Unerwartetes Millionenerbe am anderen Ende der Welt
Die verlassene TochterErneut lässt uns Autorin Soraya Lane die Spur einer der vergessenen Töchter von Hope's House, einem Geburtenhaus für ledige Mütter, verfolgen und aufklären. Rose, eine junge Londoner Anwältin, erhält nach ...
Erneut lässt uns Autorin Soraya Lane die Spur einer der vergessenen Töchter von Hope's House, einem Geburtenhaus für ledige Mütter, verfolgen und aufklären. Rose, eine junge Londoner Anwältin, erhält nach dem Tod ihrer Großmutter ein ominöses Holzkästchen, das deren Mutter bei der Geburt und vor der Adoption des Kindes durch eine fremde Familie für ihr Kind hinterlegt hatte. Es sollte dazu dienen, später die leibliche Mutter zu finden. Doch anscheinend wusste weder Roses Großmutter noch ihre Mutter, dass die Großmutter adopiert wurde.
Nach dem Tod ihrer Mutter erhält Rose ein Anwaltsschreiben über ein unerwartetes Erbe in Argentinien. Roses Mutter und nach deren Tod nun Rose soll die Estancia der Familie Santiago, eine riesige Polopferde-Farm mit erheblichem Vermögen geerbt haben.
Die stark verunsicherte Rose lässt sich von ihrer besten Freundin Jessica überreden, nach Argentinien zu reisen und diesem Geheimnis auf die Spur zu gehen. Die Autorin erzählt in zwei Zeitschienen die Liebesgeschichten von Roses Urgroßmutter Valentina um das Jahr 1939 und von Rose in der Gegenwart. Beide lesen sich sehr gut. Am Beispiel von Valentina wird die Machtlosigkeit minderjähriger Töchter in der Vergangenheit demonstriert. Mit Roses Glück in der Gegenwart wird das schwere Schicksal von Valentina in der zurückliegenden Zeitschiene ausgeglichen und für den Leser erträglicher gemacht.
Allerdings bleibt für mich in diesem Teil der Buchreihe einiges offen. Warum Valentina, die nach ihrer Rückkehr aus London ihr Erbe erfolgreich einforderte und zu einer der reichsten Frauen ihres Landes wurde, bis zum Tod ihrer Tochter keinen Kontakt zu ihr aufnahm, wird auch mit dem zum Ende hin aufgetauchten Brief nicht erklärt. Auch fand ich es doch recht fragwürdig, dass Bruno Valentinas Erbe so schnell an sich reißen und auch noch veräußern durfte. Er musste doch auch zunächst das Testament von Valentinas Vater anfechten. Warum konnte der Anwalt nachdem Valentina ihn in ihre Pläne einweihte und mit deren Umsetzung beauftragte, nicht eine einstweilige Verfügung erwirken, dass von diesem Erbe bis zur endgültigen Klärung von Valentinas Ansprüchen nichts veräußert werden darf?? Da blieb einiges im Dunkeln. Die Geschichte der Vergangenheit liest sich zwar sehr packend und berührt den Leser emotional, aber weder die Adoption von Roses Großmutter noch die Liebe zwischen Valentina und Felipe konnte durch einen späten Zeitzeugen oder durch einen schriftlichen Hinweis der beiden Liebenden nachgewiesen werden. Wie konnte sich Rose diese Geschichte zusammenreimen? Das bleibt hier größtenteils offen...