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Veröffentlicht am 20.08.2017

Lizzy Carbon hat sich verändert ...

Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe - Band 2
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Es geschieht sehr selten, dass man in einer Geschichte eine literarische Figur findet, bei der man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen. An eine Protagonistin, mit der es mir so ergangen ist, erinnere ...

Es geschieht sehr selten, dass man in einer Geschichte eine literarische Figur findet, bei der man das Gefühl hat, sie schon ewig zu kennen. An eine Protagonistin, mit der es mir so ergangen ist, erinnere ich mich noch sehr gut: Lizzy Carbon! Außenseiterin und hormongesteuerte Teenagerin mit zotteligen Haaren. Meisterin des Sarkasmus, Expertin für Fettnäpfchen jeder Art und unüberlegtes Aussprechen von Gedanken, die man lieber für sich behalten hätte. Herrje - Lizzy und ich ähneln uns auf unheimliche Weise, nur dass ich ihr im Alter weit voraus bin.

Lizzy lernte ich in dem großartigen Debütroman „Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer“ von Mario Fesler kennen und lieben. Die Chaosqueen mit dem Herz aus Gold und der Spinne auf der Zunge hat mich vor allem mit ihrem Humor, ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihrem wahren Interesse für Menschen restlos für sich eingenommen. Aus diesem Grunde war ich völlig aus dem Häuschen, als ich von einem weiteren Band über Lizzys Leben erfuhr.

Mit „Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe“ ist nun ein zweiter Band erschienen, in dem es um das Thema Liebe gehen. Vorab hatte ich keinerlei Befürchtungen, dass dieses Thema zu schwülstig und zu seicht behandelt werden könnte. Mario Fesler hat in seinem Debüt deutlich gezeigt, dass er das Potenzial eines Themas völlig ausschöpfen kann und Männer haben ja bekanntermaßen eine etwas nüchternere Betrachtungsweise als wir Frauen. Aus demselben Grund war ich sehr gespannt, wie Mario Fesler Lizzys Gefühlwelt zu Papier bringt. In dieser Geschichte geht es jedoch nicht nur um Lizzys erste Verliebtheit, sondern man könnte die Liebe als eine große Überschrift sehen. Es gibt verschiedene gute und schlechte Beziehungen, die hier von dem Autor beleuchtet werden. Jede literarische Figur liebt eine andere, oder eben nicht. Zum Teil gibt es große Krisen zu bewältigen, wie bei Lizzys Eltern, die sich anscheinend überhaupt nicht mehr verstehen. Und jeder reagiert in Krisen anders und irgendwann muss Lizzy feststellen, dass die Wunder der Liebe ganz schön anstrengend sind.

Im gewohnt sarkastischen Stil berichtet Lizzy ihren Lesern - zum Teil in Tagebuchform -, was in der Welt um sie herum alles passiert und was sie selbst bewegt. Neben den allgegenwärtigen und urkomischen Absurditäten gibt es die noch so fremden Gefühle des ersten Verliebtseins, die Lizzy in vollen Zügen genießt. Aber auch viele Sorgen und große Angst um die eigene Familie. Und irgendetwas hat all dies mit Lizzy gemacht. Ich habe sie teilweise nicht wiedererkannt. Sie ist reifer und etwas besonnener geworden (ihre Haare scheinen auch kein Problem mehr darzustellen), was ich wirklich schade finde, auch wenn Entwicklungen wichtig sind und dem Lauf der Dinge entsprechen. Ich wollte mich aber noch nicht von diesem rebellischen Mädchen mit dem rabenschwarzen Humor verabschieden. Zum Glück gab es noch genügend Passagen, in denen ich dieses Mädchen wiedergefunden habe. Sehr positiv fand ich, dass im Laufe der Handlung die Gefühle von Lizzy nicht überspitzt dargestellt wurden, genau wie ihre erste Liebesgeschichte. So kommt es bei den jüngeren Lesern auch nicht zu falschen Vorstellungen oder zu übertrieben hohen Erwartungen. Die Liebe läuft eben nicht immer wie in einem hollywoodreifen Film ab.

Ein abschreckendes Beispiel waren für mich Lizzys Eltern. Nicht im Bezug auf ihre Probleme, sondern eher wie sie damit umgingen. Die eigenen Probleme in Alkohol zu ertränken oder gar vor ihnen wegzulaufen ist eine Sache. Die eigenen Kinder aber völlig überfordert zurückzulassen etwas anderes. Hier hätte ich mir klarere Botschaften von Mario Fesler gewünscht. Aber irgendwie hatte ich fast im gesamten Buch das Gefühl, dass alles etwas oberflächlicher und sprunghafter, als im ersten Band abgehandelt wurde.

Auch wenn „Lizzy Carbon und die Wunder der Liebe“ für meinen Geschmack vom Niveau nicht ganz an seinen Vorgänger herankommt, bleibt Lizzy Carbon meine ungeschlagene Lieblingsprotagonistin. Sie vertreibt manch finsteren Gedanken mit ihrem wunderbaren Humor und gibt dem Leser die Hoffnung und die Gewissheit, dass sich auch nach zahlreichen Katastrophen die Erde einfach weiterdreht …

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Veröffentlicht am 10.08.2017

Kommt nicht an "Eleanor & Park" heran

Fangirl
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Zwillingen – besonders den eineiigen - wird nachgesagt, dass sie ein ganzes Leben lang eine besondere Bindung haben. Sie umschlingt ein unsichtbares Band, das sie auf eine bestimmte gemeinsame Gefühlsebene ...

Zwillingen – besonders den eineiigen - wird nachgesagt, dass sie ein ganzes Leben lang eine besondere Bindung haben. Sie umschlingt ein unsichtbares Band, das sie auf eine bestimmte gemeinsame Gefühlsebene versetzt, die niemand sonst erreichen kann. Schmerzhaft wird es für ein Zwillingspaar, wenn sie sich während der Pubertät nicht nur von ihren Eltern abnabeln müssen, sondern auch voneinander, um ihren eigenen Platz im Leben zu finden. Die Zwillinge Cath und Wren sind auch durch ein stabiles Band verbunden. Doch nun beginnt für beide mit dem College ein neuer Lebensabschnitt. Wren scheint nun andere Interessen zu entwickeln und entfernt sich zunehmend von ihrer Schwester. Für Cath sind diese Entwicklungen ein harter Schlag und machen ihr Angst. Anstatt sich diesen Ängsten zu stellen und sich in das für sie neue College-Leben zu integrieren, kehrt sie lieber der realen Welt den Rücken und verliert sich beim Schreiben von Fanfiction in einer magischen Welt – wo es keine bösen Überraschungen gibt, weil Cath die Fäden zieht und alle Ereignisse bestimmt. Doch irgendwann muss sie auf schmerzliche Weise lernen, dass die wichtigen Schritte außerhalb der eigenen Komfortzone gemacht werden.

In ihrem neuen Roman „Fangirl“ beschreibt Rainbow Rowell in einem sehr eindringlichen Stil die Veränderungen in der besonderen Beziehung zwischen den Zwillingen Cath und Wren - obgleich Wren für den Leser eher im Hintergrund agiert. Die Geschichte von Cath dem Fangirl gleicht meiner Meinung nach einer sehr intensiven Charakterstudie eines jungen Menschen, der sich nach vielen schmerzlichen Erfahrungen eine eigene Welt erschaffen hat, um den eigenen Schmerz nach zahlreichen Verletzungen abzumildern.
Als Leser erfährt man mit jeder gelesenen Passage, wie Caths bisheriges Leben verlaufen ist und was sie angetrieben hat eine virtuelle der realen Welt vorzuziehen. Man erlebt, wie Cath nach und nach gezwungen wird sich weiterzuentwickeln, um aus ihrer Komfortzone auszubrechen, sich echten Menschen öffnen und an sich selbst zu glauben. Und was könnte verlockender sein, als die Liebe?

„Fangirl“ von Rainbow Rowell ist ein Buch, das seine Leser durch ruhiges Fahrwasser dahintreiben lässt. Die Geschichte entwickelt sich erst nach und nach, dann aber stetig. Cath wird mit jedem neuen Kapitel etwas offener und berichtet auf eindringliche Weise über die vielen Brennpunkte in ihrem Leben.
Ein für mich uninteressanter Brennpunkt war Caths Leidenschaft für Simon Snow. Genauer gesagt nicht ihre Leidenschaft für die literarische Figur – jeder sollte für etwas brennen -, sondern die Vielzahl an Textpassagen aus den Simon Snow Büchern und die von Cath geschriebene Fanfiction, in der sie ihre Fantasien auslebt. Ich persönlich konnte diesen Texten nichts abgewinnen. Vielmehr wollte ich über Caths reales Leben erfahren. Um ihre Leidenschaft für den Magier nachvollziehen zu können, hätte mir die Lektüre „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“ von Rainbow Rowell womöglich etwas auf die Sprünge geholfen. Beide Bücher scheinen genau wie Cath und Wren eine besondere Verbindung zu haben.

Rainbow Rowell scheint mit „Fangirl“ die Leserschaft zu spalten. Die einen überschlagen sich mit Lob, die anderen mit negativen Kritiken. Ich sitze buchstäblich zwischen den Stühlen, denn einerseits habe ich sehr gerne viele interessante und eindringliche Stunden mit der außergewöhnlichen und so menschlichen literarische Figur Cath und einer erfrischenden Liebes- und Lebensgeschichte verbracht. Andererseits haben einige Längen und die Textpassagen zum Thema Simon Snow aus dieser Geschichte meine Geduld etwas strapaziert.

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Veröffentlicht am 06.08.2017

Meja macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt ...

Meja Meergrün
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Neue literarische Heldinnen braucht das Kinderbuch-Genre! Aber nicht irgendwelche … Stark sollten sie sein, kämpferisch und ohne Furcht die eigenen Emotionen zu zeigen. Sie sollten träumen und ihre Träume ...

Neue literarische Heldinnen braucht das Kinderbuch-Genre! Aber nicht irgendwelche … Stark sollten sie sein, kämpferisch und ohne Furcht die eigenen Emotionen zu zeigen. Sie sollten träumen und ihre Träume verwirklichen. Und vor allem sollten sie an sich selbst glauben. Nach diesen Heldinnen suche ich aktuell, denn ich möchte, dass mein Sohn nicht nur mit männlichen Heldenfiguren aufwächst.
Natürlich gibt es einige literarische Figuren wie Pippi Langstrumpf oder Ronja Räubertochter, die mir zu diesem Thema einfallen, aber vor Kurzem durfte ich eine noch recht junge und frische Protagonistin aus einer neuen Kinderbuchreihe kennenlernen, die das Potenzial zur Heldin hat: Meja Meergrün.

Die kleine Meerjungfrau lebt in einer magischen Unterwasserwelt. Ihre Eltern verreisen sehr oft und während dieser Zeit wohnt Meja allein in einem wunderschönen Haus mit einer meergrünen Glocke. Und was tut man, wenn die eigenen Eltern ausgeflogen sind? Richtig! Man sucht nach großen Abenteuern, die man mit seinen besten Freunden bestreiten kann. Lange suchen muss Meja jedoch nicht, denn in den letzten Tagen scheint irgendetwas Merkwürdiges in der Unterwasserwelt vorzugehen. Nach und nach wird es dunkler auf dem Meeresgrund. Dahinter steckt bestimmt die böse Wasserhexe Siri und Meja macht sich zusammen mit ihren Freunden auf, um das Verlöschen des Lichts zu verhindern und schlittert von einem tollkühnen Abenteuer ins nächste.

Bevor Meja sich ins Abenteuer stürzt, lernt der Leser erst einmal ihre Lebensumstände etwas besser kennen. Sie lebt allein in einem großen Haus, ihre Eltern begeben sich meistens auf geheimnisvollen Reisen und lassen Meja viel Freiraum, obgleich diese noch recht grün hinter den Ohren ist. Meja liebt es, ohne Regeln in den Tag hineinzuleben und sich mit ihren Freunden in der Unterwasserwelt zu tummeln. Zur Schule geht Meja einfach nicht. Das findet ihre Lehrerin überhaupt nicht gut und setzt alles daran die kleine Meerjungfrau umzustimmen.
Erinnert euch das vielleicht an eine andere Geschichte? Mich auch und das war für mich ein großer Kritikpunkt. Gerade am Anfang gab es doch viele Parallelen zu „Pippi Langstrumpf“, die der Autor lieber weggelassen hätte. Genau wie die darauffolgenden Ereignisse, die vergleichbar mit den Begebenheiten aus „Arielle, die Meerjungrau“ sind. Bei mir kam im Laufe der Geschichte auch die Frage nach dem Verbleib der Eltern auf, weil dieses Thema nicht behandelt wird. Als Erwachsener muss man bei Kinderbüchern manchmal das rationale Denken weglassen und über solche Dinge hinwegschauen. Bei „Meja Meergrün“ entdeckt man dann auch die vielen unterhaltsamen und sehr witzigen Details und die amüsanten literarischen Figuren in der abenteuerlichen Handlung und kann, zusammen mit seinem Kind, das sich sowieso nicht von den Ereignissen ablenken lässt, eine wunderbare Geschichte erleben.

„Meja Meergrün“ habe ich zusammen mit meinem Sohn in Hörbuchform erleben dürfen - gelesen und gesungen von der brillanten Hörbuchsprecherin Anna Thalbach. Diese verleiht durch ihre Stimme, jedem Protagonisten aus dieser Geschichte eine ganz besondere Charakternote. Besonders ausgeprägt ist diese Note jedoch bei Meja Meergrün. Diese literarische Figur wirkt so abenteuerlustig, wild und mutig, manchmal aber auch etwas rotzig und frech. Eine wichtige charakterliche Eigenschaft ist auch ihre Liebenswürdigkeit, die immer wieder durchsickert – auch wenn Meja es nicht möchte. Ihr Herz ist einfach am richtigen Fleck.

„Meja Meergrün“ von Erik Ole Lindström ist der Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe, in der viel Potenzial schlummert. Wenn der Autor sich in den nächsten Bänden etwas mehr auf seine eigenen Ideen beschränkt und seiner Handlung und einigen Protagonisten etwas mehr Tiefe verleiht, kann daraus eine großartige Geschichte entstehen, die mit einer weiblichen literarischen Heldenfigur gekrönt wird.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Fabula Rasa

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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Wenn ich den Namen Vea Kaiser auf einem Buchdeckel lese, dann verspüre ich den sofortigen Drang dieses Buch zu lesen. Denn die Autorin steht für mich für humorvolle und skurrile Handlungen, die mich fesseln ...

Wenn ich den Namen Vea Kaiser auf einem Buchdeckel lese, dann verspüre ich den sofortigen Drang dieses Buch zu lesen. Denn die Autorin steht für mich für humorvolle und skurrile Handlungen, die mich fesseln und restlos begeistern. Aus diesem Grund war es auch gesetzt, dass ich ihr neues Buch „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ lesen muss. In freudiger Erwartung vieler amüsanter Lesestunden wurde ich beim Lesen der ersten Kapitel doch rasch eines Besseren belehrt. Denn was ich bekam, war etwas ganz anderes: Dieses Buch fühlte sich für mich an, als würde mich eine unbekannte Person ungefragt mir ihrer ausschweifenden Lebensgeschichte überhäufen.
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels

Vea Kaiser nimmt uns in ihrem neuen Werk mit auf eine Zeitreise in die Achtziger Jahre in das prachtvolle Wien. Hier treffen wir auf Angelika Moser, die in einem Gemeindebau als Tochter der Hausbesorgerin aufgewachsen ist. Tagsüber begleiten wir die Buchhalterin in das Grand Hotel Frohner, wo sie sich auf zweifelhafte Zahlenspiele einlässt, um ihren Chef und ihren Arbeitsplatz zu retten. Und nachts ziehen wir mir Angelika durch zwielichtige Clubs und feiern ausschweifend mit ihr. Und dies nicht ohne Nebenwirkungen – Angelika ist kurzerhand mit einem Kind auf sich allein gestellt und bekommt nun die Härte des Lebens am eigenen Leib präsentiert. Doch Angelika Moser hat bereits ganz andere Schwierigkeiten in ihrem Leben gemeistert und ist eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet der Finanzen. Sie nimmt die neuen Herausforderungen an und beginnt Rechnungen zu manipulieren, um das von ihr benötigte Geld auf ihr Konto zu transferieren. Und so vergehen viele Jahre, nein sogar Jahrzehnte, bis Angelika vor dem Resultat ihrer Taten steht.
Die Härte des Lebens und das Resultat vieler Vergehen

Diese Zusammenfassung der Handlung klingt doch erst einmal gar nicht so schlecht. Grundsätzlich wäre sie das auch nicht, wenn die Autorin sich in ihren Beschreibungen über Angelikas Leben etwas zurückgehalten und auf das Wesentliche beschränkt hätte. Denn genau dieser Aspekt erschien mir endlos beim Lesen. So als würde ich jede noch so kleine (und uninteressante) Episode ihres Daseins miterleben und alle Personen, die Angelika umgeben, kennenlernen. Letzten Endes waren es ausschmückenden Beschreibungen, die zu nichts geführt haben. Die eigentliche Tat also der Betrug am Hotel und die Folgen ließen über zahlreiche Kapitel und Seiten auf sich warten.

Hinzukommt, dass ich Angelikas Person und ihre Taten zu keiner Zeit nachvollziehen konnte. Sie versucht verzweifelt jemand besseren, wohlhabenderen darzustellen. Und wir reden hier nicht von einer fiktiven Person, die sich die Autorin Vea Kaiser für diesen Roman ausgedacht hat. Angelika Moser existiert wahrhaftig. Nur unter einem anderen Namen und ihre damalige Arbeitsstädte war das Sachers in Wien. Vea Kaiser tat gut daran die Gespräche im Gefängnis mit der wahrhaftigen Angelika Moser mit in das Geschehen des Buches einzuarbeiten. Diese Episoden boten für mich eine dankbare Abwechslung von der sonst doch recht zähen Handlung.

Die letzten Kapitel von „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ brachten für mich die versöhnende Spannung um das in der Zusammenfassung angekündigte Vergehen und die daraus resultierenden Folgen. Hier hätte ich mir die ausführlichen Berichte gewünscht, denn das eine oder andere Ereignis kam doch sehr überraschend.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Herbsthundewetter

Herbsthundewetter
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Manche Vorlieben legt man scheinbar nie ab. Wie die Vorliebe für schöne Bilderbücher. Sie ziehen mich auch heute noch magisch an. Zu gerne verliere ich mich in den kunstvollen Illustrationen und den eindringlichen ...

Manche Vorlieben legt man scheinbar nie ab. Wie die Vorliebe für schöne Bilderbücher. Sie ziehen mich auch heute noch magisch an. Zu gerne verliere ich mich in den kunstvollen Illustrationen und den eindringlichen Geschichten und träume mich in wunderbare Welten. „Herbsthundewetter“ von Andreas und Dirk Steinhöfel hat mich sofort angesprochen. Nicht zuletzt, weil ein kleiner Hundewelpe die Hauptrolle in der Geschichte spielt.
Herbsthundewetter

Henri möchte so gerne draußen spielen. Ganz alleine. Doch dafür muss er erst größer werden, denn er ist ein Welpe. Zum Glück hat er einen lieben Jungen namens Finn an seiner Seite, der ihm vom nächsten Jahr und dem Wetter erzählt. So kann Henri sich durch die kommenden Monate, die Natur, durch Wind und Wetter träumen.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Henri, ein kleiner Hund voller Tatendrang seine Umwelt kennenzulernen. Henri erträumt sich auf jeder illustrierten Doppelseite in ein anderes Naturspektakel und zeigt uns lesenden Begleitern unter anderem, wie schön der Morgentau glitzern und wie erfrischend ein kühles Bad im Sommer sein kann. Untermalt werden die lebendigen Szenen von kurzen, lyrischen Texten des Autors Andreas Steinhöfel.

Klingt erst einmal nach einem Buch für mich und doch konnten mich die Handlung und auch die Illustrationen nicht abholen. Vielleicht bin ich zu verkopft an die Geschichte herangegangen. Schließlich hätte Finn sich ja einfach seinen Welpen schnappen und mit ihm hinausgehen können. Ihr merkt, ich war definitiv nicht in Stimmung für dieses Buch und habe es oft erneut versucht, den Zauber dieser Geschichte für mich zu entdecken – ohne Erfolg – obgleich es einige lobende Rezensionen im Netz gibt.

Die Illustrationen von Dirk Steinhöfel wirken sehr lebendig und atmosphärisch. Was mir persönlich an den Illustrationen nicht gefallen hat, war die Mischung aus fotorealistischer und Aquarellmalerei. Obgleich der Stil sich bestens für die Traumszenen von Henri eignet, wirkte er für meine Augen zu unruhig und verschwommen.

Auch wenn es mich nicht komplett überzeugen konnte, bin ich mir sicher, dass das Bilderbuch „Herbsthundewetter“ von Andreas und Dirk Steinhöfel viele begeisterte Leser finden wird.

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