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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2025

Very British, very tricky und ebenso spannend wie unterhaltsam!

Der Tote im Kamin
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Inspector Frank Grasby, der nach einem bedauerlichen Fehler in das malerische, verschlafene Elderby versetzt wird, staunt nicht schlecht, als er schon an seinem ersten Tag mit einer Leiche konfrontiert ...

Inspector Frank Grasby, der nach einem bedauerlichen Fehler in das malerische, verschlafene Elderby versetzt wird, staunt nicht schlecht, als er schon an seinem ersten Tag mit einer Leiche konfrontiert wird. Anstatt wie erwartet Diebstähle aufzuklären, gerät er stattdessen unerwartet in einen Strudel rasanter und lebensgefährlicher Abenteuer.

Denzil Meyricks Krimi spielt in England 1952, der Krieg ist vorüber, man orientiert sich langsam neu. Das malerisch verschneite Cover ist charmant und vermittelt weihnachtliche Atmosphäre.
Nur für Frank Grasby kommt so gar keine Stimmung auf. Ich habe mich köstlich amüsiert über diesen Ich-Erzähler, der es wie kein anderer versteht, in Gedanken reichlich frech auszuteilen, sich selbst aber gerne im besten Licht zu sehen. Man darf an seinen Erinnerungen teilhaben, die manchmal sehr bewegend sind und gleichzeitig erleben, wie er verbissen versucht, den Mord, der unerwartet plötzlich arge Wellen schlägt, aufzuklären. Trotz einiger Rückschläge ist er durchaus von sich überzeugt und gibt auch nicht auf, als sich die Umstände ins Seltsame verkehren, völlig undurchsichtig und zudem lebensgefährlich werden und man manchmal nicht mehr weiß, wer Freund, wer Feind ist.
Der Plot ist tricky, ungewöhnlich und auch etwas skurril, aber wenn man dem unerschrockenen, allenfalls heimlich ängstlichen Frank folgt, wird man nicht nur bestens unterhalten, sondern darf sich auch über reichlich schwarzen Humor freuen und einem stimmigen Ende entgegensehen, das Vorfreude auf einen Folgeband macht!

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Große Gefühle und innige Liebe, ein zauberhafter Highland-Roman!

Sternenfunkeln im kleinen Strickladen in den Highlands
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Es ist Winter in Glasgow, Maighread und Joshua treffen auf eine Obdachlose, die sich und ihren Hund durchbringen muss. Ihre Situation trifft Maighread ins Herz und sie beschließt, eine riesige Hilfsaktion ...

Es ist Winter in Glasgow, Maighread und Joshua treffen auf eine Obdachlose, die sich und ihren Hund durchbringen muss. Ihre Situation trifft Maighread ins Herz und sie beschließt, eine riesige Hilfsaktion zu starten, bei der alle Freundinnen samt Familien gerne einspringen.

Das schnee-verzuckerte Häuschen in den Highlands verrät es bereits, unter diesem Cover verbirgt sich wieder eine der zauberhaften, ganz und gar liebenswerten und bewegenden Geschichten von Susanne Oswald. Sie ist die perfekte Autorin, wenn es um die große Liebe, innige Freundschaften und dieses Mal auch das perfekte Babyglück geht! Und natürlich um Maighreads kleinen Strickladen, der das Zentrum der Ideen-Schmiede ist.
Die Autorin versteht es wieder einmal, ihr Leserinnen zu fesseln, bietet gefühlvolle Szenen und mitreißende Erlebnisse, aber auch zu Herzen gehende Geschehnisse, die gemeinsam überwunden werden müssen.
Ich war wie immer sehr begeistert über den Plot und die unglaublich lebensechten Protagonisten, nur als Hörbuch war es mir dieses Mal etwas „too much“. Anja Taborsky liest und betont die Höhen und Tiefen mit so einer echten Hingabe, dass ich beinahe das Gefühl hatte, davon erschlagen zu werden. In der Hinsicht ist meine Meinung aber nicht ausschlaggebend und zu einem herzlichen Roman gehört natürlich der entsprechende Vortrag! Also unbedingt selbst anhören!
(Hörbuchrezension)

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Herrlich unterhaltsamer, spannender und humorvoller Wohlfühlkrimi!

Mord bei Schietwetter
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Ein Blick auf die Nordsee, ein kleines Wollknäuel auf dem Cover, und man weiß: Der Strickzirkel ermittelt!
Die liebenswerte, alleinstehende Besitzerin der Wollstuuv liegt tot in ihrem Laden und ihre Freundinnen ...

Ein Blick auf die Nordsee, ein kleines Wollknäuel auf dem Cover, und man weiß: Der Strickzirkel ermittelt!
Die liebenswerte, alleinstehende Besitzerin der Wollstuuv liegt tot in ihrem Laden und ihre Freundinnen machen sich, gemeinsam mit Derk, dem pensionierten Kommissar, auf Spurensuche.
Das ist schon ein ganz besonderes, strickendes Rentner-Team, dass die Autorin für ihren spannenden Plot erdacht hat! Sehr schnell ist man vertraut mit den sympathischen Protagonisten, darf auch bei den polizeilichen Ermittlungen über die Schulter schauen und ist sofort mitten im Geschehen. Manuela Sanne schreibt sehr lebendig und flüssig, sprüht vor Einfällen und bietet auch jede Menge Humor und Wohlfühlmomente, obwohl es bei der Spurensuche teils auch schon hoch her geht. Sehr liebenswert ist auch das typische Nordsee-Flair, verstärkt durch den herrlichen Dialekt, der die Leserschaft gleich direkt an den Schauplatz versetzt.
Mich hat das Buch bestens unterhalten, war abwechslungsreich, spannend und voller warmherzigem Humor!

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Ein großartiger, faszinierender Einblick in das Zusammenspiel der Organe

Organisch
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Giulia Enders hat mich mit ihrem ersten Werk „Darm mit Charme“ sehr beeindruckt. Und „Organisch“ toppt dieses Buch auf jeden Fall noch bei Weitem. Denn noch nie hat mir jemand so anschaulich die Zusammenhänge ...

Giulia Enders hat mich mit ihrem ersten Werk „Darm mit Charme“ sehr beeindruckt. Und „Organisch“ toppt dieses Buch auf jeden Fall noch bei Weitem. Denn noch nie hat mir jemand so anschaulich die Zusammenhänge im Körper erklärt. Jedes Organ wird spielerisch mit seiner Funktionalität vorgestellt, Vorzüge und Gefährdungen werden beschrieben und ich bin sehr oft ins Nachdenken geraten. Denn auch ohne erhobenen Zeigefinger beschreibt die Autorin, wie filigran alles zusammenhängt und wie leicht man aus dem Gleichgewicht geraten kann.
Giulia Enders erstaunt ihre Hörerschaft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die man ohne Fachkompetenz verstehen kann und ich muss zugeben, dass ich mir einige Abschnitte nochmals angehört habe, um kein Detail zu überhören. Faszinierend fand ich die Beschreibung der Atmung, die Auswirkungen auf das Immunsystem, die Alterung und alles, was wir willentlich oder reflexartig tätigen im Gegensatz zum vegetativen Nervensystem, das automatisch übernimmt.
Ein extrem beeindruckendes, lehrreiches Hörbuch, dass die Autorin selbst einliest und damit beweist, wie sehr ihr Herz für das Wunder des Lebens schlägt!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Ein wunderbar warmherziger und zudem spannender Herbstkrimi mit herrlichem Wiener Flair

Mord im Böhmischen Prater
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Es ist ein sonniger Herbsttag in Wien, 1925, der Ernestine und Anton lange in Erinnerung bleiben wird. Denn ihre Spanielhündin Minna gräbt mitten im Böhmischen Prater einen Knochen unter dem Musikpavillon ...

Es ist ein sonniger Herbsttag in Wien, 1925, der Ernestine und Anton lange in Erinnerung bleiben wird. Denn ihre Spanielhündin Minna gräbt mitten im Böhmischen Prater einen Knochen unter dem Musikpavillon aus, der natürlich sofort Fragen aufwirft und zu wilden Vermutungen Anlass gibt. Ernestine ist überzeugt, hier liegt ein Verbrechen vor und macht sich sehr raffiniert und gekonnt auf Spurensuche.

Ein wunderschönes Jugendstil-Cover lädt ein in das ursprüngliche, alte Wien und Beate Maly gelingt es sofort, ihre Leserschaft in diese Zeit zu versetzen. Während man zwischen Langosch und Powidltascherln schwelgt und das Wiener Flair genießen kann, entwickelt sich eine spannende Suche nach Indizien, die sich immer mehr ausweitet und bis in höchste Kreise, wie auch in die Vergangenheit reicht. Ernestine ist eine ganz liebenswerte, kluge Protagonistin, die, unterstützt von ihrem Freund Anton, auf sehr raffinierte Weise Details aufdeckt, die auch Antons Schwiegersohn, Kommissar Erich Felsberg, zugute kommen. Der ist zwar gar nicht begeistert von den Aktionen der beiden, aber gemeinsam und mit Akribie kommt man dem Täter allmählich auf die Spur, und zwar völlig unvorhersehbar und überraschend.
Die Autorin hat einen sehr lebendigen, detailreichen und ungemein flüssigen Schreibstil, der beim Lesen fesselt und Freude bereitet, jede Menge Abwechslung und auch Humor bietet und das große Kopfkino anspringen lässt. Dazu ein ungemein verzwickter und undurchsichtiger Fall und angenehme Wiener Atmosphäre, so ist Beate Maly ein ausgezeichneter, historischer Krimi gelungen! Unbedingt lesen!

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