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Veröffentlicht am 18.01.2026

Gemischte Gefühle

Gut Erlensee – Marillas Schicksal
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Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie ...

Band 1 und 2 der „Gut Erlensee“ Trilogie habe ich seinerzeit kurz nach Erscheinen gelesen und sie haben mir sehr gefallen. Trotzdem lag Band 3 nun 2,5 Jahre auf meinem SuB. Ich wollte zwar wissen, wie es weitergeht, konnte mich aber nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass das Happy-End von Marilla und Eduard nicht von Dauer ist.
Nach dem Verlust von Eduard kehrt Marilla also in den Kreis ihrer Familie zurück. Obwohl erst wenige Monate vergangen sind, konnte sie sich auffallend schnell für den Nachbarn Graf Leonhardt erwärmen. Das fand ich etwas befremdlich, auch, wie schnell Liebesschwüre für sie möglich waren. Die komplette Geschichte von Marilla empfand ich ziemlich forciert und auf Drama ausgerichtet. Insbesondere auch das Verhältnis zur bösen Schwiegermutter in spe. Meiner Meinung nach hätte man Marilla und Eduard nicht antasten müssen, um Stoff für einen dritten Band zu haben. Die Nebenhandlungen waren nämlich äußerst fesselnd und mit mehr Tiefe als die Haupthandlung.
Zum einen hatten wir hier den Handlungsstrang um die jüngste Schwester Carla die einfach nur eine selbstständige Frau, die einen Hof leitet, sein möchte. Doch in den 1920er Jahren sehen die Konventionen andere Pläne für junge Mädchen vor. Ich fand ihren inneren Struggle sehr realistisch dargestellt und es hat mich bewegt, zu welchen Überwindungen sie fähig war, immer in der Hoffnung, ein wenig Glück zu finden.
Auch Bruder Georgs Geschichte ist eine, die zu Herzen geht. Ich habe mir Sorgen um ihn gemacht und gehofft, dass alles gut wird.
Schade, dass es keine weiteren Bände gibt und wir somit nicht erfahren werden, ob es für Carla und Georg ein Happy-End gibt.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Hanebüchen

The Woman in Suite 11
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Als ich in der Verlagsvorschau gesehen habe, dass Ruth Ware einen zweiten Thriller mit Lo Blacklock geschrieben hat, war ich gleich neugierig. „The woman in cabin 10“ hatte mir seinerseits gut gefallen. ...

Als ich in der Verlagsvorschau gesehen habe, dass Ruth Ware einen zweiten Thriller mit Lo Blacklock geschrieben hat, war ich gleich neugierig. „The woman in cabin 10“ hatte mir seinerseits gut gefallen. Vom Klappentext her dachte ich, dass „The woman in suite 11“ ein unabhängiger Thriller, mit der selben Hauptperson ist. Letztendlich ist das auch so, bei den ersten 100 hatte ich jedoch stark das Gefühl, dass ich eine Auffrischung gebraucht hätte. Nach 7 Jahren kann ich mich nur noch schemenhaft an das erste Buch erinnern und die plötzlich auftauchenden Charaktere vom Schiff und deren Konstellation lösten Fragezeichen in mir aus.

Nach den ersten 100 Seiten beginnt zum Glück der neue, in sich abgeschlossene Plot. Für ihren ersten Job nach der Kinderpause reist Journalistin Lo nach England. Sie hofft auf auf ein Exklusivinterview mit dem Finanzier Marcus Leidmann. Stattdessen trifft sie allerdings auf eine Frau, die Lo um Hilfe bittet.
Ab diesem Zeitpunkt kam es mir so vor, als wenn ich einen Bericht über einen Enkelkindertrick lese. Der Plan der Frau schreit aus jedem Wort förmlich „Das ist Betrug, du wirst reingelegt“. Es ist sonnenklar, dass diese aberwitzige Idee nicht funktionieren wird. Doch Lo ist unfassbar naiv. Sie lässt sich für eine quasi Fremde auf etwas kriminelles ein. Selbst, als sie ins Fadenkreuz einer Polizeiermittlung gerät, deckt sie die andere Frau, obwohl ihr Verhalten keinerlei Sinn macht. Wer geht ins Gefängnis für jemanden, den er nicht kennt. Wer würde überhaupt irgendetwas davon machen.
Hinzu kommt, dass gefüllt nie jemand telefonisch zu erreichen ist, sei es Los Mutter oder ihr Mann. Ständig erreicht Lo nur die Mailbox, was nach einer Weile einfach nur nervig und unglaubwürdig wurde. Die komplette Story inklusive des Endes ist dermaßen hanebüchen, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann.
Ich habe keine Ahnung, warum Ruth Ware diese Fortsetzung schreiben wollte, sie ist komplett unnötig. Charaktere aus „The woman in cabin 10“ hatten Gastauftritte, aber bis auf eine Person verschwanden sie sang- und klanglos wieder. Man hat auf irgendeinen Sinn gehofft, aber den gab es nicht. Warum haben Ben und Cole zum Beispiel den Anwalt besorgt. Mir kam alles einfach sehr wenig durchdacht vor.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

In Ordnung

Sonnenwende
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„Sonnenwende“ knüpft nahtlos an „Kaiserwald“ an. Die Geschichte wird nun nur noch aus zwei Perspektiven und ohne Rückblenden erzählt.
Anja Jonuleits Dilogie erzählt eine vielschichtige Geschichte mit ...

„Sonnenwende“ knüpft nahtlos an „Kaiserwald“ an. Die Geschichte wird nun nur noch aus zwei Perspektiven und ohne Rückblenden erzählt.
Anja Jonuleits Dilogie erzählt eine vielschichtige Geschichte mit vielen Geheimnissen. Die Antwort über das Schicksal der jungen Lehrerin Rebecca, die vor so vielen Jahren verschwunden ist, scheint komplex. 150 Seiten in Band 2 merkte ich, wie ich langsam ungeduldig wurde, nun endlich das Rätsel lüften zu wollen.
Im Allgemeinen hat mir die Reihe gut gefallen. Ich mochte sowohl Penelope als auch Falk als Charaktere und als Paar gerne, auch wenn Lügen in dem Ausmaß natürlich keine Basis sind.
Auf ca. 700 eng beschriebenen Seiten wird hier von Intrigen, die weit zurückreichen erzählt. Ich war konstant neugierig auf die Auflösung, hätte es aber nicht schlecht gefunden, wenn ab und an mal ein Geheimnis gelüftet worden wäre.
Ob die Aufteilung in zwei Bücher wirklich nötig war, sei dahin gestellt.
Sowohl „Kaiserwald“ als auch „Sonnenwende“ haben ihre Längen. Im Gegensatz zu „Rabenfrauen“ oder „Nachtfräuleinspiel“ gibt es diesmal auch keine historischen Fakten, die man sich mitnehmen kann. Ich empfand die Geschichte eher banal, deswegen hat mich überrascht, dass die Auflösung durchaus Raum für mehr Tiefgang gegeben hätte.
Ich fand die Bücher in Ordnung, aber so richtig verpasst man nichts, wenn man sie nicht liest.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Zu vorhersehbar

Eine von uns
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Samantha Hayes Thriller „Eine von uns“ klang vom Klappentext her nach einer fesselnden Geschichte. Der Start war auch richtig vielversprechend.

Nachdem Ginas und Matts Haus abgebrannt ist, bietet ihnen ...

Samantha Hayes Thriller „Eine von uns“ klang vom Klappentext her nach einer fesselnden Geschichte. Der Start war auch richtig vielversprechend.

Nachdem Ginas und Matts Haus abgebrannt ist, bietet ihnen Ginas Freundin Annie als Übergangslösung ihr Haus an, da sie sich gerade auf Reisen befindet. Die junge Familie mit zwei kleinen Kindern scheint somit Glück im Unglück gehabt zu haben, denn Annies Heim ist mehr als luxuriös, zudem kommt täglich die Haushaltshilfe Mary, die sich um alles kümmert. Doch mit jedem Tag, der verstreicht, kommt es Gina mehr so vor, als wenn Mary etwas im Schilde führt.

Das Buch wird als Thriller mit vielen Plottwists beworben. Theoretisch ist das zutreffend. In der Praxis ist es allerdings so, dass jedes Mal, wenn ein neuer Twist aufgebaut wurde, ich sofort vorher sagen konnte, wo es hinführen wird. Statt Überraschungsmomente gab es eine „Hab ich doch gleich gesagt“ Situation nach der anderen.
Die einzigen, die überhaupt keinen Dunst hatten, was los ist, waren die Protagonistinnen. Die Freundinnen kann man sich wie einen Haufen Hühner vorstellen, der aufgeregt durcheinander gackert. Als bei einer dann doch endlich der Groschen fällt, ist es auf so eine alberne und IQ-arme Art dargestellt, dass mir nichts anderes übrig blieb, als zu lachen, obwohl wir eigentlich mitten im spannenden Show-Down sein sollten.
Ginas Mann Matt macht zu Beginn einen ganz vernünftigen Eindruck. Ohne Vorwarnung verwandelt er sich in einen weinerlichen Jammerlappen, der scheinbar sein ganzes Leben seinen Charakter verbergen konnte.
Zum Finale wird die Geschichte überraschend brutal und erinnert an einen Slasher Movie. Mir kam „Eine von uns“ wie ein Debütroman vor, allerdings habe ich gesehen, dass Samantha Hayes in ihrem Heimatland schon einige Thriller veröffentlicht hat. Positiv zu sagen ist, dass der Schreibstil bildhaft ist und dass sich das Buch leicht wegsnacken lässt. Die Umsetzung des Ganzen fand ich leider weniger gelungen. Zu vorhersehbar und an den Haaren herbei gezogen. Eigentlich wollte ich das Buch mit 2 Sternen bewerten. Die letzten paar Seiten konnten mich dann aber doch noch kurz überraschen, so dass ich mich für 3 Sterne entscheide.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Sehr zäh

Die unsichtbare Hand
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Von Julie Clark wollte ich schon länger etwas lesen und „Die unsichtbare Hand“ wurde nun mein erstes Buch von ihr. Prinzipiell ist ihr Schreibstil leicht lesbar, dennoch konnte mich dieser Roman nicht ...

Von Julie Clark wollte ich schon länger etwas lesen und „Die unsichtbare Hand“ wurde nun mein erstes Buch von ihr. Prinzipiell ist ihr Schreibstil leicht lesbar, dennoch konnte mich dieser Roman nicht so wirklich packen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass „Die unsichtbare Hand“ auch nicht als Thriller gekennzeichnet ist.

Olive hat schon lange keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, einem Bestseller Autor. Als dieser explizit nach ihr als Ghostwriterin für seine Memoiren verlangt, sagt sie nur aus Geldnot zu. Doch je länger sie in dem Ort ihrer Kindheit in alten Kartons wühlt, desto stärker wird ihr Wunsch, endlich zu erfahren, ob Ihr Vater tatsächlich als Teenager seine Geschwister ermordet hat.
Die Rückblicke in die Vergangenheit, die aus Sicht der Schwester Poppy erzählt werden, lassen Zweifel an den Aussagen ihres Vaters aufkommen.

Ich mag Cold Cases und ich mag Familiengeheimnisse. Obwohl „Die unsichtbare Hand“ beides vereint, hat das Buch trotzdem nicht meinen Geschmack getroffen. Ich fand den Roman extrem langatmig. Die Gegenwartshandlung um Olive und ihren Vater ist dermaßen zäh, es geht gefühlt nie etwas vorwärts. Das Beste waren noch die Rückblenden zu Poppy, die insbesondere gegen Ende zumindest einen Hauch Spannung aufkommen lassen. Ich hatte die Hoffnung, dass mich die Auflösung noch von den Socken hauen wird, aber auch die entpuppte sich als wenig überraschend.
Alles in allem hat mir diese Buch wenig Spass gemacht, dennoch möchte ich gerne weitere Bücher von Julie Clark lesen, da die Klappentexte der beiden anderen sehr interessant klingen.

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