Cover-Bild Das Leben des Vernon Subutex 2

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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 15.02.2018
  • ISBN: 9783462050981
Virginie Despentes

Das Leben des Vernon Subutex 2

Roman
Claudia Steinitz (Übersetzer)

'Der Gesellschaftsroman unserer Zeit' Volker Weidermann im Literarischen Quartett.
Die Geschichte um Vernon Subutex, ehemaliger Plattenladenbesitzer und nun obdachlos in Paris, geht in die nächste Runde: Seine ehemaligen Freunde, Bandkollegen, Exfreundinnen finden sich zusammen, um Vernon aus seiner prekären Lage herauszuhelfen. Und ein Geheimnis wird gelüftet – mit ungeahnten Folgen. Auch im zweiten Band ihrer Romantrilogie entwirft Virginie Despentes wieder ein gestochen scharfes und eindringliches Bild der französischen Gesellschaft.
Der zweite Teil der Romantrilogie setzt genau dort ein, wo der erste aufgehört hat. Vernon Subutex ist obdachlos und lebt auf einer Parkbank in den Buttes Chaumont. Während andere Obdachlose, die er dort kennenlernt, ihm helfen, sich in seinem neuen Leben zurechtzufinden, machen sich seine Freunde Sorgen um ihn. Sie halten Kontakt über Facebook und haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um nach Vernon zu suchen. Hier finden die unterschiedlichsten Leute zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie alle hatten irgendwann mal etwas mit Vernon Subutex zu tun. Das Café Rosa Bonheur am Park wird zu ihrer Anlaufstelle und einer Art Hauptquartier. Als dann auch noch die lange verschwundenen Videobänder des verstorbenen Popstars Alex Bleach wieder auftauchen, wird es höchste Zeit, Vernon zu finden.
Virginie Despentes gelingt es auch im zweiten Teil ihrer Subutex-Reihe, ihre Vielzahl an Themen – von Popkultur über Prostitution bis zu Drogen-Sucht -, Figuren und Handlungssträngen so souverän und virtuos zu handhaben, dass ein brillantes Panorama quer durch alle Schichten der französischen Gesellschaft entsteht.'Eine unermessliche Autorin' Le Grand Journal
Über 'Vernon Subutex 1':'Eine Frau, die schreibt wie ein aufgeklapptes Rasiermesser' Thea Dorn, Das Literarische Quartett'Ein fulminanter Gesellschaftsroman' Ijoma Mangold, Die ZEIT'Despentes hat mit ihrer ›Vernon Subutex‹-Trilogie (…) ein ähnlich beeindruckendes Gesellschaftstableau entworfen wie Balzac in seinen Romanen.' Süddeutsche Zeitung'Ein packendes Buch am Puls der Zeit' Deutschlandfunk Kultur

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2018

Ein Mittelteil ohne Längen

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Ich war letztes Jahr schon von ersten Teil der Vernon Subutex-Reihe total überzeugt und musst den zweiten Teil daher unbedingt lesen, auch wenn "Mittelteile" bekanntermaßen immer ein wenig hinterher hinken. ...

Ich war letztes Jahr schon von ersten Teil der Vernon Subutex-Reihe total überzeugt und musst den zweiten Teil daher unbedingt lesen, auch wenn "Mittelteile" bekanntermaßen immer ein wenig hinterher hinken. Bei dieser Triologie kann ich dieses Klischee zum Glück gar nicht bestätigen, sogar ganz im Gegenteil. <br /><br /><br />Der Stil der Geschichte und nicht zuletzt auch der Autorin ist gewohnt derb, offen, ehrlich und schonungslos. Genau so etwas braucht dieses Buch aber, weil es sich mit Sex, Drugs, Rock, Politik, Weltgeschehen und eigentlich allen relevanten Themen beschäftigt, die sich nicht jeder (in Literatur) so direkt aufzugreifen traut. Das alles noch dazu aber derart ohne jegliche Wertung, dass dem Leser der Freiraum gelassen wird, sich selbsr Gedanken zu machen und eine Meinung zu bilden. <br /><br />Was mit an diesem zweiten Teil noch besonders aufgefallen ist, war, dass ich mir viel leichter mit den handelnden Personen getan habe. Der Überblick über diese doch große Gruppe von Menschen hat mir in diesem Buch keine Schwierigkeiten bereitet. Auch dass die Geschichte von Kapitel zu Kapitel aufbaut und die Rückblenden weniger werden, hat für mich den Lesefluss ohne langes Grübeln vereinfacht. Auch die kurze Auflistung der Personen am Anfang des Romans hat es mich erleichtert, da bei mir das Lesen des Vorgängers doch schon einige Monate zurückliegt!<br /><br />Weiters finde ich, dass die Story in diesem Abschnitt nochmals extrem an Spannung aufgebaut hat, wobei diesmal kein derart "böses Openend" vorhanden war, wie im letzten Teil!<br /><br />Wichtig ist aus meiner Sicht aber die Erwähnung, dass ich bei dieser Triologie dringend davon abraten würde, einfach irgendeinen Teil zu lesen. Ich finde es fürs Verständnis der Erzählung ganz wichtig beim ersten Teil zu beginnen, weil die Handlungen und Personen derart komplex sind und einfach aufeinander aufbauen! Und da man nach dem ersten von drei Teilen sowieso weiß, ob man diese Art von Buch mag, rate ich wirklich an, am Anfang zu beginnen! <br /><br />Von mir gibt es jedenfalls 5 Sterne und ich freue mich jetzt schon, wenn im September 2018 das große Finale in den Buchläden wartet!

Veröffentlicht am 01.06.2018

Charaktere werden noch ausführlicher beschrieben und ein Geheimnis aufgedeckt

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„Das Leben des Vernon Subutex 2“ setzt die Geschichte des ersten Bands der dreiteiligen Serie von Virginie Despentes ohne weitere zeitliche Unterbrechung fort. Am Anfang des Romans werden alle wichtigen ...

„Das Leben des Vernon Subutex 2“ setzt die Geschichte des ersten Bands der dreiteiligen Serie von Virginie Despentes ohne weitere zeitliche Unterbrechung fort. Am Anfang des Romans werden alle wichtigen Figuren mit einer kurzen Beschreibung, welche Rolle sie im vorigen Geschehen gespielt haben, vorgestellt. Der fortsetzende Band ist zwar selbständig lesbar, aber der Gesamtzusammenhang erschließt sich dem Leser besser durch Kenntnisse des ersten Teils.<br /><br />Vernon ist weiterhin obdachlos. Er hat sich einen wettergeschützten Unterschlupf im Hinterhof eines verlassenen Hauses am Rand eines Gemeinschaftsgartens gesucht. Ihm ist kalt, er hat gerade erst eine starke Erkältung überstanden und immer wieder träumt sein Verstand sich weg, ohne dass Vernon darüber Kontrolle hat. Durch seine unaufdringliche Art bekommt er Kontakt zu weiteren Obdachlosen, die ihm von ihrem Essen Teile abgeben. Unterdessen vermissen und suchen seine Freunde und Bekannten ihn, bei denen er nach Aufgabe seiner Wohnung Zuflucht gesucht hatte. Über die sozialen Medien halten sie Kontakt zueinander und sie verabreden sich in der am Park gelegenen Bar Rosa Bonheur. Nach einiger Konfusion erhalten sie endlich Kenntnis über den Inhalt der Kassetten des verstorbenen Rockstar Alex Bleach, die dieser bei Vernon zurückgelassen hat. Die Aussagen von Bleach ermöglichen allen den unverstellten Blick auf dessen Leben und bringen für einige eine unerwartete Wahrheit ans Licht.<br /><br />Auch diesmal bildet Vernon die Klammer um die geschilderten Handlungen. Während im ersten Teil jedoch immer mehr Figuren hinzukamen und die Erzählung auf diese Weise sich auffächerte, greift Virginie Despentes diesmal die einzelnen Charaktere auf und beleuchtet deren Hintergrund zunehmend tiefer. Sie ließ mich aus der Sicht eines allwissenden Erzählers die Beweggründe der Charaktere für ihr Handeln erfahren Die Autorin bedient sich dabei einer Sprache, die kein Blatt vor den Mund nimmt wenn es darum geht, in die menschlichen Abgründe zu schauen. Den Glanz und Glamour der Film- und Musikbranche stellt sie sarkastisch und frech dar. Noch etwas weiter gedacht gipfelt es in der aktuellen MeToo-Debatte. Virginie Despentes beschreibt unter anderem den erfolgreichen Produzenten, der seine durch Anerkennung seiner Leistung gewonnene Macht ausspielt und das Pornosternchen, das seinen Beruf liebt und doch so behandelt wird wie die, die den Job nur für Geld und Drogen ausüben. Viele werden erst durch die Umstände zu dem gemacht, was sie heute sind. Klar stellt die Autorin heraus, dass Übermut dabei nicht gut tut. Alles fügt sich zusammen zu einem Bild der Gesellschaft von Paris, in denen man als Leser aber durchaus Ähnlichkeiten auch zu deutschen Städten findet.<br /><br />Zumindest äußerlich lässt Vernon sich zu einem gewissen Rahmen der Pflege überreden und erhält von seinen Freunden eine kleine Aufgabe gestellt, die ihm Freude macht. Das Ende lässt hoffen, dass er es schafft, sich vom Obdachlosendasein zu verabschieden. Sollte man gelesen haben!