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Veröffentlicht am 29.03.2026

Wer ist die mysteriöse Bewohnerin von Suite 11?

The Woman in Suite 11
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Inhalt:
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Nach traumatischen Erlebnissen auf dem Kreuzfahrtschiff Aurora ist die Reisejournalistin Laura „Lo“ Blacklock endlich zur Ruhe gekommen, hat eine Familie gegründet und versucht, ...

Inhalt:
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Nach traumatischen Erlebnissen auf dem Kreuzfahrtschiff Aurora ist die Reisejournalistin Laura „Lo“ Blacklock endlich zur Ruhe gekommen, hat eine Familie gegründet und versucht, wieder in ihrem alten Beruf zu arbeiten. Mitten in ihren mäßig erfolgreichen Bewerbungsversuchen erhält sie eine Einladung in ein Schweizer Luxushotel. Lo erkennt darin ihre Chance und reist dorthin. Kaum angekommen, begegnet sie Personen, die damals ebenfalls Passagiere auf der Aurora waren. Besonders die Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau in Suite 11 irritiert sie sehr. Bald darauf gerät sie in ein Netz aus Intrigen und weiß nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann.

Mein Eindruck:
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"»Oh nein, nein.« Alexander schwenkte den Zeigefinger. »Die Reichen sind niemals wirklich tot; gerade Sie sollten das wissen.«
»Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie genau wie alle anderen sterben«, entgegnete ich. Alexander hörte sich gern reden, aber was sollte das jetzt bitte?
Er schüttelte den Kopf und beugte sich zu mir, als wollte er mir ein Geheimnis anvertrauen. Sein Atem roch nach Wein und Ziegenkäseparfait.
»Natürlich sterben sie. Sans doute. Aber ihr Reichtum, ihr Vermögen leben weiter und damit auch ihr Einfluss. Geld stirbt nicht, Laura. Und Geheimnisse ebenso wenig. Es gibt viele Leute, denen es lieber wäre, das Buch wäre nicht erschienen.«
Es entstand eine lange Pause. Ich starrte Alexander Belhomme an und fragte mich, was er mir damit sagen wollte. Sollte es eine Drohung sein? Oder eine Warnung?" (S. 55)

Für mich war es das erste Werk der Autorin und ich habe erst beim Lesen realisiert, dass es sich um eine Fortsetzung von "The woman in Cabin 10" handelt. Zwar kann man theoretisch das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber da viele Figuren aus Band 1 wieder auftauchen, wäre es wohl besser gewesen. Dann hätte man die teilweise komplexen Beziehungsebenen besser verstehen können.

Die Handlung ist sehr kurzweilig, was an den recht kurzen Kapiteln liegt, sodass man geneigt ist, immer weiter zu lesen. Auch die Frage, wer vertrauenswürdig ist und welche Beweggründe die einzelnen Personen für ihre Handlungen haben, trägt zur Spannung bei.

Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass die Autorin sehr bemüht Charaktere aus dem ersten Teil unterbringen will, ohne dass diese für die weitere Handlung irgendeine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.
Man erlebt die Geschichte aus den Gedanken von Lo heraus und gerade diese Perspektive empfand ich zunehmend als anstrengend, vor allem ihre stetig wiederholenden Monologe und ihre Ängste, die sie jedoch nicht daran hindern, sie immer wieder in eine Falle tappen zu lassen und den falschen Leuten zu misstrauen. Insgesamt verhält sie sich nach meinem Empfinden oft sehr naiv, vor allem nach den Erfahrungen aus Band 1. Die Fallkonstruktion birgt zwar ihre Rätsel, wirkt aber auch sehr konstruiert, sodass mich das Ende nicht überzeugen konnte.
Trotz vieler Anspielungen auf den ersten Teil habe ich nach diesem Buch keine Motivation, weitere Werke der Autorin zu lesen.

Fazit:
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Kurzweiliger Thriller mit einer etwas anstrengenden Hauptperson und teilweise nicht überzeugender Handlungslogik

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Rätseln über einen Suizid

Der unsichtbare Elefant
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Gestaltung:
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Das Cover wirkt nüchtern, abgebildet ist die Silhouette eines fallenden Mannes. Die senkrechten Linien kann man in mehrfacher Hinsicht deuten. Gerade diese Schlichtheit hat mich ...

Gestaltung:
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Das Cover wirkt nüchtern, abgebildet ist die Silhouette eines fallenden Mannes. Die senkrechten Linien kann man in mehrfacher Hinsicht deuten. Gerade diese Schlichtheit hat mich neugierig werden lassen. Mir gefiel es sehr gut.

Inhalt:
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"Thomas Siebenmorgen starrt auf den Bildschirm. Die Buchstaben haben wieder ihren Tanz begonnen. Ein apokalyptischer Reigen. Der Rechtsanwalt hört Stimmen. Stimmen, die rufen. Stimmen, die schreien. Stimmen, die klingen, als kämen sie aus den uralten Tiefen der Vergangenheit. Er steht auf. Er knipst das Licht aus und tritt auf die ovale Galerie. Er betrachtet die gläserne Brüstung, die ihn von einem Abgrund trennt, in den er schon oft geblickt hat. Die Stimmen sind lauter geworden. Er kann den Sinn ihrer Worte nicht verstehen. Er kann nichts mehr fühlen. Keine Zeit. Nichts mehr empfinden. Keinen Raum. Nur den Wunsch, die Stimmen gäben Ruhe. Er klettert über die Brüstung. Er blickt in die Tiefe. Von unten streift ihn ein leichter Luftzug, den er kaum spürt. Da ist erst ein dumpfes Rauschen. Trompeten. Einen Augenblick scheint es ihm, als hielte die Welt inne. Dann begreift er, dass er nicht stillsteht, sondern mitsamt der Erde in unvorstellbarer Geschwindigkeit durchs Universum rast. Er ist bereit, sich ihm wieder anzuvertrauen. Er schließt die Augen, holt tief Luft und hält den Atem an." (S. 8)

Der Anwalt Thomas Siebenmorgen springt aus seinem Bürofenster direkt auf ein teures Kunstwerk und stirbt. Seine Kollegin María ist Zeugin. Viktor Kemper vom Kriseninterventionsteam (KIT) betreut sie. Obwohl es wie ein Suizid aussieht, fragen sich beide, welches Motiv der Anwalt hatte und warum er sich ausgerechnet auf der Arbeit in den Tod stürzte. Auch der junge Anwalt Simon wird seitens der Kanzlei auf Hintergrundrecherche angesetzt. So beginnen alle zu ermitteln und geraten dabei in ein Gemenge aus Kanzleigeheimnissen und persönlichen Abgründen, die bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs hineinreichen.

Mein Eindruck:
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"Jetzt konnte Viktor ihn förmlich wieder riechen, den Mief aus Selbstgerechtigkeit, geplatzten Träumen und verflossener Großmannssucht, der in der großelterlichen Wohnung umhergewabert war und in dem er damals inmitten von groß gemusterten Blumentapeten, goldkantigen Chiffongardinen und schweren Perserteppichen fast erstickt wäre. Der abgestandene Geruch des ausgebliebenen Endsiegs. Dieser unsichtbare Elefant aus unterdrückter Scham, verdrängtem Schmerz und unerträglicher Selbstgerechtigkeit mitten im Wohnzimmer. Dieses Ungetüm, das sich von der Unfähigkeit zu trauern ernährte. Das allgegenwärtig und doch nie zu greifen war." (S. 286)

Der Beginn des Romans war sehr spannend. Man wird Zeuge des Suizids und rätselt über die Hintergründe. Die Handlung wird von mehreren Schauplätzen durchleuchtet, man begleitet dabei abwechselnd Viktor, María und den jungen Anwalt Simon bei ihren Recherchen. Bis zur Hälfte des Romans verfolgt die Erzählung vorwiegend die Frage nach dem Motiv des Sprungs und deckt dabei einige Ungereimtheiten in der Kanzlei auf. Doch zu einer abschließend befriedigenden Antwort kommen die recherchierenden Personen dadurch nicht. Im weiteren Verlauf verliert sich der Roman m. E. in zu vielen Nebensträngen. Es werden Probleme der sogenannten Kriegsenkel durchleuchtet, aber auch Schuld im Krieg, persönliche Bereicherung zuungunsten anderer und inwieweit man sich von seinen Wurzeln und seiner Erziehung emanzipieren kann. Der Schluss wirkte für mich steif und so stark konstruiert, dass er mich nicht überzeugen konnte. Der Roman hatte ein großes Potenzial, die Sprache und die abwechselnden Perspektiven motivierten zum permanenten Weiterlesen, doch am Ende wollte der Autor zu viel auf einmal. Es werden zu viele Themen aufgegriffen, aber die einzelnen Stränge konnten am Ende nicht zusammengeführt werden.
Ja, der Roman regt zum Nachdenken an: Über das Leben, die Vergangenheit und ihren Einfluss auf uns sowie das Thema, was Glück wirklich bedeutet und wie viel Risiko man bereit ist, für sein Lebensglück auf sich zu nehmen. Das ist das, was ich für mich mitnehme. Die Geschichte selbst war für mich letztendlich jedoch zu unausgegoren, was ich sehr schade finde, denn der Beginn war vielversprechend.
Interessant war noch der Anhang mit weiterführenden Informationen zu den behandelten Themen.

Fazit:
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Vielversprechender Beginn, doch der Autor wollte zu viel auf einmal und das Ende konnte nicht überzeugen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.12.2025

Annemies Geheimnis

Das Flüstern der Marsch
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Gestaltung:
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Die Abbildung des Marschlandes mit einem Zugvogel im Vordergrund passt sehr gut zu diesem leisen, stillen und eindrücklichen Roman. Man gerät sofort ins Träumen und wird ...

Gestaltung:
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Die Abbildung des Marschlandes mit einem Zugvogel im Vordergrund passt sehr gut zu diesem leisen, stillen und eindrücklichen Roman. Man gerät sofort ins Träumen und wird neugierig.

Mein Eindruck:
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"Genau wie neulich mit Jon fragte ich mich, ob ich meinen Erinnerungen trauen konnte. Irgendwie ordneten sie alles nach komischen Kriterien, hatten einen ganz eigenen Algorithmus. Ich dachte, ich hätte uneingeschränkten Zugriff, könnte einzelne Szenen nach Bedarf heranzoomen. Ein Trugschluss. Mein Blick in die Vergangenheit schien auf einmal unzuverlässig, als wäre ich damals gar nicht selbst dabei gewesen und würde nur wiedergeben, was jemand anderes mir eingeflüstert hatte."
(Mona, S. 112)

Mona trifft kurz vor dessen 80. Geburtstag bei ihrem Großvater ein und erfährt, dass ihre Großmutter Annemie verschwunden ist. Niemand weiß, wo sie hingegangen ist, und ihren Opa scheint dies auch nichts auszumachen. Auch der Rest der Familie hält sich eher zurück. Durch einen Zufall begegnet sie ihrem Jugendfreund Jon wieder, der sie bei ihrer Recherche nach ihrer Oma und deren Geheimnissen unterstützt. Dabei hat Mona derzeit auch andere Probleme.
Während Mona in der Gegenwart recherchiert, erhält der Leser abwechselnd Einblicke in Annemies Leben in der Vergangenheit sowie in weitere Biografien von Frauen, die mit Annemie und ihrem Schicksal auf teilweise unbekannte Weise verbunden sind:
Monas Schwägerin Janne: Sie hat mit drei kleinen Kindern und einem Ehemann, der sie mäßig unterstützt, genug zu tun und dennoch hat sie die Vorbereitungen für das Geburtstagsfest ihres Schwiegervaters mehr oder weniger an sich gerissen und wirkt damit zunehmend überfordert. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass ihr Perfektionsanspruch durch ihre Schwiegermutter stark geprägt wurde.
Frejas Mutter ist früh gestorben, auch ihren Bruder hat sie auf tragische Weise verloren. Bei dessen Beerdigung wirft ihr Vater einen geheimnisvollen Zettel ins Grab, der Freja auf die Spur eines Geheimnisses ihrer Eltern bringt.

"Die Vergangenheit hatte dieses Fleckchen Erde fest im Griff. All das Leid, die Trauer, das Schweigen, die Geheimnisse. Ihr Vater tat so, als verschwänden Ereignisse, wenn man nicht über sie redete. Aber nur weil sie nie über den Krebstod ihrer Mutter sprachen, verringerte sich die Trauer nicht, [...]. Das Ergebnis blieb gleich. Aber genauso wie früher im Matheunterricht spielte es eine Rolle, ob man das Resultat herleiten konnte oder nicht. Es half, die zugrunde liegende Formel zu kennen. Nur so konnte man Alternativen entwickeln, es war die einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Man musste die Dinge verstehen, um sie nachträglich einordnen zu können und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wiederholten." (Freja, S. 89)

Die Beschreibung des Romans klang sehr vielversprechend. Die Umsetzung gestaltete sich jedoch schleppend. Generell ist die Idee gut, die unterschiedlichen Frauen über verschiedene Generationen hinweg einzubeziehen. Ich habe das Buch auch immer weiter lesen wollen, weil ich wissen wollte, welche Geheimnisse diese Familie birgt, ob Annemie am Ende gefunden wird und in welcher Beziehung Freja zu Annemie steht. Leider waren die einzelnen Passagen mir viel zu detailliert geschildert, und durch die ständigen Sprünge zwischen den Zeitebenen und Personen musste man sich stark konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Ab dem letzten Drittel wurde es dann zunehmend spannender und das Ende hat mich überzeugt.

Dieser Roman zeigt, wie lang anhaltend und schwerwiegend Auswirkungen von nicht ausgesprochenen Tatsachen und Gefühlen sich auf eine Familie auswirken können.
Besonders in der Nachkriegsgeneration gab es viele Probleme, die generationenübergreifend nachhallen. Vor allem Frauen hatten darunter zu leiden, aber indirekt waren natürlich auch die Männer betroffen. Mona war mir am sympathischsten, sie versucht, die Vorbelastung im positiven Sinne zu nutzen. Es besser zu machen als die Frauen vor ihr.
Die Geschichte mit Janne fand ich etwas überzogen und teilweise verstörend. Mir war nicht ganz klar, welche Rolle sie in dem Ganzen spielt und wieso ihr Part so ausführlich geschildert wurde. Für mich war sie nur eine Randfigur und für das Geheimnis nicht wirklich relevant.

Außer dass sich die Erzählung aufgrund der Detailreiche teilweise zu sehr in die Länge gezogen hat, hat mir der Roman gut gefallen.

Fazit:
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Verbotene Liebe, ungewollte Schwangerschaften, Ansprüche an die Mutterschaft sowie ein Schweigen, das generationenübergreifend belastet.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

In Teufels Küche

Devil's Kitchen
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Inhalt:
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"Sie sah ihn an. Er hatte den Kopf gesenkt und raufte sich mit den dreckverschmierten Fingern die Haare, die Ellbogen über dem Teller mit den Eiern gespreizt. Andy wusste, dass ...

Inhalt:
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"Sie sah ihn an. Er hatte den Kopf gesenkt und raufte sich mit den dreckverschmierten Fingern die Haare, die Ellbogen über dem Teller mit den Eiern gespreizt. Andy wusste, dass er sein Vorhaben angesichts ihrer klaren Worte hinterfragen könnte, aber genau das wollte sie erreichen. Er sollte sich ernsthaft mit seinem Vorhaben auseinandersetzen.
Denn er musste sich hundertprozentig darauf einlassen, jegliche Halbherzigkeit würde sie in Teufels Küche bringen." (S. 26)

Die Feuerwehreinheit "Engine 99" gilt als die Elite-Truppe der New Yorker Feuerwehr. Besonders ihr Anführer Matt wird seit seinem Einsatz am Tag 9/11 als Held verehrt. Doch hinter der Kulisse der scheinbar furchtlosen und perfekten Einheit verbergen sich Verbrecher. Um ihre Spielschulden zu begleichen oder sonstige finanzielle Schwierigkeiten auszugleichen, legen sie bewusst Feuer, um damit bei ihren Einsätzen Banken- und Juwelierläden auszurauben.
Einer dieser Männer ist Ben. Seit seine Freundin mit deren Sohn vor einigen Monaten spurlos verschwand, traut er seiner Truppe nicht mehr. Er ist bereit, alles zu tun, um sie zu finden und wendet sich an die Polizei. Diese schleust als verdeckte Ermittlerin Andy Nearland ein. Bei den Ermittlungen kommen sie und Ben sich näher als geplant und geraten zunehmend in tödliche Gefahr.

Mein Eindruck:
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Durch den Epilog wird gleich Spannung geschaffen: Andy und Ben wurden scheinbar von Matt und seinen Leuten enttarnt und ins Kreuzverhör genommen. Bevor es zum Äußersten kommt, geht die Handlung ein paar Wochen zurück und wird abwechselnd aus Bens und Andys Sicht erzählt, zusätzlich unterbrochen durch weitere Rückblicke in die Vergangenheit von Andys altem Ego "Dahlia", in denen beleuchtet wird, wie sie zu verdeckten Ermittlerin wurde und welche persönliche Verbindung sie zu ihrem Auftraggeber hat.

Ich stehe dem Thriller etwas zwiespältig gegenüber. Auf der einen Seite fand ich ihn sehr spannend erzählt. Bis zum Schluss gab es immer wieder überraschende Wendungen und die Actionszenen, vor allem bei den Feuerwehreinsätzen, sorgten für Spannung. Dadurch bekam man einige Einblicke in das Thema Brandbekämpfung. Auch die Raubüberfälle waren gut durchdacht. Allerdings war die Ebene, wie Dahlia zu Andy wurde, für mich etwas zu viel des Guten. Zumal die Beziehung zwischen ihr und dem Auftraggeber nicht wirklich relevant war für den Fall in der Gegenwart. Es waren mir außerdem zu viele Zeitsprünge und Personenwechsel in der Geschichte vorhanden. Diese waren zwar gut gekennzeichnet, aber dadurch wurden für meinen Geschmack zu viele parallele Handlungsstränge aufgemacht, was die Erzählung teilweise wirr statt spannend machte.
Mit den Personen bin ich absolut nicht warm geworden. Ben war mir noch am ehesten sympathisch und seine Handlungen überwiegend nachvollziehbar, aber allen anderen konnte ich nichts abgewinnen. Ihre Handlungsweisen fand ich oft sehr befremdlich.

Einerseits fesselte mich die Erzählung, da ich wissen wollte, wie es ausgeht und wer hinter dem Verschwinden von der Freundin und ihrem Sohn steckt. Auch die Einblicke in die Feuerwehrarbeit waren interessant. Andererseits waren es mir zu viele Handlungsstränge in einen Roman gepackt und zu wirr geschrieben. Die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen und die erotischen Szenen brauchte es für meinen Geschmack auch nicht.

Fazit:
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Spannende Einblicke in die Feuerwehrarbeit, aber auch etwas wirr mit unsympathischen Charakteren und einer nicht überzeugenden Auflösung

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Tod im Surf-Paradies

The Surf House
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Gestaltung:
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Das Titelbild passt sehr gut, der Blutfleck vor der schönen Meereskulisse lässt Böses ahnen.

Inhalt:
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Das Model Bea fühlt sich ausgebrannt und braucht eine ...

Gestaltung:
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Das Titelbild passt sehr gut, der Blutfleck vor der schönen Meereskulisse lässt Böses ahnen.

Inhalt:
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Das Model Bea fühlt sich ausgebrannt und braucht eine Auszeit von ihrem Job. Bei einem Shooting in Marrakesch wird sie in einer Pause Opfer eines Raubüberfalls. Eine Frau namens Marnie kommt ihr zufällig zur Hilfe und nimmt sie bei sich und ihren Freunden im "Surf House" auf. Es ist eine Pension in einem kleinen Dorf an der Küste Marokkos. Dort treffen sich vorwiegend Surfer und Aussteiger, um die perfekte Welle zu suchen und sich selbst zu finden. Bea lebt sich schnell ein, freundet sich mit Marnie an und fühlt sich von dem attraktiven Nachbarn Aiden angezogen, der die Nachbarpension betreibt. Doch Bea und Marnie teilen ein dunkles Geheimnis, das ihnen zunehmend zum Verhängnis wird. Und dann kommt ein neuer Gast an, der seine vermisste Schwester sucht, Aiden quält sichtbar seine Vergangenheit und schließlich stirbt jemand unerwartet. Bea gerät immer mehr in einen gefährlichen Strudel von Lügen, Intrigen und falschen Vorstellungen von Liebe.

Mein Eindruck:
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"Während der ersten Wochen surften wir nonstop. Marokko bestand für uns ausschließlich aus dem blauen Himmel, der weiß glühenden Hitze und der eiskalten Dünung des Atlantiks. Aus leeren Feldwegen, auf denen wir Staubwolken hinter uns aufwirbelten, während wir nach neuen Wellen suchten. Aus zerpflückten Fladenbroten, die wir mit den Händen aßen. Aus den zum Meer hin offenen Schiebetüren unserer Campingbusse. Aus Haschrauch, der uns in den Augen brannte, während wir uns im Schneidersitz am Feuer wärmten. Es war ein pures und unbeschwertes Glück – ein Haufen Freunde, Wellen und Sonnenschein. Es fällt uns schwer zu akzeptieren, dass es vorbei ist. Und noch schwerer zu glauben, was wir getan haben. Nun müssen wir mit diesen Erinnerungen leben. Ein krachender Schuss in einer mondbeschienenen Wüste. Der Kupfergeruch einer Blutlache, die sich im Sand ausbreitet. Ein Leichnam, gehüllt in ein Strandtuch, der in finsterer marokkanischer Nacht erstarrt." (E-Book, Seite 6)

Ich kannte das Werk "One of the Girls" der Autorin und hoffte auf eine ähnlich spannende Lektüre. Obwohl im Prolog bereits Unheil angekündigt wird und erste Spannung aufkommen lässt, gestaltete sich der weitere Anfang jedoch schleppend. Sehr ausgiebig wird Beas Job als Model und ihre innere Zerrissenheit sowie die Konflikte mit ihrer Mutter beleuchtet, die sie zum Ausstieg aus dem Beruf treiben. Dann kommt es zum Überfall und Marnies rätselhaftes Verhalten lässt erste ungute Gefühle im Leser aufkommen.
Insgesamt spitzt sich die Situation immer weiter zu, man rätselt, wer welche Rolle spielt und wie am Ende wohl alles zusammenhängen mag. Die Rückblicke aus Sicht der Vermissten, die von ihrem Bruder später gesucht wird, steigern die Spannung der Handlung zusätzlich. Dennoch flaut die Spannung auch immer wieder ab, indem das Surferleben für meinen Geschmack zu detailliert dargestellt wird und vor allem die erotischen Szenen hätten für mich nicht so umfangreich geschildert werden müssen.
Daher würde ich diesen Roman eher als Krimi statt als Thriller bezeichnen, dessen Spannung wie die Wellen zu- und wieder abnimmt, bis am Ende dann die große, riesige Welle mit der Auflösung kommt. Vor allem beim letzten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, während ich zwischendurch einige Passagen quer gelesen habe.
Zu Bea konnte ich keinen Zugang finden, ebenso wenig zu den anderen Personen. Ich kann schwer sagen, woran es liegt, aber ihre Beweggründe konnte ich nicht immer nachvollziehen. Insgesamt wirkten sie eher unnahbar für mich. Weder sympathisch noch unsympathisch.
Vor allem Surfliebhaber werden hier bedient, man kann diesen Krimi gut zwischendurch im Urlaub am Strand lesen.

Fazit:
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Eher ein Krimi mit einigen Längen als ein Thriller, gepaart mit paradiesischer Surferkulisse

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