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Veröffentlicht am 30.10.2025

Schonungslos

Regnum
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Was uns im zweiten Passus der Animals Lane Reihe erwartet, ist noch schonungsloser und abstoßender als Band eins. Und trotzdem kann man nicht wegschauen, sondern wird in einen Sog aus Grauen und Leid gezogen, ...

Was uns im zweiten Passus der Animals Lane Reihe erwartet, ist noch schonungsloser und abstoßender als Band eins. Und trotzdem kann man nicht wegschauen, sondern wird in einen Sog aus Grauen und Leid gezogen, der seinesgleichen sucht - und ihn doch tagtäglich in der Realität der Zucht- und Schlachthöfe findet. Hier wird ein ungefilterter Blick hinter die Kulissen geworfen, der einem ganz genüsslich den Magen umdreht und die Ekelskala sprengt, immer im grausamen Bewusstsein dass dies gar keine Fiktion ist. Fiktion ist nur die hoffnungslose Hoffnung, die der Autor mit dem Verschwörungsschwein, das als einziges die Wahrheit erkennt, und den anderen verblendeten Schweinen, die einem vermeintlichen Paradies zustreben, schürt. Und so liest man hilflos mit, wie das Schicksal einmal mehr seinen Lauf nimmt und die Tiere zur Schlachtbank geführt werden. Oder sollte diesmal vielleicht alles anders kommen, gibt es vielleicht doch eine Chance dem Schicksal zu entkommen und Rache zu nehmen für das zugefügte Leid? Wieder hat mich die virtuos bildhafte Sprache, die das Kopfkino heißlaufen lässt, die spielend leichte, selbstverständliche Vermenschlichung tierischen Gehabes, die wie eine gelungene Reminiszenz an die Farm der Tiere anmutet, und die Umkehrung des Gefüges zwischen Mensch und Tier zutiefst beeindruckt. Und dies ist - leider, zum Glück - noch lange nicht das Ende der Animals Lane. Bist Du gewillt, den qualvollen Weg bis zum bitteren Ende zu gehen? Das Buch hat mir ziemlich zugesetzt, und wie beim ersten Teil bin ich hin- und hergerissen, offene Begeisterung ob dieses Werkes zu zeigen, das einen derart grausamen und allzu realen Inhalt vermittelt. Fazit: Horror in Reinform.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Ein ganz besonderes Buch

Das Buch der verlorenen Stunden
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In dem Buch vermischen sich politische Intrigen, eine dramatische Liebesgeschichte und die immerwährende Zeit und ein Raum voller Erinnerungen zu einem fantastischen Leseerlebnis. Geschichten über Zeitreisen, ...

In dem Buch vermischen sich politische Intrigen, eine dramatische Liebesgeschichte und die immerwährende Zeit und ein Raum voller Erinnerungen zu einem fantastischen Leseerlebnis. Geschichten über Zeitreisen, Zeitsprünge oder ähnliches verursachen mir gerne einen Knoten im Hirn, weil ich irgendwann den Überblick verliere und dem Geschehen nicht mehr folgen kann. Das ist hier nicht so: es wird sehr genau und verständlich erklärt, was es mit dem Zeitraum, in dem Erinnerungen archiviert werden, auf sich hat. Dabei begleiten wir Lisavet Levy von Kindesbeinen an bis ins Erwachsenenleben, und dabei durchlebt sie nicht nur ein Leben, sondern durch das Eintauchen in Erinnerungen ganz viele. So wird Lisavet, die sich jahrelang im Zeitraum aufhält, zu einem ganz besonderen Menschen, und als die Geheimdienste auf sie aufmerksam werden, auch zu einer Zielscheibe. Denn Lisavet will alle Erinnerungen bewahren, während andere Gruppen die Erinnerung an und die Vergangenheit selbst durch das gezielte Auslöschen von Erinnerungen zu ihren Gunsten verändern wollen. Obwohl ich Polit-Thriller normalerweise nicht mag, hat dieser Aspekt mich bei diesem Buch ganz besonders gereizt. Zudem haben die vielen realen historischen Meilensteine, die hier eingeflochten werden, die Fantasy, die mit dem Zeitraum einhergeht, relativiert und geerdet, so dass sich eine sehr bodenständige Mischung ergab, die trotz ihrer Unglaublichkeit irgendwie auch glaubhaft wirkte. Lisavet selbst ist eine sehr komplexe Figur, ihr isoliertes Heranwachsen, ihr Unkenntnis der Geschehnisse in der Welt, ihre erste Liebe, ihre Entscheidungen und vor allem auch ihre Fehlentscheidungen, die schwerwiegende Folgen mit sich bringen, machen sie sehr menschlich und nahbar. Im Kontrast dazu stehen die Zeithüter, die im Auftrag ihrer Befehlshaber handeln und den Zeitraum als Mittel zum Zweck betrachten, während er für Lisavet Heimat bedeutet. Ihre Liebe zu einem der Zeithüter ist sehr romantisch, aber was darauf folgt ist herzzerreissend in seiner Konsequenz und dem, was im Anschluss passiert. Fazit: ein beeindruckender dystopischer Roman, der eine tief bewegende Geschichte erzählt.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Queer, Cozy, Noir

Lavender House
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Das Buch fängt die nostalgische Atmosphäre der 50er Jahre perfekt ein und schafft einen queeren Krimi im Noir-Feeling, der seinesgleichen sucht. Bei einer Razzia wurde Evander "Andy" Mills in einer eindeutigen ...

Das Buch fängt die nostalgische Atmosphäre der 50er Jahre perfekt ein und schafft einen queeren Krimi im Noir-Feeling, der seinesgleichen sucht. Bei einer Razzia wurde Evander "Andy" Mills in einer eindeutigen Situation auf der Toilette erwischt und daraufhin aus dem Polizeidienst entlassen. Da kommt der Auftrag aus Lavender House, dem Sitz der Familie und des Seifenimperiums Lafontaine gerade recht. Es stellt sich heraus, dass Lavender House ein Zufluchtsort für queere Menschen ist, und nach dem Mord an der Matriarchin wird Andy mit den Ermittlungen betraut. Nach und nach lernt Andy die Familienmitglieder und Bediensteten kennen, aber er entdeckt auch die nie gekannte Freiheit, die in Lavender House herrscht, wo alle offen zeigen und leben können wie und wer sie sind. Doch die Freiheit kommt nicht ohne ihren Preis, denn nach außen hin muss die Familie den Schein waren, und so ist Lavender House zugleich ein goldener Käfig.
Mich hat an der Geschichte vor allem der Krimiteil gereizt, der einem "Locked Room" Rätsel gleicht. Das die Queerness einen derart großen Raum einnimmt war mir anfangs nicht bewusst, aber sie hat die Geschichte ungemein bereichert und einzigartig gemacht. Und obwohl sie fortwährend präsent war, wirkte sie kein bisschen aufgesetzt oder zu gewollt, sondern fügte sich perfekt ins Geschehen ein und vermittelte einen glaubwürdigen Eindruck davon, wie queere Menschen zu der damaligen Zeit von der Gesellschaft behandelt wurden: verurteilt, verfolgt und ausgestoßen. So war Lavender House Fluch und Segen zugleich, bot es doch letztlich nur eine geschützte Blase, außerhalb derer man sich immer noch verstellen und verstecken musste. Und ausgerechnet dieser Schutz kippt, als klar wird dass jemand von den Bewohnern einen Mord begangen hat und man auch hier nicht mehr sicher ist.
Mit Spannung habe ich Andys Ermittlungsarbeit verfolgt, bei der wir die einzelnen Personen, ihre Motivation und Ansichten kennenlernen und so immer tiefer in das Geflecht aus Täuschung und Intrigen eindringen, dass Lavender House umgibt. Wem kann man hier trauen? Die Ermittlungen bringen Andy außerdem dazu, sein eigenes Leben, sein bisheriges Handeln als Polizist - oder besser gesagt seine Unterlassungen - zu überdenken und so wird aus Angst Stärke und Entschlossenheit, die Dinge zu ändern. Mich hat das Buch absolut gefesselt und ich würde mich riesig freuen, wenn es ein baldiges Wiedersehen mit Andy gäbe.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Ein Kater auf Rachefeldzug

Moribundus
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Kater Garv geht es gut: er lebt bei einem kleinen Mädchen, das ihn hingebungsvoll liebt und verwöhnt. Wäre da nicht der Vater, der Garv nicht leiden kann und ihn ständig malträtiert. Und wäre da nicht ...

Kater Garv geht es gut: er lebt bei einem kleinen Mädchen, das ihn hingebungsvoll liebt und verwöhnt. Wäre da nicht der Vater, der Garv nicht leiden kann und ihn ständig malträtiert. Und wäre da nicht die Freundin des Vaters mit ihrer Katzenallergie, die Garv hasst und dies auch auf brutale Weise zeigt. Ein süßer kleiner Hund wäre doch eigentlich viel besser als Haustier geeignet, oder? Also wird Garv aussortiert und gerät auch bei Alessa schnell in Vergessenheit wie ein abgeliebtes Spielzeug. Doch Garv, gequält, vernachlässigt und an der Schwelle zum Hungertod, bekommt von unerwarteter Seite Unterstützung - und sinnt schon bald auf blutige Rache. Diese unglaubliche Mischung aus Animal, Body und Revenge Horror ist wahrlich nichts für schwache Nerven, aber ein echtes (Gore) Fest für alle Horrorfans. Und das nicht einfach nur um des Effekts willen, trägt die Geschichte doch eine wichtige Botschaft an die Leserschaft heran. Somit ist dies nicht nur eine erschreckende Horrorgeschichte, sondern auch ein flammender Appell für Tierrechte und gegen Tierquälerei. Auf eindringlichste und sehr explizite Weise beschreibt der Autor das Geschehen, und alleine die genial bildhafte Schreibweise macht das Lesen zu einem echten Vergnügen - beim Inhalt fühlt sich dieses Wort irgendwie falsch, ja fast pervers an, aber trotzdem habe ich jede Zeile dieses Buches verschlungen und Garv am Ende zugejubelt, als er die wahren Monster, natürlich wieder einmal die Menschen, ihrer verdienten Strafe zuführt. Dass das Buch aus der Sicht des Katers erzählt wird, gibt dem Geschehen zudem eine ganz neue Perspektive und regt zum Nachdenken darüber an, was in unseren tierischen Mitbewohnern vorgeht, was sie fühlen und wie sie die Welt wahrnehmen. Fazit: Ein unglaublich intensiver Höllenritt, für den man einen starken Magen und noch stärkere Nerven braucht. Ich werde der Animal Lane definitiv einen weiteren Besuch abstatten!

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Mitreissend

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Die Geschichte war insgesamt viel düsterer und härter, als ich aufgrund des pastelligen Covers und den anfänglichen Cozy-Vibes der Leseprobe erwartet hatte. Gut so! Auch die Romanze hielt sich in Grenzen ...

Die Geschichte war insgesamt viel düsterer und härter, als ich aufgrund des pastelligen Covers und den anfänglichen Cozy-Vibes der Leseprobe erwartet hatte. Gut so! Auch die Romanze hielt sich in Grenzen und wurde nicht in den Fokus gestellt, für mich ein weiterer Pluspunkt. So blieb ganz viel Raum für echte Handlung, pure Action und jede Menge Gewalt, Intrigen und Täuschungen.Besonders gefiel mir, dass Sora auch dunkle Seiten entwickelt, die sie zeigen muss um in der gnadenlosen Clanwelt zu überleben. Ihre Stiefschwester Jia ist ein echtes Miststück, aber auch hier gibt es eine unvorhergesehene Entwicklung, die die Handlung in eine völlig neue Richtung dreht. Schließlich Ran, einst Gott, jetzt irgendwie nur noch ein Schatten seiner selbst, aber doch auch viel mehr - seine Verbindung zu Sora ist wirklich etwas besonderes und es hat großen Spaß gemacht, den Schlagabtausch der beiden mitzuerleben. Überhaupt hat mir gefallen, wie die Charaktere sich wandeln und von einer ganz neuen Seite zeigen, die meine vorgefasste Meinung ein ums andere Mal über den Haufen warf.
Von der Familie betrogen, dann plötzlich doch vom Vater als Nachfolge vorgesehen, die aber mit Prüfungen versehen ist, die es in sich haben - und das wo Sora ohne Magie geboren wurde, im Gegensatz zu allen anderen Clanmitgliedern. Wie soll das zu schaffen sein, vor allem angesichts des Hasses und Neides, der ihr vor allem von Jia entgegenschlägt.Mit Beginn der Prüfungen legt die Autorin nochmal eine Schippe drauf, was Spannung und Dramatik angeht - denn die Prüfungen sind nicht nur körperlich, sondern auch seelisch eine echte Herausforderung und verlangen Sora alles ab. Da gab es neben einigen Schockmomenten auch unerwartete Wendungen, die alles auf den Kopf stellten und nicht nur Sora an ihrer eigenen Wahrnehmung zweifeln liessen. Kurzum: ich bin restlos begeistert von diesem Buch und kann die Fortsetzung kaum erwarten. Leider muss ich darauf - nach einem mega fiesen Cliffhanger! - aber noch eine ganze Weile warten.

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