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Veröffentlicht am 22.11.2025

Ein Buch, das man sich sparen kann

Das Igel-Tagebuch
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Ein Igel hatte sich in einem Netz verfangen, das bei der gedankenlosen Autorin noch im Garten lag, weil es vorher den Teich schützen sollte. Es gehört im Herbst weggeräumt, damit eben genau so etwas nicht ...

Ein Igel hatte sich in einem Netz verfangen, das bei der gedankenlosen Autorin noch im Garten lag, weil es vorher den Teich schützen sollte. Es gehört im Herbst weggeräumt, damit eben genau so etwas nicht passiert.

Nicht nur damit dokumentiert die Autorin ihren gelegentlich fehlenden Sachverstand. Der Igel landete schließlich im "Igelkrankenhaus" und wurde dort wieder fit gemacht. Nebenbei liegt noch der Vater der Autorin im Sterben, und es ist Corona-Zeit. Keine gute Mischung. Aber muss man daraus nun ein "Igeltagebuch" machen? Vermutlich nur, wenn man sich entweder ablenken oder unbedingt ein Buch schreiben muss.

Wenn man an der kulturhistorischen Rolle und Bedeutung des Igels teilhaben möchte, dann sollte man es vielleicht lesen. Ansonsten leidet der Text an der Vermenschlichung dieses Tieres. Es hat halt ein niedliches Gesicht und deshalb scheinen manche Zeitgenossen den ganzen Quatsch zu glauben, den Intellektuelle über den Igel verbreiten. Ich kenne diese Tiere sehr gut, weil sie meinen Garten oft besuchen und ich schon manchmal nach dem verfrühten Erwachen aus dem Winterschlaf wieder warm eingepackt in die Natur entlassen habe.

Igel sind stinkende kleine stachlige Schweine und obendrein ziemlich dämlich. Sie laufen beispielsweise immer wieder täglich in die gleiche Marderfalle, während der Marder sich vermutlich köstlich amüsiert. Für die Autorin sind Igel dagegen etwas ganz Besonderes. Dachse hingegen nicht. Im Gegenteil: Weil sie Igel knacken und fressen können, stehen sie auf ihrer Schurkenliste ganz weit oben. Wer so denkt, offenbart nur sein naives Gemüt. Alles gehört zur Natur, nicht nur ausgewählte vermenschlichte Wesen.

Kurz gesagt: Das Buch ist weder interessant, noch lehrreich. Vielmehr offenbart es eine schräge Sichtweise auf die Natur, die allerdings nicht selten zu sein scheint.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Anstrengende Lektüre

Nazi-Gold
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Wenn man erfahren will, was bei einem totalen Zusammenbruch eines Staates passiert, dann kann man dieses Buch lesen. Das war aber sicher nicht das Ziel der Autoren. Vermutlich wollten sie eher die nicht ...

Wenn man erfahren will, was bei einem totalen Zusammenbruch eines Staates passiert, dann kann man dieses Buch lesen. Das war aber sicher nicht das Ziel der Autoren. Vermutlich wollten sie eher die nicht wenigen „Schatzsucher“ bespielen, die auf der Suche nach den verschwundenen Schätzen aus der dunklen Zeit Deutschlands sind.

Schon der Titel ist reißerisch, denn es handelt sich beim Objekt der Begierde nicht um das Gold der Nazis, sondern das der Deutschen Reichsbank. Im Text gehen die Versuche, das ganze Geschehen möglichst im Stile eines Thrillers zu erzählen, dann munter weiter. Für einen nach Sachlichkeit und Informationen suchenden Leser ist es reichlich schwierig einer solchen Lektüre zu folgen. Denn seine Autoren erzählen auch jede Menge Nebensächlichkeiten, kommen selten auf den Punkt und wissen am Ende auch nicht immer, was sie Greifbares erzählen sollen. Hauptsache es ist irgendwie wild. Und vieles aus dem Buch war wohlmöglich in der damaligen Realität auch ziemlich wild. Allerdings waren die Autoren nicht dabei, weswegen man nicht genau weiß, was hier Dichtung und was Wahrheit ist.

Das macht die Lektüre sehr anstrengend und irgendwie auch ermüdend.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Humdada, humdada …

Die Schatten der Solaren Union
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Wir schreiben das Jahr 2256 und befinden uns in einer Raumstation, auf der die Obrigkeit der Solaren Union sitzt. Und da erschallt plötzlich Roland Kaisers Santa Maria mit dem so lächerlichen Humdada der ...

Wir schreiben das Jahr 2256 und befinden uns in einer Raumstation, auf der die Obrigkeit der Solaren Union sitzt. Und da erschallt plötzlich Roland Kaisers Santa Maria mit dem so lächerlichen Humdada der Background-Sänger. Das war der Punkt in diesem Roman, wo ich endgültig "meine Sinne verlor, in dem Fieber, das wie Feuer brennt". Wer glaubt denn ernsthaft, dass nach über 270 Jahren noch jemand Roland Kaiser auf Deutsch zuhört, wie er pathetisch über einen Urlaubsflirt in der Südsee singt?

Tatsächlich hatte ich schon früher, nämlich nach wenigen Seite meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Da ich es zu einer Leserunde erhalten hatte, las ich es brav weiter. Eine Mitleserin traf den Kern dieses Buches sehr gut, als sie schrieb, dass sie das Gefühl hat die Handlung spielt in der Gegenwart, aber in einem Paralleluniversum. Man hat es also mit einen Roman zu tun, der in über 220 Jahren angesiedelt ist, diese Zeitdifferenz aber völlig ignoriert und dabei versucht allgemeine Probleme der Politik in diese Zukunft zu transformieren. Aus meiner Sicht ist das ein sehr fragwürdiges Konzept, wenngleich es viele künstlerische Freiheiten schafft.

Der Autor meint sicher zu Recht, dass es Verhaltensweisen gibt, die sich nie ändern. Für ein solches Anliegen wäre es aber viel zielführender, es in einen glaubhaften, also wenigstens in der Phantasie nacherlebbaren, Kontext zu stellen.

Wenn man die Handlung verfolgt, kann man bei gutem Willen Anleihen aus der Gegenwart ziemlich sicher erkennen. Wie immer in der Politik geht es um Machtgehabe, Korruption und andere dunkle Methoden. Leider fehlt dem Buch neben einem glaubhaften Hintergrund auch ein ansprechender Spannungsbogen. Stattdessen beschäftigt man sich mit politischem Geplänkel und all den unschönen Dingen, die damit verbunden sind.

Nach eigener Aussage wollte der Autor keinen utopischen Unterhaltungsroman schreiben, sondern einen ernsthaften Inhalt gut verpacken. Aus meiner Sicht ist ihm das misslungen. Eigentlich passt in diesem Buch fast nichts zusammen. Der Mars und der Saturnmond Enceladus sind 2256 besiedelt. Auf dem Mars leben 500 Millionen Menschen. Es gibt einen Ozean und natürlich eine Atmosphäre. Das hervorzubringen, bedeutet einen ungeheuren technologischen Fortschritt.

Enceladus ist ein Saturn-Mond, der mit einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt ist, jedenfalls in unserer Zeit. Auf der Oberfläche erwarten einen heute -200 Grad Celsius. Im Jahre 2256 leben auch dort Menschen, offenbar auch unter einer erdähnlichen Atmosphäre. Mit solchen technologischen Leistungen verändern sich Alltag und Denkweisen von Menschen. Davon ist in diesem Buch keine Spur. Stattdessen haben sich die Ansichten über die sexuelle Vielfalt zurückentwickelt.

Und Soldaten benutzen immer noch mechanische Gewehre wie in unserer Zeit. Auch andere Gegenstände und Verhaltensweise erinnern eher an unsere Gegenwart. All das und viele andere Kleinigkeiten verwirren und erwecken den Eindruck, dass der Autor offenbar wenig über sein Bühnenbild nachgedacht und sich eher einem gewissen Sendungsbewusstsein ergeben hat.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger. Vermutlich rettet auch eine Fortsetzung den misslungenen Ansatz nicht.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Kindisch und praktisch unbrauchbar

Wilde Pflanzen essen
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Ist sie nicht wahnsinnig witzig, diese Survival Siglinde? Was für eine verkrampfte Komik. Eigentlich sollte dieses Büchlein doch Menschen das Finden von essbaren Wildpflanzen erleichtern. Aber dafür ist ...

Ist sie nicht wahnsinnig witzig, diese Survival Siglinde? Was für eine verkrampfte Komik. Eigentlich sollte dieses Büchlein doch Menschen das Finden von essbaren Wildpflanzen erleichtern. Aber dafür ist es unbrauchbar. Blöde Zeichnungen nützen nichts, denn viele Pflanzen haben Doppelgänger, die entweder ungenießbar oder gar giftig sind.

Ich ernähre mich schon mehrere Jahrzehnte unter anderem auch von solchen Wildkräutern wie man sie in diesem Buch findet. Zum Beispiel von Vogelmiere, die eigentlich das ganze Jahr, also auch im Winter, wächst. Lecker ist auch junger Giersch, der gerade jetzt aus der Erde kommt. Und man muss auch nicht alle möglichen Rezepte dafür erfinden. Oder die Kräuter gar noch kochen. Einfach in den Mund stecken und essen. Roh und unverarbeitet.

Selbst die universelle Vogelmiere besitzt inzwischen einige sehr ähnliche Doppelgänger, die sich aber in Haptik und Geschmack von ihr unterscheiden. Wenn man keine Erfahrung besitzt, kann man sie leicht verwechseln, zumal sie oft auch noch nebeneinander wachsen. Auf diese Weise habe ich sie allerdings auch zu unterscheiden gelernt. Was man braucht, ist also entweder eine solche Erfahrung oder ein Buch mit vernünftigen Fotografien. Völlig unzulänglich für Anfänger sind jedoch die albernen Zeichnungen in diesem Buch.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

"Am Borner Strand wird ein Toter angespült" Echt jetzt?

Fisch Land Grab
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Erst dachte ich die Klappentext-Schreiber haben das Buch nicht gelesen, aber dann tauchte dieser Unsinn auch im Text auf. Und das, nachdem am Anfang etwas ganz anderes behauptet wurde. Kennen die Autoren ...

Erst dachte ich die Klappentext-Schreiber haben das Buch nicht gelesen, aber dann tauchte dieser Unsinn auch im Text auf. Und das, nachdem am Anfang etwas ganz anderes behauptet wurde. Kennen die Autoren ihr eigenes Buch nicht?

Nach ihrer Darstellung wurde der Tote aus der Ostsee angeschwemmt und dann in die Rostocker Rechtsmedizin geschafft. So steht es am Anfang des Buches. Und tatsächlich ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass am Borner Strand, wo immer der auch in Born zu finden ist, eine Leiche aus der Ostsee angespült wird, denn Born liegt am Bodden. Später wird Jesper Stein schwimmen wollen. Und dazu fährt er zum Weststrand, der etliche Kilometer von Born entfernt ist. Warum springt er nicht vom Borner Strand ins Wasser? Ich finde das etwas peinlich, ist aber wohl die Strafe, wenn man in Wirklichkeit nicht die komplette Ahnung von den örtlichen Gegebenheiten besitzt.

Der zweite Band dieser Reihe versucht etwas verkrampft die Geschichte aus dem ersten Teil in anderer Form zu wiederholen. Einzelheiten erspare ich mir. Diesmal also die russische Mafia, nicht die albanische. Offenbar wissen die Autoren nicht, was eine Mafia ist, denn in Wirklichkeit beschreiben sie die Handlungen eines Russen, der lediglich Boss einer kleinen Bande ist.

Während man im ersten Band noch einiges Wissenswerte aus dem Umfeld von Bestattern erfährt, versuchen die Autoren nun ihren selbstauferlegten Bildungsauftrag anders zu erfüllen. Und so erfährt man am Anfang jedes Kapitels irgendwelches Zeug, das oft nur in loser Verbindung zum Geschehen steht. Etwa zum "Raubtierkapitalismus". Gibt es den irgendwo wirklich? Oder ist er einfach nur eine Erfindung linker Ideologen. Bei uns jedenfalls existiert er nicht. Aber vielleicht in Russland, das soll ja sowieso die Hölle sein.

Was man hier bekommt ist ein seichter Abklatsch des ersten Teils, voller Klischees und Ungereimtheiten.

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