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Veröffentlicht am 29.09.2025

Moltebeere - die geheimnisvolle Beere aus dem Hohen Norden

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)
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In ihrem fesselnden Auftakt der Norrland-Saga "Wo die Moltebeeren leuchten” wurde die Autorin Ulrika Lagerlöf, inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte und wahren historischen Ereignissen.

Der ...

In ihrem fesselnden Auftakt der Norrland-Saga "Wo die Moltebeeren leuchten” wurde die Autorin Ulrika Lagerlöf, inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte und wahren historischen Ereignissen.

Der Titel und das wunderschön gestaltete Buchcover mit dem farblich passenden Moltebeeren-Buchschnitt und einem interessanten Klappentext, konnten mich sofort für das Buch, begeistern.

Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin eine atmosphärische Geschichte von Siv und Eva über ein lang gehütetes Familiengeheimnis aus der Vergangenheit.

1938, Nordschweden: Die siebzehnjährige Siv wird in die tief verschneiten Wälder geschickt, um als Köchin eine Gruppe von zehn Waldarbeitern zu versorgen. Ein entbehrungsreiches Leben ohne Strom und Komfort erwartet sie – und doch ist es genau dort, mitten in der rauen Natur, wo Siv zum ersten Mal echte Freiheit spürt. Und Liebe. In der Abgeschiedenheit begegnet sie Nila, einem jungen Sámi – und erlebt eine zarte Liebe, die stärker ist als alle Konventionen. Doch als der Sommer endet, bleibt nur ein Geheimnis, das nie ans Licht kommen darf.

2022: Eva ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes und Forstwirtin. Sie arbeitet in Uppsala als PR-Beraterin in einem großen Forstunternehmen und kehrt mit einem Auftrag in das Dorf ihrer Kindheit zurück. Sie soll den Widerstand gegen ein umstrittenes Abholzungsprojekt beruhigen und mit den Aktivistengruppen und Umweltschützern verhandeln. Doch die scheinbar klare Aufgabe ist alles andere als einfach und wird schnell zur Reise in die eigene Vergangenheit. Stück für Stück entblättert sich eine Geschichte, die tief in den schwedischen Wäldern wurzelt. Und bald stößt Eva auf ein Familiengeheimnis, das bis in Sivs Zeit zurückreicht

Beide Zeitebenen sind atmosphärisch und fesselnd geschrieben, dazu noch die bildhaften Beschreibungen über die malerische Landschaft Nordschwedens mit den dichten Wäldern, Mooren, kleinen dunklen Seen und den verführerisch orange leuchtenden Moltebeeren.

Fazit:
Die Autorin hat einen schönen atmosphärischen Schreibstil und versteht es ausgezeichnet, ihre Charaktere authentisch ins Bild zu rücken. Die bildhaften Beschreibungen der Natur besonders über die Abholzung der Wälder und das Schicksal sowie der Rechte der Sámi, ist verständlich und ausführlich, dargestellt. Mir hat die Geschichte auf beiden Zeitebenen sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt, was nach diesem starken Auftakt, folgt.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Der mutige Weg zweier Herzen

Herzlauschen
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Das Autorenehepaar Nicole und Uli Swidler erzählen in ihrem Roman „Herzlauschen“ eine berührende Geschichte über eine Sopranistin und eines Mannes, der mit dem Herzen hört.

Tessa Boden steht als Sopranistin ...

Das Autorenehepaar Nicole und Uli Swidler erzählen in ihrem Roman „Herzlauschen“ eine berührende Geschichte über eine Sopranistin und eines Mannes, der mit dem Herzen hört.

Tessa Boden steht als Sopranistin auf den größten Bühnen der Welt. Überall verzaubert die sympathische, 45-jährige Sängerin ihr Publikum. Ihren Ruhm bezahlt sie mit einem Leben aus dem Koffer und einer damit einhergehenden großen Einsamkeit. Bei einem Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie wendet sich ihr Schicksal. Ein faszinierender Mann sitzt in der ersten Reihe. Weder klatscht er Beifall, noch scheint ihn ihre musikalische Darbietung sonderlich zu faszinieren. Stattdessen beobachtet er sie eindringlich und zeichnet unaufhörlich in seinen Skizzenblock. Tessa ist irritiert und spürt doch eine magische Anziehungskraft, sodass sie bald nur noch für ihn singt. Beim Hinausgehen verliert der geheimnisvolle Mann zwei Zeichnungen, bei deren Anblick Tessa der Atem stockt. Entschlossen, mehr über ihn herauszufinden, folgt sie ihm. Ohne zu ahnen, dass ihre Welt niemals mehr so sein wird wie zuvor …

Fazit:
Ausgerechnet das wunderschöne Cover hat mich magisch angezogen und dann der Klappentext, der mich neugierig auf diese ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der Starsopranistin Tessa und dem gehörlosen Bildhauer Paul, gemacht hat.

Die Autoren erzählen über die sympathische Tessa, die nach dem frühen Tod ihrer Eltern, von ihrem Manager Fabian gefördert wird und Babette, die sich nicht nur um ihr Wohl kümmert, denn sie auch eine Verbündete. Der geheimnisvolle Mann ist Paul, der seit einem Jahr verwitwet und auserdem noch gehörlos ist. Ausgerechnet eine Konzertkarte führt den gehörlosen Paul in ein Benefizkonzert in der Berliner Philharmonie und dann geschieht das Wunder – Tessa -. Zwei Welten treffen aufeinander.

Selbst als Tessa merkt, wie unterschiedlich ihr und Pauls Leben ist, fühlt sie sich immer mehr zu ihm hingezogen. Still und leise entwickelt sich die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der Starsopranistin Tessa und dem gehörlosen Bildhauer Paul.

Eine wunderbare Wohlfühlgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, die die Geschichte unglaublich lebendig hält. Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und mit einer Leichtigkeit geschrieben, die mir von Anfang an gut gefallen hat. Mit „Herzlauschen“ hatte ich viele schöne Lesestunden und empfehle diese ungewöhnliche Liebesgeschichte gerne weiter.
Von mir 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Ein weiter Weg bis nach Hause

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Susanne Abel erzählt in ihrem neuen Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ eine einfühlsame und berührende Geschichte über zwei Heimkinder der Nachkriegszeit und ihrer lebenslangen Liebe.

Auf ...

Susanne Abel erzählt in ihrem neuen Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ eine einfühlsame und berührende Geschichte über zwei Heimkinder der Nachkriegszeit und ihrer lebenslangen Liebe.

Auf dem Buchcover ist ein kleiner verloren wirkender Junge zu sehen, der bildlich sehr gut zu Hardy, passt. Die Autorin hält die Spannung der Geschichte, die im Wechsel auf zwei Zeitebenen erzählt wird, bis zum Ende aufrecht.

1945: Mit einem Pappschild um den Hals, kommt ein kleiner Junge in ein Heim und vor lauter Angst kann er auf die Fragen nach seinem Namen, nicht antworten. Er kam mit dem Kindertransport aus Zoppot (Danzig) und sein Name auf dem Schild ist unleserlich. Irgendetwas steht da mit „WIL“ am Anfang mehr kann man nicht erkennen und so bekommt er einfach einen Namen - Hartmut Willeiski - und wächst in einem katholischen Kinderheim als Nr. 104 auf. Hier lernt er die elfjährige Kriegswaise Margret kennen. Beide Kinder wachsen in dem katholischen Kinderheim auf, wo sie von den Nonnen mit starker und strenger Hand, erzogen werden. Auf dem Weg bei Wind und Sturm ins Dorf müssen die älteren Kinder, die Kleinen an die Hand nehmen und dann rutscht der kleine Junge fast weg und Margret flüstert ihm zu: Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104.

Magret, schließt den Jungen in ihr Herz und fragt nach seinem Namen, doch Hartmut gefällt ihr nicht und sie nennt ihn Hardy. Hardy ist ein niemand und genauso wird er von den Nonnen mit harter und strenger Hand, behandelt. Margret, versucht ihn zu beschützen, denn Hardy gilt als debil, aber sie weiß, dass das nicht stimmt. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen.

Als Margrets Tante durch den Suchdienst gefunden wird, zieht sie zu ihr und ihrem Onkel. Sie freut sich auf eine bessere Zukunft, ist aber traurig, Hardy zurücklassen zu müssen. Nach kurzer Zeit erlebt Magret mit ihrem Onkel ein traumatisierendes Ereignis und kommt in ein Heim für gefallene Mädchen. Erst nach ihrer Volljährigkeit ist sie frei und beginnt als Stationshilfe in einem Kinderheim und entdeckt einen hilflosen Jungen im Bett liegen, der ihr nach näherer Betrachtung, vertrauter ist als alles andere –Hardy - …

2006: Margret und Hardy sind bereits Urgroßeltern. Erst haben sie ihre Tochter Sabine, dann ihre Ekelin Julia großgezogen und jetzt wächst sogar ihre Urenkelin Emily bei ihnen auf. Emily fühlt sich zunehmend durch die Verbote ihrer Urgroßmutter eingeschränkt, doch Magret wird nur von der Angst getrieben, Emily könnte dasselbe zustoßen wie ihr. Emily spürt, da gibt es etwas aus der Vergangenheit über das ihre Urgroßelten schweigen und beginnt das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie Stück für Stück, aufzubrechen …
Die Verbindung über die Generationen hinweg – von Hardy und Margret zu Emily – ist einfach magisch erzählt.

Fazit:
Einfühlsam und berührend erzählt die Autorin eine fiktive Handlung über das Schicksal vieler Heimkinder unmittelbar kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigt dabei noch, wie letztendlich Vergangenheit und Gegenwart doch eng miteinander verwoben sind.
Das Nachwort zeigt die intensive Recherche der Autorin und rundet die Geschichte perfekt ab.
In jeder Zeile ist zu spüren, mit welcher Tiefe und Emotion, die Autorin in „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ eingetaucht ist.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Fesselndes Debüt!

In ihrem Haus
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„In ihrem Haus“, ist ein außergewöhnliches Debüt der niederländischen Autorin Yael van der Wouden. Sie erzählt eine Geschichte über verdrängte Geheimnisse, Begierde, unerwarteter Rache und den Abgründen, ...

„In ihrem Haus“, ist ein außergewöhnliches Debüt der niederländischen Autorin Yael van der Wouden. Sie erzählt eine Geschichte über verdrängte Geheimnisse, Begierde, unerwarteter Rache und den Abgründen, die sich hinter den Fassaden scheinbar geordneter Leben verbergen.

1961, in der niederländischen Provinz: Seit dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel alleine und abgeschieden in dem alten Familienhaus und lebt vom Nachlass ihrer Eltern, der von ihrem Onkel verwaltet wird. Ihre beiden Brüder hingegen leben ihr eigenes Leben in Den Haag. Hendrik ist homosexuell, während Louis die ständig wechselnden weiblichen Beziehungen vorzieht. Das Verhältnis der Geschwister untereinander, harmonisiert trotz der Entfernung, recht gut. Den Brüdern gelingt es aber nicht, Isabel aus ihrem Schneckenhaus zu locken, sie zieht die Einsamkeit vor.

Als Louis eines Tages seinen Geschwistern die rätselhafte Eva vorstellt, lehnt Isabel diese strikt ab. Doch als ihr Bruder beruflich ins Ausland muss, quartiert er seine ungehobelte Freundin Eva ausgerechnet im Schlafzimmer ihrer verstorbenen Mutter, ein. Isabels stille Routinen geraten ins Wanken. Das Haus, dass ihr einst Schutz und Sicherheit bot, wird zum Schauplatz unheimlicher Veränderungen. Plötzlich verschwinden Gegenstände, die Isabel sich nicht erklären kann und wird gegenüber Eva immer misstrauischer. Isabel selbst ist ein schwieriger Charakter – spröde und zurückhaltend, nicht unbedingt sympathisch. Ihr Verhältnis zu Eva ist geprägt von Spannung und Konflikten, wobei Eva selbst eine geheimnisvolle, teils eigenartige Figur bleibt, deren Verhalten sich erst im Nachhinein nachvollziehbar und tiefgründig erklärt. Als sich plötzlich eine unerwartete Anziehung zwischen den beiden Frauen entwickelt, erschüttert diese Isabels festgefügtes Weltbild tief.

Besonders berührt hat mich Evas Tagebuch, das sie nach ihrem fluchtartigen Verlassen von Isabel, im Haus vergessen hat. Die Vergangenheit, die Isabel zu verdrängen versucht hat, holt sie beim Lesen von Evas Tagebuch endgültig ein und zwingt sie, sich ihren Vorurteilen und der dunklen Geschichte des Hauses zu stellen.

Fazit:
„In ihrem Haus“ ist eine eindringlich, hervorragend erzählte Geschichte über Liebe, Besitzen und Besessenheit. Anfangs noch leise, dann Emotional fordernd, sprachlich stark und atmosphärisch dicht – einfach ein Highlight und ein absolut empfehlenswertes Buch für alle, die sich für Familiengeschichten und starke Charaktere interessieren.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Fesselnd erzählt

Die Verlorene
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Das Bild einer stolzen jungen Frau ziert das Cover des neuen Romans "Die Verlorene" von Miriam Georg und ist das persönlichste Buch der Autorin, in dem sie die Geschichte ihrer aus Schlesien stammenden ...

Das Bild einer stolzen jungen Frau ziert das Cover des neuen Romans "Die Verlorene" von Miriam Georg und ist das persönlichste Buch der Autorin, in dem sie die Geschichte ihrer aus Schlesien stammenden Familie mit Fakten und fiktiven Handlungen, geschickt verwebt erzählt.

Die Geschichte beginnt mit einem schweren Sturz von Änne, die ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Ihre Tochter Ellen und ihre Enkelin eilen ans Krankenbett, doch Änne liegt im Koma und wacht nicht mehr auf.
Laura ist erschüttert, denn gerade sie hatte eine besonders innige Beziehung zu ihrer Großmutter Änne, die ihr gerne und oft von den goldenen Sommern in Schlesien erzählt hat aber nie von den Menschen, die damals zu ihrem Leben gehörten. Laura fährt in die Wohnung ihrer Großmutter und entdeckt auf dem Tisch ein Paket mit einem ausgepackten Bild. Wer mag das Bild wohl geschickt haben, denn es fehlt ein Absender, kommt aber aus Polen. Wer schickt ihrer Großmutter ein Paket aus Polen? Laura wundert sich über die Ähnlichkeit der Frau auf dem Bild, die ihrer Großmutter ähnlich sieht. Als sie im Schlafzimmer auch noch eine Kiste mit einem durchgerissenen halben Bild und einigen Erinnerungsstücke findet, wird Laura sich bewußt, wie wenig sie doch über das Leben und die Vergangenheit ihrer Großmutter weiß.

Neugierig geworden, macht sich Laura auf die Suche nach Ännes Wurzeln und fährt zum ehemaligen Pappelhof ihrer Familie in Schlesien, dabei taucht sie immer tiefer in die Vergangenheit ein und stößt auf schmerzliche Wahrheiten, die das Bild der Frau, die ihr so vertraut war, erschüttern ...

Berührend und fesselnd taucht die Autorin nach Schlesien Anfang der 40er Jahre ein und lässt ihre Familiengeschichte verbunden mit den historischen Ereignissen während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, Stück für Stück lebendig werden und zeigt dabei, wie letztendlich Vergangenheit und Gegenwart doch eng miteinander verwoben sind.

Fazit:
In ihrem Nachwort erzählt die Autorin, dass sie sich durch die Manuskripte ihres verstorbenen Großvaters, zu diesem emotionalen und generationsübergreifenden Roman, hat inspirieren lassen. Ihr gelingt es hervorragend, mit gut recherchierten Details aus historischen Ereignissen und persönlichen Schicksalen, einer berührenden Tiefe und einer fesselnden Handlung, mich von ihrer Geschichte zu überzeugen. "Die Verlorene" ist ein packender und fesselnder Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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