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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2025

Unterhaltsam und kraftvoll

»Ich bin nicht aufbrausend. Ich habe nur eine kürzere Reaktion auf Bullshit.« Elizabeth Taylor
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Meine Meinung

"Geh niemals wütend schlafen. Bleib wach und kämpfe! " (ZITAT)


Das Buch ist mir aufgrund des Titels und der Farbe aufgefallen. Was mir gleich gut gefallen hat waren die tollen Illustrationen ...

Meine Meinung

"Geh niemals wütend schlafen. Bleib wach und kämpfe! " (ZITAT)


Das Buch ist mir aufgrund des Titels und der Farbe aufgefallen. Was mir gleich gut gefallen hat waren die tollen Illustrationen und die vielen tollen kraftvollen, witzigen Zitate (und ich liebe tolle Sprüche / Zitate die hängen bleiben).

Es war eine tolle Mischung, denn viele Sätze haben mich zum Lachen gebracht, andere zum Nachdenken. Manche habe ich sogar mehrmals gelesen, weil sie so viel in so wenigen Worten sagen. Es steckt viel Haltung in diesen Aussagen. Besonders beeindruckend finde ich, wie unterschiedlich die Stimmen sind. Manche Sätze klingen sehr politisch, andere sehr persönlich.

Allerdings hatte ich auch ein paar Kritikpunkte. Einige Aussagen stehen einfach so im Raum, ohne Kontext. Mir hat öfter gefehlt, wer da eigentlich spricht, wann, in welchem Zusammenhang. Es gibt keine Einordnung, kein Begleitwort – nur die Namen und manchmal eine Berufsbezeichnung. Dadurch verlieren einige Zitate für mich an Tiefe. Ich hätte gern gewusst, aus welcher Lebensrealität die jeweilige Person spricht. Bei manchen Zitaten hatte ich das Gefühl, sie wirken stärker als sie eigentlich sind, einfach weil sie visuell gut präsentiert werden.

Inhaltlich bleibt das Buch schon eher an der Oberfläche. Es bietet keine vertiefende Auseinandersetzung mit feministischen Themen und keine wirkliche Analyse,heißt, wer sich schon intensiver mit dem Thema beschäftigt hat, wird hier "nichts Neues finden".

Die Gestaltung ist auffällig und modern, jedes Zitat ist wie ein eigenes kleines Poster. Das macht Spaß beim Durchblättern und sorgt dafür, dass das Buch auch optisch hängen bleibt. Für mich ist es ein typisches Geschenkbuch (vor allem für Menschen die nicht so gerne viel Lesen).

Mein Fazit: Ich mag das Buch für das, was es ist – eine Sammlung starker Sätze von Frauen, die genug haben von Ausreden, Bevormundung und stiller Zustimmung. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, mehr Kontext, vielleicht auch mehr Vielfalt.


Über die Autorin

Marta Breen, Jahrgang 1976, ist Schriftstellerin, Journalistin und eine der profiliertesten Feministinnen Norwegens. Ihr Buch »Women in Battle« (»60 Frauen, die du getroffen haben musst«) war ein internationaler Erfolg und wurde in über 20 Länder verkauft.


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Veröffentlicht am 29.07.2025

Wendepunkte im Leben

Die Rückseite des Lebens
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Meine Meinung

"Die Rückseite des Lebens" ist kein klassischer Roman, eher eine Sammlung von Beobachtungen, Gedanken und Gerichtsreportagen. Einzelne schockierende Geschichten. Was mich von Anfang an gepackt ...

Meine Meinung

"Die Rückseite des Lebens" ist kein klassischer Roman, eher eine Sammlung von Beobachtungen, Gedanken und Gerichtsreportagen. Einzelne schockierende Geschichten. Was mich von Anfang an gepackt hat, war die Art, wie Reza über Menschen schreibt. Sie schaut auf Momente, in denen etwas kippt, in denen Menschen plötzlich aus ihrem Leben fallen. Manche Geschichten gehen unter die Haut, weil sie so alltäglich anfangen und dann völlig aus dem Ruder laufen. Was mich besonders berührt hat, ist ihr Blick auf Menschen am Abgrund. Zum Beispiel eine Frau, die ihre Kinder vergiftet hat. Auch die Berichte über bekannte Persönlichkeiten vor Gericht wie Sarkozy wirken weder sensationsgierig noch verurteilend, sondern folgen einer feinen Beobachtungsgabe.Die Sprache ist einfach, aber genau.

Zwischen den einzelnen Fällen gibt es persönliche Gedanken und Erinnerungen der Autorin, was ich als positiv empfunden habe. Es lockert etwas auf und lässt die Geschichten besser verdauen.

Insgesamt fühlt sich das Buch an wie ein Mosaik aus Momenten, in denen das Leben sich verändert oder zusammenbricht. Die Texte regen zum Nachdenken an über Schuld, Zufall und wie zerbrechlich das Leben sein kann. Für mich ist das ein sehr gelungenes Buch, das ruhig und ehrlich erzählt, ohne großes Drama, aber mit viel Tiefe.


Klappentex

Seit Jahren beobachtet Yasmina Reza Strafprozesse. Es sind Geschichten, die man mit angehaltenem Atem liest. Ein Mann ermordet die vierköpfige Familie seines Schwagers und legt die Leichenteile seiner Frau zu Füßen. Eine Frau klagt wegen Vergewaltigung und schreibt dem Täter danach glühende Liebesbriefe. Lakonisch und beinahe zärtlich porträtiert Reza die Menschen. Es geht nicht um Schuld oder Unschuld, sondern um den Moment, in dem ein Leben aus der Normalität kippt. Ebenso knapp und eindrucksvoll erzählt sie von persönlichen Begegnungen mit guten Freunden oder in der Familie. Reza zeigt „die Rückseite des Lebens, in seiner Unvollkommenheit, aber auch Heiterkeit“. Ein Meisterwerk voller Tragik, Komik und Empathie. t


Über die Autorin

Yasmina Reza wurde 1957 in Paris geboren. Ihre künstlerische Laufbahn begann sie als Schauspielerin, wurde aber vor allem als meistgespielte zeitgenössische Theaterautorin, Regisseurin und Schriftstellerin bekannt. Ihr Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ wurde 2011 von Roman Polański mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz fürs Kino verfilmt. Mit dem Roman "Eine Verzweiflung“ debütierte Yasmina Reza als Autorin. Inzwischen wurde eine ganze Reihe erfolgreicher Romane aus ihrer Feder veröffentlicht. Für ihren Roman "Babylon" wurde sie mit dem Prix Renaudot 2016 ausgezeichnet und ihre Theaterstücke wurden weltweit schon in über 30 Sprachen übersetzt.


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Veröffentlicht am 29.07.2025

Bedeutung der Dunkelheit

Dunkelheit
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Meine Meinung

Dunkelheit war für mich nie ein besonders bedeutendes Thema. Ich habe sie eher als etwas Nebensächliches gesehen, als etwas, das einfach da ist, wenn es Nacht wird oder man das Licht ausschaltet ...

Meine Meinung

Dunkelheit war für mich nie ein besonders bedeutendes Thema. Ich habe sie eher als etwas Nebensächliches gesehen, als etwas, das einfach da ist, wenn es Nacht wird oder man das Licht ausschaltet in einem Raum ohne Fenster. Das Buch "Dunkelheit" bringt einen dazu, diese Selbstverständlichkeit zu hinterfragen. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht.

Die Autorin schreibt sachlich und ohne unnötiges Pathos. Sie zeigt, wie stark unser Verhältnis zur Dunkelheit von Kultur, Technik und gesellschaftlichen Strukturen geprägt ist. Dabei geht es nicht nur um Lichtverschmutzung oder Umweltaspekte, sondern auch um Sicherheit, Kontrolle und Machtverhältnisse. Die Argumentation ist meist nachvollziehbar, manche Abschnitte haben für mich aber etwas sprunghaft gewirkt. Der Text ist eher essayistisch aufgebaut, was gut zum Thema passt, aber nicht immer ganz klar strukturiert ist.Es gibt keine fertigen Antworten, eher Beobachtungen, Denkanstöße und Perspektivwechsel. Das Buch fordert keine bestimmte Haltung ein, sondern legt Zusammenhänge offen und überlässt die Bewertung den Lesenden selbst....

Was ich mitnehme, ist ein nüchterneres Bewusstsein dafür, wie selbstverständlich Dauerbeleuchtung geworden ist und welche Folgen daovon (möglicherweise). Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Rhythmus und das Erleben von Zeit und Raum. Das Buch hat keine großen emotionalen Spuren hinterlassen, aber es hat meinen Blick auf ein alltägliches Thema geschärft.


Klappentext

Mit Dunkelheit verbinden wir Gefahr, Angst und Einsamkeit. Das Bild einer Frau, die mit dem Pfefferspray in der Hand nach Hause eilt. Die Monster unter dem Bett, die sich zeigen, sobald das Licht erlischt. Der Tod, vor dem wir uns fürchten. Gleichzeitig ziehen uns das Finstere und die Nacht an, sie faszinieren uns, waren schon immer Teil der (Pop-)Kultur und Kunst. Das Spiel von Schatten und Licht gehört seit jeher dazu. Dunkelheit bedeutet Schrecken und Schönheit.
Doch nach und nach haben wir die Dunkelheit aus unseren Leben, unseren Städten verdrängt. Lichtverschmutzung, Umweltzerstörung, der Skyglow, der uns den Schlaf raubt: Zu viel künstliches Licht wirkt sich katastrophal auf ganze Ökosysteme, Tiere und Menschen aus. Die Lösung: Es braucht positive Ansätze und eine reelle Gesetzgebung, um unsere Natur zu schützen.


Über die Autorin

Lisa-Viktoria Niederberger lebt als Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin in Linz. Sie schreibt Prosa, Essays und Texte für Kinder, u. a. über Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein Reality-Format mit Abgrund

Die Festung
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Meine Meinung und Inhalt

„Die Festung“ von L. D. Smithson war für mich kein typischer Thriller. Statt schneller Action und bekannten Spannungselementen bietet das Buch eine Mischung aus Kritik an Reality-TV, ...

Meine Meinung und Inhalt

„Die Festung“ von L. D. Smithson war für mich kein typischer Thriller. Statt schneller Action und bekannten Spannungselementen bietet das Buch eine Mischung aus Kritik an Reality-TV, familiären Problemen und psychologischer Tiefe. Man könnte es auch Beschreibung als eine Mischung aus Reality-Show, Escape Room und Thriller.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Bonnie und Clara. Sie kämpfen mit dem Verlust ihrer Mutter und ungelösten Konflikten. Bonnie nimmt unter Claras Namen an einer TV-Show teil, die sich bald als mehr als nur ein Spiel herausstellt. Diese Idee wirkt am Anfang etwas konstruiert, wird aber durch die inneren Gedanken der Figuren und ihre echten Gefühle glaubwürdig.

Das Buch schafft eine beklemmende Atmosphäre. Die Spannung entsteht durch die wachsenden Konflikte in der „Festung“. Die Figuren sind nicht alle sehr detailliert, aber genug, damit sie nicht wie einfache Klischees wirken. Besonders Bonnie entwickelt sich nachvollziehbar, ohne dass sie wie eine übertriebene "Heldin" dargestellt erscheint. Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und enthält Abschnitte, die wie Podcast-Transkripte wirken. Das macht den Stil modern und interessant.

Die Festung überzeugt durch eine dichte, beklemmende Atmosphäre und psychologische Tiefe. Die ungewöhnliche Erzählweise und medienkritische Themen verleihen dem Thriller Frische. Kleine Schwächen trüben den Gesamteindruck kaum.


Klappentext

Bonnie kommt auf einer abgelegenen Festung vor der Küste Englands an, um an einer mysteriösen Reality-TV-Show teilzunehmen. Im Wettbewerb mit sieben Fremden muss sie eine Reihe von Rätseln lösen, um das Preisgeld zu gewinnen. Die Spannung zwischen den Kandidaten steigt. Wer wird am Ende mit Ruhm und Reichtum die Festung verlassen? Zugleich wird Bonnie das schleichende Gefühl nicht los, dass sie und ihre Mitspieler nicht allein in der Festung sind. Dann wird der erste Teilnehmer tot aufgefunden, und Bonnie beginnt eine dunkle Wahrheit zu verstehen: Es gibt einen Mörder in der Festung, und jeder könnte der Nächste sein. Wenn Bonnie entkommen will, muss sie gewinnen...


Über den Autorin

L. D. Smithson lebt in Yorkshire, studierte Psychologie und greift beim Schreiben auf Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit der Polizei zurück. Unter dem Klarnamen L. Deakin sind die Thriller der Augusta-Bloom-Reihe erschienen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eingeschlossen unter Druck

Die Kammer
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Meine Meinung und Inhalt

„Die Kammer“ hat mich von Anfang an nicht losgelassen. Sechs Berufstaucherinnen und Taucher, darunter eine Frau, sind tagelang in einer engen Druckkammer mitten auf der Nordsee ...

Meine Meinung und Inhalt

„Die Kammer“ hat mich von Anfang an nicht losgelassen. Sechs Berufstaucherinnen und Taucher, darunter eine Frau, sind tagelang in einer engen Druckkammer mitten auf der Nordsee eingeschlossen. Dann geschieht ein Mord. Die klaustrophobische Atmosphäre ist so eindringlich beschrieben, dass ich beim Lesen selbst Beklemmung gespürt habe. Der psychische Druck unter den Figuren steigt spürbar. Vertrauen bröckelt, Angst macht sich breit.

Die Protagonistin Ellen Brooke wirkt glaubwürdig und nahbar. Ihre Beobachtungen, Gedanken und Zweifel tragen die Spannung. Technische Details zum Tauchen und Leben in der Kammer sind präzise und verständlich erklärt. Die Handlung entwickelt sich ruhig, aber konstant. Einige Wiederholungen unterstreichen das Eingeschlossensein und haben mich nicht gestört.

Das Ende bleibt offen, was mich zunächst irritiert hat, im Nachhinein aber konsequent wirkt. Insgesamt ist „Die Kammer“ ein psychologisch dichter Thriller, der weniger durch Tempo als durch Atmosphäre und Glaubwürdigkeit überzeugt.


Über den Autor

Will Dean arbeitete nach seinem Studium an der London School of Economics einige Zeit in der englischen Hauptstadt, bevor es ihn der Liebe wegen nach Schweden zog, wo er seither mit seiner Familie in einem Holzhaus in den Wäldern nördlich Göteborgs wohnt. Mit DIE KAMMER erscheint erstmals einer seiner im englischsprachigen Raum viel gelesenen Standalone-Thriller auf Deutsch.

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