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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

unterhaltsam verrückte, mathematische Bond Sartire

Dr. No
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Wala Kitu forscht an der renommierten Brown Universität an nichts, an dem Nichts. John Sill möchte ins US-amerikanische Fort Knox, dem Golddepot der USA einbrechen, um das angeblich dort gelagerte Nichts ...

Wala Kitu forscht an der renommierten Brown Universität an nichts, an dem Nichts. John Sill möchte ins US-amerikanische Fort Knox, dem Golddepot der USA einbrechen, um das angeblich dort gelagerte Nichts zu stehlen. Wala Kitu wird engagiert, um Sill im Umgang damit zu unterstützen.

Das Buch kann man getrost als eine Mischung aus Spionageroman, Science-Fiction, Satire und philosophische Betrachtung bezeichnen. Man hat einen eher verrückten Professor, „Dr. No“ der das Nichts erforscht. Einen klassischen Schurken, den Milliardär John Will, ein Bond Girl Eigen und Gloria, ein Roboter. Speziell den Professor fand ich auf Grund seiner Unbedarftheit und Schrullen – gut er ist im Spektrum- faszinierend und es erlaubt damit der Geschichte, den Lauf, den sie nimmt. Alle Figuren sind satirisch entsprechend überzeichnet und man findet Elemente aus diversen Actionfilmen wieder, wie Men in Black, also sonderlich glaubhaft ist die Geschichte nicht.

Die philosophisch mathematischen Ergüsse vor allem zu Beginn, führen schon mal leicht zu Kopfschmerzen, wenn man nicht vom Fach ist, jedoch können diese Stellen auch getrost übersprungen sein.

Hintergründig läuft immer etwas Systemkritik an den Vereinigten Staaten mit, den Ressentiments und Problemen die Schwarze in den USA ausgesetzt sind und auch das Luxusleben der Superreichen allgemein wird thematisiert. Andere Werke des Autors haben aber vielleicht eine größere gesellschaftlichere Relevanz, da sie diverse Probleme in den USA stärker thematisieren.

Man erhält hierbei also einen unterhaltsam geschriebenen Schurkenroman, gewürzt mit mathematischen und philosophischen Überlegungen zum Nichts.

Veröffentlicht am 25.08.2025

Lehrreicher Ausflug in die Rechtsmedizin mit True-Crime-Feeling

Mit kalter Hand
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Die Rechtsmedizinerin Sabine Yao von der BKA-Einheit Extremdelikte wird in eine Sonderkommision um Profiler Milan Hassanović berufen, die sich mit den Fällen, des „Pferderippers“ befasst. In einem Waldstück ...

Die Rechtsmedizinerin Sabine Yao von der BKA-Einheit Extremdelikte wird in eine Sonderkommision um Profiler Milan Hassanović berufen, die sich mit den Fällen, des „Pferderippers“ befasst. In einem Waldstück nördlich von Berlin werden Leichenteile gefunden und ein online-süchtiger Mann, treibt sich auf Erotikplattformen herum, um sein nächstes Opfer zu finden.

Dies ist nun schon der dritte Teil, der Serie um die Gerichtsmedizinerin Sabine Yao, und er schließt gestalterisch als auch zeitlich nahtlos an die Vorgängerromane an. Ich kannte diese Reihe des Autors bisher noch nicht, konnte dem Buch jedoch problemlos folgen.

Sehr detailliert und fundiert werden in diesem Buch, neben den zwei im Klappentext genannten Hauptfällen, verschiedene aktuelle Fälle der Gerichtsmedizin aufgearbeitet. Es ist definitiv ein Buch, bei dem man etwas lernt, vor allem über Gerichtsmedizin und deren Möglichkeiten, aber auch die Arbeit der Kriminalpolizei. Tatsachen werden nicht beschönigt, Zeithorizonte werden eingehalten, es ist schlichtweg realistisch, wie ich als Laie annehmen würde. Der Fokus liegt allerdings sehr auf Forensik und der Ermittlung. Man darf sich keine reißerischen Verfolgungsjagden erwarten, wie bei anderen Thrillern. Die Spannung ergibt sich aus abstrusen Situationen und den Abgründen menschlicher Psyche und natürlich einen Täter zu fassen, bevor er weiteren Personen schadet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, man kann leicht folgen und die Geschichte wird gut chronologisch präsentiert, fast wie ein Polizeibericht. Auch Fakten werden für Laien verständlich und mit gewisser Leichtigkeit erklärt, etwas das ich hervorheben möchte, da dies bei manchen Koryphäen ja nicht der Fall ist.

Ich kann das Buch definitiv empfehlen, speziell wenn man etwas mit einem True-Crime-Touch sucht und werde die Vorgängerbände nun nachlesen.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Die Jagd nach einem Maulwurf und einem Brandstifter - ein toller Cozy-Crime

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl
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Mit dem neuesten Band der Serie „Vino, Mord und Bella Italia“ zieht es uns wieder ins schöne Fontenaia zu alten Bekannten. Eine Lagerhalle der örtlichen Olivenölkooperative brennt ab kurz vor einer wichtigen ...

Mit dem neuesten Band der Serie „Vino, Mord und Bella Italia“ zieht es uns wieder ins schöne Fontenaia zu alten Bekannten. Eine Lagerhalle der örtlichen Olivenölkooperative brennt ab kurz vor einer wichtigen Olivenölbewertung. War es Brandstiftung? Anna wird von Commissario Vico Martinelli gebeten, bei der Suche nach einem Maulwurf zu helfen. Der Maulwurf hat nämlich interne Ermittlungsdetails an die Zeitungen weitergeleitet und bringt dabei u.a. Comissario Martinellis Ruf in Gefahr.

Trotz eines gemächlichen Beginns mit einem Brand, schließlich ein doch sehr brisanter Fall mit Wendungen, Geheimnissen und Intrigen und Rätseln. Wie gewohnt leicht lesbar und kurzweilig. Außerdem eine Geschichte wie sie in der Realität auch geschehen könnte. Ich habe bis zum Schluss gerätselt, wer der Übeltäter ist.

Das Duo der Cozy-Crime Reihe schafft es wieder gekonnt etliche geliebte Personen des Fontenaia-Universums auftauchen zu lassen. Speziell wenn man Anna schon seit mehreren Bänden in ihrer neuen Heimat folgt, freut man sich auf ein Wiedersehen und die Verbindungen, die die Figuren miteinander intensivieren. Es ist wie alte Bekannte wiederzusehen und gleichzeitig auch ein bisschen Italienurlaub.

Kurz um – es wird nicht langweilig in Fontenaia. Das Lesen lohnt sich und ein Einstieg ist leicht möglich, auch wenn man die Vorgängerbände noch nicht kennen sollte.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Manipulation und Abhängigkeiten- ein gelungener Krimi

Nur ein Sterbenswort
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Meike Masur, ursprünglich aus Stralsund, ermittelt nun als Komissarin in Stuttgart und bekommt es schon im ersten Fall mit Mord zu tun. Schauspielstudentin Katie wird stranguliert in ihrer Wohnung gefunden ...

Meike Masur, ursprünglich aus Stralsund, ermittelt nun als Komissarin in Stuttgart und bekommt es schon im ersten Fall mit Mord zu tun. Schauspielstudentin Katie wird stranguliert in ihrer Wohnung gefunden und die Ermittlungen in ihrer neuen Heimat führen sie an die Schauspielschule und zu einer kleine Filmproduktionsfirma, wo die Studentin eine Sprechrolle hatte.

Das Ermittlerteam um Meike Masur ist sehr sympathisch und realitätsnah angesiedelt. Man kämpft mit den Problemen des Alltags. Im Fall von Meike, einer neuen Umgebung und fremden regionalen Gepflogenheiten und der Trennung von der Heimat. Und wie in der Realität so üblich, gibt es auch weniger glamouröse Polizeiarbeit, die nicht ausgeklammert wird.

Die grundliegenden Themen, die aufgearbeitet werden, sind teilweise von tragischer Natur. Im Prinzip geht es darum, wie die Vergangenheit bzw. die Handlungen anderer eine Person prägt. Ohne zu viel verraten zu wollen, könnte man sagen Missbrauch in verschiedensten Formen.

Ich würde das Buch als soliden Regionalkrimi bezeichnen, mit einem sympathischen Ermittlerteam. Auch Grund der behandelten Themen, täte ich mir mit dem Begriff Cozy Crime sehr schwer. Über manche Abschnitte mögen die Einblicke ins Privatleben vielleicht etwas zu ausschweifend sein, jedoch ergibt sich daraus auch ein gewisser Charme.

Ich freue mich schon auf weiter Fälle, des sympathischen Ermittlerteams.

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Veröffentlicht am 16.08.2025

Packender, ungewöhnlicher Thriller

Schwüre, die wir brechen
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In Malmö wird in einem Boot eine Leiche gefunden, an die ein Krokodilkopf genäht wurde. Ein späteres Opfer ist mit Zeichen bedeckt, die Hieroglyphen sein könnten. Der Komissar Jon Nordh und seine Partnerin, ...

In Malmö wird in einem Boot eine Leiche gefunden, an die ein Krokodilkopf genäht wurde. Ein späteres Opfer ist mit Zeichen bedeckt, die Hieroglyphen sein könnten. Der Komissar Jon Nordh und seine Partnerin, die Auszubildende Svea Karhuu sind mit dem Fall betraut und werden rasch in den Strudel der Ereignisse gezogen. Als schließlich noch eine True Crime Podcasterin in den Fall verwickelt scheint, läuft nichts mehr gemächlich.

Die Erzählung läuft in eher kurzen Kapiteln, aus wechselnder Perspektive der beiden Polizisten. Generell ist das Tempo relativ hoch, schon allein durch die Fülle der Ereignisse im Kriminalfall. Immer wieder kommt es in eingestreuten Kapiteln zu Rückblicken, die sich einem jedoch erst nach einiger Lesezeit in ihrer Bedeutung erschließen und zu Beginn eher etwas den Lesefluss bremsen.
Der Schreibstil ist klar, flüssig bildhaft und angenehm. Die Autoren nehmen den Leser gut auf einem konstanten Spannungsbogen mit.

Auch wenn dies der zweite Band der Reihe ist, lässt er sich gut unabhängig davon lesen, da auch so ausreichend Hintergrundgeschichte transportiert wird. Die Figuren haben eine authentische Beziehung. Jeden von ihnen könnte man wohl auch etwas als Antiheld bezeichnen, da beide Ermittler auch mit ihren eigenen Dämonen kämpfen.

Eigentlich konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und freue mich schon sehr auf den nächsten Band, unter anderem auch auf Grund eines kleinen Cliffhängers.

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