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Veröffentlicht am 26.07.2025

Philosophisch und total spannend

All Better Now
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Philosophisch und total spannend

Inhalt:
Corona ist kaum überstanden, da steht die nächste Pandemie in den Startlöchern. Auch Crown Royale ist hochansteckend und in vielen Fällen tödlich. Wer überlebt, ...

Philosophisch und total spannend

Inhalt:
Corona ist kaum überstanden, da steht die nächste Pandemie in den Startlöchern. Auch Crown Royale ist hochansteckend und in vielen Fällen tödlich. Wer überlebt, geht allerdings völlig verändert aus der Krankheit hervor. Genesene kennen keine negativen Gefühle mehr, nur Mitleid, Empathie und Glück. Den einen erscheint ein solcher Zustand als erstrebenswert und sie suchen die Ansteckung. Andere wollen mit aller Macht das Virus ausrotten und ihre negativen Gefühle behalten. Der Kampf zwischen den beiden Lagern schaukelt sich immer weiter hoch. Und mittendrin stehen die Jugendlichen Mariel und Rón, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dabei zusammenpassen wie Yin und Yang.

Meine Meinung:
Schon mit vielen Romanen konnte der US-amerikanische Autor Neal Shusterman mich begeistern. Auch „All Better Now“ ist in meinen Augen ein Highlight. Es ist nicht nur total spannend und überraschend, sondern zwingt die Lesenden auch, sich ihre eigenen Gedanken zur beschriebenen Situation zu machen.

Man merkt, dass Neal Shusterman ein alter Hase ist, was das Schreiben angeht. Es wirkt routiniert und flüssig. Die Entwicklung der Protagonisten und der ganzen Handlung ist in sich logisch. Gerade die Figuren sind unheimlich facettenreich und sorgen immer wieder für eine Überraschung.

Die Idee, dass sich die Gefühlswelt der Menschen durch ein Virus verändert, finde ich unglaublich spannend. Und natürlich frage ich mich, ob das tatsächlich uneingeschränkt wünschenswert wäre. Einige Szenen im Buch lassen vermuten, dass das nicht unbedingt das Nonplusultra wäre.

„All Better Now“ ist gut geeignet für junge Leser*innen ab ca. 14 Jahren, kann aber Erwachsene ebenso begeistern.

Die Dilogie:
1. All Better Now
2. All Over Now (soll im Herbst 2027 erscheinen)

★★★★★

Veröffentlicht am 14.07.2025

Einfach genial

Himmelerdenblau
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Einfach genial

Inhalt:
Vor 20 Jahren verschwand die damals 16-jährige Julie Novak spurlos. Ein Entführerbrief auf dem PC von Julies Vater Theo bleibt ohne weitere Folgen.
Nun wird der Fall in einem True ...

Einfach genial

Inhalt:
Vor 20 Jahren verschwand die damals 16-jährige Julie Novak spurlos. Ein Entführerbrief auf dem PC von Julies Vater Theo bleibt ohne weitere Folgen.
Nun wird der Fall in einem True Crime Podcast wieder aufgerollt. Liv Keller nimmt Kontakt zu Theo auf und zusammen machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Diese gestaltet sich nicht nur aufgrund von Theos fortgeschrittener Demenz als schwierig …

Meine Meinung:
Romy Hausmanns neuer Thriller, der drei Jahre lang auf sich warten ließ, wird mit „Romy Hausmanns bester Thriller!“ beworben. Oft empfinde ich solche Aussagen als irreführende Floskeln, aber in diesem Fall trifft es absolut zu. „Liebes Kind“ war klasse, aber „Himmelerdenblau“ ist noch besser. Das Warten hat sich gelohnt!

Von Anfang bis Ende herrscht eine zum Teil hintergründige Spannung, die mich den Atem anhalten ließ. Atmosphärische Beschreibungen lassen einen tief in die Handlung eintauchen und in die Köpfe der Beteiligten blicken. Der Thriller ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, wobei mich die Perspektive des dementen Theo Novak am meisten begeisterte. Es ist einfach perfekt, wie Romy Hausmann sich in diese Figur hineingedacht hat, so authentisch, wie sie fließend zwischen dementen und klaren Momenten wechselt und dabei auch die Leserschaft ein klein wenig fordert, sich in die Dings, in die Wortfindungsprobleme von Theo hineinzudenken, um die Verballhornung mancher Wörter zu entwirren. Auch wenn manches zum Schmunzeln ist, begegnet Hausmann dieser tragischen Figur mit dem höchsten Respekt.

Meisterhaft streut die Autorin echte und falsche Spuren, führt die Lesenden in die Irre, und dabei erweist sich am Ende doch alles als logisch und richtig. Der Thriller eignet sich hervorragend zum Miträtseln, ist wenig vorhersehbar und wartet immer wieder mit einer neuen überraschenden Wendung auf - bis zur allerletzten Seite.

Fazit:
Spannend, durchdacht, empathisch. Absolute Leseempfehlung für alle, die für ein großartiges Lesevergnügen nicht unbedingt Blut brauchen.

★★★★★

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2025

Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie

Der Trailer
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Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie

Inhalt:
Vor 14 Jahren verschwand die damals 21-jährige Lisa Martin spurlos von Camp Donkerbloem, einem Campingplatz in Belgien. Der Fall konnte nicht ...

Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie

Inhalt:
Vor 14 Jahren verschwand die damals 21-jährige Lisa Martin spurlos von Camp Donkerbloem, einem Campingplatz in Belgien. Der Fall konnte nicht gelöst werden. Nun kommt die Suche nach Lisa durch einen True-Crime-Podcast wieder in Gang. Die Kommissarin Frieda Stahnke, aktuell vom Dienst suspendiert, hatte damals zwar mit den Ermittlungen nichts zu tun, kannte Lisa aber persönlich. Als sie einen anonymen Tipp bekommt, setzt sie alles daran, Lisa oder ihren Mörder zu finden.

Meine Meinung:
Linus Geschke ist fast schon ein Garant für spannende Thriller. Ich habe nun schon einiges von ihm gelesen und wurde nie enttäuscht. Auch „Der Trailer“ konnte mich von Anfang an fesseln und über die etwa 400 Seiten gut unterhalten. Es gibt zwar auch ein paar wirklich abartig gewalttätige Szenen, doch sind sie so perfekt eingebaut, dass es einfach stimmig ist und nicht unnötig reißerisch wirkt. Damit kann ich gut leben. Für wirklich zart besaitete Lesende könnte es allerdings zu viel sein.

Die Protagonistin Frieda hat mir gut gefallen. Sie ist clever und durchsetzungsfähig, kommt zuweilen aber auch ins Zweifeln. Ihre Gedanken und Handlungsweisen konnte ich problemlos nachvollziehen. Ihre Mithandelnden sind Wout, Kathinka und Tayfun. Alle drei sind in gewisser Weise schillernde Persönlichkeiten, die ihre Ecken und Kanten haben, nicht gerade der Schwiegermuttertraum, aber bei näherem Hinsehen zeigen sie doch alle auch liebenswürdige Seiten. Prima, dass es hier nicht nur schwarz-weiß zugeht.

Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der größte Teil handelt in der Gegenwart, aber auch Lisas Erlebnisse in der Vergangenheit werden nach und nach enthüllt. Alles fügt sich am Ende zu einem kompletten Bild, wobei Linus Geschke mich mit der letzten Wendung wirklich überraschen konnte. Im Prinzip ist der Fall abgeschlossen, doch die Wege der Protagonist*innen werden sich auch weiter überkreuzen. Ich bin schon gespannt auf die weiteren Ereignisse.

Achtung: Das Nachwort des Autors ist lesenswert, aber bitte wirklich erst nach der Lektüre, da es Spoiler enthält.

Die Reihe:
1. Der Trailer
2. Das Camp (erscheint voraussichtlich im Februar 2026)
3. Die Schlucht (erscheint voraussichtlich im Juli 2026)

★★★★★

Veröffentlicht am 25.06.2025

Nolwenn ist ganz vorne mit dabei

Bretonische Versuchungen
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Nolwenn ist ganz vorne mit dabei

Inhalt:
Gerade will Commissaire Georges Dupin sich in einer Konfrontationstherapie seiner größten Angst stellen und ein kleines Boot betreten, als sein Handy klingelt: ...

Nolwenn ist ganz vorne mit dabei

Inhalt:
Gerade will Commissaire Georges Dupin sich in einer Konfrontationstherapie seiner größten Angst stellen und ein kleines Boot betreten, als sein Handy klingelt: Ein neuer Mordfall will gelöst werden. Die Inhaberin einer Schokoladenfabrik, Adeline Mazago, wurde tot aufgefunden - ertrunken in einem Schokoladenbottich.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 14. Band dieser amüsanten Krimi-Reihe, die auch verfilmt wurde. Man kann das Buch aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen; der Kriminalfall ist abgeschlossen.

Nachdem Dupins Assistentin Nolwenn beim letzten Fall größtenteils außen vor blieb, ist sie nun hautnah bei den Ermittlungen dabei und unterstützt Dupin in vorderster Front. Mir hat diese bunt schillernde Person im letzten Band wirklich gefehlt, mitsamt ihren Eigenmächtigkeiten und ihrem herzlichen Wesen. Daher war ich wirklich froh und begeistert, dass sie diesmal nicht nur im Hintergrund die Strippen zieht, sondern richtig bei den Ermittlungen mitwirken darf - auch wenn das vielleicht nicht sehr realitätsnah ist.

Der Kriminalfall hat mir auch sehr gut gefallen, nicht nur weil es um mein Lieblingsthema „Schokolade“ geht, sondern vor allem, weil der Fall so undurchsichtig ist. Man kann wunderbar miträtseln und spekulieren, aber vorhersehen kann man die Lösung nicht. Dabei gibt es etliche Verdächtige, die allerdings nach und nach aus dem Leben scheiden. Die spannende Frage, ob es noch mehr Tote geben und wen es treffen wird, zieht sich durch den Roman.

Auch die atmosphärischen Beschreibungen von Land und Leuten gefallen mir immer wieder gut und sorgen dafür, dass man trotz brutaler Morde in Urlaubsstimmung kommt und am liebsten sofort in die Bretagne reisen möchte.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten
10. Bretonische Idylle
11. Bretonische Nächte
12. Bretonischer Ruhm
13. Bretonische Sehnsucht
14. Bretonische Versuchungen

★★★★★

Veröffentlicht am 10.06.2025

Spannendes Finale

Scarlett & Browne – Die Legendären
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Spannendes Finale

Inhalt:
Immer noch kämpfen Scarlett und Albert gegen die Glaubenshäuser, die in großen Teilen Englands das Sagen haben und die Menschen unterdrücken. Dank Alberts Gabe und Scarletts ...

Spannendes Finale

Inhalt:
Immer noch kämpfen Scarlett und Albert gegen die Glaubenshäuser, die in großen Teilen Englands das Sagen haben und die Menschen unterdrücken. Dank Alberts Gabe und Scarletts Entschlossenheit gelingt den beiden so mancher Coup. Doch auch persönlich verfolgen die beiden ihre Ziele: Albert möchte mehr über seine Herkunft erfahren, und Scarlett sucht ihren kleinen Bruder Thomas.

Meine Meinung:
Man sollte unbedingt die ersten beiden Bände kennen, denn der dritte baut direkt auf diesen auf.

Dieser finale Band der Trilogie hat mir super gefallen. Abenteuer, Action, Spannung, Gefühl - alles ist dabei und sorgt zusammen mit Jonathan Strouds wunderbar leichtem und teilweise ironischen Schreibstil für ein rundum gelungenes Lesevergnügen.

Scarlett und Albert haben sich mittlerweile zu einem ganz tollen Team entwickelt. Sie können sich blind auf den jeweils anderen verlassen und beide stehen absolut füreinander ein, aber auch für ihre anderen Freunde. Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Figuren im Lauf der drei Bände entwickelt haben. Ich bin begeistert.

Langweilig wird es in diesem Buch nicht. Ständig haben die Protagonist’innen neue Ideen, wie sie ihren Zielen näher kommen können. Dabei geraten sie natürlich immer wieder in große Gefahr. Mehr als ein Mal sind sie dem Tod näher als dem Leben. Man kann ums sie bangen, mit ihnen hoffen und auch einfach ihre kleinen und großen Siege mit ihnen feiern. Für mich war dies der beste Band der Trilogie.

Die Reihe:
1. Die Outlaws
2. Die Berüchtigten
3. Die Legendären

★★★★★