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Veröffentlicht am 06.07.2025

Winkelmann in Bestform

Ihr werdet sie nicht finden
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Vor sieben Jahren verschwindet die damals 16jährige Isabell nach einer Party. Eine großangelegte Suche bleibt erfolglos. Ihr Vater Jonas, selbst ein Polizist, zieht den in seinen Augen Haupttatverdächtigen ...

Vor sieben Jahren verschwindet die damals 16jährige Isabell nach einer Party. Eine großangelegte Suche bleibt erfolglos. Ihr Vater Jonas, selbst ein Polizist, zieht den in seinen Augen Haupttatverdächtigen zur Rechenschaft und landet dafür im Gefängnis. Sechs Jahre später wird er wieder entlassen, doch sein Leben ist nicht mehr dasselbe wie zuvor.
Franca ist Privatdetektivin und erhält den Auftrag einer Bankierswitwe ihre Enkelin Silvi zu finden, die seit einem halben Jahr verschwunden ist. Eine Spur führt sie zu dem damaligen Vermisstenfall und zu Jonas. Franca erkennt eine Verbindung zwischen den beiden jungen Frauen und schon bald ermitteln Jonas und Franca gemeinsam, denn Silvi scheint zu wissen was in jener Nacht vor sieben Jahren geschah...
Schon der Einstieg in das Buch ist perfekt. Man ist sofort mitten im Geschehen und der Autor schafft es durch seinen temporeichen und spannenden Schreibstil den Leser an das Buch zu fesseln. Anfänglich springt die Geschichte zwischen den Ereignissen von vor sieben Jahren und dem „Heute“ hin und her. Aber so lernt man die beiden Protagonisten Franca und Jonas besser kennen und erfährt etwas über ihre Beweggründe. Franca ist von Beginn an eine sympathische und sehr clevere Frau, während es seine Zeit braucht, um mit Jonas einigermaßen warm zu werden. Doch letztendlich sind es die Schicksalsschläge, die ihn geprägt haben und mit Franca an seiner Seite entwickelt er sich nur zum Positiven.
Es geht in dem Buch wirklich Schlag auf Schlag. Ständig passiert etwas und es gibt jede Menge überraschende Wendungen. Zudem sind die Kapitel angenehm kurz und viele davon enden mit einem Cliffhanger. Man will also ständig weiterlesen, gerade weil es so spannend ist. Auch mit dem Ende konnte der Autor mal wieder bei mir punkten. Der Ausgang ist überraschend und absolut nicht vorhersehbar.
Insgesamt ein sehr gelungenes und spannendes Werk. Andreas Winkelmann läuft hier zur Höchstform auf. Ich freue mich schon auf seinen nächsten Thriller.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Ein richtig guter Thriller!

Aschesommer
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„Aschesommer“ ist bereits der zweite Fall für die Sondereinheit Gruppe 4 rund um Mila Weiss und Jakob Krogh. Da mir schon der erste Fall „Krähentage“ unheimlich gut gefallen hat, war ich sehr gespannt ...

„Aschesommer“ ist bereits der zweite Fall für die Sondereinheit Gruppe 4 rund um Mila Weiss und Jakob Krogh. Da mir schon der erste Fall „Krähentage“ unheimlich gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf den Nachfolger. Das Ergebnis: der zweite Teil ist sogar noch besser als der erste. Ein richtig guter und spannender Thriller!

Alles beginnt mit einer Todesanzeige in einer Zeitung, die die Ermittler zu zwei Leichen führt. Beide Opfer hängen tiefgefroren in einer Kammer eines alten Bauernhofs. Dazu findet sich eine mit Asche geschriebene Botschaft: Das Sterben hat begonnen.
Weitere Opfer folgen mit immer der gleichen Botschaft. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt für Mila und Jakob. Deren Hauptverdächtiger sitzt unter ständiger Bewachung in einer psychiatrischen Einrichtung. Wer also begeht die Morde?

Der Einstieg in das Buch ist rasant und es geht gleich mit dem ersten bizarren Mord los. Danach entwickelt sich das Buch zu einem richtigen Pageturner. Es geht nicht nur spannend, sondern auch temporeich weiter. Wer übrigens den ersten Band nicht kennt und noch lesen möchte, sollte sich an die chronologische Reihenfolge halten, da der zweite Teil einige Geheimnisse des ersten Bandes preisgibt. Ansonsten wird ausreichend Informationen geliefert, sodass man sich problemlos zurechtfindet.
Besonders gut gefallen haben mir die Figuren. Noch immer haben Jakob und Mila mit ihren Dämonen zu kämpfen. Aber das macht sie für den Leser nur sympathischer. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden funktioniert nun auch schon wesentlich besser als noch im ersten Band, denn die beiden Ermittler wissen mittlerweile, wie der andere tickt und kennen das eine oder andere Geheimnis des anderen. Aber auch die übrigen Teammitglieder der Gruppe vier konnten mich wieder aufs Neue begeistern. Es sind spannende, aber auch unterschiedliche Charaktere, zwischen denen sich immer ein paar witzige Wortgefechte entwickeln.
Das Cover ist auch dieses Mal sehr gelungen. Wenn es irgendwie möglich sein sollte, dass Sonnenblumen „böse gucken“, dann ist dieser Moment perfekt eingefangen. Eine verwelkende Sonnenblume ist jedenfalls hier der absolute eye-catcher und hat zudem einen starken Bezug zum Inhalt.
Insgesamt ein genialer und sehr spannender Thriller. Ich hoffe auf weitere Folgebände mit der Gruppe 4.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Top Reihe - superspannend weitererzählt

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Mit seinem dritten Band der Art-Mayer- und Nele Tschaikowski-Reihe hat Marc Raabe wieder einen sehr spannenden Thriller abgeliefert, der den beiden Vorgängern in nichts nachsteht.
Im Mittelpunkt der Handlung ...

Mit seinem dritten Band der Art-Mayer- und Nele Tschaikowski-Reihe hat Marc Raabe wieder einen sehr spannenden Thriller abgeliefert, der den beiden Vorgängern in nichts nachsteht.
Im Mittelpunkt der Handlung steht in diesem Band Dana Karasch. Dana ist ja schon seit dem ersten Band der Reihe verschwunden und Art auf der Suche nach ihr. Als Art einen hochrangigen Politiker um Hilfe bei der Suche bittet, bekommt er einen Standort geschickt. Dieser führt ihn in eine Wohnwagensiedlung im Wald, wo die Leiche eines Richters gefunden wird. Welches Ausmaß der Fall annimmt, können Art und Nele zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Danas Verschwinden ist nun schon eineinhalb Jahre her. Zurückgelassen hat Dana ihre mittlerweile 8jährige Tochter Milla, die gemeinsam mit ihrer dementen Großmutter in der Etage unter Art lebt. Art kümmert sich liebevoll um Milla. Hier zeigt sich schon der weiche Kern hinter der rauen Schale Arts. Nele ist inzwischen Mutter geworden und befindet sich in Elternzeit. Doch im Herzen wünscht sie sich nichts mehr als wieder an den Ermittlungen teilzuhaben, was sie dann auch tut.
Erzählt wird die Handlung auf zwei Zeitebenen. Im Jetzt versuchen Art und Nele das Verschwinden von Dana und andere Ungereimtheiten zu klären. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit als Dana gerade 18 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt verschwand ihr jüngerer Bruder Rocco. Diese Rückblicke werden aus der Perspektive Danas erzählt. So erfährt man Stück für Stück, was damals in jener Nacht wirklich geschah. Dies geschieht auf eine total spannende Weise, die Zeitenwechsel unterstreichen die Spannung zusätzlich.
Der Erzählstil von Marc Raabe ist einfach unvergleichlich, er erzählt spannend und flüssig und legt dabei ein hohes Tempo vor. Gleichzeitig ist die Handlung so lebendig, wenn sich z.B. mal wieder Arts Diabetesalarm im ungünstigsten Zeitpunkt meldet oder Nele mit Baby vorm Bauch eine Verfolgungsjagd aufnimmt.
Für mich war „Die Nacht“ das bisherige Highlight des Jahres. Überhaupt ist die Art-Mayer-Reihe, die beste Reihe, die Marc Raabe bisher geschrieben hat. Im nächsten Frühjahr wird es mit „Im Morgengrauen“ eine weitere Fortsetzung davon geben. Ich freue mich schon sehr darauf.

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Spannung pur

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
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Mit „DAS GEHEIMNIS DER TOTEN MÄDCHEN“ legt Catherine Shepherd bereits den 15. Thriller der Zons-Reihe vor. Man muss die Vorgängerbände nicht unbedingt gelesen haben, das Buch ist genauso auch für Quereinsteiger ...

Mit „DAS GEHEIMNIS DER TOTEN MÄDCHEN“ legt Catherine Shepherd bereits den 15. Thriller der Zons-Reihe vor. Man muss die Vorgängerbände nicht unbedingt gelesen haben, das Buch ist genauso auch für Quereinsteiger geeignet. Wer jedoch die Entwicklung der wichtigsten Charaktere mitverfolgen möchte, sollte die Reihe von vorne beginnen, ansonsten sind die Geschichten inhaltlich in sich geschlossen.
Typisch für die Zons-Reihe sind die zwei Zeitebenen, eine in der Gegenwart und eine 500 Jahre zuvor. Dabei gibt es in den Handlungen immer die eine oder andere Parallele bzw. Verbindung zu entdecken. In der Gegenwart wird im Stadtarchiv eine tote Frau aufgefunden. Was zunächst nach einem Unfall aussieht entpuppt sich als Mord. Und es bleibt nicht bei dem einen Opfer. Kriminalhauptkommissar Oliver Bergmann hat alle Hände voll zu tun. Auch 500 Jahre zuvor sterben junge Frauen. Doch ihre Leichen werden geraubt und tauchen verstümmelt wieder auf. Stadtsoldat Bastian Mühlenberg jagt einen perfiden Mörder.
Gleich von Beginn an startet das Buch voll durch. Es geht sehr spannend los und man ist sofort mitten im Geschehen. Erzählt werden die beiden Handlungen im ständigen Wechsel, was die ohnehin hohe Spannung zusätzlich befeuert. Der Erzählstil ist wie immer rasant und flüssig und machen das Buch zu einem richtigen Pageturner. Wie gewohnt, rätselt man die ganze Zeit wer der Täter in der jeweilige Zeitebene sein könnte. Aber auch hier bleibt es bis zum Ende spannend und die Autorin verblüfft mich jedes Mal mit der Auflösung.
Insgesamt ein sehr spannender und unterhaltsamer Thriller, den ich nur weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Kein Krimi im eigentlichen Sinn, aber sehr spannend

Der Gott des Waldes
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Den Sommer 1975 verbringt die 13jährige Barbara das erste Mal in einem Feriencamp in den Adirondack Mountains. Es ist nicht irgendein Camp, sondern gehört ihrer reichen Familie, den Van Laars. Eines Morgens ...

Den Sommer 1975 verbringt die 13jährige Barbara das erste Mal in einem Feriencamp in den Adirondack Mountains. Es ist nicht irgendein Camp, sondern gehört ihrer reichen Familie, den Van Laars. Eines Morgens ist Barbara plötzlich verschwunden. Eine groß angelegte Suche führt zu nichts. Genau 14 Jahre zuvor ist Barbaras Bruder Bear ebenfalls in den Wäldern verschwunden und gilt seitdem als vermisst. Ein Zufall? Oder hängen die beiden Fälle zusammen?

Mit „Der Gott des Waldes“ hat die Autorin Liz Moore einen sehr spannenden Roman geschrieben. Zwar hatte ich anfänglich meine Probleme in das Buch hineinzufinden. Die vielen Figuren waren zu Beginn etwas verwirrend, doch je vertrauter man mit der Handlung wurde, desto mehr Lesefreude kam auf. Erzählt wird die Handlung auf verschiedenen Zeitebenen, hauptsächlich spielt die Geschichte in den Jahren 1961 und 1975, die Jahre, in denen jeweils die Geschwisterkinder verschwanden. Aber es gibt auch Rückblicke in das Jahr 1950 als sich die Eltern Alice und Peter Van Laar kennenlernten. Es gibt jede Menge Perspektiven, die häufig wechseln. Entsprechend kurz sind auch die Kapitel, was ich als sehr angenehm empfand. Total spannend war aber die Entwicklung der einzelnen Figuren über die Jahre hinweg.
Obwohl das Buch einen Kriminalfall als zentrales Thema hat, würde ich es nicht als Kriminalroman bezeichnen. Vielmehr ist es ein Spannungsroman, der ein Bild der damaligen Gesellschaft zeichnet. Die Autorin übt auch auf latente Weise jede Menge Sozialkritik. 1975 hatten es Frauen noch nicht so leicht wie heute, doch es gibt in dem Buch einige starke Frauen, die Liz Moore hervorragend herausgearbeitet hat. Allen voran Judy Lutpack, eine junge Polizistin, die sich bei der Polizei in einer Männerdomäne behaupten muss.
Obwohl das Buch mit seinen fast 600 Seiten sehr umfangreich ist, möchte man keine einzige Seite davon missen. Ein sehr gelungener Roman, der es in Sachen Spannung jederzeit mit einem Krimi aufnehmen kann.

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