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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

atmosphärisch

Coram House
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Ich habe "Coram House" der Autorin Bailey Seybolt als Hörbuch eingelesen von Heidi Jürgens und Wolfgang Berger mit Spannung gehört.

Alex Kelley, einst eine gefeierte True-Crime-Autorin, begann in ihrem ...

Ich habe "Coram House" der Autorin Bailey Seybolt als Hörbuch eingelesen von Heidi Jürgens und Wolfgang Berger mit Spannung gehört.

Alex Kelley, einst eine gefeierte True-Crime-Autorin, begann in ihrem letzten Buch nach einem Schicksalsschlag einen folgenschweren Fehler. Um so erfreuter ist sie, als Alan Stedsan ein Rechtsanwalt sie anfragt sein Vermächtnis zu schreiben.
Sie bekommt von Stedsan Einblick in die Originalunterlagen zu dem ehemaligen katholischen Waisenhaus „Coram House“. Er führte in den 80-iger Jahren die Befragungen zu stattgefundenen Misshandlungen, Missbrauch und einem angeblichen Todesfall in dem Kinderheim durch.
Um so mehr Alex sich mit den Unterlagen beschäftigt, umso mehr stößt sie auf Ungereimtheiten und beginnt auf eigene Faust ehemalige Zeugen zu suchen und zu befragen. Als sie auf einen anscheinend ermordeten kleinen Jungen stößt, ist ihr Feuer geweckt und die Suche nach dem Schicksal des Jungen bringt auch andere in Gefahr.

"Coram House" überzeugt durch eine dichte und atmosphärische Erzählweise, die besonders durch den Handlungsort und deren Beschreibung unterstützt wird. Die beiden Sprecher waren mir nicht bekannt, musste mich erst einmal auf sie einlassen und fand sie im Verlauf der Geschichte immer passender.
Ein wenig hat mich die "Gefühlsduselei" der Protagonistin an manchen Stellen etwas genervt, die auch noch von stellenweise großer Naivität unterstützt wurde.

Die Auflösung des Falls war für mich stimmig und "Coram House" hat mich insgesamt gut unterhalten.

Veröffentlicht am 21.09.2025

tolle Sprecherin

Verschließ jede Tür
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Das Hörbuch des Autors Riley Sager, fantastisch eingelesen von Lisa Boss hat so einiges an Spannung zu bieten.

Es scheint, als hätte Jules nach ihrer schlimmen Phase im Leben nun so richtig Glück. Nachdem ...

Das Hörbuch des Autors Riley Sager, fantastisch eingelesen von Lisa Boss hat so einiges an Spannung zu bieten.

Es scheint, als hätte Jules nach ihrer schlimmen Phase im Leben nun so richtig Glück. Nachdem sie ihren Job verloren, dann noch ihren Freund in flagranti erwischt hat, schläft sie bei ihrer besten Freundin Chloé auf dem Sofa. Eine Zeitungsannonce mit dem Angebot als Housesitterin Geld zu verdienen, bringt sie in das altehrwürdige Bartholomew Haus in New York, nahe dem Central Park.
Die Wohnungsbesichtigung übersteigt ihre kühnsten Vorstellungen und Erwartungen. Es handelt sich um eine absolute Luxuswohnung mit Blick auf den Central Park. Die Bezahlung dafür kann sich sehen lassen: 1000 Dollar pro Woche. Die anderen Bewohner sind Schauspieler, Schriftsteller und andere hochgestellten Persönlichkeiten. Um den Job zu bekommen, muss sich Jules allerdings an so einige Regeln halten. So darf sie keinen Kontakt zu den anderen Bewohnern haben, noch Besuch bekommen. Doch für die Bezahlung lässt sie sich gerne darauf ein.
Als jedoch eine andere Housesittern spurlos verschwindet und ihr andere Dinge unheimlich sind, fühlt sie sich zunehmend unwohl im Bartholomew.

Die Sprecherin hat die einzelnen Stimmungen von Jules exzellent durch ihre starke Ausdrucksweise transportiert. Die Auflösung der Story konnte einen das Blut in den Adern gefrieren -wie gruselig die der Hintergrund des Housesittings.
Nachdem ich New kenne, musste ich doch nach den Wasserspeiern google, die befinden sich wie in meiner Erinnerung an dem Chrysler Haus, aber passen natürlich in der Geschichte zum Bartholomew.

Mir hat das Hörbuch einige spannende Stunden beschert, dafür bedanke ich mich mit 4 guten Sternen.

Veröffentlicht am 22.07.2025

Ja oder Nein?

Im Leben nebenan 
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"Im Leben nebenan", das Romandebüt der Autorin Anne Sauer ist ein spannendes und faszinierendes Gedankenexperiment. Wer träumt in seinem Leben nicht manchmal davon , wie das Leben mit einer anderen Entscheidung ...

"Im Leben nebenan", das Romandebüt der Autorin Anne Sauer ist ein spannendes und faszinierendes Gedankenexperiment. Wer träumt in seinem Leben nicht manchmal davon , wie das Leben mit einer anderen Entscheidung an einem Wendepunkt weiter gegangen wäre.
Dies verdeutlicht die Autorin mit der Geschichte von Toni/Antonia.

Toni wacht eines Morgens nicht mehr neben ihrer großen Liebe Jakob auf, sondern als Antonia bei ihrer Jugendliebe. Aber nicht nur dies, sie ist anscheinend Mutter geworden und kann sich an nichts erinnern. Da ist ihre Schwiegermutter Christa, die sich sehr um sie und die kleine Hanna bemüht.
Sie fühlt sich wie verrückt geworden und versucht aus diese Leben wieder auszubrechen. Für sie steht fest, sie führt ein unabhängiges Leben mit Jakob.

Die Autorin führt dieses Gedankenexperiment konsequent und nachvollziehbar durch. Dabei verdeutlicht sie, wie sich die Mutterrolle auf das Leben und die Entwicklung einer Frau auswirken kann. In der Gesellschaft ist es auch heute noch so, dass Frau nur als Mutter vollständig anerkannt wird und Frauen oft in die Rechtfertigung gedrängt werden.

Das Hörbuch wurde empathisch und mit sehr viel Gefühl eingelesen, sodass die Protagonistin sehr nahbar wirkte.

Veröffentlicht am 20.07.2025

lesenwert

Annas Lied
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Benjamin Koppel erzählt in dem Buch "Annas Lied" die Geschichte seiner jüdischen Großtante Anna Koppelmann, die mit ihrer Familie eigentlich von Polen nach Amerika auswandern sollte, aber in Kopenhagen ...

Benjamin Koppel erzählt in dem Buch "Annas Lied" die Geschichte seiner jüdischen Großtante Anna Koppelmann, die mit ihrer Familie eigentlich von Polen nach Amerika auswandern sollte, aber in Kopenhagen gestrandet ist.

Hannah ist das jüngste Kind der Familie Kappelmann, sie vergöttert ihre 4 großen Brüder. Als diese ins heiratsfähige Alter kommen, will die Familie, wie zu der Zeit üblich, die Hochzeiten ihrer Söhne arrangieren. Doch die Söhne brechen aus diesen Strukturen aus und heiraten allesamt eine nichtjüdische Frau. Besonders für die Mutter bricht eine Welt zusammen. Darum legt sie ihr ganzes Augenmerk auf Hannah, die schnell merkt, dass für sie als Mädchen/junge Frau gänzlich andere Regel gelten als für ihre Brüder.
Als Leser begleite ich Hannah ihr ganzes Leben, erfahre viel über ihre Träume und Sehnsüchte, über die Geborgenheit, die ihr ihre Familie während der Kindheit vermittelt, aber auch über die grausame Kriegszeit, die Ängste und die Trauer, die ihr Leben für sie bereithielt.
Ihr Schicksal und ihr Leben haben aus ihr eine starke Frau gemacht, die es niemals aufgab, an ihre Träume zu glauben.

Die langen Passagen über klassische Musikstücke waren für mich ein schönes Hineintauchen in die Musikwelt und sehr gut im Kontext zu lesen.

Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Veröffentlicht am 20.07.2025

komplexe Sprache, spannend

Chloés tödliche Kunst
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Eine Vernissage und die Vorkommnisse auf derselben lässt den pensionierten Kommissar Götz Lobsam in einem kuriosen Vermisstenfall auf eigene Faust ermitteln. Chloé eine junge, sehr talentierte Künstlerin ...

Eine Vernissage und die Vorkommnisse auf derselben lässt den pensionierten Kommissar Götz Lobsam in einem kuriosen Vermisstenfall auf eigene Faust ermitteln. Chloé eine junge, sehr talentierte Künstlerin verschwand mitsamt ihren Kunstwerken spurlos. Ein einziges Kunstwerk existiert noch, dies hat sie ihrem damaligen Freund Nowak geschenkt.

Als Götz die Einladung zu einer Ausstellung bekommt, meint er in den Bildern die Werke von Chloé zu erkennen. Er macht sich auf den Weg, weiht jedoch Henrik, einen Freund aus dem Oldtimer Club, ein. Die beiden verbindet eine Geschichte aus der Vergangenheit, auf die ich hier nicht näher eingehen mag.

Ihre Ermittlungen scheinen auf fruchtbaren Boden zu fallen, es geschehen suspekte Dinge und irgendjemand hat es nun auf sie abgesehen. Ist es der Täter?

Gregor Bär sticht durch seine ausgewählte Sprache, exzellente Beschreibungen von Charakteren und Umgebungen wohltuend im Krimieinerlei hervor.

Anhand des Klappentextes waren meine Erwartungen an das Buch gänzlich andere. Chloés bipolare Störung wird zwar immer wieder erwähnt, mir jedoch an manchen Stellen zu sehr mit den Allgemeinplätzen. Da hätte ich doch auf mehr Hintergrundinformationen gehofft.

Der Fall an sich war lesenswert, spannend und ich kann den Krimi auf jeden Fall empfehlen.