Gute Unterhaltung
Das glückliche Leben„Das glückliche Leben“ von David Foenkinos
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Dies war mein erstes Buch von David Foenkinos und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht ...
„Das glückliche Leben“ von David Foenkinos
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Dies war mein erstes Buch von David Foenkinos und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und sehr angenehm, die kurzen Kapitel halten den Lesefluss wunderbar aufrecht.
Die Geschichte ist interessant und hat viele spannende Ansätze. Dennoch sind mir die beiden Hauptfiguren, Amélie und Éric, zunächst fremd geblieben. Ihre Emotionen wurden meines Erachtens nicht richtig herausgearbeitet.
So war für mich zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum Éric seinen sicheren und gut bezahlten Job bei Decathlon aufgibt, um einen schlechter bezahlten Regierungsjob mit vielen Reisen, die ihm Unbehagen bereiten, anzunehmen. Das wirkte auf mich nicht ganz realistisch.
Auch Amélie, die ihr Leben nach außen perfekt erscheinen lässt, während es innen bröckelt, bleibt etwas schematisch.
Im weiteren Verlauf gewinnt die Geschichte, Éric wird sympathischer und seine Idee mit den Fake-Beerdigungen greift einen interessanten Zeitgeist nach der Pandemie auf.
Die Aufarbeitung seiner schwierigen Beziehung zur Mutter ist einfühlsam und realistisch beschrieben und hat mir sehr gut gefallen.
Insgesamt jedoch bleiben viele Entwicklungen oberflächlich, die Figuren zeigen wenig Tiefe und die Handlung hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Vor allem im letzten Teil wirkte die Handlung für mich etwas vorhersehbar. Einige Entwicklungen wurden recht schnell erzählt und hätten nach meinem Empfinden mehr Tiefe und Zeit verdient.
Trotz dieser Kritikpunkte bleibt es ein kurzweiliger Roman, den man gerne liest. Foenkinos schreibt charmant, locker und unterhaltsam über Veränderungen, Neubeginne und die Suche nach dem eigenen Ich.
Die Idee mit der Fake-Beerdigung ist gelungen und zeigt auf, wie unterschiedlich der Weg zum Glück ist.
„War das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit nicht der Schlüssel zur Gestaltung der Zukunft?“ (Seite 152)
Die Story konnte mich gut unterhalten, der Autor überzeugt mit seinem lockeren Schreibstil.