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Veröffentlicht am 27.12.2025

Die unheimliche Villa des Schokoladenfabrikanten

Ein Toter zur Bescherung
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"Ein Toter zur Bescherung" ist ein Escape-Room-Adventskalender von Eva Eich. Zu Weihnachten versammelt der reiche Schokoladenfabrikant Arthur von Kempendorf seine möglichen Erben in seiner abgelegenen ...

"Ein Toter zur Bescherung" ist ein Escape-Room-Adventskalender von Eva Eich. Zu Weihnachten versammelt der reiche Schokoladenfabrikant Arthur von Kempendorf seine möglichen Erben in seiner abgelegenen Villa. Doch vor Ort erwartet die Familie nicht der Hausherr selbst. Er spricht zu Ihnen nur über eine Videobotschaft. Denn angeblich wäre ihr Abendessen zum Empfang vergiftet gewesen und sie hätten nun 24 Stunden Zeit sich als würdiger Erbe herauszustellen und das Gegengift zu finden. Doch dann gibt es einen Toten. Wird es den Anwesenden gelingen, die Rätsel zu lösen und sich zu retten? Eva Eich hat mit diesem Escape-Room-Adventskalender eine gelungene Mischung aus Krimi und Logikrästel vorgelegt. Das Buch ist jeweils so aufgebaut, dass man den jeweiligen Tag in einer Doppelseite entlang der Perforierung öffnet und danach den Text und am Ende das Rätsel vorfindet. Die Story ist dabei logisch aufgebaut und man erhält auch immer anfangs darin eingebaut die Lösung des vorherigen Rätsels nochmal. Jeweils am Ende folgt das neue Rätsel, dass zum nächsten Tag führt. Besonders gefällt daran, dass man dabei nicht um zehn Ecken denken muss, sondern die Rätsel auch schlüssig sind. Einziger Kritikpunkt an der Gestaltung des Buches ist, dass die Schriftgröße des Textes sehr klein ist. Trotz Lesebrille hatte ich hier teils Probleme und eine Größe mehr würde dieses Problem schon lösen. Die Geschichte selbst ist aber gut strukturiert und liest sich flüssig. Dieser Escape-Room-Adventskalender war für uns der beste bisher, den wir die letzten Jahre lösten. Es machte sehr viel Spaß jeden Tag davon ein Türchen zu öffnen. Nächstes Jahr gerne wieder so einer.

Veröffentlicht am 15.12.2025

Unter der Flagge des Tigers

Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans
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"Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans" ist ein historischer Seefahrerroman von Mac P. Lorne. Während sich in Frankreich immer mehr die Revolution andeutet, träumt der junge Robert Surcouf aus ...

"Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans" ist ein historischer Seefahrerroman von Mac P. Lorne. Während sich in Frankreich immer mehr die Revolution andeutet, träumt der junge Robert Surcouf aus Saint-Malo davon, es einem seiner Vorfahren gleichzutun und als Korsar die Meere zu beherrschen. Während sein Vater immer mehr von Schulden geplagt ist, verliebt er sich in die junge Kaufmannstochter Marie-Cathérine, die seine Liebe uneingeschränkt erwidert. Doch ohne einen Sou in der Tasche kann er nicht um deren Hand anhalten. Und so schleicht er sich als blinder Passagier auf ein Schiff, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Es folgt ein Werdegang, der ihn zum erfolgreichsten Korsaren der Franzosen werden lässt. Mac P. Lorne beschreibt in diesem Seefahrerroman des Leben von Robert Surcouf im Zeitraum 1786 bis 1827. Eine Zeit, in die die Französische Revolution sowie die Regentschaft Napoleons fällt. Während auf der englischen Seite in der Royal Navy berühmte Seefahrerlegenden wie Admiral Nelson wirken, so wurde Surcouf ein berüchtigter Korsar auf Seiten der Franzosen. Schnell nannte man ihn aufgrund seiner erfolgreichen Kaperfahrten den "Tiger des Indischen Ozeans". Auch in diesem Seefahrerroman beschreibt der Autor das Wirken seines Protagonisten für den Leser absolut fesselnd. Perfekt stellt er erneut historische Fakten in Romanform dar. Als Leser fieberte ich mit Surcouf auf jeder Seite mit, begleitete ihn bei seinen waghalsigen Manövern und Wirrungen im Krieg gegen England. Erneut gelingt Mac P. Lorne mit diesem Roman ein Volltreffer, der mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte.

Veröffentlicht am 16.11.2025

Der Weg Henry II. zum englischen Thron

Thronerbe
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"Thronerbe" ist der zweite Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Mit dem Tod von Robert von Gloucester hat Kaiserin Maude nicht nur ihren Halbbruder verloren, sondern auch einen ihrer wichtigsten ...

"Thronerbe" ist der zweite Band der Plantagenet-Saga von Sharon Penman. Mit dem Tod von Robert von Gloucester hat Kaiserin Maude nicht nur ihren Halbbruder verloren, sondern auch einen ihrer wichtigsten Verbündeten im Kampf um die englische Krone. Ihr selbst bleibt nur die Flucht in die Normandie. Sie weiß, dass sie selbst die Krone nicht aufsetzen wird, aber umso mehr unterstützt sie den Kampf gegen König Stephen für ihren Sohn Henry. Dieser ist mittlerweile knapp zwanzig Jahre und trotz seines jungen Alters durchaus schon ein Stratege. Eleonore von Aquitanien, soeben geschieden vom französischen König Louis VII., gewinnt das Herz von Henry und die beiden heiraten. Nicht nur eine Liebeshochzeit, sondern eine äußerst gewitzte und auf die Zukunft ausgerichtete Ehe. Denn damit steht auch für Eleonore ein Tor offen, dass die Möglichkeit bietet sich zum zweiten Mal eine Krone aufzusetzen. Sharon Penman beginnt diesen zweiten Band rund sechs Monate nach dem Ende des ersten Bandes im Juni 1143 und erzählt den Kampf um die Krone Englands weiter bis Oktober 1154. Elf weitere Jahre des Krieges, dass das englische Volk durchleben muss, bis es durchatmen kann. Elf Jahre, bis Henry II. und Eleonore von Aquitanien eine Zeit der Herrschaft des Geschlechts der Plantagenet beginnen, die die nächsten Jahrhunderte in England bestimmen sollten. Auch dieser zweite Band der Saga ist von Sharon Penman hervorragend geschrieben. Sofort war ich als Leser wieder im Geschehen, all die historischen Fakten erlebt man hautnah. Die Eigenarten und Wesen der Beteiligten kann man direkt greifen. Vieles, dass man aus dieser Zeit des zwölften Jahrhunderts über England gelesen hat, macht die Autorin in diesem Roman noch wesentlich lebendiger. Ihre Gabe Romangeschichte mit realer Historie zu verknüpfen ist einfach nur perfekt. Im englischen Original besteht diese Saga aus fünf Bänden und ich hoffe sehr, dass die deutschen Leser auch in den Genuss der Übersetzungen der restlichen Bände durch den Heyne-Verlag kommen. Für mich ist Sharon Penman, die bereits 2021 verstorben ist, meine persönliche Neuentdeckung des Jahres und diese Saga zählt für mich zu dem Besten, was ich in diesem Bücherjahr bisher gelesen habe.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Klufti for President!

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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"Lückenbüßer" ist der dreizehnte Band der Kluftinger-Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Eigentlich will Kommissar Kluftinger einfach den Herbst im Allgäu genießen. Doch dann soll er für die Wahl ...


"Lückenbüßer" ist der dreizehnte Band der Kluftinger-Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Eigentlich will Kommissar Kluftinger einfach den Herbst im Allgäu genießen. Doch dann soll er für die Wahl zum neuen Gemeinderat in Altusried als Lückenfüller auf der Liste seiner Partei kandidieren. Aber ein Kollege, der während einer groß angelegten Polizeiübung tot aufgefunden wird, sorgt für Ausnahmezustand im Präsidium. Klufti als Interimspräsident muss den Spagat zwischen politischem Wahlkampf und Mordermittlung finden und beschreitet dabei wieder so einige eigenwillige Wege. Wie immer in dieser Reihe stellt der Kriminalfall eher einen Rahmen der Story rund um die Geschehnisse im Allgäu dar. Mittendrin der liebenswert tollpatschige Kommissar Kluftinger, der auf der einen Seite sehr eigen und konservativ sein kann, andererseits aber mit menschlichen Werten auftritt, von denen sich so mancher eine Scheibe abschneiden könnte. Diese Gegensätze, die seiner Figur innewohnen, bereiten immer wieder Vergnügen und Lachfalten. Sei es seine "Kompetenz" mit den sozialen Medien, aber auch seine Werte, für die er steht. Umrahmen tun ihn dabei die altbekannten Mitstreiter, mit denen er so manche skurile Szene erlebt. Dieser dreizehnte Band war für mich eindeutig wieder ein tolles Leseerlebnis, der teils neue Seiten an Klufti für den Leser bereithält. Wer einen spannenden Krimi erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Wer allerdings Spaß an einer unterhaltsamen Story hat, die Angriff auf die Lachmuskeln nimmt, dem wird dieser neue Band des Allgäuer Kommissar bestimmt gefallen. Wenn Kommissar Kluftinger ermittelt, ist nicht alles bierernst zu nehmen.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Ritter, König, Legende

Der englische Löwe
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"Der englische Löwe" ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne über Richard I., den sie "Löwenherz" nannten. Nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft des deutschen Kaisers Heinrich VI. kommt Richard ...

"Der englische Löwe" ist ein historischer Roman von Mac P. Lorne über Richard I., den sie "Löwenherz" nannten. Nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft des deutschen Kaisers Heinrich VI. kommt Richard 1194 in sein Königreich zurück, dass sein Bruder Prinz John in der Zwischenzeit schlecht geführt hatte. Dieser verlor bedeutende Gebiete an den französischen König Philipp II., mit dem er so manche Intrige gegen Richard gesponnen hatte. Doch Richard Löwenherz zieht gegen den französischen König ins Feld um die alten Grenzen seines angevinischen Reiches wieder herzustellen. Der Roman beschreibt dabei den Zeitraum März 1194 bis zum Tod von Richard Löwenherz im April 1199. Neben Richard I. gibt der Autor dabei auch gute Einblicke in das Wirken und der Charakter von dessen Mutter Eleonore von Aquitanien, seinem Bruder Johann Ohneland, seiner Gemahlin Berengaria von Navarra, sowie dem französischen König Philipp II. und dem Geschlecht der Plantagenet. Dabei kann man als Leser dem Geschehen innerhalb dieser fünf Jahre sehr gut folgen. Die Mischung aus Fiktion und gut recherchierter Historie ist Mac P. Lorne mit diesem Roman dabei sehr gut gelungen. Als Leser wird man dabei ins Mittelalter eingesogen und erlebt Momente von Intrigen, Machenschaften und spannender Belagerungen und Schlachten. Als Zusatzmaterial runden diesen Roman ein Stammbaum der angevinischen Dynastie, ein Personenregister, sowie eine Zeittafel und Bibliografie gut ab. Für mich ein weiterer sehr guter historischer Roman aus der Feder von Mac P. Lorne.