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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2025

Das Spiel des Lebens - Eine anspruchsvolle wissenschaftliche Zeitreise, sehr unterhaltsam präsentiert

Cosmix
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„Energetisch gesehen besteht der Unterschied zwischen uns und einer Blume in einem einzigen Atom: Eisen in unserem Blut statt Magnesium im Chlorophyll. (..) Um Haaresbreite - etwa mit Magnesium anstelle ...

„Energetisch gesehen besteht der Unterschied zwischen uns und einer Blume in einem einzigen Atom: Eisen in unserem Blut statt Magnesium im Chlorophyll. (..) Um Haaresbreite - etwa mit Magnesium anstelle von Eisen - wären wir Zierpflanzen geworden.“ (S. 100)

Meine Meinung:
Auch wenn dieses Buch unter „Graphic Novel“ läuft und auch eine Geschichte erzählt (die von den Wissenschaftlern Luce & Hilbert, die eine wissenschaftliche Fernsehshow präsentieren) ist dies inhaltlich doch eher ein Sachbuch, das sich die Darstellungskraft von Bildern sehr gut und geschickt zu Nutze macht.

Autor Laurent Schafer, der sich rund drei Jahre mit diesem Projekt beschäftigt hat, fängt hier bei den Ursprüngen des Universums an und führt uns dabei über die Entstehung des Lebens bis hin zu einem nicht-lokalen Quantenuniversum. Das ist sehr viel Wissenschaft, sehr viel Theorie und viele abstrakt erscheinende Gedankengänge. Man sollte also schon ein gewisses Interesse an Naturwissenschaften, eine kleine Portion Neugier und eine ungeteilte Aufmerksamkeit mitbringen, um dieses Buch zu verstehen und auch zu genießen.

Wenn es einen zum Beispiel neugierig macht, dass Laurent Schafer uns hier unseren ältesten Vorfahren „Luca“ vorstellt, uns die Theorie des Multiversums als zweites Argument gegen den Zufall näherbringt und erstaunliche wissenschaftliche Phänomene, für die wir auch heute noch keine ausreichende Erklärung haben, vorstellt (wie etwa die „Regel 30“), dann wird einen dieses Buch begeistern - so wie es mich begeistert hat!

Natürlich sind nicht alle wissenschaftlichen Erkenntnisse auf den ersten Blick einfach zu verstehen, aber die Form der „Graphic Novel“ nutzt hierzu die Kraft der Bilder und Illustrationen wirklich großartig aus und stellt auch komplexe Zusammenhänge mit grafischen Modellen und Beispielen nachvollziehbar dar. Und selbst wenn man nicht alles beim ersten Lesen vollständig durchdringt, ist das auch kein Beinbruch. Dann liest man die Stelle einfach noch mal in Ruhe nach oder liest einfach weiter, denn man kann, aber man muss hier nicht zwingend alles wirklich verstehen. Sehr schön ist dabei auch, dass lustige kleine Details in der Rahmenstory (wie etwa den Pasta-Running-Gag oder auch den hyperaktiven Käfer Fred) das Leseerlebnis zwischendurch immer wieder auflockern und für „wissenschaftsfreie“ Unterhaltung sorgen.

FAZIT:
Wer sich neugierig auf diese spannende wissenschaftliche Reise einlässt, wird es nicht bereuen!

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Broken Angels - ein sehr gelungener Start für die neue Reihe!

Dunkle Sühne
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„Emmys Hand fuhr zum Mund, aber sie brachte keinen Ton heraus. Ihr Herz pumpte kein Blut mehr. Das Clifton-Eiswasser in ihren Adern war eingefroren. Sie war wie gelähmt vor Entsetzen.“ (S. 490)

Meine ...

„Emmys Hand fuhr zum Mund, aber sie brachte keinen Ton heraus. Ihr Herz pumpte kein Blut mehr. Das Clifton-Eiswasser in ihren Adern war eingefroren. Sie war wie gelähmt vor Entsetzen.“ (S. 490)

Meine Meinung:
North Falls, ein ruhiger kleiner Ort im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia: Keine tausend Einwohner, eher wohlhabende Verhältnisse, jeder kennt jeden und die meisten Einwohner scheinen irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert zu sein. Doch die fragile beschauliche Kulisse fällt jäh in sich zusammen, als am Abend des Nationalfeiertags zwei Teenager spurlos verschwinden…

Zugegeben, ich brauchte etwas Zeit, um in diesem Buch, in dieser Story so richtig anzukommen. Nach einem spannenden Prolog nehmen die Charaktereinführung und dann -entwicklung sehr breiten Raum in der Geschichte ein. Sehr genau, ja fast schon akribisch, zeichnet die Autorin ein Portrait von North Falls und seinen Einwohnern. Auch wenn ich ihre oftmals großartig bildlichen Beschreibungen sehr mag, wie z.B. „Haarschnitt wie Ned-Flanders von den Simpsons“ oder auch ihr „Granny-Smith-Gesicht“, so habe ich im ersten Drittel doch das Tempo im Voranschreiten des Plots etwas vermisst. Nach rund 200 Seiten kam dann aber die erste faustdicke Überraschung, als die Geschichte plötzlich zwölf Jahre in die Zukunft gesprungen ist. Dies war dann der Startschuss, ab dem die Geschichte deutlich an Fahr aufgenommen hat und im Verlauf derer uns Karin Slaughter immer wieder mit neuen unvorhergesehenen Wendungen überrascht, sei es in der Storyline selbst oder z.B. durch die späte Einführung einer weiteren Protagonistin, die frisches Blut und neuen Schwung in die Geschichte bringt und damit eine tolle Bereicherung des „Ensembles“ ist. Manche dieser Wendungen haben mich zu wirklich zutiefst überrascht, andere regelrecht schockiert – und das ganz bis zum Schluss!

Alles in allem eine meisterhaft konstruierte und detailverliebt erzählte Geschichte, bei der sich der etwas längere Anlauf nach Hintern heraus absolut lohnt. Hier spielt die Autorin ihr ganzes Können und ihre jahrzehntelange Erfahrung aus und legt damit erfolgreich den Grundstein zu einer neuen Reihe, auf deren Folgebände ich mich freue!

FAZIT:
Karin Slaughter beweist einmal mehr, dass sie zu den absoluten internationalen Top-Thriller-Autorinnen gehört.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Drei tolle Kurzabenteuer mit Idefix und seinen Unbeugsamen

Idefix und die Unbeugsamen 08
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Meine Meinung:
Dies ist der achte Band des Asterix-Spin-Offs, der wieder drei tolle Kurzabenteuer von Idefix und seinen Freunden enthält.

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie gut es den Textern ...

Meine Meinung:
Dies ist der achte Band des Asterix-Spin-Offs, der wieder drei tolle Kurzabenteuer von Idefix und seinen Freunden enthält.

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie gut es den Textern und vor allem den Zeichnern gelingt, auch ohne die großartigen Goscinny & Uderzo echtes „Asterix-Feeling“ in dieser Comic-Reihe zu erschaffen. Das in diesem Band zum ersten Mal F. Mancuso die Zeichnungen geliefert hat, lässt sich nicht erkennen – so „dicht“ sind Optik und Stil an den Vorgängerbänden der Reihe. Und auch zu den alten „Original“-Asterix-Bänden findet man hier keinen störenden Stilbruch, auch wenn die Farbgestaltung insgesamt etwas farbenfroher ist als früher – ein tolles, stimmiges und zeitgemäßes Artwork!

Und auch die drei Geschichten, die dieser Band erzählt, passen wieder perfekt in das „Asterix-Universum“: Pfiffige Helden, trottelige Römer, rasante Verfolgungsjagden und staubaufwirbelnde Raufereien – natürlich stets mit einem guten Ausgang für Idefix und seine Unbeugsamen! So muss das einfach sein. Es geht diesmal um einen (wenig) betörenden Trank, einen fiesen Plan rund um eine Liebschaft und einen Laib Brot - ja genau, einen Laib Brot: selbst daraus basteln die Texter ein unterhaltsames Kurz-Abenteuer. Prima gemacht!

FAZIT:
Ich freue mich sehr, dass sich zu der klassischen Asterix-Reihe dieses schöne Spin-Off um den (nicht mehr) heimlichen Helden Idefix etabliert hat! Danke!

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Jede Menge Sehnsuchtsorte und wunderbare Fernweh zwischen zwei Buchdeckeln

KUNTH Kleine Orte, großer Zauber
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„Manchmal sind es nicht die großen Metropolen, die uns in ihren Bann ziehen, sondern die kleinen, versteckten Orte, die ihren ganz eigenen Charme versprühen.“ (S. 9)

Meine Meinung:
Das schön gestaltete ...

„Manchmal sind es nicht die großen Metropolen, die uns in ihren Bann ziehen, sondern die kleinen, versteckten Orte, die ihren ganz eigenen Charme versprühen.“ (S. 9)

Meine Meinung:
Das schön gestaltete Cover verspricht uns vollmundig „die schönsten Dörfer und Kleinstädte Europas“ - ein Versprechen, das mich sehr neugierig gemacht hat.

Nach dem Aufklappen begrüßen uns schon auf den ersten Doppelseiten malerische Bilder aus Griechenland, England, Italien, Norwegen und Frankreich und schon ist das Eis bei mir bereits gebrochen. Auf der Doppelseite 12/13 finden sich dann das Inhaltsverzeichnis und eine Übersichtskarte, auf der alle 60 vorgestellten Orte markiert sind, vom südlichsten Punkt Marsaxlokk auf Malta bis hoch in den Norden zum isländischen Vik i Mýrdal.

Es gibt in diesem Buch wirklich unglaublich viel zu entdecken, und obwohl hier auch etwas bekanntere Orte mit dabei sind, wie etwa Colmar (F), Visby (S), Worpswede (D) oder auch das Kleinwalsertal (A), finden sich noch viel mehr zauberhafte Orte und Gegenden, die mir zuvor noch kein Begriff gewesen sind. Egal ob z.B. Savolinna in Finnland, Slunj Rastoke in Kroatien, Jezersko in Slowenien oder auch Civita di Bagnoregio in Italien. Es gibt hier einfach so viel Neues zu entdecken und zu bestaunen. Die kurze, ansprechende Vorstellung jedes einzelnen Ziels nimmt zwischen zwei und zehn Seiten ein und ist stets mit imposanten Bildern versehen. Besonders gut gefallen mir auch die Tipps unter der Überschrift „Wenn man schon da ist…“. Hier gibt es dann noch ein paar Extra-Empfehlungen zu Orten und Sehenswürdigkeiten in der Nähe, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wie etwa die beeindruckenden Dachsteinhöhlen oder auch der Palácio Nacional de Pena.

Natürlich könnte man zu jedem einzelnen Ort dieses Buches einen eigenen Reiseführer schreiben und die Informationen, die man in diesem Buch über die einzelnen Ziele erhält, sind prägnant, aber natürlich auch knapp. Es ist aber auch gar nicht die Idee dieses Reisebuches, alle Orte ausführlich vorzustellen, sondern viel mehr, Ideen zu geben und Lust darauf zu machen, mal etwas Neues zu entdecken und Orte in den persönlichen Fokus zu rücken, die einem sonst vielleicht entgangen wären. Und genau das macht dieses Buch ganz perfekt!

FAZIT:
Ein toller Bildband und perfekter Ideengeber für kürzere oder auch längere Auszeiten an den schönsten Stellen Europas

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein packender, sehr atmosphärischer Thriller

Der Trailer
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„Er konnte nur auf ein Wunder hoffen, den Kopf heben und in den Himmel schauen, in dem es keine Hoffnung mehr gab, keinen Mond und keine Sterne.“ (S. 379)

Meine Meinung:
Ein schockierender Start, der ...

„Er konnte nur auf ein Wunder hoffen, den Kopf heben und in den Himmel schauen, in dem es keine Hoffnung mehr gab, keinen Mond und keine Sterne.“ (S. 379)

Meine Meinung:
Ein schockierender Start, der uns 15 Jahre in die Vergangenheit schickt, uns das Blut in den Adern gefrieren und mit drängenden Fragezeichen in den Augen zurücklässt. Bereits nach den ersten sechs (!) Seiten Text hat mich Linus Geschke erfolgreich an seine Story gefesselt: ein klassischer Cold Case, dessen Rätsel es zu ergründen gilt. Dieser Mission nimmt sich die frisch suspendierte toughe Kommissarin Frieda Stahnke an, nicht ahnend, dass sie damit schlafende Hunde weckt.

Einer davon ist der Mittvierziger Wout, der in Köln eine etwas heruntergekommene Bar betreibt und der mehr als ein dunkles Geheimnis mit sich herumschleppt. Auf den ersten Blick ist Wout schmierig, chauvinistisch und einfach nur unsympathisch. Und ja, auf den zweiten Blick auch („Er war kein guter Mensch, das wusste er. Die Frage war nur, ob er ein wirklich schlechter war.“, S. 87). Dennoch schafft es Linus Geschke, ihn zu seinem zweiten Protagonisten aufzubauen, ihn uns im Verlauf der Geschichte näher zu bringen und - tatsächlich - doch etwas wie Sympathie für diesen polterigen Ewig-Gestrigen zu wecken. Ihm zur Seite stehen mit dem wenig erfolgreichen Boxer Tayfun und der immer wieder überraschenden Kathinka gleich zwei großartige Side-Kicks, die sich über die 400 Seiten zu meinen eigentlichen Lieblingen entwickelt haben. Gerade diese vier außergewöhnlichen Protagonisten machen für mich die absolute Stärke dieses fesselnden Thrillers aus. Ich mag einfach Figuren, die aus den Reihen der „herkömmlichen Ermittler“ ordentlich ausscheren und manche Dinge auch mal ganz anders machen.

Die zweite Stärke dieses Thrillers ist natürlich die fesselnde und gekonnt konstruierte und erzählte Storyline, die erst kurz vor Schluss mit einer (für mich) unvorhersehbaren, faustdicken Überraschung einen großartigen Plottwist hinlegt. Solche Überraschungen liebe ich einfach und sie sind die Würze, die aus einem soliden Thriller einen echten Hit machen.

Einzig und allein mit dem Handlungsstrang um einen Hamburger Immobilien-Mogul konnte ich (noch?) nicht allzu viel anfangen. Aber ich vermute mal, dass der Autor hier die Wurzeln für die kommenden beiden Bände gelegt hat, auf die ich mich schon jetzt freue!

FAZIT:
Menschliche Abgründe, außergewöhnliche Protagonisten und eine Story mit genialem Plottwist - ein echter Page-Turner!

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