Cover-Bild Wildtriebe
(76)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 23.07.2021
  • ISBN: 9783423282888
Ute Mank

Wildtriebe

Roman

Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit

Für die alte Großbäuerin Lisbeth gibt es nichts Wichtigeres als den Hof, sein Erhalt ist ihr Lebenssinn. Nie hat sie die damit verbundenen Pflichten hinterfragt.

Doch mit Schwiegertochter Marlies kommt eine neue Frau ins Haus, die keineswegs klaglos und ohne eigene Wünsche das Leben einer Bäuerin führen will. Das Kaufhaus in der nächsten Stadt wird für Marlies zum Sehnsuchtsort im Wirtschaftswunderdeutschland, arbeiten möchte sie dort, einen Jagd- und Traktorführerschein machen, das Leben soll doch mehr zu bieten haben.

Die beiden Frauen tragen fortan stille Kämpfe aus, um Haushaltsführung, um Kindererziehung. Doch eigentlich werden viel größere Dinge verhandelt: Lebensmodelle, Vorstellungen vom Frausein, vom Muttersein. Und doch ist da ein verbindendes Element: Marlies’ Tochter Joanna, die ihren ganz eigenen Weg geht und nach dem Abitur nach Uganda aufbricht …

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2021

Auf dem Bethches-Hof

0

Der Bethches-Hof in Hausen (Hessen): Elisabeth, genannt Lisbeth, ist die Tradition sehr wichtig. Doch Schwiegertochter Marlies möchte nicht einfach nur Bäuerin sein, sondern sich selbst verwirklichen. ...

Der Bethches-Hof in Hausen (Hessen): Elisabeth, genannt Lisbeth, ist die Tradition sehr wichtig. Doch Schwiegertochter Marlies möchte nicht einfach nur Bäuerin sein, sondern sich selbst verwirklichen. Zwei Lebensmodelle prallen aufeinander. Kann Joanna, Marlies‘ Tochter und Lisbeths Enkelin, die beiden Frauen am Ende doch noch enger zusammenbringen?

„Wildtriebe“ ist der Debütroman von Ute Mank.

Meine Meinung:
Der Roman hat nicht die klassische Einteilung in Kapitel, sondern besteht aus kurzen Abschnitten. Die Handlung umfasst einige Jahre. Es gibt etliche Zeitsprünge. Ein etwas klarerer Aufbau wäre hilfreich gewesen.

Der unaufgeregte Schreibstil gefällt mir sehr. Er ist äußerst atmosphärisch, eindringlich und einfühlsam. Mit wenigen Worten gelingt es der Autorin, viel zu transportieren.

Drei Frauenfiguren stehen im Vordergrund der Geschichte: Lisbeth, Marlies und Joanna. Ihr Denken und Fühlen lässt sich hervorragend nachvollziehen. Die Protagonistinnen wirken sehr authentisch und sind gut ausgestaltet. Vor allem Marlies bietet eine Menge Identifikationspotenzial. Die Männer werden zwar auch realitätsnah dargestellt. Sie bleiben jedoch eher blass, was in diesem Fall nicht stört, weil die Geschichte den Fokus auf die Rolle der Frauen legt.

Thematisch geht es um das Leben auf dem Land und insbesondere um die Konflikte zwischen den Generationen. Träume, Ziele, Erwartungen - das sind drei Aspekte, die wiederholt aufkommen. Zwischenmenschliches und Schicksalsschläge machen den Roman berührend, ohne in den Kitsch abzudriften. Zugleich ist die Geschichte facettenreich und geht ausreichend in die Tiefe. Immer wieder regt sie zum Nachdenken über das eigene Leben an und konnte mich an einigen Punkten abholen.

Insgesamt ist es ein Roman der leisen Töne. Zwar passiert auf den rund 280 Seiten durchaus einiges. Das Erzähltempo ist jedoch eher ruhig, auf starke Dramatik wird verzichtet. Dennoch konnte mich die Geschichte durchweg fesseln.

Der knappe, aber passende Titel sowie das hübsche Cover sind ebenfalls sehr gelungen.

Mein Fazit:
„Wildtriebe“ von Ute Mank ist ein besonders lesenswerter Generationenroman, der mich mit seiner Authentizität und Sprache begeistern konnte. Eines meiner Lesehighlights 2021.

Veröffentlicht am 17.08.2021

Drei Generationen unter einem Dach

0

Die Buchbeschreibung hat mich sofort angesprochen.

"Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit."

Die Geschichte um die alte Großbäuerin Lisbeth, ihre Schwiegertochter ...

Die Buchbeschreibung hat mich sofort angesprochen.

"Drei Frauen auf einem Hof – im Kampf um Selbstbestimmung, Anerkennung und Freiheit."

Die Geschichte um die alte Großbäuerin Lisbeth, ihre Schwiegertochter Marlies und deren Tochter Joanna, zeigt anschaulich, wie das Leben der drei Generationen in einem Haus ist.

Jede der drei Frauen wurde in eine andere Zeit hineingeboren.
Während für Lisbeth noch ganz andere Werte und Traditionen im Vordergrund stehen, sie immer noch in der Vergangenheit lebt, möchte Marlies ihre Zukunft selbst bestimmen. Das Ende des Krieges, das Wirtschaftswunder, eine neue Freiheit für Frauen steht für sie im Vordergrund. Sie will nicht das Heimchen am Herd sein, sie möchte alle Chancen nutzen, die sich ihr bieten.
Und Joanna geht noch einen Schritt weiter, sie zieht es nach Uganda...

Die Autorin hat hier einen wunderbar atmosphärischen Roman geschrieben, der schon allein durch seine Hauptfiguren besticht. Sie verdeutlicht, wie sich die Jahrzehnte auf das Leben auswirken, was wichtig ist und was für Träume sich daraus entwickeln. Manchmal muss man mit dem Fortschritt gehen.

Ich bin begeistert von diesem Buch!!!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2021

Generationen im Wandel der Zeit

0

Marlies heiratet in den Bethches-Hof ein und hat nicht vor sich dem alten Generationendruck und dem Landleben zu beugen. Lisbeth ihre Schwiegermutter tut sich ebenfalls schwer mit der neuen Schwiegertochter, ...

Marlies heiratet in den Bethches-Hof ein und hat nicht vor sich dem alten Generationendruck und dem Landleben zu beugen. Lisbeth ihre Schwiegermutter tut sich ebenfalls schwer mit der neuen Schwiegertochter, die so gar nicht nach ihren Wünschen ist. Was sollen denn die Leute denken? Denn für Lisbeth ist der Hof und die Arbeit alles. Die beiden tragen still ihre Kämpfe aus und nur Marlies Tochter Joanna die ihren ganz eigenen Kopf hat, scheint die beiden in gewisser Weise zu verbinden.

Der Schreib- und Erzählstil bei dieser Geschichte ist recht nüchtern und schnörkellos gehalten. Es gibt immer wieder Absätze und Perspektivenwechsel zwischen den beiden Frauen. Auf den ersten Blick wirkt es sehr schwerfällig und lieblos, doch nach ein paar Seiten merkt man wie der Stil sich der Geschichte anpasst. Denn das schlichte, ohne viel Schnick-Schnack passt zum Landleben von damals und vor allem zum Generationenkonflikt der hier geschildert wird. Lisbeth lebt für den Hof und das Landleben, ihr ist vor allem wichtig, dass die Leute gut über sie und ihre Familie reden und denken. Marlies hingegen ist das egal und versucht zunehmend aus dem Konstrukt auszubrechen, in dem sie z.B. einen Jagdschein macht. Sie tut sich zunehmend schwer sich einzufügen. Zwischen den beiden besteht ein riesengroßer Graben voller Sprachlosigkeit der wirklich greifbar ist. Während des Lesens wurde ich immer wütender auf Marlies und hatte immer mehr Sympathien für Lisbeth. Sie ist in meinen Augen ein wenig offener mit dem Konflikt umgegangen als Marlies, obwohl auch sie ein ordentliches Päckchen zu tragen hat. Die unterschiedlichen Welten der beiden werden sehr gut dargestellt und eine gewisse Wehmut und Reue der beiden, ist zwischen den Zeilen deutlich spürbar. Der Wandel der Zeit wird in dieser Geschichte so wunderbar aufgezeigt, dass ich es tatsächlich nicht aus der Hand legen konnte. Gerade Joannas Rolle in der Geschichte ist noch einmal eine ganz besondere. Es ist unaufgeregt und ohne großen Spannungsbogen, aber das braucht es auch nicht. Die Erzählung lebt zwischen den Zeilen und von den Emotionen die es im Leser weckt und davon wie es zum Nachdenken anregt. Das Ende passt perfekt und hat mich mit einem Bauch voller Gefühle zurückgelassen. Das Buch wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Eine Geschichte über drei Frauen, die die Familie verbindet und gleichzeitig doch wieder trennt. Wirklich vielschichtig und tiefgründig und deshalb verdiente 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2021

Ruhige Geschichte mit tiefen Einblicken in die Gedankenwelt der Protagonistinnen

0

In ihrem Roman „Wildtriebe“ erzählt die Autorin Ute Mank, die Geschichte zweier Frauen welche stellvertretend für ihre jeweilige Generation stehen könnten. Ihre Erzählung ist dabei ruhig und legt den Fokus ...

In ihrem Roman „Wildtriebe“ erzählt die Autorin Ute Mank, die Geschichte zweier Frauen welche stellvertretend für ihre jeweilige Generation stehen könnten. Ihre Erzählung ist dabei ruhig und legt den Fokus auf die inneren Gefühlswelten der Figuren. Erstaunlicherweise passiert an sich gar nicht so viel in der Geschichte, dennoch konnte mich die Erzählung fesseln, da man als Leserin sehr nah an den beiden Hauptcharakteren Lisbeth und Marlies dran ist. Weitere Figuren, insbesondere die Männer, bleiben im Gegensatz dazu allerdings blass. Die Konflikte, Gedankengänge und auch das Leben auf dem Bauernhof waren für mich sehr authentisch beschrieben. Hier wurde nichts beschönigt, insbesondere unterschiedliche Generationskonflikte wurden gelungen herausgearbeitet. Der Schreibstil las sich, nach einer kurzen Eingewöhnung, flüssig und leicht. Besonders gerne mochte ich dabei die anschaulich beschriebene Szenerie, sowie die Erklärung zum Titel. Die Grundstimmung des Buchs ist eher getragen, da es nur wenige fröhliche Passagen gab. Einen lockeren Unterhaltungsroman findet man hier also definitiv nicht. Für mich war am Ende aber alles so stimmig, dass ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergebe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2021

Fortschritt oder Beständigkeit

0

Schon seit der Vergangenheit tragen die Höfe in dem hessischen Dorf Namen die wichtiger sind als der Nachname. Auf dem Bethchen Hof tragen die weiblichen Nachkommen den Namen Elisabeth, genannt Lisbeth. ...

Schon seit der Vergangenheit tragen die Höfe in dem hessischen Dorf Namen die wichtiger sind als der Nachname. Auf dem Bethchen Hof tragen die weiblichen Nachkommen den Namen Elisabeth, genannt Lisbeth. Nachdem die älteren Brüder im Krieg geblieben sind, übernimmt die Tochter den Hof. Schon früh steht sie dabei ihren Mann auf dem wohlhabendsten Hof des Dorfes.

Ihr Mann zieht zu ihr auf den Hof, den anderen erbt der Bruder. Nur mit dem Nachwuchs will es nicht so recht klappen und sie geht einen anderen Weg. Als Konrad seinerseits eine Frau mit auf den Hof bringt und heiratet beginnt eine stille Rivalität zwischen den beiden Frauen. Marlies kann Lisbeth nichts recht machen. Sei es im Haushalt oder im Garten und später bei der Kindererziehung. Marlies eignet sich so gar nicht als Hoffrau. Sie möchte wieder arbeiten gehen in ihrem gelernten Beruf als Verkäuferin, möchte Traktor fahren und ihren Jagdschein machen.

Mit Joanna wächst die nächste Generation auf dem Hof auf die nach dem Abitur das sie auf Drängen von Marlies geschafft hat, ein Jahr nach Uganda geht und zurück in der Heimat ein Studium beginnt.

Der Schreibstil ist eigenwillig. Der Erzählstil kommt fast ohne wörtliche Rede auf, die Sätze kurz und knapp, teilweise unvollendet. Das Buch nimmt einem dennoch mit auf eine Reise in die Bodenständigkeit von Lisbeth die eher auf das blickt was andere davon denken mögen, den beginnenden Fortschritt von Marlies die sich nicht beugen möchte, zu Joanna der neuen Generation die während des Studiums schwanger wird.

Das Cover ist wunderschön gestaltet mit den Wildrosen und zieht im Buchhandel bestimmt die Blicke auf sich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere