Platzhalter für Profilbild

Piatra

Lesejury Profi
offline

Piatra ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Piatra über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2025

Gefängnisalltag und viel Zeit zum Nachdenken!

Inside
0

Im April 2022 wird Boris Becker zu 30 Monaten Gefängnis in Großbrittanien verurteilt. Und direkt nach der Urteilsverkündung muß er die Strafe antreten. Das Buch beschreibt den Alltag in den zwei Haftanstalten ...

Im April 2022 wird Boris Becker zu 30 Monaten Gefängnis in Großbrittanien verurteilt. Und direkt nach der Urteilsverkündung muß er die Strafe antreten. Das Buch beschreibt den Alltag in den zwei Haftanstalten und die Überlebensstrategien dort. 22 Stunden alleine in der Zelle, Gewaltverbrecher rund um einen herum, viele der Mitinhaftierten kennen Becker überhaupt nicht. Er hat viel Zeit zum Nachdenken über sein Leben und seine Verfehlungen. Aber hat er wirklich daraus gelernt? Schnell stellt sich heraus, wer seine wirklichen Freunde sind, wer noch zu ihm steht, ihm helfen will. Er lernt einige Mithäftlinge besser kennen und es entwickeln sich neue Freundschaften. Am Ende ist er nach 8 Monaten wieder frei, weil er nach Deutschland abgeschoben wird. Wir erfahren viel über seine Gedanken rund um diese Haft, wie er dank Lilian die Zeit übersteht und was er hoffentlich gelernt hat. Nicht wirklich passend fand ich die "Fanbriefe", die er im Gefängnis erhalten hat. Sie mögen Becker zwar Kraft gegeben haben, aber im Grunde sind sie nichtssagend. Auch die vielen Rückblicke auf Spiele von früher und ehemalige Gegner im Tennis sind nicht wirklich zielführend. Eine interessante Lektüre über den tiefen Fall eines ehemaligen Helden, der sehr viele Fehler gemacht hat und nun hoffentlich bessere Entscheidungen trifft. Ich wünsche ihm und seiner Frau alles Gute für die Zukunft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2025

Erstes Solo von Volker Klüpfel mit Luft nach oben

»Wenn Ende gut, dann alles«
0

Der erste Solo-Krimi von Volker Klüpfel. Und es geht schräg zu. Der leicht tolpatschige, im alten Wohnmobil lebende und nicht so ganz lebensfähige Möchtegern-Schriftsteller Tommi und die ukrainische Putzfrau ...

Der erste Solo-Krimi von Volker Klüpfel. Und es geht schräg zu. Der leicht tolpatschige, im alten Wohnmobil lebende und nicht so ganz lebensfähige Möchtegern-Schriftsteller Tommi und die ukrainische Putzfrau Svetlana, die mit der deutschen Sprache und besonders den Redewendungen auf Kriegsfuss steht, lösen ihren ersten gemeinsamen Fall, in den sie rein zufällig hineingeraten. Alles beginnt mit einem kleinen Mädchen, das alleine am Waldrand herumläuft. Svetlana will ihr helfen und alarmiert die Polizei. Da diese für die resolute Svetlana nicht genug unternimmt, um die Herkunft des Mädchens zu klären und ihre Mutter zu finden, nimmt sie die Sache mit Tommis Hilfe selber in die Hand, was zu haarsträubenden Situationen führt.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die bildhaften Beschreibungen machen es leicht, der Geschichte zu folgen. Die 64 Kapitel sind recht unterhaltsam, aber leider nicht sehr spannend. Auch nutzt sich das lustige Verdrehen der Sprichwörter und Weisheiten auf die Dauer etwas ab. Tommis Antriebslosigkeit wird mit der Zeit auch ziemlich nervig. Gewinnen tut das Buch auf jeden Fall durch einige wirklich gute und skurrile Nebendarsteller, wie z. B. Tommis Vater, der sich in einem Altenheim einquartiert hat und dort den Casanova gibt. Es werden dennoch auch sehr aktuelle und brisante Themen angesprochen. Insgesamt ganz nette Unterhaltung, aber kein Krimi. Noch jede Menge Luft nach oben für den nächsten Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2024

Grausame Morde vor wunderschöner Kulisse!

Verräterisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 10)
0

Der nun schon zehnte Fall für Rechtsmediziner Leon Ritter und seine Freundin Isabelle Morell, Capitaine der örtlichen Polizei. Es geht um einen Serienmörder, der junge Frauen auf die gleiche Weise tötet, ...

Der nun schon zehnte Fall für Rechtsmediziner Leon Ritter und seine Freundin Isabelle Morell, Capitaine der örtlichen Polizei. Es geht um einen Serienmörder, der junge Frauen auf die gleiche Weise tötet, wie ein bereits vor langer Zeit verurteilter Mörder aus der Region. Und dann verschwindet Isabelle!
Routiniert erzählt und mit viel Südfrankreich-Flair entführt uns der Autor wieder in die wunderschöne Gegend rund um Le Lavandou. Doch eigentlich ist es ein Krimi und der kann mich dieses Mal nicht so wirklich überzeugen. Die Morde sind sehr grausam, doch irgendwie kommt mir die Geschichte in Teilen sehr bekannt vor. Der Autor greift auf schon bereits verwendete Handlungen zurück, die sich jetzt quasi wiederholen. Als Neuleser merkt man es nicht, aber als alter Hase bleibt man etwas verwundert zurück. Auch die Charaktere entwickeln sich nicht weiter. Ist die Reihe auserzählt?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2024

Cosy Crime aus der Eifel!

Mord im Antiquitätenladen
0

Der erste Krimi von Waldi Lehnertz, bekannt aus „Bares für Rares“ im ZDF. Wie erwartet spielt der Krimi in einem Antiquitätenladen. Siggi lebt dort eher etwas chaotisch und gerät unversehens in einen Kriminalfall. ...

Der erste Krimi von Waldi Lehnertz, bekannt aus „Bares für Rares“ im ZDF. Wie erwartet spielt der Krimi in einem Antiquitätenladen. Siggi lebt dort eher etwas chaotisch und gerät unversehens in einen Kriminalfall. Er entdeckt in seinem Laden eine Leiche, die kurz darauf verschwunden ist. Da die ortsansässige Polizei ohne Leiche nicht ermitteln will, muß Siggi selber aktiv werden. Unterstützt wird er dabei von allerlei skurrilen Personen und einer „zugelaufenen“ Putzkraft, die zur Assistentin und dann auch noch zur Geliebten mutiert. Der Krimi ist eher ein Cosy Crime, die Spannung steigt, wenn überhaupt, erst zum Schluss etwas an. Das Buch lebt von den Charakteren und deren oft unüberlegten und erheiternden Taten. Die Geschichte ist nicht sehr mitreißend, aber für einen verregneten Nachmittag gut geeignet. Für Fans von Waldi sicherlich empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2024

Mehr Toleranz!

Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart
0

Der Autor ist auf dem Land im Höxterschen aufgewachsen und dann später mit seiner Frau nach München gezogen. Dort haben sie ihr Großstadtleben in vollen Zügen genossen bis der Nachwuchs kam. Sie wollten ...

Der Autor ist auf dem Land im Höxterschen aufgewachsen und dann später mit seiner Frau nach München gezogen. Dort haben sie ihr Großstadtleben in vollen Zügen genossen bis der Nachwuchs kam. Sie wollten der Kinder wegen wieder aufs Land und sind dann an den Ammersee in ein Dorf gezogen. Diese Erfahrungen und die um sich greifende „Landlust“ haben den Autor bewogen, dieses Essay zu schreiben. Dabei kommt die Landbevölkerung und ihr Lebensstil nicht gut weg. Er beschreibt sie als gemein, die jede Abweichung von ihrer Norm und Vorstellung mit Ächtung, Verfolgung und Beschämung bestraft. Dem möchte ich so nicht zustimmen. Ich bin in einem Ballungsraum in NRW aufgewachsen und dann später in die absolute bayerische Provinz gezogen, weit weg vom Einzugsgebiet von München. Der beschriebene Umgang mit dem behinderten Kind während seiner Kindheit auf dem Land ist absolut verabscheuungswürdig und ganz sicher nicht verallgemeinbar. Und ganz sicher ist es klar, daß das Leben auf dem Land anderen Regeln folgt als in einer anonymen Stadtumgebung. Darauf muß man sich einstellen, wenn man dorthin zieht. Ich muß mich anpassen, nicht die Dorfgemeinschaft. Und wenn die Stadtflucht wie im Großraum München um sich greift und immer mehr wird, ist es klar, daß es früher oder später zu Unmut auf dem Dorf kommt, wenn sie von den Großstädtern überrannt werden. Etwas mehr Toleranz von beiden Seiten und das Zusammenleben klappt!
Auch wenn der Autor einige weitere Philosophen aus verschiedenen Zeiten zitiert, um seine Meinung zu unterstützen, bleibt das Essay subjektiv und einseitig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere