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Veröffentlicht am 28.07.2025

Zwischen Krankheit, Selbstfindung und (vermeitlichem) „Besser sein“

Junge Frau mit Katze
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Daniela Dröschers Buch „Lügen über meine Mutter“ ist ein Buch, das zwar nicht „bequem“ zu lesen war, jedoch thematisch wie inhaltlich einiges zum Nachdenken bot und mir insgesamt sehr gut gefallen hatte. ...

Daniela Dröschers Buch „Lügen über meine Mutter“ ist ein Buch, das zwar nicht „bequem“ zu lesen war, jedoch thematisch wie inhaltlich einiges zum Nachdenken bot und mir insgesamt sehr gut gefallen hatte.

Thematisch geht es bei der Autorin seitdem stets um Klassismus und (soziale) Herkunft, z.B. im Sachbuch „Zeige Deine Klasse“ (teilweise gelungen, wenn auch etwas überzogen) und im kleinen Format z.B. in der Mini-Anthologie „check your habitus“ (fand ich sehr gelungen).

Auf ihren autofiktionalen Roman „Junge Frau mit Katze“ war ich sehr gespannt.
Die junge Ela, die lebenslang quasi im Schatten ihrer (mehrgewichtigen) Mutter stand, ist erwachsen geworden. Sie ist die erste ihrer Familie, die Abitur hat und studiert (was schon in allen Veröffentlichungen bis zum Abwinken betont wurde). Sie steht kurz vor der langersehnten Promotioin, als ihr Körper plötzlich streikt.
Während die junge Frau von Arzt zu Arzt rennt, von einer (falschen?) Diagnose zur nächsten, und ihr Körper ständig neue Symptome zeigt, ihre Panik immer größer wird, muss sie sich fragen, ob sie wirklich einen Platz in der akademischen Welt „verdient“ hat ....
Diese Krankheits- sowie Lebensgeschichte ist natürlich eine sehr persönliche und somit schwer zu beurteilen, egal ob es als Roman oder Sachbuch geschrieben wäre.
Gegen Ende hin findet sich eine etwas lasche und fragwürdige Erklärung sowie eine passend zusammengeschriebende Selbstfindung der Protagonistin.

Das Buch lässt mich leider zwiegespalten bzw. mit eher unangenehmen Gefühlen zurück.

Es gibt diese leider weit verbreitete Denkweise, dass nur die-/derjenige etwas wert ist, die/der "es geschafft hat", sprich Abitur hat, studiert hat, Karriere gemacht hat, damit sozusagen bewiesenermaßen "etwas Besseres“ ist.
Ich dagegen denke, kein Mensch ist mehr oder weniger wert als ein anderer, ungeachtet von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Status oder Beruf, etc.

Schon das Buch „Lügen über meine Mutter“, was mir ja eigentlich gut gefallen hatte, rief in mir teils gemischte Gefühle hervor. Diese Gefühle waren bei diesem Roman noch viel stärker, nicht nur gemischt, sondern größtenteils entwickelte ich eher abweisende und negative Gefühle der Autorin bzw. ihrem literarischen Alter Ego gegenüber. Auch sie möchte bis zur Besessenheit, bis zum körperlichen Zusammenbruch beweisen, dass sie „es schaffen“ kann, etwas „Besseres“ zu werden, ihr Leben mit einer akademischen Karriere aufzuwerten.

"Ich las die Beurteilung abermals, dieses Mal jedoch mit einer gewissen Verärgerung. Ich hatte das Gefühl, die Zweitprüferin bewertete nicht meine Leistung, sondern mich als Person. Ganz so, als wäre ich jemand, der kein 'summa' verdiente, ganz gleich was ich tat oder nicht tat."

Erst als sie einsehen muss, dass ihr Körper ihr zu verstehen gibt, dass das nicht der richtige Weg ist, sieht sie widerwillig ein, dass es andere Lebensentwürfe gibt.

"Ich glaube, dass eine Erkrankung tatsächlich oftmals zu einer Erweckung führt. Ich glaube aber auch, dass einzig und allein man selbst diesen Zusammenhang herstellen kan. Tut es ein anderer ungefragt an unserer Stadt, fahren wir - die Kranken - unsere Krallen aus.
Jede einzelne meiner Episoden war für mich die Geburt eines anderen Selbst. Nie sagt der Körper so deutlich 'ich' wie in den Momenten, in denen er um seine Existenz fürchten muss."

Leider hat mich die literarische Verarbeitung dieser Erkenntnis nicht wirklich überzeugen können.

Am besten fand ich noch die Einschübe über ihre Mutter, abseits des Romans.

"Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, hätte meine Mutter ihre Liebe zum Lesen verteidigt. Vor sich selbst, ihrem Mann, ihrem Vater. Die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben haben Bücher als unnötigen Luxus betrachtet.
Auch wenn meine Mutter das Lesen eine ganze Weile fast ganz aufgegeben hat - eine Erzählerin ist sie geblieben. Sie kann gut mit Wörtern, wie man so schön sagt. Sie genießt es, sich umsichtig und gewählt auszudrücken.
Ist ihr jeder Gedanke gekommen, selbst zu schreiben? Vielleicht schreibt meine Mutter, indem sie spricht. Nur dass ich - so kommt es mir manchmal vor - ihre einzige Leserin bin."

Insgesamt bleiben mir vom Buch ein paar gute Gedanken und Sätze, ja, - doch insgesamt hat mich das Buch leider ziemlich enttäuscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

Zwischen Krankheit, Selbstfindung und (vermeitlichem) „Besser sein“

Junge Frau mit Katze
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Daniela Dröschers Buch „Lügen über meine Mutter“ ist ein Buch, das zwar nicht „bequem“ zu lesen war, jedoch thematisch wie inhaltlich einiges zum Nachdenken bot und mir insgesamt sehr gut gefallen hatte. ...

Daniela Dröschers Buch „Lügen über meine Mutter“ ist ein Buch, das zwar nicht „bequem“ zu lesen war, jedoch thematisch wie inhaltlich einiges zum Nachdenken bot und mir insgesamt sehr gut gefallen hatte.

Thematisch geht es bei der Autorin seitdem stets um Klassismus und (soziale) Herkunft, z.B. im Sachbuch „Zeige Deine Klasse“ (teilweise gelungen, wenn auch etwas überzogen) und im kleinen Format z.B. in der Mini-Anthologie „check your habitus“ (fand ich sehr gelungen).

Auf ihren autofiktionalen Roman „Junge Frau mit Katze“ war ich sehr gespannt.
Die junge Ela, die lebenslang quasi im Schatten ihrer (mehrgewichtigen) Mutter stand, ist erwachsen geworden. Sie ist die erste ihrer Familie, die Abitur hat und studiert (was schon in allen Veröffentlichungen bis zum Abwinken betont wurde). Sie steht kurz vor der langersehnten Promotioin, als ihr Körper plötzlich streikt.
Während die junge Frau von Arzt zu Arzt rennt, von einer (falschen?) Diagnose zur nächsten, und ihr Körper ständig neue Symptome zeigt, ihre Panik immer größer wird, muss sie sich fragen, ob sie wirklich einen Platz in der akademischen Welt „verdient“ hat ....
Diese Krankheits- sowie Lebensgeschichte ist natürlich eine sehr persönliche und somit schwer zu beurteilen, egal ob es als Roman oder Sachbuch geschrieben wäre.
Gegen Ende hin findet sich eine etwas lasche und fragwürdige Erklärung sowie eine passend zusammengeschriebende Selbstfindung der Protagonistin.

Das Buch lässt mich leider zwiegespalten bzw. mit eher unangenehmen Gefühlen zurück.

Es gibt diese leider weit verbreitete Denkweise, dass nur die-/derjenige etwas wert ist, die/der "es geschafft hat", sprich Abitur hat, studiert hat, Karriere gemacht hat, damit sozusagen bewiesenermaßen "etwas Besseres“ ist.
Ich dagegen denke, kein Mensch ist mehr oder weniger wert als ein anderer, ungeachtet von Herkunft, Rasse, Geschlecht, Status oder Beruf, etc.

Schon das Buch „Lügen über meine Mutter“, was mir ja eigentlich gut gefallen hatte, rief in mir teils gemischte Gefühle hervor. Diese Gefühle waren bei diesem Roman noch viel stärker, nicht nur gemischt, sondern größtenteils entwickelte ich eher abweisende und negative Gefühle der Autorin bzw. ihrem literarischen Alter Ego gegenüber. Auch sie möchte bis zur Besessenheit, bis zum körperlichen Zusammenbruch beweisen, dass sie „es schaffen“ kann, etwas „Besseres“ zu werden, ihr Leben mit einer akademischen Karriere aufzuwerten.

"Ich las die Beurteilung abermals, dieses Mal jedoch mit einer gewissen Verärgerung. Ich hatte das Gefühl, die Zweitprüferin bewertete nicht meine Leistung, sondern mich als Person. Ganz so, als wäre ich jemand, der kein 'summa' verdiente, ganz gleich was ich tat oder nicht tat."

Erst als sie einsehen muss, dass ihr Körper ihr zu verstehen gibt, dass das nicht der richtige Weg ist, sieht sie widerwillig ein, dass es andere Lebensentwürfe gibt.

"Ich glaube, dass eine Erkrankung tatsächlich oftmals zu einer Erweckung führt. Ich glaube aber auch, dass einzig und allein man selbst diesen Zusammenhang herstellen kan. Tut es ein anderer ungefragt an unserer Stadt, fahren wir - die Kranken - unsere Krallen aus.
Jede einzelne meiner Episoden war für mich die Geburt eines anderen Selbst. Nie sagt der Körper so deutlich 'ich' wie in den Momenten, in denen er um seine Existenz fürchten muss."

Leider hat mich die literarische Verarbeitung dieser Erkenntnis nicht wirklich überzeugen können.

Am besten fand ich noch die Einschübe über ihre Mutter, abseits des Romans.

"Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, hätte meine Mutter ihre Liebe zum Lesen verteidigt. Vor sich selbst, ihrem Mann, ihrem Vater. Die beiden wichtigsten Männer in ihrem Leben haben Bücher als unnötigen Luxus betrachtet.
Auch wenn meine Mutter das Lesen eine ganze Weile fast ganz aufgegeben hat - eine Erzählerin ist sie geblieben. Sie kann gut mit Wörtern, wie man so schön sagt. Sie genießt es, sich umsichtig und gewählt auszudrücken.
Ist ihr jeder Gedanke gekommen, selbst zu schreiben? Vielleicht schreibt meine Mutter, indem sie spricht. Nur dass ich - so kommt es mir manchmal vor - ihre einzige Leserin bin."

Insgesamt bleiben mir vom Buch ein paar gute Gedanken und Sätze, ja, - doch insgesamt hat mich das Buch leider ziemlich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Fassaden: Leider sehr ausschweifend und handlungsarm

Fassaden
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Lauren Elkins Roman "Fassaden” erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichten zweier Frauen.
Da ist zum einen Anna, die im Jahr 2019 mit ihrem Mann David in Paris lebt. Sie ist Psychoanalytikerin, übt den ...

Lauren Elkins Roman "Fassaden” erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichten zweier Frauen.
Da ist zum einen Anna, die im Jahr 2019 mit ihrem Mann David in Paris lebt. Sie ist Psychoanalytikerin, übt den Beruf aber aktuell nicht aus, da sie unter den Folgen einer Fehlgeburt leidet. Ihr Mann David hat einen Job in London angenommen, so dass sie ihre Tage hauptsächlich alleine verbringt. Sie ist besessen von der Idee, die Küche zu renovieren. Außerdem freundet sie sich mit ihrer Nachbarin, der jüngeren Clémentine, an. Diese gehört einem radikal-feministischen Kollektiv an.
Auf der anderen Seite ist da im Jahr 1972 Florence, die mit ihrem Mann Henry ebenfalls die Küche renoviert. Florence ist dabei, ihr Psychologiestudium abzuschließen, außerdem hofft sie, schwanger zu werden. Doch Henry ist sich nicht sicher, ob er schon bereit ist, Vater zu werden.

Leider konnte mich dieser Roman, der vom Klappentext her recht vielversprechend klang, nicht wirklich überzeugen.
Der Schreibstil ist sehr, sehr, sehr ausschweifend … und es passiert nicht wirklich viel. Ich muss leider sagen, dass ich mich mehr durch die 480 Seiten gequält habe, besonders gegen Ende hin.
Das erwartete Lesevergnügen bliebt weitgehend aus. Ich hatte hier wohl andere (und höhere) Erwartungen.
Besonders der Teil rund um Florence und Henry war so belanglos, dass ich sehr enttäuscht war.
Vor allem hatte ich erwartet, dass die beiden Frauengeschichten mehr miteinander verwoben werden, was leider nicht der Fall war. So bleibt für mich die Frage, was die kurze Anekdote um Florence überhaupt aussagen sollte.

Zwischendrin blitzen mal ein paar interessante Worte auf -

"Man wird in dem Sinne nicht geheilt. Es gibt kein Heilmittel gegen das Menschsein."

"Ich frage mich, wozu die Plane dient. Wahrscheinlich soll sie verhindern, dass Fassadentrümmer auf die Straße fallen. Ich habe Verständnis. Womöglich habe ich etwas Vergleichbares durchgemacht, eine dramatische Veränderung, in deren Folge ich für die Außenwelt gefährliche Splitter meiner selbst absondere. Nachdem wir das Kind verloren hatten, wollte ich mich in eine Plane hüllen. Nicht um meinetwillen, sondern um die Welt vor mir zu schützen."

"Seine Mutter hat ihm alles abgenommen. Ich verurteile sie nicht, sie hatte es nicht immer leicht, aber die Welt können wir nur verbessern, indem wir unsere Söhne zu Feministen erziehen. Wir machen die Menschen, und wir sollten in der Lage sein, sie besser zu machen."

- doch insgesamt sprang der Funke leider nicht über.

Die Figuren blieben für mich leider recht fern, ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen.
Schade, aus dem interessant klingenden Plot hätte man sicher mehr machen können.
So vergebe ich leider nur 2 Sterne. ⭐️

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Mein drittes Buch dieser Autorin: Konnte mich leider nicht überzeugen

Wo der Wolf lauert
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„Wo der Wolf lauert“ von Ayelet Gundar-Goshen ist mein drittes Buch dieser Autorin, doch leider fand ich es auch am schwächsten.
Zuvor hatte ich "Löwen wecken" und "Ungebetene Gäste" gelesen, diese fand ...

„Wo der Wolf lauert“ von Ayelet Gundar-Goshen ist mein drittes Buch dieser Autorin, doch leider fand ich es auch am schwächsten.
Zuvor hatte ich "Löwen wecken" und "Ungebetene Gäste" gelesen, diese fand ich deutlich besser (wenn ich auch da jeweils einige Kritikpunkte hatte).
Die Autorin folgt in ihren Romanen offenbar immer einem ganz bestimmten Skript; thematisch geht es fast immer um Schuld/Verantwortung, Rassismus/Antisemitismus und ähnliche gesellschaftskritische Themen, was ich grundsätzlich sehr gut finde. Auch ihr sehr guter Schreibstil gehört zu den Stärken der Autorin.
Die Schwächen bei all ihren bisher gelesenen Büchern waren meiner Meinung nach, dass sie sich viel zu oft in Nebensächlichkeiten verliert, die an der eigentlichen Story vorbeigehen und das ganze unnötig in die Länge ziehen. Auch die Enden ihrer Bücher fand ich bisher nie wirklich befriedigend, doch dieses Buch war insgesamt am schwächsten; die Geschichte nicht wirklich überzeugend und schlüssig.

Hier geht es um die jüdischstämmige Familie Schuster, Lilach (genannt Lila), ihren Ehemann Michael und ihren Sohn Adam.
Der Ehemann ist erfolgreich, sie haben ein Haus mit Pool in Silicon Valley, sind privilegiert und wohlhabend; alles könnte bestens sein.
Als bei einem Attentat auf die Synagoge der jüdischen Gemeinde ein Mädchen stirbt, ist die Gemeinde in Aufruhr und Lila in Sorge um ihre Familie. Sie überredet Adam, einen Selbstverteidigungskurs zu machen.
Adam will erst nicht, ist dann jedoch plötzlich sehr begeistert vom Kurs sowie dem Kursleiter Uri, einem ehemaligen israelischen Elitesoldaten. Lila ist skeptisch, doch Michael findet es gut, wünscht er sich doch einen "stärkeren", wehrhaften Sohn.
Als auf einer Party ein Mitschüler ihres Sohnes Adam stirbt, verhält Adam sich merkwürdig und Lila wittert Gefahr.... Wie gut kennt sie ihren Sohn wirklich?
Es kommt ans Licht, das Adam in der Schule gemobbt wurde, vor allem von Jamal Jones - dem Jungen, der auf der Party starb.
Die Lage spitzt sich zu - mehr möchte ich nicht verraten, um nicht zu spoilern.
Die Geschichte ist geschrieben wie ein Krimi, in dem vor allem anfangs viel passiert, doch vieles wird nur angedeutet, vor allem Adams vermeintliche Schuld.
So richtig überzeugen konnten mich leider weder die Charaktere noch die Geschichte, die teils zäh und unnötig in die Länge gezogen war. Daher kann ich diesen Roman nicht wirklich weiterempfehlen.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 14.07.2025

Mein drittes Buch dieser Autorin: Konnte mich leider nicht überzeugen

Wo der Wolf lauert
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„Wo der Wolf lauert“ von Ayelet Gundar-Goshen ist mein drittes Buch dieser Autorin, doch leider fand ich es auch am schwächsten.
Zuvor hatte ich "Löwen wecken" und "Ungebetene Gäste" gelesen, diese fand ...

„Wo der Wolf lauert“ von Ayelet Gundar-Goshen ist mein drittes Buch dieser Autorin, doch leider fand ich es auch am schwächsten.
Zuvor hatte ich "Löwen wecken" und "Ungebetene Gäste" gelesen, diese fand ich deutlich besser (wenn ich auch da jeweils einige Kritikpunkte hatte).
Die Autorin folgt in ihren Romanen offenbar immer einem ganz bestimmten Skript; thematisch geht es fast immer um Schuld/Verantwortung, Rassismus/Antisemitismus und ähnliche gesellschaftskritische Themen, was ich grundsätzlich sehr gut finde. Auch ihr sehr guter Schreibstil gehört zu den Stärken der Autorin.
Die Schwächen bei all ihren bisher gelesenen Büchern waren meiner Meinung nach, dass sie sich viel zu oft in Nebensächlichkeiten verliert, die an der eigentlichen Story vorbeigehen und das ganze unnötig in die Länge ziehen. Auch die Enden ihrer Bücher fand ich bisher nie wirklich befriedigend, doch dieses Buch war insgesamt am schwächsten; die Geschichte nicht wirklich überzeugend und schlüssig.

Hier geht es um die jüdischstämmige Familie Schuster, Lilach (genannt Lila), ihren Ehemann Michael und ihren Sohn Adam.
Der Ehemann ist erfolgreich, sie haben ein Haus mit Pool in Silicon Valley, sind privilegiert und wohlhabend; alles könnte bestens sein.
Als bei einem Attentat auf die Synagoge der jüdischen Gemeinde ein Mädchen stirbt, ist die Gemeinde in Aufruhr und Lila in Sorge um ihre Familie. Sie überredet Adam, einen Selbstverteidigungskurs zu machen.
Adam will erst nicht, ist dann jedoch plötzlich sehr begeistert vom Kurs sowie dem Kursleiter Uri, einem ehemaligen israelischen Elitesoldaten. Lila ist skeptisch, doch Michael findet es gut, wünscht er sich doch einen "stärkeren", wehrhaften Sohn.
Als auf einer Party ein Mitschüler ihres Sohnes Adam stirbt, verhält Adam sich merkwürdig und Lila wittert Gefahr.... Wie gut kennt sie ihren Sohn wirklich?
Es kommt ans Licht, das Adam in der Schule gemobbt wurde, vor allem von Jamal Jones - dem Jungen, der auf der Party starb.
Die Lage spitzt sich zu - mehr möchte ich nicht verraten, um nicht zu spoilern.
Die Geschichte ist geschrieben wie ein Krimi, in dem vor allem anfangs viel passiert, doch vieles wird nur angedeutet, vor allem Adams vermeintliche Schuld.
So richtig überzeugen konnten mich leider weder die Charaktere noch die Geschichte, die teils zäh und unnötig in die Länge gezogen war. Daher kann ich diesen Roman nicht wirklich weiterempfehlen.

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