Lieselotte muss jeden Tag mit dem Postbote die Pakete ausliefern, denn auf ihrem Rücken hat ganz viel Platz. So gehen sie von Haus zu Haus und beinahe jeder wartet schon auf die Lieferung und freut sich ...
Lieselotte muss jeden Tag mit dem Postbote die Pakete ausliefern, denn auf ihrem Rücken hat ganz viel Platz. So gehen sie von Haus zu Haus und beinahe jeder wartet schon auf die Lieferung und freut sich auf den Inhalt. Doch am Ende fehlt das Paket für die Bäuerin, die schon sehnsüchtig auf ihre neuen Marmeladengläser wartet, um endlich Erdbeermarmelade einkochen zu können. Da sie das Paket nicht mehr finden können, sammeln sie bei allen Dorfbewohnern Gläser und nachdem sie den Inhalt aufgefuttert haben, überreichen sie der Bäuerin ihr Päckchen. Doch dort erwartet sie eine schöne Überraschung.
Alexander Steffensmeier hat Lieselotte in diesem Pappbilderbuch ein unterhaltsames Abenteuer erleben lassen, indem alle Dorfbewohner vorkommen und auf beinahe jeder Seite sehr detailreiche Bilder, die beinahe an Wimmelbilder erinnern. Die Texte sind gewohnt kurzgehalten und in einfacher Sprache formuliert.
Bei uns herrscht schon lange ganz große Lieselotte-Liebe und wir freuen uns immer sehr, wenn wieder ein neuer Band erscheint. Hier gefallen uns vorallem die wimmeligen Bilder und die Geschichte selbst ist sehr unterhaltsam und wirklich schön.
München, 1898: Die erste Begegnung der drei jungen Frauen könnte nicht schicksalshafter sein. Befindet Fanny sich doch gerade auf der Flucht vor einem Gendarmen, Lulu verlässt das Haunersche Kinderhospital ...
München, 1898: Die erste Begegnung der drei jungen Frauen könnte nicht schicksalshafter sein. Befindet Fanny sich doch gerade auf der Flucht vor einem Gendarmen, Lulu verlässt das Haunersche Kinderhospital nachdem sie dort bei der Geschenkeübergabe mit Prinzessin Ludwig zugegen war und Elsa stürzt mit ihrem Koffer, der schwer wie Blei ist, als sie am Rinnstein hängen bleibt. Natürlich eilt Lulu ihr gleich zu Hilfe und auch Fanny gerät versehentlich mitten hinein zwischen die beiden jungen Frauen. Obwohl Lulu der gerade obdachlos gewordenen Elsa ein Zimmer im Kinderhospital besorgt und sich auch auf um ihren verstauchten Knöchel kümmert, begegnen sie Fanny erst später wieder. Denn Fanny wurde aus Niederbayern nur nach München geschickt, um ihrem Medizin studierenden Bruder Anton den Haushalt zu besorgen. Dabei war es doch Fanny, die immer Medizin studieren und Ärztin werden wollte. Deshalb liest sie auch eifrig seine Bücher, schreibt ihm Hausarbeiten und geht schließlich, nachdem sie erfahren hat, dass er nie die Vorlesungen besucht, auch noch als Mann verkleidet in die Universität. Lulu dagegen hätte den Zugang zum Kinderhospital und geht dort regelmäßig ein und aus, soll aber lieber standesgemäß heiraten, statt ihrem Vater, dem Klinikdirektor, als Ärztin nachzufolgen. Auch Elsa teilt das Schicksal der beiden anderen Frauen, denn sie hat das Abitur, wird aber an der Universität nicht zum Studium zugelassen und ihr Fürsprecher, ihr Vater, ist vor einiger Zeit verstorben. Nun verdient sie sich als ungelernte Krankenwärterin, um wenigstens irgendwie in der Nähe der Kranken sein zu können und nicht wieder zur Mutter zurückkehren zu müssen. Als sie sich wiedertreffen, spüren sie schnell, dass sie einander helfen können und eine Freundschaft erwächst...
Ina Bach ist das Pseudonym der deutschen Autorin Regina Ramstetter beziehungsweise Ina Resch, die bekannt durch Krimis und Kurzgeschichten ist. In diesem Roman widmet sie sich ganz der Medizin zur Jahrhundertwende und den Rechten der Frauen. Die Fakten rund um die Medizin wurden sehr gründlich recherchiert und sind trotz Fachbegriffen auch für Laien gut verständlich. Eingeteilt ist der Roman in längere Kapitel, die immer ein Quartal umfassen. Darin wechseln regelmäßig die Schauplätze und somit Perspektiven, was als Unterteilung der langen Kapitel benutzt wird.
Leider hatte ich in letzter Zeit eher wenig Zeit und auch Lust viel zu lesen und steckte ein wenig in einer Leseflaute fest. Dieses Buch hat mich aber komplett herausgerissen und ich habe die 550 Seiten innerhalb nur eines Tages gelesen. Denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören und war gefesselt von den drei jungen Frauen, die mich sehr beeindruckt haben, aber auch die medizinischen Einblicke in die damalige Zeit sind sehr interessant und so gut geschildert, dass ich viel Neues gelernt habe. Ein rundum perfekt gelungener Reihenauftakt!
Der Komponist Antonio Vivaldi stammt aus der Stadt Venedig. Dort hat er von seinem Vater das Violinspiel erlernt und danach selbst als Musiklehrer gearbeitet. Im Laufe seines Lebens hat er zahlreiche Stücke ...
Der Komponist Antonio Vivaldi stammt aus der Stadt Venedig. Dort hat er von seinem Vater das Violinspiel erlernt und danach selbst als Musiklehrer gearbeitet. Im Laufe seines Lebens hat er zahlreiche Stücke komponiert, die bald auf der ganzen Welt gespielt und so immer berühmter wurden.
Gemeinsam mit seinen Lesern entdeckt das Tier-Orchester den bekannten Komponisten Antonio Vivaldi. Der Autor Sam Taplin lässt in Sprechblasen wie nebenbei unzählige Informationen über Vivaldi in die Gespräche der Tiere einfließen. Gemeinsam mit den Illustrationen von Ag Jatkowska wird das Buch zu einem farbenfrohen und informativen Bilderbuch. Zusätzlich hierzu gibt es auf jeder Doppelseite einen Soundchip, der gedrückt werden kann und dann ein Stück des Komponisten erklingt. Da der Klang klar und nicht allzu laut ist, haben Kinder großen Spaß daran und werden langsam an die klassische Musik herangeführt.
Meine Tochter und ich lieben diese Reihe, denn sie hat uns schon sehr viele klassische Komponisten nähergebracht. Außerdem schätze ich den guten Ton und die Auswahl der Stücke, die abwechslungsreich und von angenehmer Länge sind. Eine großartige Reihe, die sehr empfehlenswert ist.
Dingelbach, am Fuße des Taunus, 1925: Mitten im Ort befindet sich der Dorfladen der Familie Haller, die aus der Mutter Marthe und den drei Töchtern Herta, Frieda und Ida besteht. Gemeinsam sorgen sie dafür, ...
Dingelbach, am Fuße des Taunus, 1925: Mitten im Ort befindet sich der Dorfladen der Familie Haller, die aus der Mutter Marthe und den drei Töchtern Herta, Frieda und Ida besteht. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass die Bewohner des kleinen Dorfes jederzeit genügend Lebensmittel und Kurzwaren im Haus haben. Doch neben ihrer Hilfe im Laden träumt Frieda von einer Karriere als Schauspielerin, weshalb sie seit einiger Zeit die Schauspielschule in Frankfurt besucht. Auch Ida besucht das Gymnasium in Frankfurt, um bald das Abitur abzulegen. Obwohl die Mutter am liebsten hätte, dass alle drei Töchter einen ähnlichen Werdegang wie Herta haben, lässt sie ihnen ihre Ausbildungen. Nur Herta ist immer bei der Mutter und unterstützt sie bei den Verkäufen im Laden. Denn ihre Liebe zu Kurzwarenhändler Sirius Engler ist bisher unerwidert. Doch natürlich wäre das Leben im Dort langweilig und unrealistisch, wenn nicht immer wieder etwas passieren würde. So hat die getrennt lebende Helga Schütz ihren Unterschlupf bei den Hallers nun verlassen und lebt in der Dortwirtschaft. Allerdings ist die Liebe zu Oskar Michalski immer noch unglücklich und vom langen Warten langsam wirklich strapaziert. Dennoch halten sie zusammen und bleiben im Dorf, wo vorallem Helga ständig der Hass der anderen Bewohner entgegenschlägt. Trotzdem will sie ihren Sohn Heinz nicht alleine bei Vater und Großmutter zurücklassen. Wird das auf Dauer eine gute Lösung für alle sein?
Anne Jacobs knüpft mit ihrem zweiten Band der Reihe nahtlos an den ersten an. Obwohl sie keine Wiederholungen in die Handlung einbaut, um wichtige Geschehnisse aus dem ersten Teil wieder in Erinnerung zu rufen, gelingt es ihr unheimlich schnell, ihre Leser an alles Wichtige zu erinnern. Auch jetzt wird das Dorfleben aus vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven geschildert, was zu einem tiefen Einblick in den Alltag und die verschiedenen Leben der Dorfbewohner führt. Obwohl keine Kapitelüberschriften auf die Wechsel der Perspektiven aufmerksam machen, wird den Lesern meist schon während der ersten Sätze bewusst, wer nun der Erzählende ist.
Diese Reihe von Anne Jacobs hat mich bisher sehr beeindruckt und ich bin begeistert von der Art, wie es der Autorin gelingt, so vielschichtig und doch kurzweilig und unterhaltsam zu erzählen. Da mir alle Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind, ist es sehr traurig, dass ich Abschied nehmen und mich nun bis zum Erscheinen des dritten Bandes gedulden muss.
Das kleine Haus auf der Klippe ist immer da. Tagein tagaus beobachtet es das Treiben auf dem Meer. Es sieht die Fische, die von ihren Abenteuern in der Tiefsee berichten, es sieht die Vögel, die in den ...
Das kleine Haus auf der Klippe ist immer da. Tagein tagaus beobachtet es das Treiben auf dem Meer. Es sieht die Fische, die von ihren Abenteuern in der Tiefsee berichten, es sieht die Vögel, die in den Süden ziehen und ein kleines Boot, das im Unwetter auf den Wellen treibt. Und dann kommen Menschen, die endlich wieder in das Haus ziehen und es mit Leben erfüllen. Denn das kleine Haus auf der Klippe wird immer da sein.
Magali Franov hat dieses Bilderbuch geschrieben und illustriert. In dieser Geschichte erzählt sie über Sehnsucht, ein Zuhause und die Geborgenheit, die damit einhergeht. Ihre Texte sind sehr poetisch, aber dennoch leicht verständlich formuliert und lassen viel Spielraum für eigene Gedanken. Die Illustrationen passen perfekt, sind detailreich und farbenfroh. Und auch ohne den Text zu kennen, erzählen die Bilder eine Geschichte, die die Fantasie von Kindern anspricht und sie zum Weitererzählen des Gesehenen und Gehörten auffordert.
Dieses Bilderbuch ist einzigartig, denn die Illustrationen haben einen ganz eigenen Stil und auch die Geschichte selbst ist wunderschön. Vollkommen zurecht hat Magali Franov 2023 den Buntspecht - Nachwuchspreis für Bilderbuchillustration erhalten.