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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

am Puls der Zeit – komplex, aktuell, packend

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Mit über 600 Seiten ist Wellengrab ein ordentlicher Wälzer, aber einer, der sich erstaunlich leicht lesen lässt. Der Prolog setzt mit einer schrecklichen Rückschau direkt einen düsteren Ton. Zum Glück ...

Mit über 600 Seiten ist Wellengrab ein ordentlicher Wälzer, aber einer, der sich erstaunlich leicht lesen lässt. Der Prolog setzt mit einer schrecklichen Rückschau direkt einen düsteren Ton. Zum Glück sind die folgenden Kapitel wieder besser zu ertragen. Denn zunächst wird ein komplexes Bild mit einer Fülle an Handlungssträngen entwickelt. Da ist ein großflächiger Stromausfall, der Einbruch in ein Gelddepot, eine vermisste Person und eine private Anfrage an Fabian Risk. Bei der Fülle an parallel verlaufenden Ermittlungen habe ich mitunter vergessen, welcher Ermittler sich jetzt eigentlich um welchen Fall kümmert, doch das schmälerte meinen Lesefluss nicht, war es doch lediglich eine fehlende namentliche Zuordnung meinerseits. Die Vielzahl an Handlungssträngen und die angenehme Kapitellänge sorgen hingegen für Kurzweiligkeit und Abwechslung.

Dass die unterschiedlichen Geschehnisse zusammenhängen müssen, ist dem Leser direkt klar. Aber die Frage bleibt, wie diese zusammengeführt werden können. Durch die hartnäckigen Ermittlungen zieht sich das Netz enger zusammen und erste Gemeinsamkeiten werden sichtbar. Es ist nicht nur die reine Suche nach den Attentätern und Strippenziehern, die im Mittelpunkt des Buches steht, sondern mehr und mehr auch die Frage nach deren Motivation. Vor allem in der zweiten Hälfte habe ich schon mal die Zeit vergessen, da mich das Buch so gepackt und eingenommen hat.

Besonders eindrucksvoll ist, wie Ahnhem aktuelle gesellschaftliche Themen in seine Geschichte einwebt. Angriff auf kritische Infrastruktur, mediale Manipulation und Migration bilden einen beunruhigenden und dennoch realistischen Hintergrund. Ergänzt durch zusätzliche fiktionale Elemente, entsteht ein äußerst düsteres Szenario.

Obwohl ich das Buch als vergleichsweise unblutig wahrgenommen habe und es nicht auf Schockeffekte setzt, sei eine kleine Warnung ausgesprochen. Denn da Kinder zu Opfern werden, ist dieses Buch nicht unbedingt für jeden Leser geeignet.

Fazit: ein komplexes, thematisch aktuelles Buch, das mit seiner gesellschaftlichen Relevanz und seiner stetig wachsenden Spannung überzeugt und mir viel Freude bereitet hat

Veröffentlicht am 23.01.2026

Schicksalsinsel

Die Insel meiner Schwester
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Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Mirjam erzählt, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintaucht. Ihre aktuelle Situation ist von der Sehnsucht nach Juan, ihrem Ex-Freund, geprägt, ...

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Mirjam erzählt, wodurch man tief in ihre Gefühls- und Gedankenwelt eintaucht. Ihre aktuelle Situation ist von der Sehnsucht nach Juan, ihrem Ex-Freund, geprägt, aber auch von ihrer Sorge um ihre Schwester Nia, von der sie schon viel zu lange nichts mehr gehört hat.

Schon früh rückt die besondere Beziehung zwischen den beiden Schwestern in den Mittelpunkt. Aus Mirjams Rückblicken erfahren wir, wie sie sich mit 14 Jahren begegnet sind, wie Nia zur ersten Person wurde, der sie sich wirklich öffnen konnte und wie tief sich ihre Beziehung über die Jahre entwickelt hat. Auch mehr als 20 Jahre später ist ihr Band noch stark, wenngleich die aktuelle Distanz Mirjam schmerzt. Die besondere Stimmung, die ein tiefes Gefühl von Zuneigung, Liebe, Nähe und Verbundenheit vermittelt, hat mich dabei in ihren Bann gezogen.

Und doch ist es mehr als die Geschichte zweier Schwestern. Im weiteren Verlauf ist es auch eine Geschichte über eine toxische und gewalttätige Beziehung. Zwei entscheidende Plot Twists stellen Mirjam vor die Frage, wie bedingungslos ihre Liebe ist und wie weit sie bereit ist zu gehen.

Fazit: ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat. Der leise, aber allgegenwärtige emotionale Ton macht die Stärke und Besonderheit dieses Buches aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 12.01.2026

Ich zähl eins, ich zähl zwei

Der Kuckucksjunge
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Man startet spannend in das Buch mit einem Kapitel aus 1992, dessen Geschehnisse nachwirken und im Kopf hängen bleiben. Die folgenden Seiten sind anfangs deutlich ruhiger und bereiten die Ermittlungen ...

Man startet spannend in das Buch mit einem Kapitel aus 1992, dessen Geschehnisse nachwirken und im Kopf hängen bleiben. Die folgenden Seiten sind anfangs deutlich ruhiger und bereiten die Ermittlungen sorgfältig vor. Denn zunächst wird hier eine Person vermisst und es ist unklar, ob bzw. in welchem Umfang ermittelt werden muss.

Der Aufbau des Buches ist klassisch. Es können im Verlauf der Ermittlungen immer mehr potenzielle Opfer gefunden werden. Doch trotz deren Identifikation kommen die Ermittler häufig zu spät. Oder vielleicht doch nicht? Denn mit jedem neuen Opfer kommen wichtige Erkenntnisse und Muster zutage, die an späteren Tatorten eine immer größere Rolle spielen.

Die Opfer werden über einen längeren Zeitraum hinweg gestalkt. Sie bekommen Fotos von sich an unterschiedlichen Orten zugeschickt und kurz vor der Tat zusätzlich Abzählreime, die den Countdown verstärken und ein unheimliches und beklemmendes Gefühl erzeugen. Besonders intensiv wirkt dies in den Kapiteln, die aus der Sicht der Opfer erzählt werden. Ihre wachsende Unsicherheit, ihre Furcht und ihre Angst sind spürbar und lassen die Bedrohung noch unmittelbarer erscheinen.

Eine zusätzliche Perspektive erhält die Geschichte durch den Handlungsstrang rund um die Mutter eines früheren Opfers. Verzweifelt, schon fast manisch, kämpft sie darum, dass das Verbrechen an ihrer Tochter nicht in Vergessenheit gerät und aufgeklärt wird. Ihr unermüdlicher Einsatz verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe.

Die beiden Ermittler Thulin und Hess sind unfreiwillig Partner und müssen zusammenarbeiten. Die privaten Gefühle zwischen ihnen empfand ich als etwas störend, da sie stark auf Ereignisse aus Band 1 verweisen. Da dieser Teil schon lange zurückliegt, konnte ich mich kaum noch an die gemeinsame Vorgeschichte erinnern.
Trotzdem haben mir beide Ermittler ausgesprochen gut gefallen. Man erfährt einiges über ihre private Situation, aber auch deren Probleme. Dies macht sie nur umso nahbarer. Auch wenn Hess sich gelegentlich aus der Arbeit zurückzieht, bilden die beiden ein funktionierendes Team und können jeweils entscheidende Impulse für die Ermittlungen beitragen.

Fazit: klassischer und trotzdem spannender Krimiaufbau. Nicht zu blutig. Engagierte Ermittler. Fokus auf logischer Ermittlung und nachvollziehbare Auflösung und Motiv.

Veröffentlicht am 02.12.2025

Hinter verschlossenen Türen

Da, wo ich dich sehen kann
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Ich habe den Klappentext gelesen und das genügte, um mich sofort für das Buch zu begeistern. Und was soll ich sagen, ich bin froh, es gelesen zu haben.

Wie soll man nach dessen Lektüre nicht betroffen ...

Ich habe den Klappentext gelesen und das genügte, um mich sofort für das Buch zu begeistern. Und was soll ich sagen, ich bin froh, es gelesen zu haben.

Wie soll man nach dessen Lektüre nicht betroffen sein? Es ist nicht besonders rührselig oder sentimental geschrieben. Aber die einfache Sprache ist völlig ausreichend, um die Fassungslosigkeit und Sprachlosigkeit der Hinterbliebenen zu transportieren.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Tochter Maja. Die Mutter ist tot, der Vater im Gefängnis und für den Tod der Mutter verantwortlich. Ihre Welt bricht komplett zusammen. Aber auch die beste Freundin und die Eltern von Emma sind von diesem Verlust betroffen. Aufgrund räumlicher Distanz lebte jeder sein Leben und von Emmas Eheproblemen und der Gewalt in der Ehe bekam man nichts mit. Es wird jedoch auch deutlich, dass sich Betroffene nicht anvertrauen und es kein Thema ist, was offen angesprochen wird.

So hat jeder der Angehörigen mit seinen ganz persönlichen Schuldgefühlen zu kämpfen. Hätten sie etwas mitbekommen müssen? Hätten sie helfen können? Immer wieder spielen sie Situationen im Kopf durch, in denen sie meinen, man hätte nachfragen oder genauer hinschauen sollen. Ob es etwas am Ausgang geändert hätte, spielt dafür keine Rolle. Diese Selbstvorwürfe sind so unterschiedlich wie der Umgang mit der Trauer durch den Verlust.

Diese Zerrissenheit wird bei der Tochter Maja besonders deutlich. Wo gehört sie hin? Was erzählt sie in der Schule über ihre Eltern? Welche Großeltern sind jetzt ihre neuen Bezugspersonen? Wie soll sie das entscheiden können?

Ich habe mit allen Personen mitgefühlt. Begonnen bei der getöteten Emma, aber auch den Hinterbliebenen. Für mich war es ein sehr nahbares Buch. Das Schöne ist, dass so umfassend, bewegend und auch schwer dieses Thema ist, das Buch doch ein hoffnungsvolles Ende bereithält.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Neubeginn

Jetzt gerade ist alles gut
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Die ersten Seiten verfliegen rasant. So rasant, wie sich der Gesundheitszustand des Protagonisten verschlechtert. Von Stunde zu Stunde geht es ihm schlechter. Ihm, der immer gesund ist, der sich gesund ...

Die ersten Seiten verfliegen rasant. So rasant, wie sich der Gesundheitszustand des Protagonisten verschlechtert. Von Stunde zu Stunde geht es ihm schlechter. Ihm, der immer gesund ist, der sich gesund ernährt, Sport treibt und es nicht kennt, krank zu sein. Die vermeintliche Lappalie gipfelt in einem Krankenhausaufenthalt und die Diagnose ist verheerend. Es war so knapp, dass der Protagonist hätte sterben können.

Wie geht man mit so einem Ereignis um? Wie beeinflusst es das weitere Leben? So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich ist der Umgang damit ist. Unser Protagonist beschließt ein Sammler der schönen Momente zu werden.

Auf den folgenden Seiten nimmt uns der Autor mit auf eine Reise der kleinen Augenblicke. In vielen kurzen Geschichten tauchen wir ein in das kleine Glück des Alltags. Den kleinen Augenblicken voller Wärme. Den Momenten die wir für selbstverständlich halten, denen wir aber mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Die hoffentlich jeder so ähnlich ebenfalls erlebt. Den Geschichten von Freunden, Begegnungen, der Natur oder der Liebe.

Diese Geschichten sind ganz leicht und sanft erzählt und absolut kurzweilig. Und so schlicht sie auf den ersten Blick erscheinen, so berührend sind sie. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht immer den Schicksalsschlag brauchen, um diese kleinen Momente zu sehen, zu genießen, dankbar zu sein und wertzuschätzen.

Fazit: ein positives Buch mit einer wichtigen Botschaft