Melancholisch
Der KrabbenfischerThomas Flett lebt zusammen mit seiner Mutter in sehr einfachen Verhältnissen an der englischen Küste. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter war noch sehr jung bei seiner Geburt. Er arbeitet ...
Thomas Flett lebt zusammen mit seiner Mutter in sehr einfachen Verhältnissen an der englischen Küste. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, die Mutter war noch sehr jung bei seiner Geburt. Er arbeitet als Krabbenfischer. Dieses Handwerk wird schon seit Generationen in seiner Familie weitergegeben. Mit Pferd und Kutsche trotzt er bei Niedrigwasser der rauen See, um das tägliche Brot zu verdienen. Als er eines Tages nach Hause kommt und Besuch bei seiner Mutter ist, würde er am liebsten wieder gehen. Doch dann stellt sich heraus, es ist der Regisseur Edgar Acheson, der in der Gegend einen Film drehen will. Thomas soll ihm die See zeigen und selbst eine Rolle in dem Film spielen. Plötzlich scheint eine Welt jenseits seiner gewohnten Realität möglich. Möchte er diesem Versuch nachgehen oder doch seinem tristen Leben treu bleiben?
Poetisch, melancholisch und bildhaft wird hier erzählt. Schon länger hat Thomas Sehnsucht nach einem anderen Leben. Heimlich lernt er Gitarre spielen und ist verliebt in die Schwester seines Freundes. Jetzt endlich bietet sich ihm die Möglichkeit auszubrechen. Seine Sehnsucht nach Veränderung ist schmerzhaft greifbar. Thomas und die anderen Protagonisten sind authentisch, ganz normale Menschen. Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten dranzubleiben und weiterzulesen. Das Ende war dann allerdings absolut stimmig und rundete das Leseerlebnis ab.
Ein stiller, eindringlicher Roman, wunderbar atmosphärisch, in dem eigentlich nichts aber doch so unglaublich viel passiert. Für die Leser stiller, tiefgründiger Romane eine Empfehlung.