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Veröffentlicht am 11.07.2025

Brutale Morde

FriesLandGier (Küstenkrimi)
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Zwei brutale Morde erschüttern die Insel Sylt und ihre Einwohner. Die Ermittler Carsten Wolf und Fabiu Covaci aus Flensburg übernehmen den Fall auf der Insel. Fabiu hat momentan mit der Anerkennung zu ...

Zwei brutale Morde erschüttern die Insel Sylt und ihre Einwohner. Die Ermittler Carsten Wolf und Fabiu Covaci aus Flensburg übernehmen den Fall auf der Insel. Fabiu hat momentan mit der Anerkennung zu kämpfen, da er nicht genau weiß, wie es mit ihm weitergeht. Doch jetzt steht erst einmal der Fall im Vordergrund und der hat es in sich. Beide Opfer sind sehr brutal hingerichtet worden, mit derselben Waffe, die auch noch sehr ungewöhnlich ist. Die Identität der beiden fanden die Ermittler schnell heraus, doch was hatten sie miteinander gemeinsam. Dieser Vorgang zog sich sehr lange hin und dank des Teams in Flensburg, gab es auch bald schon Hinweise.
Der Nordseekrimi „FriesLandGier“ von Nele Bruun ist mittlerweile der dritte Band mit den Ermittlern Wolf und Covaci. Diesmal spielt er auf der Insel der Schönen und Reichen Sylt und dieser hat es mal wieder in sich. Die Ermittler haben zwei Morde aufzuklären, die sich sehr ähneln. Diesmal kämpft vor allen Dingen Fabiu um seinen Platz im Team. Aber die Zusammenarbeit klappt auch in diesem Krimi äußerst effektiv. Die Autorin hat die verletzte Ermittlerin Manu wieder sehr geschickt in die Arbeit mit einbezogen, was vor allem den Wolf freut. Auch sonst versteht es die Autorin, die menschlichen Seiten der Ermittler und den Fall gut zu kombinieren. Mit ihrer sehr eingängigen Sprache macht sie es dem Leser sehr leicht diese Vorgänge zu verfolgen. Die Spannung ist auch in diesem Krimi sehr gut aufgebaut und endet natürlich in einer Überraschung.
Ich mag diese Art der regionalen Krimis, da sie mir auch immer wieder den Eindruck vermittelt, ich sei mitten im Geschehen, was die Autorin auch wohl beabsichtigt. Für Freunde des regionalen Krimis auch dieser ist wieder empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein altes Rezeptbuch

Alpenverschwörung
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Während einer Videokonferenz eines Pharmaunternehmens wird essen Innovationschef ermordet, vor laufender Kamera. Das ruft die Kantonspolizei auf den Plan. Der Polizist Stephan Bernauer und sein Team sollen ...

Während einer Videokonferenz eines Pharmaunternehmens wird essen Innovationschef ermordet, vor laufender Kamera. Das ruft die Kantonspolizei auf den Plan. Der Polizist Stephan Bernauer und sein Team sollen die Ermittlungen übernehmen, denn der zuständige Beamte und Freund Stephans ist zurzeit mit schweren Verletzungen außer Gefecht und liegt im Spital. Stephan uns sein Kollege machen sich an die Arbeit und müssen erst einmal ein Motiv finden. Der Pharmafirma geht es allem Anschein nach sehr schlecht und der Ermordetet war auf einer sehr erfolgversprechenden Spur. Die beiden Beamten machen sich auf die Suche und eine Spur führt sie in das Kloster Muri auf den Spuren von altertümlichen Rezepten. Ob das der Schlüssel zu dem Fall ist, bleibt allerdings im Dunkeln.
„Alpenverschwörung“ von Martin Rüfenacht ist ein Alpenkrimi, der in der Schweiz spielt und eine sehr interessante Story zu bieten hat. Das Cover gefällt mir gut ist aber eher nur der Hintergrund zu diesem Krimi. Erst einmal geht es um ein Verbrechen rund um ein pharmazeutisches Unternehmen. Außerdem hat dieser Krimi einen spannenden Ansatz in die Vergangenheit eines Kloster zu bieten. Hauptcharaktere sind vordergründig drei Kripobeamte der Kantonspolizei und einige dunkle Figuren. Die Jagd der Polizisten nach dem Motiv für am Ende zwei Morde ist spannend und führt die Polizisten durch die Schweiz bis nach Südtirol. Auf der Jagd sind eigentlich zwei, die Kantonspolizisten Bernauer und Ponte, denn er hat diesen Job eigentlich nur für seinen verletzten Kollegen Strebel übernommen. Die Story ist sehr gut und auch plausibel erzählt, denn diese Situation ist schon nachvollziehbar. Auch die Einbindung eines Klosters ist gut gelungen, denn dort sind immer wieder pflanzliche Bestandteile in ihrer Gesundheitsversorgung eingesetzt worden. Der Ausflug nach Südtirol hat natürlich etwas mit dem Kloster zu tun. Die Sprache, die der Autor benutzt ist gut nachvollziehbar und er fügt auch immer wieder typisch schweizerische Begriffe ein, was für die Authentizität spricht. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und auch das Ende hält einige Überraschungen parat.
Ich mag diesen Alpen-Krimi, da er sehr gut Einblicke in die schönen Landschaft der einzelnen Szenen gibt und ach einige nette Einblick in alte Rezepturen bietet. Dieser Band ist spannend und unterhaltsam zugleich, ganz nach meinem Geschmack und deshalb auch eine gute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Oma Käthe als Privatdetektivin

Die eiskalte Strohwitwe von Sylt
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Oma Käthe ist mal wieder bei ihrem Freund Hinnerk auf Sylt und muss sich allerdings auch mit dessen Schwester Ellen auseinandersetzen, die ein Darstellerin vom Broadway ist und ihr gehörig auf die Nerven ...

Oma Käthe ist mal wieder bei ihrem Freund Hinnerk auf Sylt und muss sich allerdings auch mit dessen Schwester Ellen auseinandersetzen, die ein Darstellerin vom Broadway ist und ihr gehörig auf die Nerven geht. Als sich dann die Möglichkeit bietet etwas anderes zu unternehmen und bei der Lindholms, einer Unternehmer Familie, den Haushalt zeitweise zu führen, sagt sie zu. Bei den ersten Treffen lernt sie auch die Menschen und deren Besonderheiten kennen. Die junge Fernanda, die brasilianische Schwiegertochter, von Georg Lindholm tut sich durch ihre kalte Haltung besonders hervor. Allerdings wird diese auch bald gefunden, denn jemand hat sie umgebracht und wollte sie im Sand vergraben. Auf der Mördersuche hat man auch sehr bald einen Verdächtigen, den Gärtner. Doch trifft dieses allgemeine Klischee zu?
„Die eiskalte Strohwitwe von Sylt“ von Dany R. Wood ist ein amüsanter und spannender Cozy Crime über eine Kult Oma aus dem Saarland, die bei ihrem Freund Hinnerk ermittelt. Schon auf dem Cover, das mir sehr gut gefällt, wird der Bezug zum Inhalt hergestellt und so ist es ein leichtes in diesen Küstenkrimi einzusteigen. Die Rentnerermittler von Sylt treffen hier auf einen verzwickten Fall, denn die Tote gehört zur reichen Unternehmerfamilie Lindholm und diese Familie ist sehr besonders. Das merkt auch die mit allen Wassern gewaschen Oma Käthe, die als Haushälterin einspringt und dort natürlich ihre eigenen Ermittlungen anstellen kann. Diese Familie entspricht aber auch in allen Teilen meinen Vorstellungen von Reichen und Schönen auf Sylt. Ebenso wie die beiden Friseure, Coiffeure, die auch dem Bild dieser Gattung entspricht. Ein kleinen Abstecher in die Kriminalistik gönnt sich der Autor mit dem mordenden Gärtner, der anfangs die Verdächtigenliste anführt. Auch das Klischee, dass der alte Kriminalist nicht loslassen kann und seinem nachfolgenden Sohn immer in die Quere kommt passt dazu. Einen Seitenstrang hat der Autor noch geschickt mit der nervenden Schwester von Hinnerk aufgebaut. Die Erzählung der Story ist natürlich sehr gut nachzuvollziehen und die Spannung passt für diesen Krimi auch
Ich mag Oma Käthe, ob auf Sylt oder im Saarland, mit ihrer erfrischenden Sicht auf die Dinge, die auch vor Reichen nicht halt macht. Dieses Wesen ist durch ihre Offenheit gekennzeichnet und das gefällt mir besonders. Ich kann auch diesen Krimi wieder gut empfehlen, er ist amüsant und spannend.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Ein Meister des Schach

Blindspiel
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Sascha, ein Junkie, braucht Geld, da er Schulden hat. Da kommt ihm der geklaute Apple Computer ganz recht. Doch als es plötzlich klingelt, ahnt er schon Böses. Sein Gefühl rügt ihn nicht, der Fremde erschießt ...

Sascha, ein Junkie, braucht Geld, da er Schulden hat. Da kommt ihm der geklaute Apple Computer ganz recht. Doch als es plötzlich klingelt, ahnt er schon Böses. Sein Gefühl rügt ihn nicht, der Fremde erschießt ihn. Die Kripo beschäftigt aber erst einmal ein weiterer Mord. Den an einer Frau, die ganz in weiße Farbe getaucht ist und eine schwarze Schachfigur im Hals stecken hat. Der Chef der Kripo bezieht Milo, einen Profiler, mit in die Ermittlungen ein, da es sich wohl um einen Serientäter handelt. Das ist allerdings für die anderen Mitglieder der Kripo so nicht klar und es sind auch nicht alle mit Milo einverstanden. Doch Milo hat auch im privaten Bereich Probleme, da er und seine Frau wegen eines Kinderwunsches zu sehr extravaganten Lösungen greifen. Doch für Milo geht es mit dem Morden weiter und die Theorie des Serientäters nimmt Fahrt auf.
Der Thriller „Blindspiel“ von Max Seeck ist ein Roman, der in Finnland spielt und ein sehr interessantes Thema behandelt, Schach mit Menschen. Das Cover finde ich ein bisschen düster, von der Vorstellung passt es genau zu Finnland im Winter oder Spätherbst, ein See eine Hütte und Dunkelheit. Die Morde in ein Schachspiel zu integrieren und tote Menschen als Figuren zu benutzen, finde ich krass Der Profiler Milo ist Spezialist bei Serienmorden und wird zu Hilfe gerufen. Doch Milo kämpft mit seinen eigenen, privaten Problemen, die aber auch auf seine Arbeit sich niederschlagen. Denn eines bezieht sich auf seine Mutter Liisa, die allerdings Rechtsmedizinerin ist und er mit ihr bei diesem Fall in ständigem Kontakt steht. In diesem Zusammenhang damit steht auch sein Stiefvater Stanislaw, ein ukrainischer Geheimdienstler, der allerdings auch seine Rolle bekommt. Ansonsten ist die Kripo noch wichtig, denn Minka, Robbe, Markus Saaloma und Kalle Avist die den Täter jagen, mit ihren Mitteln. Der Gegenspieler ist hochintelligent und wird nur Bobby genannt, nach dem amerikanischen Großmeister im Schach Bobby Fischer. Es ist wie ein Katz und Maus Spiel, das die Kripo und Milo veranstalten und sie irgendwie keine konkreten Hinweise haben, was sich natürlich im Lauf des Buches ändert. Aber es ist schon spannend zu sehen, wie der Profiler immer wieder von seiner Vergangenheit und seinen Problemen eingeholt wird. Dem Autor gelingt es ganz geschickt die Spannung immer wieder anzukurbeln und bis zum Ende zu steigern, denn er hat immer wieder Twitches eingebaut.
Ich finde den vorliegenden Thriller sehr lesenswert, da er die Spannung kontinuierlich aufbaut und es gelingt den Leser an dem Blindspiel zu beteiligen. Ich finde es ist ein typischer finnischer Thriller, der auch zeigt, was die Hauptfiguren außerhalb ihres Berufes umtreibt.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Die Wirklichkeit ist ein Fake

Reset
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Ein terroristischer Angriff auf ein Passagierflugzeug von London nach München lässt Deutschland erschüttern. Die Gefahr scheint so groß zu sein, dass Abfangjäger das Flugzeug begleiten und ein Pilot unautorisiert ...

Ein terroristischer Angriff auf ein Passagierflugzeug von London nach München lässt Deutschland erschüttern. Die Gefahr scheint so groß zu sein, dass Abfangjäger das Flugzeug begleiten und ein Pilot unautorisiert das Flugzeug abschießt. Allerdings stellt man fest, dass eigentlich keine Gefahr bestand. Doch was ist passiert? Es scheint etwas mit der digitalen Übertragung zu tun haben, denn es werden noch weitere unerklärliche Informationen verbreitet, die wie Nachrichten aussehen, aber Deepfakes sind. Die NATO zieht aus allen Ländern Spezialisten zusammen, um der Gefahr zu begegnen. Doch die Nachrichtenlage bricht zusammen. Ein japanischer Hacker stellt fest, dass alle Speicherchips von einem Virus befallen sind. Die Eingreiftruppe muss auf andere Hilfsmittel zurückgreifen, wie Funkamateure, um die Nachrichten zu verifizieren. Doch wie soll man weiter damit umgehen, alles zurückdrehen oder die Quelle ausschalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Der Thriller „Reset – Die Wahrheit stirbt zuerst“ von Peter Grand ist ein sehr spannendes Buch, dass eine Endzeitvision beschreibt. Die Frage ist kann uns diese Vision treffen oder ist alles nur ein Konstrukt. Genau diese Frage wird den Leser bei der Lektüre immer wieder begleiten, denn es ist immer wieder ein schmaler Grad zwischen Wirklichkeit und Fake. Ist das nicht unser täglich Brot, dass wir immer entscheiden müssen, was an den Nachrichten und wie sie dargestellt werden ist wahr oder nur die Sichtweise einzelner. Nach dem sehr drastischen Beginn des Buches werden die nächsten Kapitel unter der Überschrift der handelnden Charaktere beschrieben. Diese sind Spezialisten aus verschiedenen Ländern der Welt, die zusammen die Welt retten sollen. Es kristallisieren sich Hauptverbindungen heraus, z.B. Seiko und Akira aus Japan, die sich für einen Reset aussprechen und die den Virus auch lokalisieren. Dann sind da noch Valentine und Camille, die sich schon früher kennen und lieben gelernt haben, aber dann sich wieder trennten. Wobei Camille für den militärischen Teil der Aktion steht, also Ausschalten der Quelle, währen Valentine ein britischer Superintendent auf Irland stammend auf den Spuren seiner Schwester ist und damit sehr eigenständig unterwegs ist. Diese Erzählstrang wird zu einer spannenden Geschichte und auch in den Hauptstrang eingeflochten. Das ist die Stärke des Autors, dass er verschiedenen Stränge aufbaut und sie dann sehr geschickt zusammenbringt, wie z.B. die Erstellung einer Zeitung mit veralteter, aber sicherer Technik. Ist er Freund oder Feind der Digitalisierung, das ist auf jeden Fall eine zentrale Frage dieses Thrillers. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall sehr geschickt und spannend aufgebaut und die Erzählweise sehr fesselnd.
Für mich war es schwer diesen Thriller aus der Hand zu legen, da ich das Gefühl hatte, unbedingt die weiter Entwicklung verfolgen zu müssen. Das ist etwas, dass ich an diesem Thriller liebe, der Bezug zu meiner Wirklichkeit und die Frage Fake oder nicht. Toller Thriller sehr empfehlenswert.

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