Profilbild von sasa_moon9

sasa_moon9

Lesejury Star
offline

sasa_moon9 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sasa_moon9 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2026

Tragischster Band der Reihe

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
0

Erste Gedanken: Dieses Buch habe ich zwar schon vor ein paar Wochen beendet, aber die Geschichte ist mir immer noch gestochen scharf im Gedächtnis. Die Panem-Reihe begleitet mich seit meiner Jugend und ...

Erste Gedanken: Dieses Buch habe ich zwar schon vor ein paar Wochen beendet, aber die Geschichte ist mir immer noch gestochen scharf im Gedächtnis. Die Panem-Reihe begleitet mich seit meiner Jugend und hat mich damals so richtig zum Lesen gebracht, weswegen sie mir so unglaublich wichtig ist. Doch Haymitchs Geschichte ist so unendlich tragisch, dass ich dringend empfehle Pausen einzulegen oder nach Beenden der Geschichte etwas zum Wohlfühlen zu machen.

Das Cover: Ich bin nicht der größte Fan der Cover der Reihe, auch wenn mir gefällt, wie hier die Brosche, die Lenore Haymitch vor den Spielen schenkt, abgebildet ist. Ebenso mag ich die Farbpalette gerne.

Die Handlung: Es ist das Jahr der 50. Hungerspiele – das 2. Jubeljubiläum. Doppelt so viele Tribute. Ein Riesenspektakel im Kapitol. Als Haymitch als männlicher Tribut ernannt wird, wird er nicht nur seiner Familie entrissen, sondern muss sich auch von seiner großen Liebe Lenore verabschieden. Gemeinsam mit drei weiteren Tributen aus Distrikt 12, von denen eine wie eine kleine Schwester für ihn ist, sind seine Gewinnchancen gegen null. Doch im Hintergrund wird eine Revolution zum Sturz des Kapitols geplant und Haymitch befindet sich bereits mitten drin…

Meine Meinung: Dieses Buch hat sich komplett in meinen Gedanken eingebrannt. Selten hat mich ein Roman derart erschüttert und emotional mitgenommen wie „Sunrise on the Reaping“. Es war so unglaublich traurig, brutal und dennoch wichtig. Suzanne Collins schafft es gekonnt aktuelle politische Themen rund um Propaganda, Machtmissbrauch und soziale Ungerechtigkeit in ein Jugendbuch zu packen. Zudem wird in diesem Buch gezeigt, dass eine Revolution nicht immer über Nacht geschehen muss und diese bereits mehrere Jahre im Voraus in Planung sein und dennoch zwischendurch scheitern kann. Dann schafft es Suzanne Collins auch noch dermaßen mitreißend zu schreiben, sodass ich die Geschichte in wenigen Sitzungen bis in die frühen Morgenstunden beenden musste. Haymitchs Geschichte ist keinesfalls einfach zu lesen und ich verstehe total, wenn Lesende die Geschichte pausieren oder vorzeitig beenden, da sie einfach wirklich hart und deprimierend ist. Zum Glück gibt es den Epilog, der zumindest ein wenig Licht in die Geschichte bringt und wie ein kleines Pflaster auf der riesige Platzwunde wirkt. Nun bin ich wirklich gespannt, wie die dazugehörige Verfilmung aussehen wird – den Trailer fand ich bereits sehr gelungen!

Die Charaktere: Es gab so unendlich viele, aber dennoch blieben sie mir individuell im Gedächtnis. Die Lesenden treffen sowohl auf neue Charaktere, es gibt aber auch ein Wiedersehen mit bereits bekannten Gesichtern. Haymitch als Protagonistin mochte ich wirklich sehr. Er ist willensstark, unglaublich loyal und emphatisch – bevor ihn das Kapitol in die Hände bekam und er alle von sich stieß. Mein Herz brach mehrmals bei all seinen Schicksalsschlägen in der Geschichte. Doch vor allem Maysilee konnte mich begeistern. Anfangs als das unsympathischste Mädchen aus reichem Elternhaus abgestempelt, konnte sie mich mit ihrer Willensstärke und ihrer scharfen Zunge überzeugen. Ich würde sogar so weit gehen, dass sie einer der besten Buchcharaktere der letzten Jahre ist. Doch auch Mags, Wiress, Ampert, Lenore und viele Weitere mochte ich unglaublich gerne. Vor allem auf Effies Szenen habe ich mich unglaublich gefreut. Snow hingegen wurde wie immer gekonnt furchtbar, durchtrieben und absolut grausam dargestellt. Nach diesem Buch kann man ihn einfach nicht mehr verteidigen (und auch schon vorher nicht, aber ich habe das Gefühl, dass viele ihn nach dem der Verfilmung von „The Ballad of Songbirds and Snakes“ doch irgendwie als weniger grausam empfunden haben).

Fazit: Ich könnte noch so viel mehr zu diesem gelungenen Buch schreiben, aber setzte hier einen Punkt. Suzanne Collins hatte definitiv etwas zu sagen und das hat sie mit diesem Buch! Ich vergebe hier 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung. Jedoch möchte ich auch darauf hinweisen, dass das Buch unglaublich traurig und bedrückend ist, weshalb es nicht für alle geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2025

Jahreshighlight!

Girlhood
0

Erste Gedanken: Als ich die Autorinnen für diese Anthologie auf dem Cover las wusste ich, dass ich „Girlhood“ unbedingt lesen muss. Das übergeordnete Thema ist unglaublich wichtig, und wirklich jede einzelne ...

Erste Gedanken: Als ich die Autorinnen für diese Anthologie auf dem Cover las wusste ich, dass ich „Girlhood“ unbedingt lesen muss. Das übergeordnete Thema ist unglaublich wichtig, und wirklich jede einzelne Geschichte ist unglaublich berührend und emotional umgesetzt. Diese Kurzgeschichtensammlung ist perfekt für alle, die „Labour“ von Paris Paloma oder „Everybody Supports Women“ von Sofia Isella kennen und sich (leider) damit identifizieren können.

Das Cover: Das helle Pink und das knallige Rot sind schon eine Ansage. Zudem finde ich die Idee alle Protagonistinnen hinter einem geöffneten Fenster abzubilden sehr ästhetisch ansprechend. Beinahe noch schöner finde ich den zersprungenen Spiegel auf der Rückseite, der in den Scherben ein Auge von jeder Protagonistin abbildet. Ich liebs!

Meine Meinung: Jede, wirklich JEDE Geschichte konnte mich überzeugen. Sie sind nicht immer einfach zu lesen, aber am Ende wird immer Trost gespendet und Mut gemacht. Für mich die beste Anthologie, die ich je gelesen habe! Hier noch meine Meinung zu jeder einzelnen Geschichte:

Amani Padda: Das Hochzeitsduell: Eine sapphic Geschichte – dafür brauchen wir noch immer mehr in der Buchwelt und dann auch noch zwischen zwei BIPoC-Frauen. Für mich die lustigste Geschichte von allen, die jedoch auch Themen adressiert wie Queerness in einer eher konservativen Kultur. Bereits den Debütroman der Autorin mochte ich unglaublich gerne und auch diese Kurzgeschichte steht dem in Nichts nach. Ich fand nicht nur das Setting der Hochzeit schön, sondern auch die ganze Dynamik, die die Geschichte mitbringt!

Anna Dimitrova: Gereizt:Diese Geschichte war wirklich schmerzhaft und bildet so viele unrealistische Erwartungen an den Körpern von Frauen ab. Nicht nur einmal habe ich mich zwischen den Zeilen wiedergefunden und finde es wirklich gelungen, wie nahbar und nachvollziehbar Anna Dimitrova die Entwicklung hier darstellte. Auch „People Pleaser“ der Autorin kann ich nur empfehlen!

Basma Hallak: Meme-Girl: Für mich ein sehr nischiges Thema, aber dennoch zur heutigen Zeit von Social Media nicht mehr selten. Die Geschichte schwillt wie ein Crescendo an und immer mehr geht darin schief. Hierbei mochte ich jedoch die Entwicklung der Protagonistin unglaublich gerne, die sehr beeindruckend ist!

Justine Pust: Die Stimme, die wir fanden: Für mich mit Rabias Geschichte meine liebste Kurzgeschichte. Ich hatte zwischendurch ein wenig Tränen in den Augen und finde es unglaublich stark, wie offen und intensiv sich hier mit einem noch immer unglaublich stigmatisierten Thema auseinandergesetzt wurde. Zuvor hatte ich noch nichts von Justine Pust gelesen, aber das ändert sich definitiv nach dieser Geschichte!

Katharina Seck: Dein Lachen auf meine Kosten: Auch diese Geschichte war sehr berührend und ich mochte auch den Poetry Slam! Das Thema hatte ich so auch noch nie in einem Roman gelesen und finde hier beeindruckend, wie Katharina Seck über das Ausmaß von „Späßen“ gegenüber Menschen mit Behinderungen aufklärt.

Rabia Doğan: Und dann kam der Mut: Eine Geschichte über eine Schülerin aus einer Willkommensklasse, die mich unglaublich berühren konnte. Auch hier wählte Rabia ein Thema, welches noch immer völlig unterrepräsentiert ist auf dem deutschen Buchmarkt. Viele denken vielleicht, dass sich der Großteil der Probleme von geflüchteten Kindern auflösen, sobald sie in eine Willkommensklasse aufgenommen werden. Doch wenige bedenken, welche systematischen Ungerechtigkeiten sich hierbei ergeben können und wie sehr viele Kinder noch durch die Fluchtgründe leiden. Auch die ständige Angst vor einer Abschiebung bei einem Fehler, wird hier thematisiert. Unsere Protagonistin erfährt im Laufe der Geschichte viele Benachteiligungen und auch ich wurde unglaublich wütend bei dieser Geschichte und litt unglaublich bei der Protagonistin mit. Aber umso berührender fand ich das Ende und wie nicht aufgegeben wurde!

Fazit: Alle Geschichten sind absolut berührend, wichtig und inspirierend. Ich vergebe hier 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2025

Emotionaler Abschluss der Reihe

Leaving Was The Hardest Part (Hardest Part 3)
0

Erste Gedanken: Mit dieser Reihe wurde einer talentierten Autorin eine Stimme geboten, die wir ganz dringend auf dem deutschen New-Adult-Markt brauchen! Female rage, BIPoC-Protagonstin:innen und Mental ...

Erste Gedanken: Mit dieser Reihe wurde einer talentierten Autorin eine Stimme geboten, die wir ganz dringend auf dem deutschen New-Adult-Markt brauchen! Female rage, BIPoC-Protagonstin:innen und Mental Health lassen sich in jedem Roman von Rabia finden und machen sie so wichtig!

Das Cover: Wie jedes Cover dieser Reihe einfach nur zauberhaft. Ich liebe die Blumen und auch die Hand, die diese behutsam umschließen. Wunderschön zarte Cover, von denen ich mir noch mehr wünsche!

Die Handlung: Nehir zieht für ihr Modedesignstudium nach Berlin. Damit erfüllt sich ihr größter Traum. Jedoch muss sie dafür zu ihrem Vater ziehen, der ihr fremd ist und zu dem sie kaum Kontakt hatte. Die Lage zwischen den beiden ist sehr angespannt und sie findet nur Ruhe in einem Töpfershop. So kommt es, dass sie irgendwann auf Atlas trifft, der ihr mit seiner perfekt charmanten Art auf die Nerven geht. Doch je öfter die beiden aufeinandertreffen, desto mehr fällt ihnen auf, wie viel sie doch miteinander verbindet…

Meine Meinung: Diesen Roman habe ich beinahe in einem Rutsch gelesen. Ich habe mitgefühlt, gegrinst und auch ein wenig geweint. Beim Lesen habe ich so unglaublich viel gefühlt, sodass sich der Abschluss zu meinem Lieblingsband entwickelt hat. Rabia hat ein großes Talent dafür, Szenen gefühlvoll und nahbar zu schreiben, sodass sich alles so unglaublich echt anfühlt. Ich bin wirklich begeistert und freue mich auf jedes weitere Werk der Autorin!

Die Charaktere: In anderen Rezensionen habe ich bereits gelesen, dass viele zwar Atlas sympathisch fanden; Nehir hingegen nicht. Ich empfinde das hingegen gar nicht so. Nehir ist einfach introvertierter, vertraut Menschen nicht sofort (aufgrund von Erfahrungen) und möchte am Ende des Tages (wie alle) einfach nur geliebt werden. Ich mochte ebenso ihre sehr schlagfertige Art und dass sie es Atlas nicht zu einfach machte. Letzterer konnte mich auch sehr von sich begeistern. Es war nicht immer einfach mit ihm, aber unter all der Wut und der harten Schale ist auch wieder nur ein Mensch, der zu wenig Liebe geschenkt bekam. Wie die beiden sich im Laufe des Buches gegenseitig unterstützen und aufbauen war so, so berührend!

Fazit: Ein absolut würdiger Abschluss, an den ich noch lange zurückdenken werde. Von mir gibt es hier 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2025

Gespenstisch, geheimnisvoll und absolut empfehlenswert!

A Study in Drowning (A Study in Drowning, Band 1)
0

Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Erste Gedanken: Ava Reid konnte mich bereits mit „Fable for the end of the world” restlos begeistern. Umso gespannter war ich auf ihr bekanntestes Werk, ...

Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Erste Gedanken: Ava Reid konnte mich bereits mit „Fable for the end of the world” restlos begeistern. Umso gespannter war ich auf ihr bekanntestes Werk, welches mit einem Dark-Academia-Setting beworben wurde – und ich wurde absolut nicht enttäuscht!

Das Cover: Es ist mysteriös und zeigt unsere Protagonistin Effy in dem geheimnisumwitterten Setting. Ich mag es unglaublich gerne.

Die Handlung: Effy möchte nichts lieber als Literatur zu studieren, jedoch ist es Frau in Llyr verboten. Daher studiert sie gezwungenermaßen Architektur und wird eines Tages bei einem Wettbewerb ausgewählt, die Villa ihres bereits toten Lieblingsautors zu renovieren. Dort angekommen fällt jedoch auf, dass Hiraeth Manor beinahe vom Meer eingenommen wurde und auch das Anwesen in katastrophalen Zustand ist. Und auch die Geschichten über den Elfenkönig, die vom Autor verfasst wurden, reißen von ihr nicht ab und verfolgen sie bis in ihre Träume. Als sie und der Literaturstudent Preston – der für eigene Unirecherchen ebenfalls dort unterkommt – auf ein dunkles Geheimnis stoßen, ist niemand auf Hiraeth Manor mehr sicher…

Meine Meinung: Es ist düster, es ist verwunschen, ein wenig romantisch – und ein Jahreshighlight für mich! Die gesamte Geschichte wird sehr ruhig erzählt und schwillt wie ein Crescendo an. Ich hatte die gesamte Zeit das Gefühl, als würde ich mit einer Kerze durch ein dunkles Anwesen bei Nacht laufen und an jeder Ecke ein neues Geheimnis aufdecken. Ava Reid gibt anfangs sehr wenige Hinweise auf den Fortlauf der Geschichte und erst nach und nach ergeben sich erste Erkenntnisse. Zudem ist es sehr düster und teilweise auch ein wenig gespenstisch – beinahe, als würde Ava Reid die Geschichte im Flüsterton erzählen. Auch Wochen später habe ich einzelne Szene noch gestochen scharf im Kopf, einfach weil die Autor:in so unglaublich bildlich schreibt. Auch die Gewichtung der Liebesgeschichte und dem eigentlichen Handlungsstrang empfand ich als sehr ausgewogen und kann einfach nur festhalten, dass diese Geschichte ein unglaubliches Geschenk ist.

Die Charaktere: Effy ist vermutlich eine Protagonistin, die nicht allen Leser:innen zusagt, ich jedoch sehr nachempfinden konnte. Sie mag anfangs ein wenig ängstlich wirken, aber je tiefer die Lesenden in die Geschichte abtauchen, desto mehr wird ihre Vergangenheit aufgedeckt und wie wirklich mit der einzigen Frau in einem Studiengang voll mit Männern umgegangen wird. Doch ihre Entwicklung mochte ich unglaublich gerne und hätte sie gerne zwischenzeitlich in den Arm genommen. Doch auch Preston mochte ich unglaublich gerne. Seine empathische und rücksichtsvolle Art wird zwar erst ein wenig später aufgedeckt, aber hat mir sehr zugesagt. Ebenso war ich überrascht, wie gut diese Geschichte funktionierte, obwohl hauptsächlich nur die beiden vorkamen.

Fazit: Eine Geschichte, die einen unglaublichen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich habe sie verschlungen und wünschte, ich könnte sie noch einmal das erste Mal lesen, so sehr vermisse ich bereits die Charaktere und das Setting. Ich vergebe hier 5/5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2025

Jahreshighlight!

Fable for the End of the World
0

Erste Gedanken: Im Vorfeld habe ich eher gemischte Rezensionen zur Geschichte gelesen. Entweder sehr begeistert oder ein wenig enttäuscht (vor allem vom Ende). Nach Beenden des Buches bin ich jedoch unglaublich ...

Erste Gedanken: Im Vorfeld habe ich eher gemischte Rezensionen zur Geschichte gelesen. Entweder sehr begeistert oder ein wenig enttäuscht (vor allem vom Ende). Nach Beenden des Buches bin ich jedoch unglaublich froh, dass ich dennoch zum Roman gegriffen habe, denn sonst wäre mir eine sehr intensive, nachhallende und herzzerreißende Geschichte entgangen.

Das Cover: Es ist mystisch, sehr ernst und einfach nur wunderschön! Unsere Protagonistinnen Inesa und Melinoë sind darauf abgebildet und bereits hier lässt sich die Dynamik der beiden in der Geschichte erahnen. Melinoë, die über Inesa thront – die Jägerin, die das Lamm jagen und töten muss. Auf der anderen Seite haben wir Inesa, die dem Ganzen selbstbewusst ins Auge blickt und dennoch wirken die beiden vertraut und innig. Ich finde es unglaublich gelungen!

Die Handlung: Die Erde wie wir sie kenne gibt es nicht mehr. Alles ist verseucht, Kriege haben viele Teile unbewohnbar gemacht und ein ausbeutender Konzern regiert den Teil der Erde, auf dem Inesa mit ihrer Mutter und ihrem Bruder wohnt. Um abzuschrecken und Gewinn aus dem Leid anderer zu gewinnen, hat dieser Konzern einen Wettkampf ins Leben gerufen, bei dem „Lämmer“ (verschuldete Menschen) von „Engeln“ gejagt werden, mit dem Ziel diese zu töten. Inesas Verhältnis zu ihrer Mutter war schon immer schwierig, doch als ihre Mutter sich zu stark verschuldet, schickt sie anstelle von sich ihre Tochter in den Wettkampf, bei welchem sie schon bald Bekanntschaft mit ihren Engel Melinoë macht. Doch die beiden veranstalten nicht den üblichen Wettkampf…

Meine Meinung: Wo fange ich an? Ich bin begeistert! Ava Reid greift nicht nur aktuelle Themen auf, sondern verwebt diese geschickt in einem Katz-und-Maus-Spiel, was ich unglaublich spannend fand. Ich konnte die Geschichte kaum zur Seite legen und denke auch nach Beenden des Buches oft an die beiden zurück. Die Geschichte ist streckenweise unheimlich, ziemlich grausam, aber dennoch zieht sich durch das gesamte Buch Hoffnung, die bis zum Ende anhält. Ava Reid spricht jedoch auch die Gefahren und Ausbeutung von Minderjährigen an. Das gesamte Event wird live übertragen und alle Menschen haben Zugriff auf diesen andauernden Livestream. So kommt es, dass die Engel alle makellos normschön sein müssen und die Kameras zu keiner Sekunde ausgeschaltet werden – auch nicht in intimen Momenten. Hier wird gekonnt Kritik geäußert und auch mir wurde teilweise schlecht, wenn ich die schrecklich sexualisierenden Kommentare zu den minderjährigen Teilnehmerinnen lesen musste. In manchen Rezensionen wurde dem Buch angemerkt, dass es nicht genug in die Tiefe gehen würde. In meinen Augen kratzt die Geschichte jedoch nicht nur an der Oberfläche, sondern geht sehr tief. Hier wird so Vieles thematisiert, dass ich überrascht war, wir kurz das Buch am Ende war. Doch auch die Liebesgeschichte fand ich unglaublich bittersüß und schön. Ja, sie entwickelt sich mittendrin doch ein wenig schnell, nachdem alles sich sehr lange aufgebaut hat, aber ich habe unglaublich schnell mitgefühlt. Das Ende ist durchaus ein wenig kontrovers. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es auch mich emotional sehr mitgenommen hat. Doch die gesamte Welt, in der Inesa und Melinoë leben ist so grausam, dass kein Bilderbuchende gepasst hätte. Außerdem gibt es auch ein wenig Hoffnung.

Die Charaktere: Ava Reid schreibt nicht nur unglaublich bildlich und eingehend, sondern auch die Charaktere sind vielschichtig. Selten fand ich es so gelungen aus zwei verschiedenen Perspektiven zu lesen, wie in diesem Fall. Ich habe mitgelitten, merkte recht schnell, dass es bei den beiden kein eindeutiges Gut und Böse gab und mochte vor allem das Vertrauen und das Hoffnungsvolle, was beide in die Geschichte brachten. Obwohl alles um sie herum so grausam war, konnten Inesa und Melinoë für einige Augenblicke in ihrem eigenen Universum leben und ich war gerne ein Teil davon. In der englischen Special-Edition gibt es zudem eine Kurzgeschichte zu Inesas kleinem Bruder, die ich auch sehr gelungen fand, denn ihren Bruder mochte ich ebenfalls sehr gerne!

Fazit: Ich werde noch lange an diese Geschichte zurückdenken und habe mir auch noch weitere Bücher von Ava Reid geholt. Vielleicht habe ich hier eine neue Lieblingsautor:in gefunden. Von mir gibt es hier 5/5 Sternen und eine klare Lesempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere