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Veröffentlicht am 08.11.2025

Wird dem Hype in meinen Augen nicht gerecht

A Dark and Secret Magic
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✨ REZENSION zu „A Dark and Secret Magic“ von Wallis Kinney, übersetzt von Jasmin Humburg und erschienen im @kiwispace_verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Kate, eine dreißigjährige Heckenhexe, lebt nach dem ...

✨ REZENSION zu „A Dark and Secret Magic“ von Wallis Kinney, übersetzt von Jasmin Humburg und erschienen im @kiwispace_verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Kate, eine dreißigjährige Heckenhexe, lebt nach dem Tod ihrer Mutter zurückgezogen in einem alten Hexenhaus. Dort steht eines Abends ihr Exfreund Mat vor der Tür, ein Nekromant, dessen Magie in Kates Zirkel als verboten gilt. Als ihre Schwestern sie bitten, das jährliche Halloween-Treffen ihres Zirkels auszurichten, findet sie beim Aufräumen des alten Familenanwesens ein rätselhaftes Buch mit einer Nachricht ihrer Mutter. Mit Mat's Hilfe begibt sie sich daraufhin auf eine magische Spurensuche.

🖋️ Erzählstil und Struktur: Kinney schreibt sehr atmosphärisch und detailreich. Doch Kate's Küchenzauber sind für mich etwas zu ausführlich und haben meinen Lesefluss gebremst. Die Handlung folgt einem recht vorhersehbaren Aufbau: bestimmte Wendungen, wie der Ausgang des Kürbisschnitzens zeichnen sich früh ab. Ganz nett sind die im Anhang abgedruckten Rezepte zum Nachkochen, denen sich Kate im Buch gewidmet hat.

👥 Figuren: Kate ist eine in sich gekehrte Protagonistin, mit deren Alter und Lebenssituation ich mich sehr gut identifizieren konnte. Ihre Introvertiertheit und ihr ruhiger Alltag mit Merlin verleihen der Geschichte Authentizität und Wärme. Ihre Schwestern, sowie der restliche Zirkel bleiben mir etwas zu blass und auch Mat finde ich viel zu flach. Die Rückblenden zu seiner Vergangenheit mit Kate bleiben mir zu unklar und zu vage, sodass sich ihre Verbundenheit für mich ein bisschen oberflächlich konstruiert anfühlt.

💡 Fazit: Die Grundidee und die Atmosphäre sind toll, aber das Buch verschenkt an einigen Stellen sein Potenzial. Viele Szenen wirken zu vorhersehbar und folgen bekannten Mustern, wodurch für mich der Tiefgang fehlt. Die vielen Beschreibungen von Kates Kochritualen oder alltäglichen Handgriffen tragen zwar zur Stimmung bei, nehmen aber irgendwann zu viel Raum ein. Und das Ende wirkt für mich zu glatt und zu sehr auf ein Happy End hingeschrieben.

3|5 ⭐️

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ich hätte es gerne gemocht, aber die Triggerwarnung fehlte (DNF-abgebrochen)

House of Rayne
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Achtung: Ich habe das Buch abgebrochen! (DNF)

Eigentlich hatte ich mich richtig auf das Buch gefreut und war aufgrund der Beschreibungen ("Düster, sexy, mit Horrorelementen, herbstliche Romance") voller ...

Achtung: Ich habe das Buch abgebrochen! (DNF)

Eigentlich hatte ich mich richtig auf das Buch gefreut und war aufgrund der Beschreibungen ("Düster, sexy, mit Horrorelementen, herbstliche Romance") voller Erwartungen. Ich fand ich das Setting auf dieser abgelegenen Insel in einem alten Herrenhaus richtig toll und auch der Schreibstil hat mir gut gefallen. Und ich fand auch eine der Protagonistinnen (Salem) sehr gut gestaltet, da sie nach einer aufgelösten Verlobung mit einem Mann (und der Trennung von ihm) offenbar auch an Frauen interessiert ist. Es wird aber gar nicht erklärt oder weiter ausgeführt, welche sexuelle Orientierung sie hat und ich finde das sehr gut, da es meiner Meinung nach heutzutage keiner Rechtfertigung mehr dafür bedarf.

Allerdings entwickelt sich die Geschichte dann in eine Richtung, mit der ich persönlich gar nicht warm geworden bin. Es gibt sehr explizite Szenen mit BDSM-Elementen, in denen unter anderem (und für mich unerwartet) Dominanzspiele mit Fesselungen und Erniedrigung vorkommen. Das ist etwas, was ich echt nicht brauche... deshalb habe ich das Buch an dieser Stelle abgebrochen.

Ich finde es schade, dass die Triggerwarnung nicht direkt im Buch steht, sondern erst online nachgelesen werden muss (auf den ersten Seiten steht nur "Dieses Buch enthält potenziell triggernde Inhalte. Wenn du dich darüber informieren möchtest, findest du auf unserer Homepage unter www.endlichkyss.de/HouseOfRayne eine Content-Note"). Wäre dort klar auf die expliziten BDSM-Inhalte hingewiesen worden, hätte ich das Buch gar nicht erst begonnen (nicht, weil das Thema falsch ist, sondern einfach, weil es nicht meinem Geschmack entspricht!) Trotzdem glaube ich, dass "House of Rayne" für Leser:innen, die sich für düstere, sinnliche Geschichten mit queeren Protagonist:innen interessieren und mit BDSM Themen kein Problem haben, durchaus interessant sein kann. Für mich persönlich war es allerdings nichts und ich finde es dann immer schade, dass man so explizit sexuelle Inhalte nicht überspringen kann (z.B. mit einer Anmerkung der Autorin, dass man bis Seite ... blättern soll, dabei aber nichts Relevantes verpasst).

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wie ich da jetzt eine numerische Sterne-Bewertung geben soll, da diese ja nur eingeschränkt aussagekräftig wäre (ich kenne ja nicht das ganze Buch). Handwerklich fand ich es gut, aber es war einfach nicht mein Geschmack...

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Das große Finale der Crazy Rich Trilogie

Crazy Rich Problems
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Das große Finale der Crazy Rich Trilogie von Kevin Kwan: „Crazy Rich Problems“ 💸

„Es will doch keiner hören, dass wir Probleme haben. Wir sind zu reich für Probleme.“

Diesmal eskaliert das Drama in der ...

Das große Finale der Crazy Rich Trilogie von Kevin Kwan: „Crazy Rich Problems“ 💸

„Es will doch keiner hören, dass wir Probleme haben. Wir sind zu reich für Probleme.“

Diesmal eskaliert das Drama in der Young-Familie komplett: Es geht um das große Erbe des Familienoberhauptes Shang Su Yi und die Frage, wer am Ende mit dem milliardenschweren Anwesen Tyersall Park in Singapur davonkommt. Unsere liebsten Figuren Rachel und Nick Young, Astrid Leoung, Charlie Wu, Kitti Bing etc. tauchen erneut auf und geben uns Einblicke in asiatische Traditionen und Familienkonflikte, die aus Statusdenken und der Gier nach Geld entstehen. Wir erfahren diesmal mehr über die Vergangenheit von Shang Su Yi und die Geschichte von Singapur unter der Besetzung der Japaner während des zweiten Weltkriegs.

Ich mochte die Fußnoten des Autors wieder total gern, die wie gewohnt humorvoll und sarkastisch in das Geschehen hineingrätschen oder der Absurdität die Kirsche auf die Sahne setzen! Allerdings fand ich die Story diesmal ganz schön in die Länge gezogen, unnötig dramatisch (obwohl das ja irgendwie Kwans Vibe ist) und ein wenig kreuz und quer, wodurch mein Lesefluss behindert wurde. Die Erzählstruktur war weniger fesselnd, als in den beiden vorangehenden Bänden. Die Figuren habe ich diesmal sehr klischeehaft wahrgenommen und das hat irgendwann doch etwas genervt 🙈

Fazit: diesmal habe ich viele Leseöhrchen in den Seiten hinterlassen, weil ich das Buch so oft nach einem kurzen Kapitel wieder weggelegt habe. Leider hat mich der letzte Band einfach nicht so gepackt und Spannung kam auch nicht wirklich auf. Dennoch war es schön, noch ein letztes Mal in die Welt der Youngs, T’siens & Shangs hinein zu tauchen und mehr über die Familienmitglieder und deren Werte zu erfahren!

3/5 ⭐️

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Rache als Geschäftsmodell (Glitzer inklusive) ✨

Hustle
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✨ REZENSION zu „Hustle“ von Julia Bähr (@comeonbaehr), erschienen im Pola Verlag (@pola_stories)

📖 Inhalt (spoilerfrei): In „Hustle“ zieht Leonie nach einer Kündigung nach München und sieht sich dort ...

✨ REZENSION zu „Hustle“ von Julia Bähr (@comeonbaehr), erschienen im Pola Verlag (@pola_stories)

📖 Inhalt (spoilerfrei): In „Hustle“ zieht Leonie nach einer Kündigung nach München und sieht sich dort mit überteuerten, wenig attraktiven Wohnungen und einem monotonen Job konfrontiert. Durch Zufall findet sie Anschluss an einen Freundeskreis, der mit ungewöhnlichen „Side-Hustles“ sein Geld verdient. Inspiriert davon startet Leonie schließlich ihr eigenes Geschäft: Gegen Bezahlung übernimmt sie Racheaktionen für Menschen mit gebrochenem Herzen. Dabei stellt sich für sie immer wieder die Frage, was ein gutes Leben eigentlich kostet und welche Risiken sie dafür tragen möchte.

🖋️ Erzählstil und -struktur: Der Einstieg hat sich für mich nicht ganz stimmig angefühlt. Am Anfang erzählt Leonie in einer Art Zeitraffer von den Geschehnissen in ihrem Job. Dadurch wird viel übersprungen und nur teilweise über ein Gespräch mit ihrem besten Freund vermittelt, der die meisten Dinge ohnehin schon weiß („ich weiß, du hast mich doch mehrfach weinend vom Klo angerufen“). Das wirkte auf mich ein wenig konstruiert. Hier hätte ich mir eine direktere, retrospektive Erzählweise gewünscht. Der Ton ist teilweise satirisch, insgesamt leicht und flüssig zu lesen. Manche Szenen, vor allem die Racheaktionen, erschienen mir allerdings sehr unglaubwürdig und haben mich ein wenig aus der Geschichte herausgerissen (z. B. das Pinkfärben von Haaren, als wäre dies nicht rückgängig zu machen).

👥 Figuren: Leonies Entwicklung bleibt für mich eher unausgeglichen. Einerseits grenzt sie sich von Konsumdenken ab, andererseits lässt sie sich stark vom Münchner Umfeld und den Erwartungen ihrer Freundinnen beeinflussen. Das ist menschlich nachvollziehbar, bleibt im Buch aber eher oberflächlich ausgearbeitet. Die Nebenfiguren wirkten auf mich in vielen Punkten eher flach. Statt als eigenständige Charaktere mit Tiefe treten sie vor allem als funktionale Rollen auf, mal als Impulsgeber, mal als Kontrast oder Sparringspartner.

🌙 Symbole und Themen: Den zu Beginn geschilderten Konflikt mit Mosweti habe ich als Anspielung auf Monsanto gelesen. Monsanto (heute Teil von Bayer) steht vor allem wegen Glyphosat, gentechnisch veränderten Pflanzen, patentrechtlich gesichertem Saatgut und dem damit verbundenen Druck auf Landwirte sowie wegen seines aggressiven Markt- und Lobbyverhaltens in der Kritik. Diese Praktiken gelten als umweltschädlich, gesundheitlich riskant und als Symbol für die problematische Macht großer Agrarkonzerne und prägen bis heute den umstrittenen Ruf des Unternehmens. Aufgefallen ist mir auch die Symbolik in der Szene, in der Leonie an ihrem letzten Arbeitstag bevor sie die Büroräume von Mosweti verlässt, überall Kresse-Samen verstreut. Sie hat dort buchstäblich ein Keim für ihren Neuanfang gelegt. Die Kresse symbolisiert in vielen Kulturen Hoffnung, Neubeginn und neues Leben, was ich an der Stelle des Buches sehr passend eingesetzt fand. Besonders stark fand ich die Authentizität, mit der das Leben in München eingefangen wird (vermutlich deshalb, weil die Autorin selbst bis 2014 dort gelebt hat). Hohe Lebenshaltungskosten, verdrängte Geschäfte, unbezahlbare Wohnungen mit Schimmel und Kakerlaken. All das zeigt schonungslos, wie absurd und ungerecht das System ist. Auch der Anpassungsdruck an Konsumstandards wird nüchtern und realistisch geschildert. Was zunächst widersprüchlich wirken mag, aber die Kapitalismus- bzw. Gesellschaftskritik sogar bereichert, ist die Tatsache, dass die Figuren diesen Mechanismen nachgeben und selbst nach Luxus, Kleidung und Statussymbolen streben. Für mich spiegelt das sehr menschlich den inneren Zwiespalt zwischen Kritik und Mitmachen wider.

💡 Fazit: „Hustle“ liest sich unterhaltsam und greift spannende gesellschaftliche Themen auf. Die Sprache ist metaphorisch und teilweise fast poetisch. Ich mochte Böhrs originelle Vergleiche sehr: Schleimpilze werden als Metaphern für gesellschaftliche Strukturen und zum Sinnbild für das menschliche Leben und dessen Entwicklungen. Gleichzeitig fehlte mir aber ein klarer roter Faden, die Figurenentwicklung blieb für mich unbefriedigend und das Ende wirkte ein wenig richtungslos. Insgesamt hatte das Buch Potential, das für mich nicht ausgeschöpft wurde. Auf ihrer Webseite beschreibt Bähr „Hustle“ als literarisches Experiment: Sie wollte bewusst etwas ganz anderes schreiben als ihre bisherigen, eher romantischen oder humorvollen Werke. Für sie fühlte es sich an, „als wäre sie ganz gut im Klavierspielen gewesen und plötzlich bekam sie eine Geige gereicht“. Auch ein Instagram-Post von 2016, in dem sie die Redaktionsräume der FAZ mit „Hamsterrad“ kommentierte, wirkt im Rückblick wie ein leiser Hinweis auf das kapitalismuskritische Grundthema des Romans.

3|5 ⭐️

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Typische feel-good Literatur aus Japan

Der Laden in der Mondlichtgasse
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✨ Rezension zu "Der Laden in der Mondlichtgasse" von Hiyoko Kurisu, übersetzt von Charlotte Scheurer und erschienen im Droemer Knaur Verlag. Die Autorin hat mit "The Twilight Post Office in the Night Alley" ...

✨ Rezension zu "Der Laden in der Mondlichtgasse" von Hiyoko Kurisu, übersetzt von Charlotte Scheurer und erschienen im Droemer Knaur Verlag. Die Autorin hat mit "The Twilight Post Office in the Night Alley" inzwischen eine Fortsetzung vorgelegt.

📖 Inhalt (spoilerfrei): In einer kleinen japanischen Stadt gibt es einen unscheinbaren Schrein. Menschen, deren Dasein ins Wanken geraten ist, finden dort den verborgenen Zugang zur Mondlichtgasse, einem Ort zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Am Ende dieser Gasse liegt eine traditionsreiche Confiserie namens "Kohaku", geführt von Kogetsu, halb Mensch, halb Fuchsgeist. Besucher:innen können dort Süßigkeiten erwerben, die manchmal eine besondere Wirkung haben können.

✍️ Erzählstruktur und -stil: Der Roman ist in sechs eigenständige Geschichten eingeteilt, die alle nur durch Kogetsus größtenteils stille Beobachtung verbunden sind. Jedes Kapitel trägt den Namen der jeweiligen Süßigkeit, die darin verzehrt wird, und ist mit einer passenden Illustration versehen. Im Anhang findet sich zudem ein Glossar, in dem alle erwähnten Süßigkeiten, typische japanische Kleidung sowie die auftauchenden Geister, Tiere und humanoiden Fabelwesen aus dem Volksglauben erklärt werden. Jede Episode folgt einem ähnlichen Rhythmus: eine Figur in einer Krise, der Weg durch den Schrein, die Begegnung in der Confiserie, eine kleine Veränderung. Das wirkt vertraut, fast rituell, aber auch schnell repetitiv. Die Sprache ist schlicht, zugänglich und ruhig. Der Tonfall erinnert an Märchen, weniger an komplexe Prosa, und legt den Fokus klar auf Atmosphäre statt auf sprachliche Raffinesse. Das Buch lässt sich gut in eine Strömung der zeitgenössischen japanischen Unterhaltungsliteratur einordnen, die unter Begriffen wie iyashikei (癒し系, „heilend/beruhigend“) oder feel-good literature bekannt ist. Diese Texte wollen kein literarisches Gewicht entfalten, sondern ein wohliges, leicht melancholisches, letztlich beruhigendes Gefühl vermitteln. Typisch sind der episodische Aufbau, die rituelle Wiederholung ähnlicher Muster, die Vermittlung kleiner Lebensweisheiten (Ehrlichkeit, Selbstakzeptanz, Loslassen) sowie der Vorrang von Atmosphäre vor psychologischer Tiefe.

👥 Figuren: Die Figuren sind eher Typen als tief ausgearbeitete Charaktere: Menschen, die Einsamkeit, Schuld, Selbstzweifel oder Sehnsucht verkörpern. Sie stehen stellvertretend für allgemeine menschliche und emotionale Erfahrungen und entwickeln sich nur in kleinen Schritten. Kogetsu, der Fuchsgeist, bleibt geheimnisvoll und distanziert, fast wie ein melancholischer Fremder. Erst allmählich zeigt sich, wie auch er durch menschliche Begegnungen berührt wird.

🌙 Symbole: Die Menschen, die den Schrein betreten, stehen jeweils in einer Phase tiefen Kummers und innerer Zerrissenheit. Aus diesem Zustand heraus werden sie in die Mondlichtgasse geführt, an deren Ende sie die Confiserie finden. Der Schrein markiert dabei eine Schwelle, und die Gasse selbst wirkt wie ein Zwischenraum: ein stiller Ort, der Menschen im Verborgenen zu einer Begegnung mit sich selbst führt. Die Süßigkeiten sind Symbole für kleine, selbst gewählte Impulse: Sie ersetzen keine Lösung, eröffnen aber die Möglichkeit für neue Wege. Folkloristische Elemente wie der Fuchsgeist verankern das Ganze in der japanischen Sagenwelt, ohne die Geschichten zu überfrachten. Besonders hervorzuheben ist die Symbolik des Bernsteins: Der Laden trägt den Namen Kohaku, was sowohl auf den Familiennamen eines Menschen verweist, dem er gewidmet ist, als auch auf Kohakutō, eine traditionelle Süßigkeit, die „Bernsteinzucker“ bedeutet. Wörtlich übersetzt würde der Titel des Buches auf Deutsch „Der Süßigkeitenladen im Bernsteinschein der Nachtgasse“ heißen.

💭 Fazit: "Der Laden in der Mondlichtgasse" ist ein typisches Beispiel japanischer Cozy-Literatur: warm, atmosphärisch und märchenhaft. Es geht um Ehrlichkeit, Mitgefühl, Offenheit, Achtsamkeit. Themen, die einfach und kindlich-naiv vermittelt werden. Für mich persönlich war die Lektüre daher zu repetitiv, zu simpel und zu wenig fesselnd, um wirklich zu berühren. Als kleine, tröstliche Zwischendurchlektüre funktioniert das Buch jedoch gut, wie eine Süßigkeit, die man sich kurz gönnt, ohne dass sie lange vorhält.

3|5 ⭐️

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