Der Geisterwald
Der GeisterwaldMit „Der Geisterwald“ entführt uns C. J. Cooke nach Schottland in die 1960er-Jahre. Die Leser*innen werden in ein düsteres Herrenhaus entführt, das mehr verbirgt, als seine Mauern ahnen lassen. Die Geschichte ...
Mit „Der Geisterwald“ entführt uns C. J. Cooke nach Schottland in die 1960er-Jahre. Die Leser*innen werden in ein düsteres Herrenhaus entführt, das mehr verbirgt, als seine Mauern ahnen lassen. Die Geschichte beginnt, als die junge Pearl nach Lichen Hall geschickt wird, um heimlich ihr Kind zur Welt zu bringen. Schon dieser Ausgangspunkt ist beklemmend, doch schnell wird klar: Die eigentliche Bedrohung lauert nicht nur in den gesellschaftlichen Zwängen jener Zeit, sondern in den Schatten des Waldes und in den Mauern des Hauses selbst.
Cooke versteht es meisterhaft, historische Realität und magischen Realismus zu verbinden. Der Roman ist atmosphärisch dicht, die Beschreibungen von Lichen Hall und dem umliegenden Wald sind so lebendig, dass man den modrigen Geruch des Schimmels fast selbst in der Nase hat. Hinzu kommen unheimliche Elemente voller Geister, Hexen und Legenden.
Thematisch überzeugt das Buch ebenfalls: Neben der Gänsehaut liefert es eine kluge, feministische Perspektive auf die Situation unverheirateter Frauen in den 1960ern, deren Geschichten oft im Verborgenen blieben.
„Der Geisterwald“ ist unheimlich, atmosphärisch und gesellschaftskritisch zugleich.