurt, der den recht erfolgreichen Fuldaer Versandhandel Eulendorf betreibt. Doch in Wirklichkeit schmeißt Annie den ganzen Laden, während sich Kurt lieber anderweitig beschäftigt. Annie jedoch liebt es, neue Waren auszusuchen und ins Angebot des Versandhandels zu übernehmen, denn der Kunde ist König und was der Kunde will, bekommt er auf jeden Fall bei Eulendorf. Das ist ihre Devise, der sie sich unermüdlich verschrieben hat und bei denen auch die Angestellten unermüdlich mitziehen. Die Menschen wollen nun in Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders endlich wieder kaufen, was ihnen gefällt und was der Geldbeutel hergibt. Doch während Annie sich immer mehr ins Geschäft einbringt, droht ein Geheimnis aus der Vergangenheit ans Licht zu kommen, das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen und alles, woran Annies Herz hängt, zu zerstören…
Das Autorenduo Gerold und Hänel hat unter dem Pseudonym Ulrike Wolff mit „Die Dame vom Versandhandel“ einen unterhaltsamen Roman vorgelegt, der die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders wiederspiegelt und den 1950 wiederauflebenden Versandhandel. Der flüssig-leichte und farbenfrohe Schreibstil lädt den Leser ein, sich an der Seite von Annie in die Welt des Katalogverkaufs zu begeben und hinter die Kulissen zu blicken. Dabei lassen die Autoren nicht nur schöne Verkaufssprüche vom Stapel, sondern binden historische sowie gesellschaftliche Besonderheiten der damaligen Zeit wunderbar mit ein. Mit Annie ist zudem eine Frau im Zentrum der Geschichte, die ihrer Zeit vorauseilt, sich emanzipiert und ins Geschäftsleben tatkräftig eingreift. Die Suche nach im Krieg Verschollenen wird ebenso thematisiert, wie plötzlich vor der Tür stehende Unbekannte, die anscheinend zur Verwandtschaft gehören. Neben einem eher verworrenen Familienkonstrukt, das als zweite Erzählebene eingebaut wurde und dem das Geheimnis entspringt, wird die Nachkriegszeit wunderbar wieder lebendig und lässt beim Leser vor dem inneren Auge Bilder vorbeiziehen geprägt von alten Katalogexemplaren bis hin zu den damaligen Werbespots und Persönlichkeiten, deren Namen man mit jener Zeit verbindet. Die Andeutung, dass die Geschichte auf tatsächlichen Begebenheiten fußt, wirkt eher unwahrscheinlich. Hier wurde mit Sicherheit Fiktion mit Realität soweit gemixt, dass am Ende nur eines sicher ist: die genannten Persönlichkeiten wie z. B. Hans Günter Winkler oder Josef Neckermann gab es wirklich. Dagegen war das Auftauchen von Elvis einen Tacken zu viel des Guten.
Die Charaktere sind glaubwürdig und lebendig in Szene gesetzt, wirken aufgrund ihrer Authentizität sehr realistisch und ziehen den Leser in ihren Bann. Vor allem Annie ist der leuchtende Stern unter ihnen, sie ist unerschrocken, innovativ, selbstbewusst, tatkräftig und unermüdlich. Ja, es scheint, als sei sie regelrecht süchtig danach, Erfolg zu haben und sich durch die Arbeit selbst zu verwirklichen. Es wirkt manchmal aber auch wie eine Art Flucht, als wenn sie anderes dadurch kompensiert. Karl ist ein verkappter Frauenheld, der seinen Pferden mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem Geschäft und recht unsympathisch rüberkommt. Fritz ist ein Unruhestifter, der für einige Intrigen sorgt. Die weiteren Nebendarsteller bleiben eher blass.
„Die Dame vom Versandhandel“ ist eine unterhaltsame und nostalgische Zeitreise, wenn man das verworrene Familienkonstrukt mal beiseitelässt. Ganz nett zu lesen.

Veröffentlicht am 12.06.2020

interessanter Roman mit Schwachstellen

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Annie und Kurt betreiben gemeinsam den Versandhandel Eulendorf. Ihre Ideen sind es oft, die das Geschäft florieren lassen. Doch nicht immer läuft alles rund, Annie hat Probleme sich nach der Geburt ihres ...

Annie und Kurt betreiben gemeinsam den Versandhandel Eulendorf. Ihre Ideen sind es oft, die das Geschäft florieren lassen. Doch nicht immer läuft alles rund, Annie hat Probleme sich nach der Geburt ihres Kindes wieder zu sortieren und dann auch Job und Familie unter einen Hut zu bringen. So modern wie Kurt in seiner Geschäftsführung ist, so konservativ ist er in seinem Privatleben.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, allerdings habe ich doch ein, zwei Punkte, die mich ein wenig stören. So tat ich mir schwer mit den Rückblenden ins Jahr 1919, in der Kurts Vorgeschichte teilweise erzählt wird. Irgendwie hat es mich hier aus dem Lesefluß geworfen. Später wird die Vergangenheit dann in die laufende Handlung eingebunden, was mir besser gefallen hat. Allerdings blieben so manche Details, die durchaus von Interesse gewesen wären, seltsam blass. Kurts Anfangsjahre im Versandhandel werden z. B. nur angekratzt. Ich hatte viel Vergnügen beim Lesen, besonders, wenn Annie und Kurt gemeinsam neue Ideen ausgetüftelt haben. Da merkte man den Geist der Zeit, in dem nichts unmöglich schien und man bekam einen Einblick in die Innereien eines Versandhandels.

Die Familiengeschichte der beiden mag etwas wirr sein, klärt sich aber im Laufe des Buches gut auf, auch wenn mir schon viel früher klar war, warum Kurt sich plötzlich seltsam verhalten hat. Was ich etwas unglaubwürdig fand war, dass er sich zeitweilig komplett aus dem Geschäft zurückgezogen hat und seiner Frau die alleinige Führung überlässt.

Alles in allem hatte ich viel Spaß mit dem Buch, es ließ sich flüssig lesen und gegen Ende hin schien sich auch alles zu richten. Was mich aber wirklich irritiert hat, war der Epilog. Den hätte es meines Erachtens nicht gebraucht, mich hat er nur verwirrt und ich habe den Sinn dahinter nicht verstanden.
Trotzdem von mir eine Leseempfehlung. Den Epilog kann man ja auch weglassen 😉

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2020

Nicht wirklich überzeugend

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Aus dem Klappentext

Fulda zu Zeiten des Wirtschaftswunders: Die junge Annie ist die heimliche Leiterin von einem der ersten Versandhäusern in Deutschland. Während ihr Ehemann Kurt sich lieber mit Dressurreiten ...

Aus dem Klappentext

Fulda zu Zeiten des Wirtschaftswunders: Die junge Annie ist die heimliche Leiterin von einem der ersten Versandhäusern in Deutschland. Während ihr Ehemann Kurt sich lieber mit Dressurreiten beschäftigt, erweitert Annie das klassische Warenangebot um Möbel, Küchengeräte und schließlich sogar Mopeds. Ohne Annie könnte der Laden schließen, von den Angestellten wird sie bewundernd "die Königin" genannt. Doch ein Geheimnis aus Kurts Vergangenheit bedroht die Zukunft der Firma. Annie begreift, dass alles, was sie aufgebaut hat, auf einer Lüge beruht.

Die Handlung des Buches spielt in der Zeit von 1957-1975.
Allerdings macht es zwischendurch auch einen Zeitsprung zurück in das Jahr 1918 und beschreibt dort, wie die Familie von Kurt aus Polen vertrieben wird und in Magdeburg eine neue Heimat findet.
Diesen Teil fand ich persönlich sehr langatmig.
Ich habe mir mit dem Buch überhaupt schwer getan. Ich habe es öfter weggelegt und erst wieder nach Tagen in die Hand genommen.
Es konnte mich nicht richtig packen und ich konnte nicht wirklich was mit den Charakteren anfangen.
Diese blieben blas und es fehlte ihnen an Leben und Tiefgang.
Die Person Annie war ganz nett, Kurt hingegen empfand ich als eher unsympathisch.
Die Handlung war nicht wirklich spannend und oft auch ziemlich überzogen und unglaubwürdig.
Achtung Spoiler: Elvis wird Modell für den Eulendorf ?
Bei der Geschichte soll es sich um eine wahre Begebenheit handeln, wobei ich glaube, dass doch sehr viel dazu erfunden wurde und es dadurch zu überspitzt und konstruiert wurde.
Schade, von mir leider nur 3 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2020

Leseempfehlung! geheimnisvolle Familiengeschichte hat ein paar unvorhersehbare Wendungen in einem unaufgeregten Erzählstil.

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Hinter diesem relativ unspektakulären Buchtitel mit einem eher langweiligen Cover verbirgt sich ein vielschichtiger, intelligenter Roman den es lohnt näher zu betrachten.
In einem gut verständlichen Schreibstil, ...

Hinter diesem relativ unspektakulären Buchtitel mit einem eher langweiligen Cover verbirgt sich ein vielschichtiger, intelligenter Roman den es lohnt näher zu betrachten.
In einem gut verständlichen Schreibstil, mit unaufgeregten aber spannenden Erzählstil der mir beim Lesen bekannt vorkam.
Darauf möchte ich zum Ende der Rezension eingehen.
Die Hauptcharaktere der Geschichte Kurt, insbesondere Annie, Fritz, Jürgen und auch die verschiedenen anderen Nebencharaktere sind farbig gezeichnet und dabei glaubwürdig und authentisch dargestellt.
Es gibt abwechslungsreiche Zeitstränge die im Laufe der Geschichte zusammengehören und auch zusammenführen.
Die 50er Jahre in der die Handlung hauptsächlich stattfindet war eine Zeit des Umbruchs und eine Aufbruchsstimmung um den wirtschaftlichen Aufschwung den man mitnehmen wollte.
Das kommt in diesem Buch toll zur Geltung und man kann diese Zeit hautnah miterleben.
Auch das Versandhaus das die wichtigste Rolle einnimmt wächst mit Hochkonjuktur das macht Spass zu verfolgen.
Dazu kommt eine faszinierende Familiengeschichte mit unvorhersehbaren Wendungen um eine dunkle Vergangenheit die nach und nach die Handlung beeinflusst und es wird eine kleine deutsch/deutsche Historie mit eingebaut.

Die 331 Ebookseiten aus dem im Ullstein Verlag erschienenen Buch habe ich geradezu verschlungen und mochte die vielfältige, abwechslungsreiche Handlung und werde immer wieder zu diesen Geschichten greifen.

Um jetzt nun nochmal auf den Erzählstil zurückzukommen, an diesem habe ich das hinter dem Pseudonym Ulrike Wolff verborgene Autorenpaar Ulrike Gerold und Wolfram Hänel erkannt die mich mit ihrem Roman Die Allee der Träume letztes Jahr durch einen schweren Krankenhausaufenthalt begleitet haben.
Dieses Buch mochte ich sehr, von daher habe ich in Die Dame vom Versandhandel das Duo auch wiedererkannt.

Ich vergebe aus vollem Herzen 5 grossartige Sterne mit einer unbedingten Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2020

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

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Fulda, 1957: Annie ist das Herz, die Seele und der kreative Kopf des Versandhauses Eulendorf. Die Wünsche der Kunden und das Wohl der Mitarbeiter liegen ihr am Herzen. Sie erkennt neue Trends und erweitert ...

Fulda, 1957: Annie ist das Herz, die Seele und der kreative Kopf des Versandhauses Eulendorf. Die Wünsche der Kunden und das Wohl der Mitarbeiter liegen ihr am Herzen. Sie erkennt neue Trends und erweitert das Angebot, durch ihre herausragenden und modernen Ideen, stetig. In den Zeiten des Wirtschaftswunders ist es nicht selbstverständlich, dass sich eine Frau so stark in die Geschäfte einbringt. Annies Mann Kurt hat allerdings längst erkannt, was er an seiner Frau und ihrem Geschäftssinn hat. Ein altes Geheimnis aus der Vergangenheit sorgt jedoch dafür, dass Kurt sich immer weiter zurückzieht - nicht nur geschäftlich, sondern auch privat....

Dieser Roman, der zeitlich in den Jahren von 1957 bis 1975 angesiedelt ist, erzählt vom Aufstieg des fiktiven Versandhauses Eulendorf. Die Handlung beruht auf einer wahren Geschichte, die allerdings angepasst und verändert wurde. Tatsächliche Begebenheiten und die künstlerische Freiheit des Autorenduos mischen sich in diesem Roman.

Die besondere Atmosphäre der damaligen Zeit wird so hervorragend beschrieben, dass sie glaubhaft zwischen den Zeilen schwebt. Wodurch man Annies Ideen, die zum Aufschwung des Unternehmens führen, lebhaft nachvollziehen kann. Ihre Energie und ihre Begeisterung kann man förmlich spüren. Die damals vorherrschende Meinung, dass eine Frau nun wirklich nichts in dieser Position zu suchen hat, sondern sich lieber um Kind, Haushalt und das Wohlergehen des Ehemannes kümmern sollte, fließt ebenfalls glaubhaft in die Erzählung ein. Dadurch kann man sich ganz auf den Aufstieg des Versandhauses einlassen und das Ganze staunend beobachten.

Die aktuelle Handlung beginnt im Jahre 1957. Es gibt allerdings auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Hier beobachtet man Szenen aus Kurts Kindheit. Dabei ahnt man noch nicht, welchen Einfluss diese Ereignisse auf die Beziehung zwischen Annie und Kurt haben werden. Diese Rückblenden sind zwar durchaus interessant, aber stellenweise etwas langatmig. Der aktuelle Handlungsstrang wirkt deutlich fesselnder. Die Charaktere sind leider nicht immer richtig greifbar. Obwohl man Annies Begeisterung für das Versandhaus regelrecht spüren kann, beobachtet man sie doch eher distanziert. Das gilt leider auch für die anderen Akteure, da sie an beliebig austauschbare Statisten, die in der Handlung hin- und hergeschoben werden, erinnern. Man folgt zwar gerne dem interessanten Geschehen, wird aber nicht so einbezogen, dass einem die Schicksale wirklich nahe gehen.

Die Handlung selbst überrascht durch einige unverhoffte Wendungen. Langweilig oder vorhersehbar wird es also nie. Denn das Schicksal hat einiges für Annie, Kurt und das Versandhaus vorgesehen. Leider wirkt einiges davon arg konstruiert, nur bedingt glaubwürdig und stellenweise sogar geradezu haarsträubend. Da dieser Roman auf wahren Begebenheiten beruht und man nicht weiß, was wahr oder erfunden ist, kann es sogar sein, dass das Leben selbst, das ja bekanntlich die besten Geschichten schreibt, hier seine Hände im Spiel hatte. Dennoch wirkt das Ausmaß der ganzen Verwicklungen fragwürdig und sorgt dafür, dass man unwillkürlich die Augenbrauen hochziehen muss.

Ein interessanter und äußerst kurzweiliger Roman, der leicht zu lesen ist, aber insgesamt gesehen nicht wirklich glaubhaft wirkt.

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  • Charaktere