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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Besonderer Garten

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja ist Illustratorin für Buchumschläge und fertigt diese individuell nach Kundenwunsch an. Die besten Ideen findet sie in ihrem Garten. Dort trifft sie auf die Nachbarstochter, die auch Victoria heißt, ...

Toja ist Illustratorin für Buchumschläge und fertigt diese individuell nach Kundenwunsch an. Die besten Ideen findet sie in ihrem Garten. Dort trifft sie auf die Nachbarstochter, die auch Victoria heißt, und auf Toja sehr verlassen wirkt. Es entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Die Geschichte wird in Vergangenheit und Gegenwart erzählt. Toja erzählt rückblickend, wie es ihr als junger Mensch ging und wer ihr geholfen hat. In der Gegenwart geht es viel um den tollen Garten von Toja, um die zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander. Ich habe dem Hörbuch gerne gelauscht. Die Sprecherin hat eine angenehme Stimmfarbe gehabt und konnte die Emotionen gut transportieren. Man konnte dem Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gut folgen. Ich fand die Geschichte sehr berührend, weil sie zeigt, dass man Freundschaften nicht immer nur unter denen findet, die gleichen Alters sind.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Kurtrauma

Am Meer ist es schön
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Susanne ist 8 Jahre alt und soll in Kur gehen. Es soll wie ein toller Urlaub werden. Doch was sie und die anderen Kinder im Haus Morgentau erleben, traumatisiert sie fürs ganze Leben. Erzählt wird die ...

Susanne ist 8 Jahre alt und soll in Kur gehen. Es soll wie ein toller Urlaub werden. Doch was sie und die anderen Kinder im Haus Morgentau erleben, traumatisiert sie fürs ganze Leben. Erzählt wird die Geschichte in Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart wird Susanne mit dem bevorstehenden Tod ihrer Mutter konfrontiert und im Pflegeheim kommt die Geschichte der Kur auf den Tisch. Erst jetzt hört ihr ihre Mutter zu, was damals geschehen ist. Außerdem erfahren ihre Geschwister endlich, was damals geschehen ist. Im Vergangenheitsstrang erzählt Susanne, was ihr und den Kindern an der Nordsee widerfahren ist. Es ist schwer zu lesen, was die Erzieherinnen damals angerichtet haben. Dieses hilflose Ausgeliefertsein ist furchtbar. Die Autorin spricht ein Thema an, das eher stiefmütterlich behandelt wird, obwohl diese Kinderverschickung so viele Menschen betroffen hat. Das Haus Morgentau steht nur als Beispiel für ein Heim, wo so schreckliche Dinge geschehen sind und es gibt unendlich viele Heime mehr, wo es noch schlimmer zuging. Eine sehr berührende, wenn auch schwer erträgliche Geschichte, die aber wichtig ist, dass sie erzählt wird. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende sehr gefesselt.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Starke Frauen auf Borkum

Der Ruf des Horizonts
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Sventje ist nicht nur die Frau eines Walfängers, sie ist jetzt auch eine Seifensiederin und versorgt die Menschen auf Borkum mit duftenden Seifen. Nicht zur Freude von jedem. Der Bader hetzt die Nachbarn ...

Sventje ist nicht nur die Frau eines Walfängers, sie ist jetzt auch eine Seifensiederin und versorgt die Menschen auf Borkum mit duftenden Seifen. Nicht zur Freude von jedem. Der Bader hetzt die Nachbarn auf, die eh schon voller Aberglaube sind. Während das Leben auf Borkum weitergehen muss, heuert ihr Mann Lian wieder auf einem Schiff an, weil er seinen besten Freund sucht, der als vermisst gilt. Kurz vor seiner Heimkehr bricht der Krieg aus und die Walfänger sind in großer Gefahr. Was kann Gutsherr Valentin für sie tun?

Zu Beginn des Buches werden einige Details aus dem ersten Band wiederholt, damit Neueinsteiger einigermaßen mitkommen können. Ich würde jedoch empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen, damit man die Zusammenhänge besser versteht. Mir hat gut gefallen, dass die Herkunft von Sventje und der Brosche aufgeklärt wurden und dass dies im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschieht. So erfährt man auch sehr viel über die Kindheit von Lian. Die offenen Fragen aus dem ersten Band werden hier geklärt. Es war schön zu beobachten, wie liebevoll die Familie miteinander umging und wie sich die Kinder weiterentwickelt haben. Hebamme Fenna sorgt immer wieder durch ihre klaren Worte dafür, dass Sventje auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Valentin zieht eher im Hintergrund die Fäden, ist aber stets parat, wenn man ihn braucht. Die Insulaner sind voller Aberglaube, welchen der Bader immer weiter schürt und auf die Spitze treibt. Es ist ständig was los in dieser Geschichte, zu keiner Zeit wurde es langweilig beim lesen. Die gute Recherche zu den damaligen Umständen, das Leben auf der Insel, auf dem Schiff als Walfänger und auch der politischen Lage, machen die Geschichte sehr authentisch. Das Ende lässt viel Spielraum, wie es in den nächsten Bänden weitergehen könnte und ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer mit Sventje, Lian und Valentin. Mir hat mein Ausflug in die Zeit der Walfänger und auf Borkum sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Neuanfang am Fjord

Die Frau und der Fjord
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Gro hat sich auf die Lofoten zurückgezogen und lebt abseits aller Menschen in einem kleinen Häuschen, mit Blick auf den Fjord. Sie trauert um ihren Mann, der plötzlich verstorben ist und befindet sich ...

Gro hat sich auf die Lofoten zurückgezogen und lebt abseits aller Menschen in einem kleinen Häuschen, mit Blick auf den Fjord. Sie trauert um ihren Mann, der plötzlich verstorben ist und befindet sich in einer Trauerspirale, aus der sie kaum mehr herauskommt. Als während eines Sturm ein Fischer um Hilfe funkt, nimmt sie sich ihm an und pflegt ihn gesund. Ein kleiner Schritt Richtung Trauerbewältigung ist getan. Warum ist sie von dem Fremden so angetan?

Die Autorin verarbeitet in dem Roman ihre eigene Trauer. Außerdem lebt sie selbst auf einer dänischen Insel und kennt sich mit dem Leben im Norden aus. Das macht sich in der Geschichte sehr gut. So beschreibt sie das einsame Leben von Gro sehr gut und zeigt im Verlauf, was ihr guttut. Der Roman ist eher unaufgeregt geschrieben, er lädt ein sich zu besinnen und stimmt nachdenklich. Mir hat der Aufbau der Geschichte sehr gut gefallen, da es immer ein neues Ereignis gibt, auf das Gro eingehen und reagieren muss. Auch hat mir gut gefallen, wie das Thema Ölbohrungen in Naturschutzgebieten angesprochen wurde. Die Charaktere der Bewohner auf den Lofoten sind durchweg sehr sympathisch beschrieben und die Beschreibung des Lebens und der Gegend wirkten sehr einladend. Ich fand die Geschichte sehr harmonisch erzählt und sie hat mich am Ende sehr berührt.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Zwangsarbeit

Um jeden Preis
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Herzzerreißend, dramatisch, bewegend - das sind die Stichworte des Klappentextes, die diese Geschichte beschreiben! Was in dieser Geschichte über die Zwangsarbeiterin Lydia und ihre Familie berichtet wird, ...

Herzzerreißend, dramatisch, bewegend - das sind die Stichworte des Klappentextes, die diese Geschichte beschreiben! Was in dieser Geschichte über die Zwangsarbeiterin Lydia und ihre Familie berichtet wird, ist kaum zu glauben und auszuhalten. Wie schafft man es, bei minus fünfzig Grad in Sommerkleidung aus dem Zug zu steigen und in dieser eisigen Kälte zu überleben, geschweige denn jahrelang zu leben! Hera Lind erzählt Lydias Schicksal mithilfe von Tagebucheinträgen und Berichten von Lydias Kindern, die gegen Ende hin selbst schildern, wie sie alles erlebt haben. Der Beginn des Buches ist wirklich heftig, da geschildert wird, wie Lydia erst als Kind in der Ukraine die Hungersnot überlebt hat und dann nach Sibirien verschleppt wurde, was wirklich grausam und menschenunwürdig war. Jahrelange, harte Zwangsarbeit lässt sie nicht verbittern. Durchweg versprüht sie Hoffnung und Zuversicht und kämpft für ihre immer größer werdende Familie wie eine Löwin. Diese Geschichte einer Zeitzeugin ist mehr wert, als jedes Geschichtsbuch. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende sehr gefesselt und es lehrt uns, nicht alles immer für selbstverständlich zu nehmen und mit dem zufrieden zu sein, was man hat.

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