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Veröffentlicht am 18.07.2025

»Alles hängt davon ab, was du willst: das Richtige tun oder an der Macht bleiben.«

Das Geschenk
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»Alles hängt davon ab, was du willst: das Richtige tun oder an der Macht bleiben.«

Weil die deutsche Bundesregierung unter Bundeskanzler Hans Christian Winkler den Import von Jagdtrophäen verboten hat, ...

»Alles hängt davon ab, was du willst: das Richtige tun oder an der Macht bleiben.«

Weil die deutsche Bundesregierung unter Bundeskanzler Hans Christian Winkler den Import von Jagdtrophäen verboten hat, schickt der Präsident von Botswana 20.000 Elefanten nach Berlin. Dort sind alle überfordert und wissen nicht, wie man mit den Tieren, die man zuerst auf deutlich weniger schätzt, umgehen soll. Sie sind einfach überall und müssen auch irgendwie versorgt werden.
Noch dazu muss jede Entscheidung genau abgewägt werden, um einerseits die deutsche Bevölkerung zu schützen und zweitens dem sowieso fortschreitenden Erstarken rechter Kräfte keine Angriffsfläche zu bieten.

Das ist die Ausgangssituation des Romans. Wie geht man nun damit um?
Genau damit beschäftigt sich der neue Roman von Gaea Schoeters und stößt dabei ein Interessantes Gedankenspiel an. Zwar stellt diese Situation eine Fiktion dar, doch beruht diese auf einer wirklichen Aussage von Mogkweetsi Masisi, dem Präsidenten von Botswana. Darüberhinaus lassen sich deutliche Parallelen zur hiesigen Politiklandschaft bemerken.

Zwischen politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Unmut, steht der kommerzielle, der Wirtschaft dienende Nutzen, die Elefanten gewinnbringend zu vermarkten. Darf Deutschland andere Länder bevormunden, ohne sich der dortigen Probleme überhaupt bewusst zu sein, geschweige denn sie bewältigen zu können?

Auch mit ihrem zweiten Roman hat Gaea Schoeters ein Buch geschrieben, dass die Grenzen der Moral auslotet und die Leser*innen zum Nachdenken anregt.
Dabei habe ich ihre präzise Sprache sehr genossen und besonders gelungen fand ich vor allem die exakten Beschreibungen der Elefanten, die einem diese majestätischen Tiere bildlich vor Augen führen.
Eine große Leseempfehlung!

Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher von ihr!

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Veröffentlicht am 18.07.2025

»Sie sind ein kompliziertes und schwieriges Wesen und ich bin es auch.«

»Liebes Fräulein Herz«
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»Sie sind ein kompliziertes und schwieriges Wesen und ich bin es auch.«
Thomas Mann an Ida Herz (18. Januar 1927)

Als Ida Herz Thomas Mann im Jahr 1924 auf einer Trambahnfahrt zwischen Fürth und Nürnberg ...

»Sie sind ein kompliziertes und schwieriges Wesen und ich bin es auch.«
Thomas Mann an Ida Herz (18. Januar 1927)

Als Ida Herz Thomas Mann im Jahr 1924 auf einer Trambahnfahrt zwischen Fürth und Nürnberg anspricht und ihre Bewunderung ihm gegenüber kundtut, markiert das den Beginn eines über drei Jahrzehnte währenden Austausches und findet auch Erwähnung im Roman „Doktor Faustus“. Bewusst meide ich den Begriff Freundschaft, da es zwar in ihren Augen ganz klar eine war und auch Thomas Mann in späten Jahren dazu tendierte, aber u.a. dessen Tagebucheinträge über Besuche von ihr überwiegend genervte Stimmungen vermerken.
Nichtsdestotrotz vertraute er ihr wie nur wenigen sonst Details über sein Leben und Werk an, beauftragte sie mit eigennützigen, aber nicht weniger vertrauensvollen Aufgaben und unterstütze ihr schon 1925 privat angelegtes „Thomas Mann Archiv“, indem er ihr zu diesem Zweck dienliches Material zusandte und er ebenfalls darauf stets zurückgreifen konnte, wenn er bestimmte Texte im Original oder als Abschrift für eigene Projekte benötigte.

Insgesamt sind 432 Briefe abgedruckt, davon die allermeisten von Thomas Mann, einige von Katia Mann und nur 27(!) von Ida Herz. Dabei ist anzunehmen, dass über 400 Briefe ihrerseits verloren gegangen oder bewusst vernichtet wurden. Umso glücklicher die Tatsache, dass zu Beginn des Mannschen Exils im Jahr 1933 einige Briefe von ihr erhalten sind und dieser Austausch ein eindrückliches zeitgeschichtliches Dokument der damaligen Geschehnisse inner- sowie außerhalb Deutschlands ist.
Außerdem ist der gesamte Briefwechsel etwas besonderes, da er die ambivalente Beziehung beleuchtet und Einblicke in die Beziehung zu einer wichtigen Vertrauten Thomas Manns, auch innerhalb familiärer Ansichten, gibt. Nicht weniger das Nachwort des Herausgebers Holger Pils, welches den literarischen Wert anerkennt und trotzdem kritisch aufgestellt ist.

Schade ist nur, dass die wenigen Briefe zwischen Ida Herz und Katia Mann nach Thomas Manns Tod nicht in diesen Band aufgenommen wurden.

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Veröffentlicht am 05.07.2025

»Obwohl er wusste, dass alles nur Schein und Trug war, ließ er sich doch gerne täuschen.«

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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»Obwohl er wusste, dass alles nur Schein und Trug war, ließ er sich doch gerne täuschen.«

Die ganze Stadt freut sich, denn nicht nur der Große Bellini ist zu Gast, sondern noch dazu Charles Banton. Somit ...

»Obwohl er wusste, dass alles nur Schein und Trug war, ließ er sich doch gerne täuschen.«

Die ganze Stadt freut sich, denn nicht nur der Große Bellini ist zu Gast, sondern noch dazu Charles Banton. Somit gastieren zwei Zauberkünstler in Wien. Als Charles Banton, der die Massen zu sich lockt, während der Premiere seine neue Weltsensation vorführt, passiert das Schlimmste, das man sich denken kann. Aus gekonnter und nur scheinbarer Zauberei wird Realität. Natürlich hatte Banton die Schreie seiner Assistentin ignoriert, als er den Sarg, in dem sie lag, zersägte. Schließlich waren diese Teil der Show, die jedoch in einem blutigen Spektakel endete, denn die Frau wurde wahrhaftig zerteilt. Doch wie konnte das passieren?
Noch dazu sind in den vergangenen Wochen vier junge Frauen, die am Prater angestellt waren, spurlos verschwunden. Zwei Fälle, denen Inspektor Leopold Herzfeldt und Reporterin Julia Wolf nachgehen werden. Und auch wenn sie nun kein Paar mehr sind, kreuzen sich ihre Wege.
Könnte es sogar sein, dass diese zwei Vorfälle irgendwie miteinander zusammenhängen?

Oliver Pötzsch‘ nun schon vierter Fall rund um Leopold Herzfeldt, Julia Wolf und den Totengräber Augustin Rothmayer entführt die Lesenden in die Welt des Wiener Praters zu Ende des 19. Jahrhunderts. Schon der Prolog entfaltete eine Sogwirkung und machte mich neugierig darauf, mehr über die geschilderten Vorkommnisse zu erfahren. Dementsprechend habe ich das Buch verschlungen, nicht zuletzt weil die mehreren Handlungsstränge so fesselnd sind.
Da ich mich schon in meiner Kindheit sehr für den Zirkus und das gesamte Künstlermilieu begeistern konnte, hat mir dieser Fall besonders gut gefallen.
Ich weiß nicht, wie Oliver Pötzsch es schafft, dass ich bei seinen historischen Krimis gegen Ende immer überrascht bin, wie es ausgeht, da er so viele Figuren einführt und falsche Fährten legt. Offensichtlich habe ich keinen guten Riecher dafür oder – was unanzweifelbar ist – er ist ein wahnsinnig guter Autor, nicht nur von Krimis.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

»Große Literatur bewahrt etwas von ihrer Zeit, bleibt dabei aber unvergänglich.«

Einfach Literatur
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Im Frühjahr des vergangenen Jahres stand Klaus Willbrand kurz davor sein Antiquariat für immer zu schließen und nahm als letzte Möglichkeit das Angebot der befreundeten Digitalberaterin Daria Razumovych ...

Im Frühjahr des vergangenen Jahres stand Klaus Willbrand kurz davor sein Antiquariat für immer zu schließen und nahm als letzte Möglichkeit das Angebot der befreundeten Digitalberaterin Daria Razumovych an. Über Nacht wurde er regelrecht zum Star. Auch bei mir dauerte es nicht lange, bis ich den Account vom Algorithmus empfohlen bekam.

Was für ein Wissen über Literatur muss Klaus Willbrand gehabt haben? Dass er es hatte, zeigte er uns bereits in seinen Videos und jetzt auch in Buchform.
Bei beiden wurde er von Daria mehr als nur unterstützt, weshalb beide im gleichen Zug genannt werden müssen. Ohne sie wäre sein Antiquariat längst geschlossen. Was dies für sein Vermächtnis bedeuten würde, welches nun ein ganz anderes ist und an dem viele teilhaben, ohne ihn überhaupt gekannt zu haben, möchte man sich gar nicht ausmalen. Am liebsten würde man ihn noch gerne weiterhin über Literatur reden hören.

Dieses Buch erzählt autobiografisch Klaus‘ Lebensweg, der alles andere als linear verlief und gerade deswegen so spannend ist! Dabei stellt er deutschsprachige, angloamerikanische und französische Autorinnen vor, die einerseits ihn selbst zeitlebens begeistert und andererseits die Literaturlandschaft geprägt haben. Zu manchen gibt es ausführlichere Anekdoten, zu anderen eher schlichte Kurzbeschreibungen und Werkempfehlungen.

Dieses Buch berührt einen allein schon, weil mehrere Menschen – Schreibende und Lesende – die gleiche Leidenschaft für großartige Literatur teilen. Was uns Klaus und Daria hinterlassen haben, ist ein Text, der sich seinem Leben, der Literatur und nicht zuletzt der schicksalhaften Begegnung mit Daria beschäftigt und zugleich keinen Lesekanon vorschreibt, sondern vielmehr Anregungen für mögliche zukünftige Lektüren gibt.
Wie gerne hätte ich, besonders von seinen autobiografischen Anekdoten und persönlichen Erlebnissen mit Autor
innen noch mehr gelesen, seinen Gedanken gelauscht und gewünscht, dass er die Veröffentlichung hätte miterleben können.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Literarische Orte der Weltliteratur

Schauplätze der Weltliteratur
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Die Weltliteratur ist umfangreich, nahezu unendlich und doch gibt es einige Werke, dessen Orte man nie wieder vergisst oder selbst früher oder später mal nicht nur gedanklich aufsucht. Diesen Orten, denen ...

Die Weltliteratur ist umfangreich, nahezu unendlich und doch gibt es einige Werke, dessen Orte man nie wieder vergisst oder selbst früher oder später mal nicht nur gedanklich aufsucht. Diesen Orten, denen von verschiedensten Autorinnen zu unterschiedlichster Zeit ein literarisches Denkmal gesetzt wurde, widmet sich dieses von John Sutherland herausgegebene Buch.

Dabei streift es, beginnend mit Jane Austen, den klassischen Kanon rund um Tolstois „Anna Karenina“, Virginia Woolfs „Mrs Dalloway“ oder Thomas Manns „Der Zauberberg“ und nimmt auch Bezug auf aktuellere Titel und noch lebende Autor
innen wie Jenny Erpenbeck oder Elena Ferrante. Berücksichtigt werden auch teils die unbekannteren Texte von bekannten Autorinnen.

Viele der erwähnten Romane – ja die Mehrzahl – kenne ich selbst noch nicht, bzw. nur vom Titel her. Aber umso gewinnbringender ist dieses Buch, da man durch die Kurzbeschreibungen zwar nicht den Stil des jeweiligen Romans kennenlernt, aber bezüglich des Inhalts eine Art Speed-Dating durchläuft und schauen kann, ob diese für einen selbst thematisch ansprechend erscheinen. Außerdem findet man in jeweiligen Seitenspalten zu allen Autor
innen aufs Wesentlichste beschränkte Infos.

Die Aufmachung dieses Buchs ist einfach nur gelungen, wunderschön und ergänzt durch Fotos und Bilder den Text. Somit ist es nicht nur für Liebhaber der Literatur etwas Besonderes oder als Geschenk geeignet, sondern lädt vielmehr einfach alle ein sich auf eine Reise zu literarischen Orten zu begeben.

Von dem Herausgeber John Sutherland gibt es in ähnlicher Gestalt auch noch das ebenfalls empfehlenswerte Buch „In 80 Büchern um die Welt“.

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