Cover-Bild Die Dame hinter dem Vorhang
12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Wunderraum
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 23.09.2019
  • ISBN: 9783641246679
Veronika Peters

Die Dame hinter dem Vorhang

Roman
Welch ein Abenteuer! An einem Maimorgen im Jahr 1927 verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners auf Gut Renishaw, den Landsitz der Sitwells. Sie geht nach London, um in den Dienst von Edith Sitwell zu treten, der ungeliebten Tochter des Hauses. Jane hat schon einiges über die exzentrische Dichterin und deren einflussreichen Freundeskreis gehört. Edith gibt in der Hauptstadt Soireen, liebt große Auftritte und hat sogar Kontakte ins Königshaus. Schon bald wird Jane an Ediths Seite die Metropolen der Welt bereisen. Doch als Ediths Vertraute lernt Jane auch die Dame hinter dem Vorhang kennen und den Preis, den das unangepasste Leben fordert. Weitere berührende Wunderraum-Geschichten finden Sie in unserem kostenlosen aktuellen Leseproben-E-Book »Einkuscheln und loslesen – Bücher für kurze Tage und lange Nächte«

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.10.2019

Interessante Mischung aus Roman und Biographie

0

Edith Sitwell, geboren 1887 auf Renishaw Hall, dem Stammsitz der Sitwells, wurde zu einer berühmt berüchtigten Lyrikerin und Schriftstellerin. Sie lebte ein exzentrisches, selbstbestimmtes Leben und wurde ...

Edith Sitwell, geboren 1887 auf Renishaw Hall, dem Stammsitz der Sitwells, wurde zu einer berühmt berüchtigten Lyrikerin und Schriftstellerin. Sie lebte ein exzentrisches, selbstbestimmtes Leben und wurde zu einem Gesamtkunstwerk. Ihre Reisen führten sie an die zu der Zeit angesagtesten Plätze. Berühmte Zeitgenossen wurden zu ihren Bekannten und Freunden. Ein durchaus bewegtes Leben.

Zu dieser historischen Figur wurden diesem Roman die fiktiven Personen Emma Banister und ihre Tochter Jane erdacht. Emma war als Kind mit Edith befreundet, wurde dann auf Renishaw Hall als Hausmädchen beschäftigt. Ihre Tochter Jane, die hier als Erzählerin im Buch erscheint, begleitete Edith Sitwell in späten Jahren bis zu deren Tod.

Ein wunderbarer Roman von Veronika Peters, der einen nicht nur die Figur der Edith Sitwell näherbringt. Sehr gut und unterhaltsam lesbar. Meiner Meinung nach ein empfehlenswertes Buch.

Veröffentlicht am 17.10.2019

Das Leben der Édith Sitwell

0

Inhalt übernommen:

Welch ein Abenteuer! An einem Maimorgen im Jahr 1927 verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners auf Renishaw, den Landsitz der Sitwells.Sie geht nach London, um in den Dienst von ...

Inhalt übernommen:

Welch ein Abenteuer! An einem Maimorgen im Jahr 1927 verlässt Jane Banister, Enkelin des Gärtners auf Renishaw, den Landsitz der Sitwells.Sie geht nach London, um in den Dienst von Edith Sitwell zu treten. JAnne hat schon einiges über die exzentrische Dichterin und deren einflussreichen Freundeskreis gehört. Edith gibt in der Hauptstadt Soireen,liebt große Auftritte und hat sogar Kontakte ins Königshaus. Doch als Ediths Vertraute lernt Jane auch die Dame hinter dem Vorhang kennen und den Preis, den das unangepasste Leben fordert.

Meine Meinung:

In dem vorliegenden Buch lernt man die Protagonistin durch die Augen ihre Bediensteten kennen, das fand ich eine interessante Herangehensweise.

in dem vorliegenden Buch lernt man die Protagonistin durch die Augen ihrer Bediensteten kennen, das fand ich eine interessante Herangehensweise.

Die Familie von Jane ist schon in dritter Generation mit der Familie Sitwell und dem Gut Renishaw verbunden. Auch wenn es nicht einfach ist, mit der exzentrischen Edith auszukommen, ermöglicht ihr diese den Zugang zu höheren Kreisen, welcher ihr sonst mit Sicherheit verwehrt geblieben wäre.

Édith ist durch eine schwere Kindheit sehr geprägt worden und hat darunter ihr ganzes Leben zu leiden. Auch wenn sie sich mit ihrem Schicksal größtenteils ausgesöhnt hat, unterliegt sie großen Stimmungsschwankungen, unter denen ihr Umfeld sehr zu leiden hat.

Die Darstellung zwischen exzentrischer und glamouröser Künstlerin und einer sehr verletzlichen Seele, ist der Autorin ganz hervorragend gelungen.

Fazit:

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, es wird noch eine Weile nachwirken. Von mir eine Leseempfehlung verbunden mit fünf Sternen.

Veröffentlicht am 25.09.2019

Das Leben einer Frau, die nicht dem herrschenden Ideal entsprach

0

"I wish the government would put a tax on pianos for the incompetent." - Edith Sitwell

Laut Einleitung des Buches hat Edith Sitwell, die Hauptfigur dieses Romans, tatsächlich gelebt.
"Sie kam 1887 auf ...

"I wish the government would put a tax on pianos for the incompetent." - Edith Sitwell

Laut Einleitung des Buches hat Edith Sitwell, die Hauptfigur dieses Romans, tatsächlich gelebt.
"Sie kam 1887 auf einem Adelssitz zur Welt und durfte doch nie Prinzessin sein. Mit zwölf steckte man sie auf Geheiß ihres Vaters für mehrere Monate in eine Streckapparatur, um sie dem Schönheitsideal der Zeit anzupassen. Erfolglos. Edith Sitwell hat geliebt, aber nie geheiratet. Sie wuchs zu einer spitzzüngigen Dichterin und Schriftstellerin heran, lebte ein selbstbestimmtes Leben und machte aus sich ein in Brokat, Seide und Samt gehülltes Gesamtkunstwerk."

Nach diesen Worten der Einleitung erwartete ich eine mitreißende Geschichte, unterhaltsame Gespräche mit Künstlern der Epoche und Beschreibungen der bereisten Städte.

Erzählt wird die Handlung von Jane und ihrer Mutter Emma. Beides fiktive Figuren, die für Edith Sitwell als Hausmädchen und Gesellschafterin gearbeitet haben.

Die Beschreibung der Kindheit Ediths und die Freundschaft mit Emma fand ich sehr berührend.
Was wird aus einem Kind, das die Eltern als hässlich und deswegen als nicht liebenswert empfinden?
Edith zog sich in die Welt der Fantasie zurück, erzählte Geschichten und begann auch selbst zu schreiben.

Theatervorstellungen, Soiréen und Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten tauchen am Rande des Romans auf. Der Hauptteil der Geschichte beschreibt Ediths Leben in sehr bescheidenen Appartements in London und Paris, wo sie mit Helen Rootham, einer Autorin und Übersetzerin, wohnte. Außerdem ging es um ihre Freundschaft zu dem weltbekannten Fotografen Cecil Beaton und ihre Hörigkeit zu dem Maler Pavel Tchelitchew.

Schaue ich mir Fotos von Edith Sitwell im Internet an, sehe ich eine sehr große, schlanke Frau mit einer etwas langen, schmalen Nase.

Es fällt mir schwer, das Buch zu beurteilen. Ich hätte mir gewünscht, dass Edith ein glückliches Leben führt. Doch in diesem Punkt war die Autorin natürlich daran gebunden, die Realität zu schildern.
Die erste Hälfte des Buches habe ich sehr gern gelesen. Irgendwann nahmen die Schilderungen der Ich-Erzählerin Jane einen emotionslosen Reporter-Stil an. Zum Ende wurde es wieder spannender.
Ich hätte auch gern mehr über die Gedanken und Gedichte Sitwells erfahren, statt der Schilderungen von Krankheit und Alkoholsucht.

Ein Roman über das Leben einer Exzentrikerin, einer Frau, die sich als Ausgestoßene empfand und somit frei war, ihr Leben zu gestalten und die Konventionen zu brechen.

Veröffentlicht am 15.09.2019

Scharfzüngige Literatin

0

In ihrem Roman gewährt Veronika Peters Einblicke in das Leben der englischen Exzentrikerin und Literatin Edith Sitwell. Edith wird Ende des 19. Jahrhundert in einem adligen Haus geboren, entspricht jedoch ...

In ihrem Roman gewährt Veronika Peters Einblicke in das Leben der englischen Exzentrikerin und Literatin Edith Sitwell. Edith wird Ende des 19. Jahrhundert in einem adligen Haus geboren, entspricht jedoch weder äußrlich noch charakterlich den Konventionen ihrer Zeit. Ihren Eltern, die ihre Brüder bevorzugen, bleibt sie ihr Leben lang nicht nur fremd, sondern muss auch erdulden, als Jugendliche in eine Art eisernen Rahmen gespannt zu werden, um ihr mehr körperliche Vorzüge zu verleihen. Edith bleibt dennoch ihr Leben lang unverheiratet und teilt ihr Leben mit Bediensteten und berühmten Künstlern. Zwei dieser Angestellten sind Emma und ihre Tochter Jane, aus deren Perspektive wir Edith unkonventionelles Leben geschildert bekommen.

Der Roman hat mich stets gefesselt. Obwohl ich nun viel mehr über Edith Sitwells Leben weiß als vorher, muss ich doch sagen, dass mir sowohl Edith als auch die beiden Ich-Erzählerinnen Emma und Jane ein wenig fremd geblieben sind. Durch den Blick der beiden Bediensteten bleibt Edith trotz aller Nähe die Kunstfigur, als die sie sich selbst stets inszenierte. Emma verschwindet, nachdem sie ihr Leben an Edith Seite ihrer Tochter abgetreten hat, mit wenigen Ausnahmen fast spurlos aus der Erzählung. Warum Jane, die als außergewöhnlich schön beschrieben wird und sowohl warmherzig als auch pfiffig wirkt, sich dafür entscheidet, ihr Leben lang lediglich Edith Vertraute und Beobachterin zu bleiben, hat sich mir nicht erschlossen. Auch das zu Beginn aufgeworfene Rätsel um Janes Geburt wird am Schluss seltsam blass aufgelöst.
Dennoch ein lesenswerter Roman für alle, die mehr über Edith Sitwell erfahren wollen, dazu noch mit edler Ausstattung.

Veröffentlicht am 13.09.2019

Nah an den Fakten

0

Die Autorin hat sich mit dem Leben von Dame Edith Louisa Sitwell (1887-1964) befasst. Edith wurde in eine adlige Familie hineingeboren, aber bekam 1954 selbst wegen ihrer herausragenden literarischen Leistungen ...

Die Autorin hat sich mit dem Leben von Dame Edith Louisa Sitwell (1887-1964) befasst. Edith wurde in eine adlige Familie hineingeboren, aber bekam 1954 selbst wegen ihrer herausragenden literarischen Leistungen den Titel Dame Commander verliehen, wurde sozusagen ein weiblicher Ritter.
Ihr Elternhaus war schwierig, um es kurzzufassen. Umso beständiger hielten Edith und ihre zwei jüngeren Brüder zusammen. Sie hatten alle eine künstlerische Ader, aber besonders Edith wurde sehr, sehr exzentrisch.
Eine sehr skurrile Teezeremonie öffnet diese an wahre Begebenheiten angelehnte Biografie eines fiktiven Hausmädchens. Was die beiden Fräuleins sich aus der Teekanne anmutig in ihre Teetässchen giessen, ist nichts anderes als reinster Brandy. Mich hat diese Scharade neugierig auf das ganze Buch gemacht, aber leider ist das für mich auch das einzige Highlight geblieben. Sehr nahe an den Fakten, erlebt der Leser durch die Augen des Hausmädchens Jane Banister die Lebensgeschichte der berühmten Schriftstellerin, die auch durch ihren extrovertierten Kleidungsstil auffiel. Berühmte Persönlichkeiten tauchen in der Erzählung auf und verschwinden wieder. Genau genommen ist es eine unverbindliche Aneinanderreihung von Begebenheiten, die einem nicht im Gedächtnis haften bleiben. Eigentlich seltsam, denn Dame Edith scheint eine sehr leidenschaftliche, energische und emanzipierte Frau gewesen zu sein, was einen als Leser aber irgendwie nicht richtig erreicht. Schade, ich hatte mir viel mehr Unterhaltung versprochen, aber auf der anderen Seite ist diese Biografie, von Jane Banister mal abgesehen, sehr authentisch.