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Veröffentlicht am 14.11.2025

Spannender Thriller - das Ende enttäuscht leider

The Business Trip
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Die erfolgreiche Chefin eines Nachrichtensenders, Stephanie Monroe befindet sich auf einer Geschäftsreise. Mit ihr im Flieger ist auch die mittellose Jasmine, die vor ihrem gewalttätigen Freund auf der ...

Die erfolgreiche Chefin eines Nachrichtensenders, Stephanie Monroe befindet sich auf einer Geschäftsreise. Mit ihr im Flieger ist auch die mittellose Jasmine, die vor ihrem gewalttätigen Freund auf der Flucht ist und sich ein neues Leben aufbauen möchte. Beide Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein, nur vom Alter her sind sie sich ähnlich. Nach dem Flug sind die Frauen plötzlich verschwunden. Kurz darauf erhalten Freunde der Frauen seltsame Textnachrichten. Nachrichten, die immer verstörender werden.
Der Klappentext des Buches und das dazu passende Cover hatten mich unglaublich neugierig auf das Buch gemacht. Und tatsächlich geht es auch gleich sehr spannend los. Die Schilderung der Flucht Jasmines vor ihrem Freund Glenn war so eindringlich beschrieben, dass man das Gefühl hatte mit dabei zu sein. Auch Stephanie und ihr Umfeld lernt in diesem Abschnitt kennen und kann sich ein gutes Bild machen.
Danach wechseln die Perspektiven. Arbeitskollegen und Freunde kommen zu Wort und schildern ihre Sicht auf die Dinge. Dieser Abschnitt war wie der vorhergehende auch sehr spannend geschrieben und ich flog geradezu durch die Kapitel. Natürlich rätselte ich mit und überlegte fieberhaft was mit den beiden Frauen geschehen sein könnte. Die Auflösung gibt es dann im finalen dritten Abschnitt. Dieser war wirklich voller Überraschungen und Wendungen. Allerdings waren diese Wendungen derart überzogen, dass sie auf mich unglaubwürdig wirkten. Auch das Bild, das ich anfänglich von der Protagonistin hatte, verdrehte sich so stark, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte.
Insgesamt ein spannend geschriebener Thriller, der sich dank des flüssigen Schreibstils der Autorin sehr gut lesen lässt. Lediglich die Auflösung des Ganzen lässt einen leicht fahlen Nachgeschmack zurück.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Spannender Krimi mit einem Stück Zeitgeschehen

Die Farbe des Schattens
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„Die Farbe des Schattens“ ist bereits der zweite Band rund um Hauptkommissar Arno Groth. Schon der Vorgänger „Das Schweigen des Wassers“ hatte mir sehr gut gefallen, daher war ich gespannt wie es nun weitergeht.
Auch ...

„Die Farbe des Schattens“ ist bereits der zweite Band rund um Hauptkommissar Arno Groth. Schon der Vorgänger „Das Schweigen des Wassers“ hatte mir sehr gut gefallen, daher war ich gespannt wie es nun weitergeht.
Auch dieser Fall ist wieder in der Zeit kurz nach der Wende angesiedelt. In Wechtershagen, einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern,wird der elfjährige Matti Beck von seinen Eltern zum Einkaufen geschickt und kehrt nicht mehr zurück. Die Suche bleibt zunächst erfolglos, bis Tage später seine Leiche gefunden wird. Eine Spur führt zu einem Serientäter, aber auch zu einem ungeklärten Fall aus den 80ern.

Susanne Tägder versteht es vorbildlich die Stimmung und Atmosphäre der früheren 90er einzufangen. Die Unterschiede zwischen Ost und West sind noch groß und täglich spürbar. Groth, der ursprünglich aus Wechtershagen stammt, aber die meiste Zeit seines Lebens im Westen verbrachte fungiert hier als Aufbauhelfer Ost.
Erzählt wird auf eine sehr ruhige Art und Weise mit dem Blick aufs Detail. Man kann daher gut in die Geschichte eintauchen, auch wenn man diesen Abschnitt deutscher Geschichte nicht miterlebt hat. Parallel dazu lernt man die Taxifahrerin Ina Paul kennen, die hier mit ihrem Sohn Benno einen Neuanfang wagt. Und natürlich fragt man sich, diese beiden Erzählstränge miteinander verwoben sind. Trotz seiner ruhigen Art ist die Handlung sehr spannend. Lediglich in der Mitte tritt der Fall etwas auf der Stelle.
Die Figuren sind fein säuberlich herausgearbeitet und besitzen ausreichend Tiefe. Groth hat noch immer nicht den Tod seiner Tochter überwunden und hadert oft mit sich selbst.
Hervorragend fand ich das Cover. Ein verlassenes Fahrrad irgendwo im nirgendwo in der Dämmerung. Aussagekräftiger geht es kaum.
Wer also einen unblutigen, aber dennoch spannenden Krimi, der einem sogar noch ein Stück Zeitgeschichte vermittelt lesen möchte, ist bei Susanne Tägder genau richtig.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Der zweite Fall für das sympathische Ermittlerduo

Bittere Nacht
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An einem kalten Wintermorgen wird im Hamburger Alsterkanal die Leiche eines Mannes entdeckt. Den Fall übernehmen die beiden LKA-Kommissare Juha Kurhonen und Lucas „Lux“ Adisa. Anfänglich sieht es fast ...

An einem kalten Wintermorgen wird im Hamburger Alsterkanal die Leiche eines Mannes entdeckt. Den Fall übernehmen die beiden LKA-Kommissare Juha Kurhonen und Lucas „Lux“ Adisa. Anfänglich sieht es fast nach einem Selbstmord aus, doch dann zeigt ein Live-Stream, wie der Partner des Opfers in seiner Sauna gefesselt vergeblich um sein Leben kämpft. Die Ermittlungen führen zu einem Freundkreis erfolgreicher junger Menschen, die sich schon zu Studentenzeiten kannten.

Es ist nach „Das Dickicht“ bereits der zweite Fall für das sympathische Ermittler-Duo Juha und Lux. Diesen ersten Band hatte ich nicht gelesen, kam aber gut in die Geschichte rein. Lediglich bei den beiden Protagonisten hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Die meisten Informationen zu den beiden Kommissaren bekam ich nicht durch Beschreibungen, sondern ein Bild formte sich eher über das Interagieren mit den anderen Figuren. Vielleicht wäre es hier doch ganz ratsam gewesen den ersten Band zu lesen.
Der Fall selbst wird spannend erzählt. Der Schreibstil und der eingestreute Humor waren genau meins. Auch ist es dem Autoren-Duo gut gelungen die kalte und düstere Atmosphäre der Wintertage in Hamburg einzufangen. Es gibt während der Ermittlungen einige überraschende Wendungen und gerade zum Ende hin, nimmt das Buch noch einmal richtig Fahrt auf.
Zwischendurch nimmt man auch teil am Privatleben der beiden Protagonisten. Auf diese Weise werden sie dem Leser nähergebracht und man entdeckt das eine oder andere Problem, das man vielleicht schon selbst einmal erlebt hat.
Und so ist es auch das Privatleben der beiden, das die Neugier auf den nächsten Fall weckt. Natürlich will man unbedingt wissen will, wie es weitergehen wird. Hier bleibt einiges offen, der Fall hingegen ist selbstverständlich in sich geschlossen.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Das Leben ist, wie es ist

Himmelerdenblau
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Theo Novak ist ein erfolgreicher Chirurg, der mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Villa in Grunewald lebt. Doch mit der Entführung seiner 16jährigen Tochter Julie zerbricht das idyllische Leben der ...

Theo Novak ist ein erfolgreicher Chirurg, der mit seiner Frau und zwei Kindern in einer Villa in Grunewald lebt. Doch mit der Entführung seiner 16jährigen Tochter Julie zerbricht das idyllische Leben der Familie. Auch 20 Jahre später ist Julie noch nicht gefunden worden. Nur Theo, der mittlerweile mit einer fortschreitenden Demenz zu kämpfen hat, ist noch immer auf der Suche nach seiner Tochter.
Die Betreiber des Podcasts TwoCrime, Liv Keller und Phil Hendricks bringen den alten Fall erneut an die Öffentlichkeit. Damit gerät auch Daniel, der damalige Ex-Freund Julies unter Verdacht. Kann der Fall nun endlich geklärt werden?
Himmelerdenblau ist ein spannender Thriller, der nicht nur das Verschwinden Julies, sondern auch das Thema Demenz im Fokus hat. Erzählt wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven. Besonders beeindruckt hat mich hier Theo Sichtweise. In einem Moment noch klar, im nächsten in seiner eigenen Gedankenwelt verschwunden. Wenn Theo erzählt, so ergeben sich wirklich kreative Wortgefüge wie Koryglyphe und Parkgiraffe oder aber sein Text enthält jede Menge Rechtschreibfehler, Groß- und Kleinschreibung im wilden Mix.
Aus diesen vielen Perspektiven entwickelt sich sehr langsam ein Gesamtbild und viele Kapitel enden mit einem cliffhanger. Der Autorin gelingt es den Leser auf viele falsche Fährten zu locken. Doch am Ende davon gibt es meist eine überraschende Wende. Lediglich die Auflösung, die es wirklich erst ganz am Ende gibt, weist ein paar Unstimmigkeiten auf, aber wenn man es nicht genau hinterfragt, dann ist es in Ordnung.
Insgesamt ein eher ruhiger Thriller, aber dennoch spannend. Ein etwas höheres Tempo hätte ich besser gefunden, aber für das gesamte Konstrukt waren auch so manche Nebenhandlung notwendig. Empfehlenswert ist das Buch auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Rasanter und spannender Thriller

Das geheime Zeichen
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Bei Bauarbeiten im Keller eines Hauses wird eine skelettierte Leiche entdeckt. Um den Hals trägt die Tote eine Kette mit einem seltsamen Symbol. Evelyn Holm von der Kripo Freiburg erkennt dieses Zeichen ...

Bei Bauarbeiten im Keller eines Hauses wird eine skelettierte Leiche entdeckt. Um den Hals trägt die Tote eine Kette mit einem seltsamen Symbol. Evelyn Holm von der Kripo Freiburg erkennt dieses Zeichen sofort. Es erinnert sie an ein schreckliches Ereignis in ihrer Kindheit. Seitdem war ihr Leben nicht mehr das was es einmal war.
Viola träumt von einem Leben als Künstlerin. Durch eine Freundin hofft sie in einen elitären Club aufgenommen zu werden, der ihr die Möglichkeiten bietet an Bekanntheit zu gewinnen. Die Mitglieder des Clubs erkennen sich gegenseitig an einem Symbol. Doch wer einmal dem Club beigetreten ist, unterwirft sich auch den strengen Regeln, die gelten.

„Das geheime Zeichen“ ist bereits der dritte Band der Reihe rund um Evelyn Holm. Vorkenntnisse zu den ersten Fällen sind aber nicht nötig, denn für mich war es der erste Fall und ich kam problemlos in die Geschichte rein. Allerdings hat die Autorin mich aber so begeistert, dass ich die beiden Vorgänger „Puppenwald“ und „Die falsche Patientin“ noch unbedingt lesen muss.
Überzeugt hat mich vor allem das hohe Tempo und der fesselnde Erzählstil. Das Buch beginnt mit zwei Erzählsträngen, mal aus Evelyns Sicht, mal Violas. Beide Stränge verbindet das mysteriöse Symbol. Auf geniale Weise werden diese beiden Erzählfäden von der Autorin miteinander verwoben. Es gibt zahlreiche Wendungen und Überraschungen.
Nicht ganz gelungen fand ich die Figuren. Irgendwie blieben die beiden Protagonistinnen zu blass und ich konnte mir kein richtiges Bild von den Frauen machen. Genervt hat mich auch die Naivität von Viola, die so gut wie nichts hinterfragt hat.
Dennoch von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die spannende und wendungsreiche Thriller mögen.

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