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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2025

Sie sind wieder im Rennen

Bad Actors
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Achtung:
Dieses Buch ist zwar großartig, aber Teil einer Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Reihen ist es hier wirklich nicht angeraten, es ohne Kenntnis seiner Vorgänger zu lesen!

Zum Inhalt:
Eine wichtige ...

Achtung:
Dieses Buch ist zwar großartig, aber Teil einer Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Reihen ist es hier wirklich nicht angeraten, es ohne Kenntnis seiner Vorgänger zu lesen!

Zum Inhalt:
Eine wichtige Kollegin im Beraterstab des Premierministers verschwindet und dessen graue Eminenz versucht, der Frau habhaft zu werden. Denn sie ist die Dame in einem Spiel, bei dem es um die ultimative Macht im Königreich geht.

Mein Eindruck:
Einige Personen außerhalb des Slough House werden reaktiviert und fast alle Pferde sind wieder am Start, wenn es um die ultimative Wurst geht. Auch in diesem Buch stolpern die Slow Horses mehr oder weniger zufällig in und über die Rennbahn, wenn die Vollblüter von Regierung und Geheimdienst darum kämpfen, den Pokal zu erringen, und bringen gerne einmal die Champions zum Stolpern. Mick Herron hält dabei so viele Zügel in der Hand, dass seine Leser fast den Überblick verlieren. Denn auch wenn sich schon im ersten Kapitel der ultimative Unsympath des Buches entpuppt, sind die restlichen Figuren wie gewohnt ambivalent aufgebaut. So agiert Spion gegen Spion, Spion für Spion und wie immer hofft und bangt man um das liebgewonnene Team von Losern. Denn wie immer beherrscht Mick Herron meisterhaft schwarzen Humor, Situationskomik und geschliffene Dialoge (ein Extralob an die Übersetzerin Stefanie Schäfer) und verpackt das Ganze in einer absolut skurrilen, hochspannenden und atemberaubenden Geschichte mit liebenswerten, völlig durchgeknallten und Charakteren mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit:
Wie gut, dass das Ende nicht das Ende ist

Veröffentlicht am 14.12.2025

Klassisch

Tod zur Teestunde
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Zum Inhalt:
Der Autor wurde ermordet, aber seine Romanfigur Atticus Pünd soll weiterleben. Die Lektorin Susan wird reaktiviert und soll den verantwortlichen und leicht labilen Autor bei seinem Buch "Pünds ...

Zum Inhalt:
Der Autor wurde ermordet, aber seine Romanfigur Atticus Pünd soll weiterleben. Die Lektorin Susan wird reaktiviert und soll den verantwortlichen und leicht labilen Autor bei seinem Buch "Pünds letzter Fall" unterstützen. Eliot ist der Enkel einer beliebten Schriftstellerin, die jedoch laut seiner Aussage einige dunkle Seiten hatte und keines natürlichen Todes gestorben wäre. Seine Vergangenheit verarbeitet Eliot zwar auf gekonnte Weise in dem Buch, kann aber nicht aus seiner dünnen Haut, überwirft sich mit allen anderen (auch Susan) und kommt zu Tode. Um ihre Unschuld zu beweisen kommt Susan nicht umhin, den Mord aufzuklären und ganz nebenbei auch das Rätsel um die berühmte Großmutter zu lösen. Das bringt sie in große Gefahr.

Mein Eindruck:
Horowitz schafft die perfekte Balance zwischen spannendem Krimi und humorvoller (und wohl auch selbstironischer) Sicht auf das Verlagswesen und den Umgang mit zum Teil sehr egozentrischen Schriftstellern. Seine Ich-Erzählerin agiert charmant und glaubhaft, die weiteren Charakterzeichnungen zeigen Witz, Tiefe und Liebe zum Detail. Dass nicht alles Gold ist, was glänzt und schwierige Themen angesprochen werden, aber nicht unbedingt auf die übliche politisch korrekte Weise gelöst werden, macht doppelt Spaß. Denn so bleibt selbst der krimigeübte Mensch vor dem Buchdeckel lange im Unklaren, wie sich die Zusammenhänge zeigen und wer letztendlich verantwortlich ist. Dass man zwei Krimis zum Preis von einem bekommt (auch der Mord im Buch wird von Atticus Pünd meisterhaft geklärt), macht besonders glücklich.

Mein Fazit:
Hoffentlich ist "Pünds letzter Fall" nicht Pünds letzter Fall

Veröffentlicht am 30.11.2025

Krimi und Kochbuch

Mord in besserer Gesellschaft
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Nachdem sie ganz gegen ihrer sonstigen Gewohnheit eine neue Mitarbeiterin ohne genauerer Überprüfung der Referenzen zu einem Arbeitgeber geschickt hat, sieht ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Nachdem sie ganz gegen ihrer sonstigen Gewohnheit eine neue Mitarbeiterin ohne genauerer Überprüfung der Referenzen zu einem Arbeitgeber geschickt hat, sieht sich Miss Beeton nach kurzer Zeit mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Ihre Wohnung wird durch einen Schaden verwüstet, ihr Bruder kann seine Schulden bei ihr nicht bezahlen und die neue Mitarbeiterin wird ermordet. Kurzerhand - und von weiteren misslichen Umständen dazu genötigt - übernimmt Miss Beeton die Stelle selbst und kämpft für die Agentur, ihre Hündin Agatha und ein bisschen auch für das Vaterland.

Mein Eindruck:
Besonders witzig ist die Idee, Miss Beetons Kenntnisse der guten Haushaltsführung mit Koch- und Backrezepten zu untermalen, bei denen einige so lecker und/oder einfach erscheinen, dass man sie schon während des Hörens verwirklichen möchte. Aber auch der Mordfall bietet einige Überraschungen (manche schon sehr unglaubwürdig... aber es ist nun mal Cosy Crime und diese Art von Krimi darf über die Stränge schlagen). Besonders gut gefällt das bis in die kleinste Nebenrolle gut erdachte Personal der Geschichte, welches von Miss Beeton wunderbar für ihre Zwecke eingesetzt wird. Wie die Protagonistin ihre Lösung des Mordfalls herleitet ist aller Ehren wert und gut nachvollziehbar. Miss Beeton, ihr Hund Agatha, die Mitarbeiter ihrer Agentur und auch der ermittelnde Polizist empfehlen sich für weitere Glanztaten. Übrigens genauso wie die Sprecherin.

Mein Fazit:
Wunderbar leichte Kost

Veröffentlicht am 26.10.2025

Geld allein macht nicht glücklich

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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... und hier beruhigt es noch nicht einmal.

Achtung:
Das Buch ist Teil einer Serie und auch wenn man es ohne Kenntnis der Vorgänger hören oder lesen kann, macht es den doppelten Spaß, wenn die Vorgeschichten ...

... und hier beruhigt es noch nicht einmal.

Achtung:
Das Buch ist Teil einer Serie und auch wenn man es ohne Kenntnis der Vorgänger hören oder lesen kann, macht es den doppelten Spaß, wenn die Vorgeschichten bekannt sind.

Zum Inhalt:
Joyce' Tochter heiratet und auf der Feier findet Elizabeth den Trauzeugen Nick in einem schlechten Zustand vor. Es stellt sich heraus, dass jemand nach Nicks Leben trachtet, weil dieser Bitcoins in hoher Menge, aber nur die Hälfte des Zugangscodes besitzt. Die andere Hälfte gehört seiner Geschäftspartnerin Holly. Als Holly stirbt und Nick spurlos verschwindet, wird es zur Ehrensache für das Quartett aus der Altenresidenz, die Hintergründe aufzuklären.

Mein Eindruck:
Mit viel schwarzem Humor und der Fähigkeit, selbst die trockene Welt der Finanzen anschaulich, spannend und leicht verdaulich zu gestalten, bleibt auch das fünfte Buch von Richard Osman nicht hinter den (hohen) Erwartungen zurück. Unterstützt von zwei sehr guten Sprechern (Beate Himmelstoss für Joyce' direkte Ansprache, Johannes Steck für alle anderen Erzählungen in der dritten Person) amüsiert der Text mit liebenswerten Charakteren bis in die kleinste Nebenfigur, die zudem mit glaubhaften Entwicklungen überzeugen. Dass selbst die Gauner Herz zeigen können und sich Allianzen ergeben, mit denen nicht zu rechnen ist, macht einfach nur Spaß, überrascht und überzeugt. Schön, dass ganz nebenbei die Rekrutierung von Nachwuchs vorbereitet wird, vor allen Dingen dann, wenn dem Alter doch ab und an Tribut gezollt werden muss. Dadurch und durch die hohe Anzahl an interessanten unterstützenden Charakteren behält sich Osman die Möglichkeit vor, die Senioren noch oft ermitteln zu lassen - und das ist auch gut so!

Mein Fazit:
Gerne mehr, gerne schnell - bevor einer möglicherweise ganz natürlich ins Gras beißen muss

Veröffentlicht am 12.10.2025

Gut ausbalanciert

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Das komplette Pflegepersonal streikt und die Regierung beschließt per Notverordnung, die Bewohner der Pflegeheime in Privathaushalten unterzubringen. Meistens ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Das komplette Pflegepersonal streikt und die Regierung beschließt per Notverordnung, die Bewohner der Pflegeheime in Privathaushalten unterzubringen. Meistens trifft es Verwandte; doch da einige Insassen über keinerlei Familie verfügen, werden auch andere Personen mit teilweise dementen alten Menschen beglückt. Und wo es schnell gehen muss und viel in kürzester Zeit zu erledigen ist, passieren auch Fehler und so sucht ein Sohn seinen Vater, während die Geduld vieler Familien auf die Probe gestellt wird, - denn zu allem Überfluss ist bald Weihnachten.

Mein Eindruck:
Das Buch hält - auch durch die gute Sprecherin - hervorragend die Balance zwischen trockenem Humor (nie Slapstick) und ernsten Momenten. Durch die Augen einiger exemplarisch ausgewählter Personen führt die Autorin Antje Huhs behutsam und doch eindringlich Lesern und Hörern vor Augen und Ohren, was bei einem Streik des Pflegepersonals auf die Bürger zukommen könnte. Dabei kann man sehr viele Standpunkte verstehen, - selbst die egoistischen und listigen Versuche, sich aus der Verantwortung zu tricksen oder der bisweilen bösartig erscheinende Umgang mit den alten Leuten wird von Huhs mit Gründen unterfüttert, die nachvollziehbar sind. Das Buch wird dadurch ein wunderbares Exemplar für die Nutzung von Grautönen - nur schwarz und weiß ist eben keine Menschenseele - und in dieser Tradition hält die Autorin ein Ende bereit, welches genau das spiegelt: Nicht alles ist rosarot, aber es gibt Ansätze von Hoffnung.

Mein Fazit:
Perfekt für die besinnliche Zeit - mit Glitzern von Humor