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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2025

Sensationelles Debüt und gewohnte Stärke beim Ehemann

Ursula und das V-Team
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Ich bin riesiger Fan der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnell.
Jetzt ist auch seine Frau in die Welt des "abgefahrenen Bücher schreiben" eingetaucht und gemeinsam haben sie mit "Ursula und das V-Team" ...

Ich bin riesiger Fan der Stranger Times Reihe von C.K. McDonnell.
Jetzt ist auch seine Frau in die Welt des "abgefahrenen Bücher schreiben" eingetaucht und gemeinsam haben sie mit "Ursula und das V-Team" einen gar köstlichen, absurden, schrägen gemeinsamen Erstling abgeliefert.

Anfangs habe ich ein wenig gefremdelt mit dem Buch, ich war wohl noch zu sehr in Gedanken bei den Stranger Times. Doch nach etwas eingrooven in die die Stadt Köln (alleine das, warum lassen die Briten ihre Handlung in Köln spielen?) und die Geister-Hunnen, die sie heimsuchen, war ich angekommen im Buch. Aber sowas von!

Ich fand die Story viel einfacher zu lesen als die Stranger Times, für mich war es deutlich übersichtlicher und nicht ganz so komplex. Die Bücher haben überhaupt nichts miteinander zu tun, keine Bange, man braucht keine Vorkenntnisse.

Dazu ist es ein Frauen-Power-Buch - Ursula und ihre elf Freundinnen sind alles starke Charaktere, die zeigen, was frau so kann.

Natürlich gibt es wieder jede Menge schräger Figuren, sei es ein an der Wand hängender Elchkopf, der ein Hotel managen muss oder Adam, ein spontan für den Hunnenkampf Rekrutierter, der nicht ganz in die Mädels-Riege passt, aber einer meiner Lieblingscharaktere wurde.

Es geht schon auch ganz schön zur Sache, denn Ursula & friends kämpfen nicht nur gegen eine Geisterarmee von Hunnen, nein, im Laufe des Buches wird es noch deutlich übler. Manchmal auch ein wenig eklig.
Aber vor allem: so witzig, so schräg, so gut!
Hoffentlich gibt es Folgebände, ich wäre auf jeden Fall wieder dabei.

Ach ja, unbedingt auch die Danksagung am Ende lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 07.06.2025

Ergreifend

Himmlischer Frieden
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Das Buch ist ein ganz schöner Wälzer, weswegen ich etwas gezögert habe, ob ich es lesen soll. 558 Seiten ist schon ein Wort. Dazu hatte ich die Befürchtung, dass der Sprachstil einer aus China stammenden ...

Das Buch ist ein ganz schöner Wälzer, weswegen ich etwas gezögert habe, ob ich es lesen soll. 558 Seiten ist schon ein Wort. Dazu hatte ich die Befürchtung, dass der Sprachstil einer aus China stammenden Autorin vielleicht zu schwierig für mich zum Lesen ist. Alles Quatsch!

Das Buch ist fiktional, die Autorin erklärt im Nachwort ein klein wenig zur Entstehungsgeschichte. Allerdings war die Autorin selbst Teil der Studentenbewegung damals, am Platz des sog. Himmlischen Friedens. Wenn auch nicht in der Anführendenrolle, sie hat aber Freunde verloren.

Jetzt aber zum Buch selbst.
Es geht um Lai, die in den Nachwehen des Maoismus aufwächst. Ihre Eltern waren direkte Betroffene, ihr Vater auch inhaftiert. Das prägt das Familienleben, eine enge Bindung kann Lai nicht erleben.
Dann gibt es die Großmutter, durch sie erfährt Lai die bedingungslose Liebe, sie prägt ihre Kindheit.
Als Studentin dann schließt sich Lai den Protesten an.

Es ist eine Mischung aus historisch-politischem Roman und dem Erwachsenwerden von Lai, die Mischung hat mir gut gefallen.
Manchmal hat es Längen, nichtsdestotrotz lassen sich die knapp 600 Seiten zügig lesen und haben mir Einblicke in das China der Protestbewegung erlaubt.
Sehr lesenswert!

Veröffentlicht am 21.05.2025

Unheimlich spannend

Seven Ways to Tell a Lie
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Ein Video geht viral in der Stadt Wayne in den USA: ein Schulbus stürzt in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Niemand überlebt.

Jonah ist fassungslos, denn er sitzt lt. Video in dem Bus. Nur ist dem ...

Ein Video geht viral in der Stadt Wayne in den USA: ein Schulbus stürzt in eine Schlucht und geht in Flammen auf. Niemand überlebt.

Jonah ist fassungslos, denn er sitzt lt. Video in dem Bus. Nur ist dem nicht so, es handelt sich um Deepfake. Und bald wird klar, dass es nicht bei dem einen Video bleibt. Immer mehr von Jonas Highschool-Freunden werden Opfer davon, denn in den Videos werden schlimme Geheimnisse publik.

Ich habe - als Erwachsene - das Buch durchgesuchtet, es ist so dermaßen spannend gewesen, dass ich es kaum weglegen konnte.
Eigentlich ist es ja ein Jugendthriller. Die Themenwahl mit Deepfake und Co passt perfekt, allerdings ist das Buch in meinem Augen sehr brutal. Deshalb würde ich die Altersempfehlung von 13 Jahren so nicht bestätigen, es sind Szenen mit Gewalt und gegen Ende hin wird es schon sehr heftig, das vermutet man anfangs nicht.

Die Fünfzehnjährige im Haus fand es hingegen zwar auch heftig, aber „schon noch ok“, deshalb wäre meine Empfehlung erst ab 15 Jahre.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Berlin-Vibes abseits der Insta-Spots

Achtzehnter Stock
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Das Buch beweist, dass man gar nicht immer viele Seiten braucht, um eindringlich zu erzählen.
Mit gerade mal 210 Seiten hat mich Sara Gmuer hier mitgenommen in das Leben im Plattenbau in einer eindeutig ...

Das Buch beweist, dass man gar nicht immer viele Seiten braucht, um eindringlich zu erzählen.
Mit gerade mal 210 Seiten hat mich Sara Gmuer hier mitgenommen in das Leben im Plattenbau in einer eindeutig nicht gentrifizierten Ecke in Berlin. Sie hat mich nicht nur mitgenommen, es hat mich auch mitgenommen über Wandas Leben zu lesen.
Wanda ist 25 und lebt mit ihrer fünfjährigen Tochter Karlie im achtzehnten Stock in der Platte.

Sie will da um jeden Preis weg, weigert sich, Hilfe vom Amt anzunehmen, was allgemeines Unverständnis in ihrem Umfeld auslöst, das sich damit abgefunden hat, von Hartz 4 zu leben.
Ihre Freundinnen, Ming, Esther und Aylins Mutter kümmern sich, wobei es schon bezeichnend ist, dass Aylins Mutter namenlos bleibt und nur als "Mutter von" eine Existenz hat, obwohl sie Wanda ständig zur Seite steht.

Ein Buch über die Hoffnung auf ein besseres Leben und den Realitätscheck, schnörkellos geschrieben, ergreifend und voll von Mutterliebe.
Berlin-Vibes fernab der geschleckten Insta-Viertel - absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 16.05.2025

Rundum überzeugend

Die Ernährungs-Docs – Unsere 100 besten Anti-Bauchfett-Rezepte
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Meine Hosen wurden immer enger und irgendwann kam der Tag, an dem es so nicht mehr weiterging. Punktgenau bin ich dann auf das Buch hier gestoßen und es hat mir tatsächlich noch mehr Motivation für Veränderungen ...

Meine Hosen wurden immer enger und irgendwann kam der Tag, an dem es so nicht mehr weiterging. Punktgenau bin ich dann auf das Buch hier gestoßen und es hat mir tatsächlich noch mehr Motivation für Veränderungen gegeben!

Anfangs gibt es etwas Input, warum insbesondere das sogenannte viszerale Fett so gefährlich ist. Das war mir in der Fülle (harhar - Wortwitz!) so nicht klar und hat mir tatsächlich die Augen geöffnet und mich ehrlich gesagt auch ein wenig geschockt. Aber das war der nötige Kick, Veränderungen anzugehen.

Dann folgen wertvolle Tipps, wie man dem Bauchfett an den Kragen geht. Es gibt keine schnelle Wunderwaffe, so viel nehme ich schon vorneweg und auch wenn Ernährung natürlich der Hauptfaktor ist, ist es damit nicht getan.

Dann kommt der große Rezeptteil, gegliedert nach Frühstück, Hauptgerichte, Kleine Gerichte und sogar Süßes.

Und da bin ich wirklich begeistert. Die Auswahl ist riesig und auch Vegetarier*innen werden hier fündig. VIel Veggie, viele Fisch, aber auch Fleischgerichte. Für reine "Vollfleisch-Esser" auf den ersten Blick vielleicht etwas mager in der Auswahl, aber Tofu lässt sich ja auch durch Hühnchen ersetzten, wenn man sich gar nicht auf die Anregungen der Rezepte einlassen möchte.
Für mich ist es perfekt. Wir essen wenig Fleisch, aber ab und an schon und ich habe hier unzählige Rezepte gefunden, die mich ansprechen.

Den Frühstücksblock finde ich zwar nicht sehr alltagstauglich, weil es schon etwas aufwändiger in der Zubereitung ist. Für Wochenende sind aber schöne Anregungen dabei und unter der Woche kann man sich aus den Rezepten auch ganz schnelle Varianten ableiten.
Was ich hier spannend fand, war die Vielzahl an unterschiedlichen "Flocken", durch die man sich mal durchprobieren kann. Total abwechslungsreich, Hirse, Quinoa, Buchweizen, Erdmandelflocken, aber auch Müsli mit Zucchini (das ist eines der wenigen Rezepte, an die ich mich nicht rantraue, da sagt mein Kopf "igitt").

Richtig gepunktet haben bei mir die Hauptgerichte. Es sind alles richtige Mahlzeiten in ordentlicher Portionsgröße, manchmal habe ich die Portion gar nicht geschafft, so viel war es (und Vielfraß ist mein zweiter Vorname).
Geschmeckt hat es mir auch sehr gut!
Weil alles so schön bunt schon an Zutaten war, hatte ich auch beim Kochen schon gute Laune.

Alles andere als ein trauriges Diät-Verzicht-Buch, ganz große Kochbuchliebe hier bei mir