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Veröffentlicht am 06.12.2025

Eine Reihe, die ich ohne Einschränkung empfehlen kann

Der Kurator
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Alles beginnt mit einem Heiratsantrag. Der geht gründlich schief, denn statt einem Ring findet die Verlobte zwei abgetrennte Finger und eine kryptische Botschaft im Kaffeebecher, der ihr von ihrem Zukünftigen ...

Alles beginnt mit einem Heiratsantrag. Der geht gründlich schief, denn statt einem Ring findet die Verlobte zwei abgetrennte Finger und eine kryptische Botschaft im Kaffeebecher, der ihr von ihrem Zukünftigen überreicht wird. Aber das ist erst der Anfang. Zwei weitere Fingerpaare tauchen auf, eines in der Auslage einer Metzgerei, eines im Taufbecken einer Kirche. Ein neuer Fall für Washington Poe, Tilly Bradshaw und Stephanie Flynn, wobei letztere durch ihre fortgeschrittene Schwangerschaft etwas gehandicapt ist.

Das Team ist ratlos, hat keinen Ansatzpunkt für die Ermittlungen. Selbst Tilly, die begnadete Analystin, die durch ihre Recherchen in der Vergangenheit immer wieder Unglaubliches zutage fördern konnte, findet keine Antworten auf die Fragen nach dem Wer und Warum. Doch das ändert sich, als sich eine vom Dienst suspendierte FBI-Agentin bei dem Team meldet und den entscheidenden Hinweis gibt.

Aktuell gibt es nur wenige Krimis und Thriller, bei denen ich ungeduldig auf die Fortsetzungen warte. Wie die einzelnen Fälle, so ähneln sich auch die Protagonisten und ihre Herangehensweisen an die Ermittlungen. Alles schonmal gelesen, keine Überraschungen, langweilig und vorhersehbar.

Ganz anders bei M.W. Cravens Poe und Bradshaw Reihe, was zweifelsfrei nicht nur den beiden „Hauptdarstellern“ (hier insbesondere die liebenswerte, immer loyale, naive, aber dennoch mit allen Wasser gewaschene Tilly) sondern auch den cleveren Plots geschuldet ist. Der Autor unterläuft immer wieder die Erwartungen seiner Leser, überrascht mit Twists und Turns, mit denen man nicht rechnet und garniert all das mit nie plattem Humor.

Eine Reihe, die ich ohne Einschränkungen empfehlen kann. Lesen. Unbedingt!

Veröffentlicht am 02.11.2025

Bella Italia auf dem Teller

Il mondo della Pasta
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Domenico Gentile ist zwar in der Pfalz geboren, aber seine Liebe gilt Italien, und hier insbesondere Kalabrien, der ländlichen Region an der italienischen Stiefelspitze, Heimat seines Vaters. Seine bisher ...

Domenico Gentile ist zwar in der Pfalz geboren, aber seine Liebe gilt Italien, und hier insbesondere Kalabrien, der ländlichen Region an der italienischen Stiefelspitze, Heimat seines Vaters. Seine bisher veröffentlichten Kochbücher zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich der klassischen italienischen Alltagsküche widmen, wie sie schon seit Generationen in den Familien auf den Tisch kommen. Gleichzeitig tauchen sie aber auch tief in die jeweiligen Regionen ein und vermitteln so Einblicke in Kultur, Lebensgefühl und Traditionen, kurz gesagt in das Herz Italiens.

Das ist ihm auch in „Il mondo della Pasta“, außerordentlich gut gelungen. In seinem neuen Kochbuch nimmt er uns einmal mehr mit auf eine Reise von Nord nach Süd und widmet sich der Pasta in allen Variationen und Regionen von der Lombardei bis Kalabrien.

Bevor Domenico Gentile ins Detail geht, gibt es zum Einstieg eine geballte Portion „Pastawissen“, ein ausführliches Kapitel zu den Basics rund um die Nudel. Anschließend folgen Grundrezepte und Anleitungen zum Selbermachen von Pasta Fresca, illustriert mit detaillierten, anschaulichen Fotos zu den einzelnen Arbeitsschritten, gefolgt von Pasta Ripiena, bei denen die Pasta gefüllt wird (btw. eine Heidenarbeit, vor der ich größten Respekt habe).

Danach geht es in die verschiedenen Regionen Italiens: In Brodo, Asciutta, al Forno werden wir mit den Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Pasta-Sorten plus den dazugehörigen Rezepten für Suppen, Eintöpfe, Ragouts, Aufläufe und begleitenden Würzpasten vertraut gemacht, bevor Gnocchi in allen Variationen (Kartoffeln, Polenta, Mehl) sowie Dolci den Rezeptteil beenden. Klasse!

Wir lieben die italienische Küche und haben deshalb auch einige Pasta-Kochbücher im Regal stehen, aus denen regelmäßig gekocht wird, aber keines davon ist, wenn man mehr als die üblichen Verdächtigen kochen möchte, so alltagstauglich wie dieses hier. Da müssen sich die Signori Contaldo und Carlucci leider hinten anstellen. Sorry.

Ich koche sehr gerne, backe seit Jahren Brot und mache auch hin und wieder Nudelteig selbst (für Maultaschen). Aber ich bemängele nicht den Einsatz von Nudeln aus der Packung, haben wir doch glücklicherweise im Nachbarort einen großen italienischen Supermarkt mit einer riesigen Auswahl an Pasta in allen Formen, Farben und Qualitäten. Denn wer hat schon Zeit und Lust, sich nach einem Arbeitstag noch stundenlang in die Küche zu stellen, damit das Essen Stunden später auf den Tisch kommt?

Veröffentlicht am 27.10.2025

Hanna kocht lecker und saisonal

Was kocht Hanna
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Hanna Reder, ausgebildete Köchin und Finalistin in der Kochshow The Taste, zeigt in ihrem Kochbuch „Was kocht Hanna“ wie man mit einfachen, saisonalen Zutaten Gerichte auf den Tisch bringen kann, für deren ...

Hanna Reder, ausgebildete Köchin und Finalistin in der Kochshow The Taste, zeigt in ihrem Kochbuch „Was kocht Hanna“ wie man mit einfachen, saisonalen Zutaten Gerichte auf den Tisch bringen kann, für deren Zubereitung man nicht stundenlang am Herd stehen muss, die die Jahreszeiten feiern, richtig lecker schmecken und auch noch den Geldbeutel schonen.

Es ist insbesondere die Aufteilung der Rezepte nach den vier Jahreszeiten, was mich sofort an diesem Kochbuch begeistert hat. Als langjährige Abonnentin einer Bio-Gemüsekiste, die wöchentlich ins Haus kommt und immer mit saisonalen Gemüsen, Salaten und Kräutern bestückt ist, freue ich mich jedes Mal, wenn ich neue Inspirationen bekomme. Und die gibt es, neben bekannten Beilagen Basics, bei Hanna Reder zuhauf. Manche sind in der Zubereitung schnell und einfach, bei anderen (z.B. Kartoffel-Trüffel-Pavé) sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen.

Gekocht und gegessen wurden bei uns zwischenzeitlich die äußerst leckere Ribollita (Schwarzkohl wurde, da nicht erhältlich, durch Wirsing ersetzt), die Zwiebel-Tarte-Tatin (mit einem Salat ein wunderbare Hauptgericht) und die Kartoffel-Focaccia (prima für Gäste geeignet), wobei dies eventuell problematisch werden könnte, da hierfür Sauerteig als Triebmittel eingesetzt wird. Für uns kein Problem, da wir unser Sauerteigbrot schon lange selbst backen.

Die meisten Zutaten sind ohne Aufwand zu beschaffen, wobei Hanna immer wieder dazu ermuntert, sich nicht sklavisch an die Rezepte zu halten, sondern auch für Experimente aufgeschlossen zu sein und Einzelbestandteile auszutauschen.

Ein gut durchdachtes, schön bebildertes Kochbuch mit kreativen Rezepten, gleichermaßen für Anfänger als auch für erfahrene Hobbyköchinnen und –köche geeignet, das in keiner Küchenbibliothek fehlen sollte.

Veröffentlicht am 19.10.2025

Bonne appétit

Provenzalischer Wintergenuss
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Alle Jahre wieder suche ich nach einem Rezept für einen „Buche de Noel“, der so schmeckt, wie ich es aus Frankreich kenne. Leider konnte mich bisher keines, das ich ausprobiert habe, überzeugen. Aber nun ...

Alle Jahre wieder suche ich nach einem Rezept für einen „Buche de Noel“, der so schmeckt, wie ich es aus Frankreich kenne. Leider konnte mich bisher keines, das ich ausprobiert habe, überzeugen. Aber nun scheint es, als hätte ich eines gefunden, das meinen Erwartungen gerecht wird, denn das Rezept, und noch viel wichtiger, das Endergebnis aus Sophie Bonnets neuem Kochbuch, trifft das ersehnte Geschmackserlebnis auf den Punkt. Aber das allein reicht nicht aus, um die Qualität eines Kochbuchs zu bewerten.

„Provenzalischer Wintergenuss“ ist ohne Wenn und Aber gelungen, bietet es doch viel mehr als eine bloße Auflistung von Rezepten. Sophie Bonnet aka Heike Koschyk, Schöpferin der erfolgreichen Krimireihe mit Kommissar Durand, nimmt uns mit in einen Teil Frankreichs, den die meisten wahrscheinlich eher aus den Sommermonaten kennen, der aber gerade im Herbst und Winter eine ganz andere Atmosphäre vermittelt. Sie taucht nicht nur in die Bräuche und Kulturgeschichte Südfrankreichs ein, sondern stellt auch deren Bezug zu den Gerichten her, die in dieser besonderen Zeit des Jahres dort vermehrt auf den Tisch kommen. Garniert wird dies mit wunderschönen, stimmungsvollen Fotografien, die dazu animieren, sich gleich selbst an den Herd zu stellen und den Kochlöffel zu schwingen.

Vertreten sind neben den Herbst- und Weihnachtsklassikern aber auch Gerichte für den Alltag, die sich durch die Auswahl der Zutaten klar an der französischen Herbstküche orientieren und nicht an die Region gebunden sind. Ich empfehle nachdrücklich die gefüllten Wirsingpäckchen „Choux Farci“, problemlos zu realisieren, superlecker und viel eleganter als unsere schweren Kohlrouladen.

Falls ihr noch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk sucht, hier ist es: Ein rundum gelungenes Lese- und Kochbuch für Liebhaber/innen der französischen Küche, für die Fans des französischen Südens vom Luberon bis in die Haute Provence und natürlich auch solche, die es noch werden wollen.

Veröffentlicht am 08.10.2025

Unkomplizierte Rezepte für die gesunde Alltagsküche

Eat Yourself Healthy
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Jamie Oliver ist ein Koch, der wahrscheinlich durch seine mediale Dauerpräsenz auch hierzulande den meisten bekannt ist. Ganz gleich, ob One Pot, Air Fryer oder Quick and Easy – er erkennt Food Trends ...

Jamie Oliver ist ein Koch, der wahrscheinlich durch seine mediale Dauerpräsenz auch hierzulande den meisten bekannt ist. Ganz gleich, ob One Pot, Air Fryer oder Quick and Easy – er erkennt Food Trends und hat sogleich die dazu passenden Kochbücher auf dem Markt. Aber eh hier ein falscher Eindruck entsteht, ich bewerte das nicht negativ. Im Gegenteil, ich freue mich darüber, denn Jamie Oliver ist einer der Köche, dessen Rezepte sich auch im Alltag ohne dickes Portemonnaie und mit überschaubarem Zeitaufwand realisieren lassen.

Nun also „Eat yourself healthy“, ein Thema, das uns alle angeht, für Jamie Oliver aber eine Herzensangelegenheit ist, was er ja bereits vor Jahren mit seiner Kampagne für besseres Schulessen in England hinreichend bewiesen hat.

Neben 120 Rezepten und – das ist neu bei ihm – einem detaillierten und nährstoffreichen 2-Wochen-Kickstarter, der auf den Grundpfeilern der gesunden Ernährung nach den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Zusätzlich versorgt er uns mit jeder Menge Informationen zu den benötigten 7-an-einem-Tag und gibt uns 50 Tipps und Tricks an die Hand, mit denen wir unserem Körper ohne großen Aufwand Gutes tun können. Ergänzt wird dies durch vier Seiten mit konkreten Ratschlägen, deren Thema insbesondere Einkauf, Ersatz und Lagerung der Lebensmittel ist. Nicht zu vergessen, die ausführlichen Nährwerttabellen für sämtliche Gerichte am Ende des Kochbuchs.

Die Einteilung der Rezepte birgt keine Überraschung: Frühstück, Mittag, Abend, Wochenende, Süß & Gesund und Getränke. Alle sind durch die Bank weg alltagstauglich, selbst die etwas ausgefallenen Zutaten in jedem Supermarkt erhältlich, und, da Gemüse und Hülsenfrüchte die Hauptdarsteller sind, sogar recht preiswert. Tierische Produkte werden in Maßen eingesetzt, können aber durchaus durch vegane Varianten ausgetauscht werden. Die Zubereitungen sind unkompliziert, also der gewohnte Jamie Oliver-Style und vom zeitlichen Rahmen her, wie wir es von ihm kennen, absolut im Rahmen.

Ein rundum gelungenes Kochbuch mit leckeren, unkomplizierten Rezepten für die gesunde Alltagsküche, das inspiriert und in keiner Küche fehlen darf. Große Empfehlung!