Düstere Magie, Längen und erzwungene Funken
The Dagger and the Flame„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks ...
„The Dagger and the Flame“ entführt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle schafft es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks und den Daggers – lebendig werden zu lassen, und die detailreichen Schauplätze, wie die Versini-Bibliothek oder Theos Garderobe, sind so bildhaft, dass man sich sofort mittendrin fühlt.
Doch so sehr ich die Welt und die Grundidee geliebt habe, es gab immer wieder Längen, die den Lesefluss stocken ließen. Manche Szenen zogen sich unnötig in die Länge, und zwischendurch hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, gerade bei den zentralen Wendungen.
Die Dynamik zwischen Seraphine und Ransom ist das Herzstück der Geschichte – und gleichzeitig ihr Stolperstein. Die Autorin setzt auf das klassische „Enemies-to-Lovers“-Motiv, doch leider wirkte die Chemie in manchen Momenten fast erzwungen. Ihre Streitereien und „Papierflieger“-Auseinandersetzungen sind zwar unterhaltsam, aber manchmal habe ich das Gefühl gehabt, dass die Beziehung künstlich konstruiert wird, um Spannung zu erzeugen, statt dass sie organisch wächst.
Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich emotional in die Geschichte eingetaucht bin. Seraphines Wut, ihre Verletzlichkeit und ihr Rachedurst sind sehr gut nachvollziehbar, und die kleinen, ruhigen Momente mit ihren Freunden oder ihrem Hund sorgen für echte Herzenswärme. Auch die überraschenden Wendungen haben mich immer wieder abgeholt, selbst wenn einige Entwicklungen vorhersehbar waren.
Der Schreibstil ist episch und stimmungsvoll, aber auch sehr detailverliebt – was sowohl ein Plus als auch ein Minus ist. Es gibt Passagen, die einen sofort in die Welt ziehen, und andere, bei denen ich mich gefragt habe, wann es endlich weitergeht.