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Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein entspannt-spannendes Smalltown-Romance-Highlight

Indigo Ridge | Die Edens 1 |
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Eines gleich vorweg: Ich bin überhaupt nicht der Typ für Romantic Suspense. Für alles, was mit Kriminalität und Thrill zu tun hat, sind meine Nerven zu schwach. Und doch – INDIGO RIDGE hat mit seinem Kleinstadt-Charme ...

Eines gleich vorweg: Ich bin überhaupt nicht der Typ für Romantic Suspense. Für alles, was mit Kriminalität und Thrill zu tun hat, sind meine Nerven zu schwach. Und doch – INDIGO RIDGE hat mit seinem Kleinstadt-Charme und der großen Eden-Familie einen Nerv bei mir getroffen und ich musste das Buch einfach lesen. Was definitiv die richtige Entscheidung war.

In der Geschichte geht es um Winn, die gerade erst nach Quincy gezogen ist, eine Kleinstadt in Montana, wo sie den Posten als Polizeichefin ergattern konnte. Winn ist ehrgeizig, mutig und hat ein einzigartiges Gespür für ihren Job. Zusammen mit ihrem verwundeten Herzen war sie ein rundum authentischer, sympathischer Charakter für mich.
Doch Quincy macht es der jungen Frau nicht leicht. Ihr Team zweifelt ihre Kompetenz an und die Gerüchteküche brodelt. Als dann auch noch eine junge Frau Suizid begeht und Winn das unausgesprochene Tabu bricht, Nachforschungen zu den vielen Suiziden in Quincy anzustellen, beginnt Winn an sich selbst zu zweifeln.

Und dann ist da auch noch Griffin, Winns One-Night-Stand vom ersten Abend in der Stadt. Griffin ist der älteste Sohn der Eden-Familie und nicht nur hot as f#ck, sondern ein unfassbar loyaler Fels in der Brandung. Ich mochte Griffin unglaublich gerne – und das nicht nur, weil er sowohl als Cowboy als auch als Businessman eine gute Figur macht. Griffin hat einfach einen tollen Charakter. Er ist so temperamentvoll wie liebevoll, scheut keinen Konflikt und verhält sich in Konfliktsituationen sehr respektvoll.

Auch die restliche Familie Eden hat mich von sich überzeugt, weil alle so liebevoll sind. Die Kleinstadt hingegen zeigt eher einen rauen Charme. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Autorin Quincy nicht so perfekt und wunderbar erscheinen ließ, wie es in Kleinstadt-Romances oft der Fall ist. In Quincy gibt es ebenso sympathische wie unsympathische Leute wie in der Realität und die Stadt hat definitiv ihre Abgründe. Dadurch entsteht bei Lesen ein ganz einzigartiges Gefühl zwischen Wohlfühlen und dunklen Geheimnissen.

Vermutlich ist das auch der Hauptgrund für die immense Sogwirkung, die diese Geschichte auf mich ausgewirkt hat. Und das, obwohl das Tempo der Handlung gemächlich ist – sowohl in der ruhigen Lovestory als auch im Suspense-Handlungsstrang. Wer großes Drama, konfliktreiche Probleme und Nervenkitzel sucht ist hier nicht an der richtigen Adresse. Aber wer Kleinstadt-Romances im Stil von Piper Rayne gerne liest und zugleich dieses gewisse Etwas, die Würze, die besondere Nuance sucht, wird INDIGO RIDGE lieben.

Anfangs dachte ich noch, selbst wenn ich dieses Buch wirklich so gerne lesen würde, wie der Hype verspricht, würde mich das Suspense-Element doch nicht unbedingt für die weitere Reihe begeistern. Aber im Gegenteil. Dieser Handlungsstrang hat selbst mich, als Krimi-Allergikerin abgeholt und mitgerissen, fasziniert und begeistert. Ich habe mitgerätselt und war mir sicher, auf der richtigen Spur zu sein. Nur, dass Devney Perry kurz vor der Auflösung doch nochmal einen Schlenker macht, das hatte ich dann doch nicht erwartet. Was für ein Unterhaltungswert! Und ja, irgendwie macht diese Geschichte süchtig und nun freue ich mich riesig auf all die anderen Bände!

Mein Fazit:
Bei diesem Buch kann ich den Hype wirklich, wirklich verstehen und spreche eine große Leseempfehlung aus. Der Roman ist ein wirkliches Highlight unter den Smalltown-Romances durch seine perfekte Mischung aus Wohlfühl-Lovestory und seichter Spannung. Ich ziehe von den vollen 5 Sternen allerdings einen halben Stern ab, da ich finde, dass die Geschichte mit etwas weniger Seiten ebenso gut funktioniert hätte und mir die Ermittlungsangelegenheit nicht komplett genau und durchdacht erschien.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Der dritte Band macht endlich alles richtig

Belladaire Academy of Athletes - Misfits
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Ich hätte wirklich nicht gedacht, jemals an diesem Punkt zu sein, die gesamte „Belladaire Academy of Athlets“-Reihe gelesen zu haben. Der erste Band war eine ziemliche Enttäuschung für mich, trotzdem konnte ...

Ich hätte wirklich nicht gedacht, jemals an diesem Punkt zu sein, die gesamte „Belladaire Academy of Athlets“-Reihe gelesen zu haben. Der erste Band war eine ziemliche Enttäuschung für mich, trotzdem konnte ich Band zwei – der dann eine gewisse Verbesserung war – konnte ich nicht widerstehen. Und zum Glück hat mich der Klappentext zu MISFITS nun derart neugierig gemacht, denn ganz ehrlich: Wer diesen Roman nicht liest, verpasst wirklich was!

Mit rund 450 Seiten gehört dieser NA-Roman in meinen Augen zu den umfassenderen Kalibern. Dennoch fühlte sich das Leseerlebnis kein bisschen langwierig oder langatmig an. Ich habe zwar einige Tage für das Buch gebraucht und habe zwischendurch sogar eine Weile eine Pause eingelegt, weil mir Delphines Geschichte sehr nahe gegangen ist. (An dieser Stelle: Wer sich mit bestimmten Themen schwertut, sollte hier definitiv die Triggerwarnung beachten) Doch der Lesefluss ist einfach enorm packend – auch wenn ich beim Schreibstil über gewissen Wortwiederholungen gestolpert bin. Ständig wird die Kleidung mit fast exaktem Wortlaut beschrieben, das fällt mir aber bei jedem Buch der Autorin auf.

Die Geschichte wird mit wechselnder Perspektive zwischen Delphine und Covey erzählt. Delphine wirkt auf andere kaltherzig und unnahbar. Umso überraschter war ich von ihrer wirklichen Art. Welch zarte Gefühle und weiches Herz in ihr stecken. Ich habe sie praktisch von der ersten Seite an geliebt, mit all ihren Unsicherheiten und Kämpfen.
Coveys Weg durch dieses Buch beginnt zunächst wackelig und moralisch fragwürdig. Daher hätte ich erwartet, dass er am schmalen Grat wandern würde – hin zur Antipathie. Doch in Wirklichkeit konnte ich auch Covey kein Kapitel lang widerstehen. Er ist so ein sonniger, erfrischender Charakter, der einen einfach zum Lächeln bringt und dessen Gefühle und Sorgen ihn authentisch machen.
Und obwohl ich meine Schwierigkeiten mit den Vorgängerbänden hatte, habe ich mich doch über das Wiedersehen mit der ganzen Clique gefreut. An dieser Stelle möchte ich aber darauf hinweisen, dass man MISFITS problemlos ohne Vorwissen und unabhängig von den anderen beiden Bänden lesen kann (was ehrlich gesagt sogar meine Empfehlung ist).

Die ausführliche Storyline und diversen Themen machen die Romance zu einem Schmöker und ermöglichen den Hauptfiguren eine tolle Entwicklung – zusammen, aber auch für sich allein. Alles wirkt rund, flüssig, glaubwürdig. Nur das Ende ist etwas schnell und auf Delphines Problematik bezogen womöglich zu blumig. Aber das fällt für mich nicht ins Gewicht.
Auch wirkte die Geschichte sehr gut recherchiert, und es ist super interessant in die Turnwelt wie auch ins Hollywood-Leben zu blicken. Insbesondere die Thematik rund um Delphine ist mega stark – und auch mega berührend. Ich mag es normalerweise besonders, wenn ich mich mit den Figuren in irgendeiner Weise identifizieren kann, weil – unpopular opinion – es dann irgendwie „einfach“ ist, sich in sie hineinzuversetzen. Das ambitionierte, elitäre Leben von Covey und Delphine ist hingegen nischig, aber die Autorin bringt einem die Gefühls- und Gedankenwelt der Protas derart nahe, dass man sich ihrem Leid verbunden fühlt. Das ist echt super stark. Ähnlich begeistert war ich davon, wie geschickt die Autorin Coveys großen Fehler verpackt hat. In den Vorgängerbänden hat es mich überhaupt nicht überzeugt, wenn es um die Moral ging und die Figuren wurden mir dadurch unsympathisch. Mit Covey ist das aber nicht passiert, im Gegenteil.

Mein Fazit:
MISFITS war all das, was ich mir von dieser Reihe von Anfang an erhofft hatte. Ich bin deshalb enorm froh, dass ich an der Reihe drangeblieben bin, denn Covey und Delphine Geschichte ist ein starkes, emotionales Highlight. Daher spreche ich für MISFITS eine klare Leseempfehlung aus – besonders auch an alle, die die Vorgängerbände nicht kennen oder eher schwach fanden.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Das Must-Read für alle Vampir-Fans, die sich (inzwischen) zu erwachsen für Twilight fühlen

Bride – Die unergründliche Übernatürlichkeit der Liebe
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Darum geht es:
Die Spezies Mensch, Werwolf und Vampir pflegen jahrhundertelange Feindschaften miteinander. Um den Frieden eine Zeit lang zu wahren, werden Bündnisse geschlossen. Im Zuge eines solchen findet ...

Darum geht es:
Die Spezies Mensch, Werwolf und Vampir pflegen jahrhundertelange Feindschaften miteinander. Um den Frieden eine Zeit lang zu wahren, werden Bündnisse geschlossen. Im Zuge eines solchen findet sich die Vampirin Misery in einer arrangierten Ehe mit dem Werwolf-Alpha Lowe wieder.
Lowe macht von Anfang an deutlich, wie sehr ihn ihre bloße Gegenwart anwidert. Aber Misery ist nicht dafür bekannt, sich unterkriegen zu lassen und immerhin verfolgt sie mit der Ehe ihre eigenen Ziele. Doch je länger sie bei Lowe und den Werwölfen verweilt, desto mehr fühlt sie sich dort zu Hause – mehr als an einem andren Ort in ihrem bisherigen Leben. Und mit der Zeit wird auch klar, dass vieles ganz anders ist, als es scheint …

Meine Meinung:
Für mich war BRIDE mein erstes Buch der Autorin und anfangs habe ich deshalb etwas Zeit benötigt, um mich an den Erzählstil zu gewöhnen. Zum einen fand ich den Schreibstil etwas kompliziert mit seiner teils ungewöhnlichen Wortwahl. Außerdem verwirrten mich die Zeitsprünge und forderten Konzentration. Letzten Endes habe ich mich aber wohl daran gewöhnt, denn je weiter ich gelesen habe, desto weniger ist mir dergleichen bewusst aufgefallen. Und ganz ehrlich – bei einem Roman mit 500 Seiten drücke ich gerne ein Auge zu, wenn die Eingewöhnungsphase ein paar Seiten mehr beansprucht.

Der Grund, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe, war übrigens die Thematik: Einem spannenden Vampirbuch kann ich einfach nicht widerstehen. Außerdem bin ich eine dieser saisonalen Leserinnen und im kühlen, nebeligen Herbst sind Fantasy und Romantasy bei mir hoch im Kurs. Aber keine Sorge – dieses Buch kann man auch unabhängig von der Jahreszeit lesen.
Bei jedem Vampirbuch bin ich aufs Neue gespannt, wie das Worldbuilding und die Ausarbeitung der Spezies Vampir (und hier natürlich auch Werwolf) aussehen. Ali Hazelwoods Version hat mich jedenfalls überzeugt. Das Worldbuilding ist minimalistisch und fügt sich in die Wirklichkeit ein, womit es den Rahmen dieses Standalones genau füllt und nicht sprengt. Besonders gefallen hat mir, wie natürlich Vampire und Werwölfe dargestellt werden. BRIDE ist sozusagen die erwachsen gewordene Version von Twilight, sprich prickelnd und realitätsnah. Während die glitzernden Vampire aus Twilight inzwischen eher belächelt werden, sind die Bride-Vampire und Bride-Werwölfe schnörkellos und sozusagen biologisch korrekt (ich hoffe, ihr versteht, was ich damit meine ;D).

Der Roman wird vollständig aus Miserys Perspektive erzählt und es hat mir total viel Spaß gemacht, sie kennenzulernen und auf ihrem Weg zu begleiten. Misery ist nämlich eine echt coole Protagonistin. Sie ist taff, mutig, auf eine unterhaltsame Weise schräg und sehr sarkastisch. Sehr gefallen hat mir außerdem, wie die Autorin uns zugleich den Antagonisten Lowe umfassend vorstellt. Am Anfang jedes Kapitels stehen ein paar wenige Zeilen über seinen Gemütszustand, sein Empfinden. Und bereits das reicht aus, um Lowe perfekt zu verstehen.
Generell ist Lowe einfach ein Traum. Ja, ich habe mich beim Lesen definitiv in seine liebevolle, fürsorgliche, selbstlose Art verliebt und ich fand es wunderbar und einfach erfrischend, dass er ein Alpha ohne die typische Arroganz und überhebliche Dominanz ist.

Die (Neben)Figuren sind das zentrale Element in Sachen Spannung und es hat mir gut gefallen, dass die Story nicht vorhersehbar ist und man super miträtseln kann. Da ich eigentlich am liebsten Liebesromane lese, gefiel mir das Verhältnis zwischen Romance und Fantasy-Anteil sehr gut. Das Buch ist an manchen Stellen fesselnder als an anderen und während die Liebesgeschichte dominiert, ist die spannende (Fantasy-)Nebenhandlung der rote Faden der Geschichte und ein gelungenes Tempo-Element.

Mein Fazit:
BRIDE ist eine total romantische, unterhaltsame und definitiv lesenswerte Romantasy. Die Romance ist zunächst sehr Slowburn, zugleich aber voller Prickeln und am Ende ziemlich spicy. Der Fantasy-Anteil ist dezent und hauptsächlich rahmengebend für die Spannung. Dadurch ist diese Lovestory auch perfekt für alle, die ansonsten keine so großen Fantasy-Fans sind. Außerdem kann ich die Geschichte allen empfehlen, die das Gefühl haben, aus dem Twilight-Alter herausgewachsen zu sein oder denen die Twilight-Vampire schon immer etwas too much waren. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Eine andere Art von Liebe(sroman)

Literally Love 2. Papercut Feeling
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„Weil ich gerade gar nichts mehr weiß. Nur eines: dass alles anders ist als gedacht, ohne dass das etwas daran ändert, was Melodea mir bedeutet.“

Darum geht es:
Melodea und Lorne arbeiten seit zwei Jahren ...

„Weil ich gerade gar nichts mehr weiß. Nur eines: dass alles anders ist als gedacht, ohne dass das etwas daran ändert, was Melodea mir bedeutet.“

Darum geht es:
Melodea und Lorne arbeiten seit zwei Jahren im selben Verlag, doch von einem kollegialen Verhältnis sind sie weit entfernt. Denn die beiden haben sich schon einmal getroffen, bevor sie zu Kollegen wurden – und dieses erste Treffen endete in beidseitiger Enttäuschung, Wut und Verwirrung.
Lorne ist sich sicher, dass Melodea nichts von ihm will – außer ihre Ruhe. Doch ebenso klar ist ihm, dass seine starken Gefühle für sie deshalb nicht einfach verschwinden.
Melodea ist sich nicht sicher, wie ihre Gefühle für Lorne genau aussehen – aber sie sind stark. Doch ebenso wenig weiß sie, ob diese Gefühle etwas ändern. Denn sie werden immer anders sein als die von Lorne.

Meine Meinung:
Es stand für mich seit PAPERCUT FEELING angekündigt worden ist fest, dass ich es lesen würde. Schließlich durfte ich Melodea und Lorne bereits im ersten Band kennen und lieben lernen. Damals als sehr vielversprechende Nebenfiguren. Doch davon abgesehen, hätte ich das Buch schon allein wegen seiner Thematik gelesen. Denn die Protagonistin Melodea ist Asexuell. Ich habe zuvor noch kein Buch gelesen, in dem dies thematisiert wird und finde es wichtig, dass es solche Bücher gibt. Besonders spannend fand ich die Idee, Asexualität in einem LIEBESroman zu repräsentieren. Kann das überhaupt funktionieren? Meine Antwort ist ein klares Ja.

Der Roman ist mit etwa 330 Seiten sehr kurzweilig, und auch die in kurzen Abständen wechselnde Perspektive zwischen Lorne und Melodea gestaltet die Geschichte temporeich und unterhaltsam. Trotz dieser Kurzweiligkeit ist das Buch keine „kurze Lektüre für zwischendurch“, denn die Story ist nicht nur sehr informativ bezüglich der Vielfältigkeit der Liebe, sie stimmt einen auch nachdenklich in Bezug auf die Liebe und das Leben.

Was mir an Tarah Keys Geschichten so sehr gefällt, sind die Bücherliebe und Kreativität darin. Gab es in Band eins Auszüge aus einem Manuskript, überrascht und überzeugt diese Geschichte mit Zitaten zu Beginn der Kapitel und liebevoll gestalteten, poetischen Instagram-Posts von Lorne. Hinzu kommen die vielen buchigen Anspielungen, Insider und Fakten, die unsere Leseherzen höherschlagen lassen.
Die Storyline zeigt Individualität anstelle einer klassischen Drei-Akt-Struktur und durch das Spielen und Brechen mit Klischees ist das Buch erfrischend anders. Auch die Lovestory ist mit keiner anderen vergleichbar, die ich bisher gelesen habe. Sie ist Slooooow Burn, absolut spicefrei und herrlich romantisch – aber auf eine kitschfreie Art und Weise.
Schließlich geht der Roman etwas offener aus, als ich es für gewöhnlich mag (ich bin nunmal Fan dieser Happy-Ever-After-Enden mit süßem Epilog), aber in diesem Fall war der Schluss genau richtig und zur Geschichte passend.

Die Figuren waren mir alle sehr sympathisch, aber das Spannende ist, dass man die Nebenfiguren immer wieder neu und besser kennenlernt. Mit der Hauptfigur Melodea bin ich erst nach einigen Kapiteln richtig warm geworden, aber schließlich war es nicht mehr zu übersehen, wie großherzig sie ist. Lorne ist der ultimative Bookboyfriend und als Büchernerd kann man gar nicht anders, als sich in ihn zu verlieben. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass insbesondere die Hauptfiguren noch detaillierter vorgestellt werden und wir mehr über ihre Hintergründe erfahren. Insbesondere bei Melodea kam mir dieser zu kurz.

Mein Fazit:
PAPERCUT FEELING ist eine erfrischend andere, interessante, einzigartige Art von Liebesgeschichte. Mein minimales Meckern ist auf höchstem Niveau und ändert nichts daran, wie eindrucksvoll, romantisch und bookish dieses Buch ist. Melodea und Lornes Geschichte ist sehr lesens- und empfehlenswert, und ich bewerte sie mit 4,5 von 5 Sternen. Nicht nur die klassischen Liebesromanleser:innen werden hier angesprochen, sondern auch jene, denen Liebesromane für gewöhnlich zu uniform, einseitig, kitschig oder spicy sind.
Doch meine Leseempfehlung kommt mit einem Hinweis: Ich empfehle, im Voraus das Buch „Paperthin Touch“ zu lesen, um die Figuren besser zu kennen und Anspielungen zu verstehen.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Ein Roman, der hinter die Fassaden blickt und damit eine Geschichte erzählt, die zum Nachdenken anregt

Brynmor University – Versuchungen
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»Wir wissen beide, dass es nie hätte passieren dürfen. Aber wir können uns nicht mehr einfach entlieben. Auch wenn das manches sehr viel einfacher machen würde.«

Darum geht es:
Nate wollte nie nach Brynmor. ...

»Wir wissen beide, dass es nie hätte passieren dürfen. Aber wir können uns nicht mehr einfach entlieben. Auch wenn das manches sehr viel einfacher machen würde.«

Darum geht es:
Nate wollte nie nach Brynmor. Die elitäre Universität verkörpert die strikten Erwartungen seiner Großeltern, die nichts mit seinen eigenen Zielen zu tun haben. Allein die Frage, was seine verstorbene Mutter sich für ihn wünschen würde, hält ihn an der Universität. Sie hat ebenfalls hier studiert, doch mehr hat ihm niemand über sie erzählt. Ob Brynmor mehr Antworten bereithält?!
Zunächst bietet das neue Semester jedoch eine unerwartete Wendung, denn Nate begegnet Lucas wieder, seinem One-Night-Stand aus den Semesterferien. Nur leider ist Lucas nicht zum Studieren, sondern zum Lehren hier. Nate weiß, wie hart Lucas für diesen Job gearbeitet hat und will nichts tun, das Lucas‘ Stelle gefährden könnte. Zugleich ist Lucas der einzige, dem sich Nate gegenüber zu öffnen wagt …

Meine Meinung:
VERSUCHUNGEN ist der zweite Band der Brynmor-Trilogie von Dominik Gaida, war für mich aber das erste Buch des Autors. Und falls das auf dich ebenfalls zutrifft: Meiner Erfahrung nach kann man VERSUCHUNGEN gut ohne Vorkenntnisse lesen. Klar kann man manche Anspielungen besser verstehen, wenn man Band eins kennt, aber Verständnisprobleme hatte ich keine.

Schreibstil: Mit dem Schreibstil bin ich sehr schnell sehr gut zurechtgekommen. Ich mochte sowohl die wechselnde Perspektive als auch die Ich-Erzählung. Beides gestaltet den Einstieg ins Buch einfach und die Seiten verflogen schon bald. Neugierig gemacht hat mich die Tatsache, dass es nicht nur zwei Perspektiven gibt, sondern zwischendurch auch kurze Kapitel aus einer dritten Perspektive (mehr verrate ich nicht, denn diese dritte Perspektive ist zugleich ein Spannungselement). Ich denke, dass jede weitere Perspektive eine gewisse Schwierigkeit für die Autor:innen darstellt, aber Dominik Gaida hat jede der drei Perspektiven perfekt auf den Punkt gebracht.

Figuren: Die beiden Hauptfiguren Nate und Lucas mochte ich sehr gerne. Sie waren als Charaktere rund und gut ausgearbeitet. Was ich besonders mochte, war der weiche Kern, den beide Figuren besitzen. Bei Nate mag die Schale auf Außenstehende zwar härter erscheinen, doch wir Leser:innen dürfen Nate und Lucas von Anfang an als gefühlvolle Personen kennenlernen. Sie stammen aus absolut gegensätzlichen Welten (und ich wage mal zu behaupten, dass der Großteil der Leserschaft weder aus der einen, noch aus der anderen Welt stammt), doch man kann sich in beide Sichtweisen leicht hineinversetzen und beide sind greifbar. Ihre authentischen Wünsche, Ziele und Ängste machten sie für mich zudem nahbar.
Die Nebenfiguren fand ich schwierig einzuschätzen (und besonders zum Ende hin nicht alle stimmig). Es machte die Geschichte auf eine Art spannend, weil man immer wieder vom „wahren Charakter“ überrascht wird und nicht sicher weiß, wie wer worauf reagieren wird. Zugleich muss man aber wissen, dass die Geschichte dadurch wenig Wohlfühlcharakter besitzt, den Nebenfiguren oftmals fördern.

Handlung: Ich fand die Storyline durchgehend kurzweilig und interessant zu lesen. 400 Seiten für eine Geschichte sind für mich eine mittlere Länge, die durchaus mal langatmig werden kann. Aber hier hatte ich dieses Gefühl nicht, stattdessen fühlte es sich wie eine Umsetzung von „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ an. Gefehlt hat meiner Meinung nach nichts, aber das Ende hätte noch ausgeschmückt werden können.
Angenehm überrascht war ich von der Umsetzung der Dark Academia und Forbidden Love Tropes. Beides finde ich für sich nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Doch wie so oft kommt es auf die Umsetzung an – und die ist bei VERSUCHUNGEN durch und durch gelungen. Das Geheimnis rund um Nates Mutter zu lüften, war eine antreibende Kraft beim Lesen der Geschichte. Was ich bei diesem Roman besonders lobenswert finde, ist das Verhalten der Figuren beim Lösen des Rätsels. Ihre Überlegungen sind authentisch, ebenso ihr Handeln. Sie zögern, wann es angebracht ist – handeln aber auch, wenn wir Leser:innen es ebenfalls tun würden.
Ähnlich verständlich empfand ich die Umsetzung der Forbidden Love zwischen Lucas und Nate. Es mag ein strittiges Thema sein (und man muss sich darauf einlassen können und wollen), aber Dominik Gaida geht das Thema mit Respekt und Fingerspitzengefühl an.
Ich möchte noch anmerken, dass die Liebe zwischen Nate und Lucas zwar das zentrale Thema ist, doch die Geschichte ist definitiv auch für jene zu empfehlen, die klassische, romantische und kitschige Lovestorys nicht lesen. Denn dies ist eine Geschichte ganz ohne rosarote Brille.

Mein Fazit:
VERSUCHUNGEN handelt nicht nur von einer verbotenen Liebe, sondern ist ein großes Rätsel, das es zu lösen gilt. Damit hatte ich zwar nicht gerechnet, aber die Umsetzung hat mich positiv überrascht. Dies ist eine Geschichte ganz ohne Längen und mit überaus sympathischen Protagonisten. Ein paar Kleinigkeiten und Unstimmigkeiten sind mir aufgefallen und für mich reicht es nicht ganz zu vollen 5 Sternen. Ich vergebe daher 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle, die über den Tellerrand hinausschauen und einen Blick hinter die perfekte Fassade von Brynmor werfen wollen.

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