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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2026

Unterhaltsam

Die dunkle Seite der Schokolade
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Im März 2026 hat die Autorin Dina Casparis den historischen Kriminalroman „Die dunkle Seite der Schokolade“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und verdient ...

Im März 2026 hat die Autorin Dina Casparis den historischen Kriminalroman „Die dunkle Seite der Schokolade“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und verdient volle 5 Punkte. Hier zeigt Nina Schäfer mal wieder was sie kann und empfiehlt sich für das Cover des Jahres.
Serafine Montalin bewirbt sich aus persönlichen Gründen bei einer Schokoladenfirma. Sie möchte den Tod ihres Vaters aufklären. Ihre Stelle als Compliance-Managerin sichert ihr den Zugang zu allen Unterlagen. Kaum hat sie ihren neuen Job angetreten, da wird sie in in- und externe Auseinandersetzungen verwickelt, die für sie gefährlich werden.
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Denn viele Jahre habe ich in einer Schokoladenfirma gearbeitet. Als Internal Controls Managerin für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit diesem Wissen kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Autorin die Hintergründe (Schokoladenanbau, Kinderarbeit u. ä.) korrekt und leicht verständlich aufzeigt. Dadurch erhält der Leser viel Hintergrundwissen.
Der Schreibstil von Dina Casparis liest sich leicht und locker. Die Autorin nutzt moderne Wörter. Dem Erzählten kann ich gut folgen und ich kann mir alles gut vorstellen.
Dieser Roman wird im Genre historischer Kriminalromane geführt. Und ja, er hat Krimi-Elemente. Im Vordergrund steht meiner Meinung nach jedoch die Familiengeschichte von Serafine, die für sich alleine genommen schon völlig ausreicht um lesenswerte 384 Seiten zu füllen. Leider erliegt die Autorin der Versuchung ein paar unnötige Szenen einzubauen, wie z. B. das Fallen in die Schokoladenmasse. Aus meiner Sicht ist das gar nicht nötig und verleidet mir ein wenig das Lesen.
Alles in allem hat Dina Casparis mit „Die dunkle Seite der Schokolade“ einen Roman herausgebracht, der mit seinen Krimielementen ein wenig zu viel will. Wer Lust auf eine unterhaltsame Familiengeschichte hat, die mit einigem fundierten Hintergrundwissen über die Schokoladenproduktion angereichert ist, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 3 verdiente Lesesterne.

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Nicht so gruselig

Das Gutshaus im Nebel
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Ende Februar 2026 hat die Autorin Katja Angenent gemeinsam mit dem Verlag emons: den Mystery-Roman „Das Gutshaus im Nebel“ herausgebracht. Auch wenn das Cover den Zusatz Kriminalroman trägt halte ich Mystery ...

Ende Februar 2026 hat die Autorin Katja Angenent gemeinsam mit dem Verlag emons: den Mystery-Roman „Das Gutshaus im Nebel“ herausgebracht. Auch wenn das Cover den Zusatz Kriminalroman trägt halte ich Mystery für das passendere Genre. Dann passen der Titel und das Cover gut zur Geschichte.
Es ist das Jahr 1882. Die junge Charlotte Jäger staunt nicht schlecht. Sie bekommt eine Stellung angeboten, wo sie nicht nein sagen kann. Sie soll einen heranwachsenden Adelsjungen auf dem Gut Valarian betreuen. Als Lehrerin ist sie dafür qualifiziert und das Geld kommt ihr gelegen. Kaum dort angekommen fragt sie sich jedoch, ob das so die richtige Entscheidung gewesen ist, die sie getroffen hat.
Ich lese gerne und viel. Am liebsten Regionalromane. Gerne mache ich Ausflüge in das Mystery-Genre und das macht mir meistens großen Spaß.
Der Start in die Geschichte ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Katja Angenent liest sich leicht und locker. Ich kann ihren Worten gut folgen und mir alles gut vorstellen. Gemeinsam mit Charlotte bemühe ich mich auf Gut Valarian anzukommen. Der Adelssprössling macht es ihr alles andere als einfach, er brilliert in der Rolle des Stinkstiefels im Mini-Format. Der Herr des Hauses ist mir auch nicht sympathischer. Es gibt merkwürdige Verbote. Charlotte darf das Anwesen nicht verlassen, in der Dunkelheit nicht in den Garten, sie hört merkwürdige Geräusche und sieht sich selbst auf einem Foto. Dafür bekommt sie herrliche Kleidung bereitgestellt und eine Angestellte zur Hand, die ihr zeigen soll, wie sich eine Dame zu kleiden und zu frisieren hat. Als ihr suggeriert wird, sie sei geisteskrank, neigt Charlotte dazu, sogar das zu glauben.
Mir geht das ein wenig zu weit. Nun wissen wir alle, dass es eine logische Erklärung für all diese Vorkommnisse geben muss und geben wird. Und die gibt es auch. Nach und nach löst Angenent das Rätsel um diese Villa im Nebel. Dabei wird mir leider nicht gruselig und das ist schade. Es gibt viele andere Geschichtenerzähler, die das schaffen.
Alles in allem hat Katja Angenent mit „Ein Gutshaus im Nebel“ einen Mystery-Roman auf den Büchermarkt gebracht, der mich nicht überzeugt hat. Von mir bekommt die Autorin 3 verdiente Lesesterne, denn diese Geschichte hat mich trotz meiner Kritik gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Unkonventionell!

Gamsalp
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Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat der Autor für Spannungsliteratur Christian Gauer den Regionalkrimi Gamsalp herausgebracht. Das Cover und der Titel passen gut zur Geschichte. Dies ist mein erster Krimi mit dem Autor.
Der Privatermittler Elwood leidet unter dem Tod seiner Hündin Viva. Er geht auf eine Wanderung durch das Toggenburg und trifft auf eine Gruppe zwielichtiger Gestalten. Unfreiwillig muss er eine Nacht bei Ihnen verbringen. Dann trifft er auf Bänziger von der Kripo St. Gallen, der ihn um Unterstützung bittet. Es wurde ein Toter entdeckt und es gibt Zweifel, ob es ein Unglücksfall oder ein Mord gewesen ist. Elwood startet mit seinen Ermittlungen und trifft schnell wieder auf seine Peiniger…
Man sieht sich immer zweimal. Mit diesem Satz bin ich aufgewachsen und mit diesen Satz habe ich im Kopf, während ich an der Seite von Elwood durch das Toggenburg streife. Sehr gut gelungen ist es dem Autor, die Landschaft und die Atmosphäre einzufangen. Mir ist beim Lesen oft unheimlich zumute. Intensiv und einfühlsam beschreibt er Elwoods Gefühlsleben. Der Tod seiner Hündin setzt ihm zu und die Erlebnisse mit der Gruppe tragen ihren Teil dazu bei, dass es ihm nicht besser geht. Detailreich und offen zugleich beschreibt Christian Gauer die zusammengewürfelte Truppe, die ich auf keinen Fall bei einer Wanderung treffen möchte.
Nicht so einfach ist der Schreibstil des Autors für mich und so hat es drei Anläufe und einige Seiten gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Dann ging es gut und gegen habe ich meinen Gefallen an der wenig konventionellen Erzählweise gefunden.
Der eigentliche Kriminalfall ist sauber gelöst, meine Fragen sind beantwortet. Leider finden die Ermittlungen eher im Hintergrund statt, hier hätte ich mir mehr Konzentration auf den Fall gewünscht.
Alles in allem hat Christian Gauer mit Gamsalp einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der für die Leser geeignet ist, die Sinn für eine unkonventionelle Erzählweise, einen unkonventionellen Ermittler und unkonventionelle Persönlichkeiten haben. Von mir bekommt der Autor 3 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Mörderischer Ammersee

Mordshitze am Ammersee
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Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle ...

Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle mit zwei Booten im Sonnenuntergang. Doch die Idylle trügt.
Im oberbayrischen Ammertal schlägt der Sommer gnadenlos zu. Es herrscht eine irre Hitze und der Wasserpegel des Ammersees sinkt. Dabei gibt der See die Leiche eines Mannes frei, der schon lange vermisst wurde. Der zuständige Kommissar Meisinger findet heraus, dass er zu Lebenszeiten Streit mit der Gemeinde um ein Grundstück hatte. Ein Grundstück, das auch heute noch für Zündstoff sorgt. Dort soll gebaut werden. Gegner und Befürworter sind fleißig am diskutieren und während Meisingers Freundin Carola versucht, eine Lösung zu finden, findet sich stattdessen ein toter Gemeinderat.
Der Krimi startet vielversprechend. Im ersten Drittel befindet sich die Autorin voll auf einem 4 Sterne Kurs. Der Einstieg in die Geschichte gelingt mir leicht. Den Schreibstil von Inga Persson empfinde ich als leicht und locker, die Beschreibungen der Landschaft gefallen mir sehr gut. Leider wendet sich mein Leseeindruck dann. Die Ermittlungen gestalten sich eher wirr als nachvollziehbar und statt einer sauberen Spannungslinie finde ich viele Schuldzuweisungen und Diskussionen. Es ist für mich beim Lesen so, als sei ich in einen Saal voller unterschiedlicher Meinungen gekommen, in dem jeder dem anderen die Schuld für alles gibt. Auch das letzte Drittel wird nicht besser. Dazu trägt die letzte Szene bei. Nachdem ich sie gelesen habe, frage ich mich, ob ich im Krimi konzentriert genug gewesen bin, oder, ob ich etwas überlesen habe. Mit der Wendung habe ich nun nicht gerechnet und sie trifft auch nicht meinen Krimigeschmack. Letztendlich bin ich froh, dass ich „Mordshitze am Ammersee“ nach ca. 256 Seiten zuschlagen darf.
Alles in allem hat Inga Persson mit „Mordshitze am Ammersee“ einen Regionalkrimi aus Oberbayern auf den Büchermarkt gebracht, der vor allem mit einem tollen Cover und wunderbaren Landschaftsbeschreibungen glänzt. Das reicht für mich nicht und somit gibt es drei Lesesterne.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Verwirrend, Solide, gute Auflösung!

Und mittendrin die Limmat
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Im April 2025 hat Kiara Kern gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Und mittendrin die Limmat“ herausgebracht. Das farbenprächtige Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist ...

Im April 2025 hat Kiara Kern gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Und mittendrin die Limmat“ herausgebracht. Das farbenprächtige Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist mein erster Krimi mit Kiara Kern und so bin ich sehr gespannt auf das, was mich erwartet.
Porträt einer Mörderin. Der schlimmstmögliche Fall tritt ein. Auf einer Klassenreise stirbt eine Schülerin. Die Lehrerin Elaine macht sich schwere Vorwürfe. Sie denkt, es war Mord. Da sie keine Beweise hat, behält sie ihre Meinung für sich. Jahre später schreibt sie einen Kriminalroman, der genau diese Vermutung aufnimmt. Vierzehn Jahre später stirbt eine zweite, ehemalige Schülerin. Und es sieht aus. Als hätte Elaines Kriminalfall die Vorlage dafür geliefert.
Hammer, was für eine Geschichte, denke ich und starte in das Buch. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich in den Schreibstil von Kiara Kern eingelesen habe. Sie nutzt die modernen Worte, erzählt bildhaft und spielt mit den Wörtern. Das ist eigentlich genau mein Ding, doch in diesem Krimi springt der Funke nicht so richtig über.
Wie in einem Kaleidoskop erzählt die Autorin Stück für Stück in verschiedenen Zeiten, was damals passiert ist. Immer wieder und immer mehr und aus unterschiedlichen Perspektiven. Schnell wird mir klar, hier spielen psychische Ängste, Psychosen oder psychische Erkrankungen eine Rolle. Und gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, was ich von dem was ich lese, glauben kann oder glauben will. Normalerweise liebe ich das Spiel mit der Wahrheit. Zumindest in einem Krimi. Hier verwirrt es mich eher, als das es mich fesselt.
Das letzte Drittel versöhnt mich. Hier führt die Autorin die Erzählungen zusammen und die Hinweise aus den ersten beiden Dritteln ergeben für mich einen Sinn. Die Auflösung gefällt mir hervorragend und ich bleibe nachdenklich zurück. Die Macht der Worte liefern ein gelungenes KreuzMORDrätsel.
Alles in allem hat Kiara Kern mit „Und mittendrin die Limmat“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der sich mit der aktuellen Thematik Mobbing beschäftigt. Die zentrale Frage, die den Leser beschäftigt, ist die, ob es die Wahrheit überhaupt gibt. Wer Lust auf ein raffiniertes Verwirrspiel hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 3 Lesesterne.

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