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Veröffentlicht am 16.06.2025

Spannender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus den späten 60er-Jahren

Die Kriminalistinnen. Der Tod des Blumenmädchens
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In diesem Buch schickt der Autor Mathias Berg sechs Kriminalistinnen vom Düsseldorfer Polizeipräsidium in ihren ersten Fall, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Ein wenig ...

In diesem Buch schickt der Autor Mathias Berg sechs Kriminalistinnen vom Düsseldorfer Polizeipräsidium in ihren ersten Fall, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Ein wenig im Vordergrund der Geschichte steht dabei Lucia Specht, die hier auch die Rolle der Ich-Erzählerin übernimmt.

Im Jahr 1969 dürfen zum ersten Mal auch Frauen eine Ausbildung zur Kriminalbeamtin absolvieren. Eine der sechs Frauen, die in Düsseldorf diese Chance nutzen wollen, ist die 22-jährige Lucia Specht aus Essen, deren Mutter vor 10 Jahren ermordet wurde und der Mörder bis jetzt nicht gefasst werden konnte. So ist sie auch besonders motiviert, als sie der Mordkommission zugeteilt wird, und lässt sich auch von allen inneren und äußeren Widerständen nicht abschrecken. Als nach einem Brand eine junge Frau tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird und ihre männlichen Kollegen schnell davon ausgehen, dass sie von einem Einbrecher ermordet wurde, glaubt Lucia, das mehr hinter dem Fall steckt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Zum Glück kann sie sich dabei auf die Unterstützung ihrer Freundinnen verlassen. Und das eine oder andere private Problem im Umfeld der Kriminalistinnen muss auch noch gelöst werden.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und fängt dabei den Zeitgeist der späten 60er-Jahre sehr gut ein. Zudem baut er eine große Menge an Nebenaspekten und -strängen in das atmosphärisch dichte Geschehen ein, ohne dass die Geschichte dadurch überfrachtet wirkt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Besonders die Ich-Erzählerin Lucia lässt uns hier tief in ihr ziemlich zerrissenes Innenleben blicken. Beim in sich abgeschlossenen Mordfall an dem Blumenmädchen bietet der Autor am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Die noch offenen Erzählstränge in der Rahmenhandlung werden dann in den nachfolgenden Bänden weitergesponnen.

Wer auf spannende und tiefgründige historische Kriminalromane steht, wird mit diesem Buch bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Packender Thriller mit gut aufeinander abgestimmten Ermittlern

Blutleere Mädchen (Thriller)
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In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlerduoteam Katharina „Kat“ Winkler und Sebastian Fiedler von der Kölner Kriminalpolizei in ihren zweiten Fall, ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlerduoteam Katharina „Kat“ Winkler und Sebastian Fiedler von der Kölner Kriminalpolizei in ihren zweiten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in einer Galerie die grausam zur Schau gestellte Leiche einer jungen Frau gefunden wird, die dem Gemälde „Der Schrei“ nachempfunden wurde, übernehmen Kat und Sebastian die Ermittlungen. Zunächst konzentrieren sich die Ermittlungen auf das private Umfeld des Opfers und die Kunstszene von Köln, in der auch Kats Vater kräftig mitmischt. Doch dann wird eine zweite Leiche aufgefunden, die als Kopie der Mona Lisa hergerichtet wurde und den Ermittlern wird klar, dass sie es mit einem perfiden Serienmörder zu tun haben, der weiter morden wird, wenn Kat und Sebastian ihn nicht aufhalten.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Hauptermittler erzählt, immer wieder eingestreute Passagen aus der Sicht des Täters sorgen für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über dessen Identität zu verraten. Darüber hinaus nimmt diesmal die Forensikerin Lilly Richter eine wichtige Rolle ein und empfiehlt sich durchaus für weitere Auftritte.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier wieder einmal bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die nachfolgenden Bände liegt noch einmal ein ordentliches Stückchen höher.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Gelungene Mischung aus Polit-Thriller und Science-Fiction-Roman

Die Schatten der Solaren Union
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Mit diesem Buch legt der Autor Eryx Vail den ersten Band einer Dilogie vor, die eine gelungene Mischung aus einem spannenden Polit-Thriller und einem Science-Fiction-Roman bietet und mich dabei auf ganzer ...

Mit diesem Buch legt der Autor Eryx Vail den ersten Band einer Dilogie vor, die eine gelungene Mischung aus einem spannenden Polit-Thriller und einem Science-Fiction-Roman bietet und mich dabei auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Die Messlatte für den zweiten Band liegt gleich mächtig hoch.

Nach den Wahlen im Jahr 2256 übernimmt eine ziemlich ungleiche Koalition aus den Conservativaes unter Präsident Julius Marek und den Progrediens unter Vizepräsidentin Selena Veyra die Amtsgeschäfte in der Solaren Union. Vom ersten Tag an bestimmen Intrigen und Machtkämpfe die Zusammenarbeit. Und selbst als eine drohende Naturkatastrophe auf dem Mars und Aufstände auf dem Saturnmond Enceladus eigentlich eine einheitliche Linie erfordern, versuchen beide Seiten, ihren persönlichen Nutzen aus der angespannten Lage zu ziehen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor das atmosphärisch dichte Geschehen voran, überträgt die typischen Rituale und Gepflogenheiten der heutigen Politik auf gelungene Art und Weise in die Zukunft und überspitzt sie dabei immer wieder gekonnt, ohne dabei den Bogen komplett zu überspannen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Echte Sympathieträger sucht man dabei vergebens, beide Lager schenken sich nichts und nutzen jeden noch so kleinen Vorteil gnadenlos für sich aus. Das es dabei zu einigem Kollateralschaden kommt, wird wie selbstverständlich zur Kenntnis genommen und für die eigenen Zwecke eingesetzt. So lautet dann auch die große Frage, welches der beiden Lager bzw. deren Positionen das kleinere Übel ist. Und die Antwort auf diese Frage ist bisweilen gar nicht so einfach und alles andere als eindeutig. Für reichlich Spannung und Stoff zum Nachdenken ist dadurch aber eben auch gesorgt.

Wer Gefallen an einer packenden Mischung aus Politik und Science-Fiction findet, wird hier sehr gut bedient und spannend unterhalten. Auf Band 2 und die Auflösung des fiesen Cliffhangers am Ende des Buches bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Packender Thriller mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittlerteam

Tote Lippen lügen nicht (Thriller)
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In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerinnen-Duo Charlotte „Charlie“ Bekker und Stella Meislow in ihren vierten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern ...

In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein Ermittlerinnen-Duo Charlotte „Charlie“ Bekker und Stella Meislow in ihren vierten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Bei ihrem vierten Fall wird es besonders für Stella ziemlich persönlich. Als sie zum Fundort einer brutal ermordeten Frau kommt, erkennt sie sofort die auffälligen Parallelen zum Mord an ihrer Mutter vor 30 Jahren, der nie aufgeklärt werden konnte. Ist der damalige Mörder wieder aktiv oder ist hier ein Nachahmungstäter am Werk ? Die Ermittlungen werden auch zur großen Belastungsprobe im Verhältnis der beiden Ermittlerinnen.

Mit einem packenden Schreibstil und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Dabei schlägt er ein hohes Tempo an, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Die Geschichte wird im Wesentlichen aus den wechselnden Perspektiven der beiden Ermittlerinnen erzählt, doch auch die weiteren Mitglieder des Teams bekommen diesmal etwas mehr Raum zur Entfaltung, den sie gut für sich nutzen können. Immer wieder eingestreute Passagen aus der Perspektive des Täters sorgen zudem für zusätzliche Spannung, ohne dabei bereits zu viel über dessen Identität zu verraten.

Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten. Auf die weiteren Auftritte des gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Teams bin ich schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Auch Band 4 konnte mich wieder auf ganzer Linie überzeugen und begeistern

Der unbekannte Künstler
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Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den vierten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und ...

Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den vierten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Grundsätzlich sind hier keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden erforderlich, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf vergangene Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Nach den dramatischen Ereignissen in Band 3, die zu einer Neuausrichtung der operativen Profilerstellungseinheit (OPE) geführt haben, leiten Lisa und Jan die Abteilung nun gemeinsam. Zudem sind Tanja und Oliver seitdem feste Mitglieder der Einheit. Als in der Nähe von Jena die grausam zur Schau gestellte Leiche einer jungen Frau gefunden wird, bekommt die OPE ihre erste große Bewährungsprobe. Der Täter sieht in sich offenbar einen Künstler, der seine Opfer zu Kunstwerken macht und die Bilder über das Darknet verbreitet. Die Spuren führen die Ermittler in die Untiefen der illegalen Gore-Szene.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, die er hauptsächlich aus den immer wieder wechselnden Perspektiven seiner Ermittler erzählt. Die Geschichte ist diesmal im Jahr 2002 angesiedelt, so dass den Ermittlern auch weiterhin nicht die technischen Hilfsmittel von heute zur Verfügung stehen. Dieser Umstand lässt beim Lesen ab und an sogar etwas Nostalgie aufkommen. Viel Zeit lässt uns der Autor dafür aber nicht, denn er treibt seine Geschichte konsequent und mit vielen Wendungen auf einen fulminanten Showdown zu, der eine verblüffende Auflösung liefert und dabei keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Tanja und Oliver steigen in diesem Buch endgültig in den Rang von Hauptfiguren auf und bereichern das ohnehin gut aufeinander abgestimmte Team noch einmal deutlich.

Wer auf packende und atmosphärisch dichte Thriller steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten. Die Messlatte für die weiteren Bände liegt noch einmal ein ordentliches Stückchen höher.

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