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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Unterhaltsamer Ausflug nach Bad Gastein

Mordsschnitzel
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Valerie Thaller, Leiterin des Grand Hotels in Bad Gastein, wird zum zweiten Mal (nach „Leichenschmaus mit Kaiserschmarrn“) mit einem Mord konfrontiert: Bernhard Lederer, Gastronom und einer der beliebtesten ...

Valerie Thaller, Leiterin des Grand Hotels in Bad Gastein, wird zum zweiten Mal (nach „Leichenschmaus mit Kaiserschmarrn“) mit einem Mord konfrontiert: Bernhard Lederer, Gastronom und einer der beliebtesten Bürger Gasteins, liegt erschlagen in seinem Wohnzimmer. Wurde ihm sein Widerstand gegen ein geplantes Großprojekt am Graukogel zum Verhängnis oder ist der Täter innerhalb seiner teilweise entfremdeten Familie zu suchen?
Valerie kann es nicht lassen, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Nora Ermittlungen anzustellen.

Wie schon der Vorgänger überzeugt auch dieser Band weniger mit großer Krimispannung, sondern mit viel Lokalkolorit und sympathischen Protagonistinnen. Vor allem Kenner Bad Gasteins werden es genießen, Valerie und Nora bei ihren Unternehmungen und auf ihren Wegen durch den Ort zu begleiten. Auch die übrigen Figuren sind lebendig ge- (und manchmal über-) zeichnet, und an manchen Stellen blitzt Humor auf. Wenn etwa die kapriziöse Exfrau des Mordopfers deutlich macht, dass das Grand Hotel unter ihrer Würde ist, oder Valerie und Nora sich gegen die Avancen eines windigen Investors wehren müssen, den sie gerade auszuhorchen versuchen.
Die Auflösung ist jedoch nicht wirklich überraschend und das Ende fällt wieder übertrieben dramatisch aus.
Insgesamt dennoch ein unterhaltsamer Ausflug ins schöne Gasteinertal, der auch noch durch eine Rezeptsammlung im Anhang abgerundet wird. Ich hoffe auf ein baldiges Wiederlesen mit Valerie und Co.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Wofür das Gehirn gemacht ist und wie es funktioniert

Siebeneinhalb Lektionen über das Gehirn
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Die Psychologie-Professorin Lisa Feldman Barrett gibt in diesem kurzen aber sehr gehaltvollen Buch spannende Einblicke darin, wie unser Gehirn funktioniert, und räumt dabei auch mit einigen Mythen auf. ...

Die Psychologie-Professorin Lisa Feldman Barrett gibt in diesem kurzen aber sehr gehaltvollen Buch spannende Einblicke darin, wie unser Gehirn funktioniert, und räumt dabei auch mit einigen Mythen auf. Etwa mit der in vielen (populär)wissenschaftlichen Veröffentlichungen herumgeisternden Behauptung, dass unser Gehirn in drei Teile („Reptiliengehirn“, für Emotionen zuständiges limbisches System, rationale Großhirnrinde) gegliedert sei, oder der Vorstellung, dass unser Gehirn uns ein getreues Bild der Wirklichkeit liefert.
Ihr Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass das Gehirn nicht „zum Denken“ entwickelt wurde, sondern um einem Organismus das Überleben zu ermöglichen, indem es das Körperbudget managt. Dies muss bei allen Überlegungen zu seiner Funktionsweise stets im Hinterkopf behalten werden. Danach erklärt sie unter anderem, dass es sich bei dem Gehirn tatsächlich (und nicht nur im übertragenen Sinn) um ein Netzwerk handelt, wie es sich verschaltet (und warum es so wichtig ist, dass Babys zugewandte Bezugspersonen haben), wie es Wirklichkeit erschafft oder dass es mehr als eine Art von Geist gibt.
Die Ausführungen sind in einfachen Worten gehalten und Großteils leicht verständlich. Sie bieten viele interessante Einsichten, helfen, die Funktionsweise unseres Gehirns und somit uns selbst und unsere Mitmenschen besser zu verstehen, und regen zum Nachdenken an.
Einziger Kritikpunkt sind die vor allem in den ersten Kapiteln häufigen und häufig längeren Fußnoten, die öfters den Lesefluss stören. Viele der dort enthaltenen Informationen hätten auch gut im normalen Text untergebracht werden können.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Was man aus dem Genom so alles herauslesen kann ...

Die große Odyssee
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...davon handelt dieses Buch.
Der Titel greift dabei eigentlich zu kurz. Die „Odyssee“, die darin besteht, dass sich die Menschheit über die ganze Erde verbreitet hat, wird schon der ersten Hälfte abgehandelt. ...

...davon handelt dieses Buch.
Der Titel greift dabei eigentlich zu kurz. Die „Odyssee“, die darin besteht, dass sich die Menschheit über die ganze Erde verbreitet hat, wird schon der ersten Hälfte abgehandelt. Die Besiedlungsgeschichten der einzelnen Kontinente werden dabei anschaulich beschrieben. Es ist richtig spannend, mitzuverfolgen, in welchen Wellen diese abgelaufen sind und wie deren Spuren in (bisweilen zig Jahrtausende alter) prähistorischer DNA und in den Genen heutiger Bevölkerungsgruppen lokalisiert werden konnten.
Danach geht es unter anderem darum, wie Umweltbedingungen (große Höhe, Regenwald, ...) oder kulturelle Bräuche (unterschiedliche Beziehungsmodelle und Fortpflanzungsmöglichkeiten von Männern und Frauen, Konsum von Milchprodukten, ...) die Gene prägten, vor allem aber, welche medizinisch relevanten Auswirkungen Unterschiede im Genom haben können. Insbesondere Gene, die das Immunsystem beeinflussen, werden immer wieder behandelt. Manchmal hätte ich mir dabei etwas konkretere Informationen gewünscht. Oft finden sich Aussagen nach dem Motto, dass es wohl irgendein unbekannter Krankheitserreger gewesen sein müsse, der die Ursache für ein bestimmtes Selektionsmuster bildete. Aber dies spiegelt eben den aktuellen Forschungsstand wider, den man hier hautnah erleben kann.
Daneben erklärt der Autor auch die Grundlagen von Evolution und Genetik, betont, dass „nichts in der Biologie Sinn macht außer im Licht der Evolution“, beschreibt den Wert der Diversität und stellt klar, dass auch die Evolution des Menschen immer noch weiter geht.
Fazit: Dies ist keine leichte Lektüre, doch sie lohnt sich. Der Inhalt ist sehr dicht, aber auch sehr interessant. Ich denke, dass auf diesem Gebiet auch in Zukunft noch weitere bedeutende Erkenntnisse zu erwarten sind.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Die gefährlichsten Gegenstände in Auschwitz

Die Bibliothekarin von Auschwitz
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„Sie halten etwas in Händen, das in Ausschwitz streng verboten ist und das, wenn man es bei ihnen fände, einem Todesurteil gleichkäme. Mit diesen Gegenständen, die so gefährlich sind, dass ihr Besitz die ...

„Sie halten etwas in Händen, das in Ausschwitz streng verboten ist und das, wenn man es bei ihnen fände, einem Todesurteil gleichkäme. Mit diesen Gegenständen, die so gefährlich sind, dass ihr Besitz die Höchststrafe nach sich zieht, kann man nicht schießen und genauso wenig hauen, stechen oder schneiden.“ (Seite 12)
Es handelt sich dabei um Bücher – und die 14-jährige Dita Adlerova ist die Hüterin der Bücher in der Bibliothek von Lager BIIb, dem „Familienlager“ von Auschwitz. Übertragen wurde ihr diese ehrenvolle Aufgabe von Fredy Hirsch, dem charismatischen und doch rätselhaften Leiter einer geheimen Schule, wo die Kinder des Familienlagers trotz eines ausdrücklichen Verbots durch die Lagerleitung unterrichtet werden.
Ditas Alltag ist von unmenschlichen Lebensbedingungen und ständiger Angst geprägt. Doch ihre Tätigkeit als Bibliothekarin und die Bücher sorgen zumindest für ein bisschen Ablenkung und ermöglichen ihr, für kurze Zeit den sie umgebenden Schrecknissen zu entfliehen.

Ditas Geschichte, die auf der wahren Biographie der Holocaust-Überlebenden Dita Kraus beruht, wird in einer einfachen, aber umso eindringlicheren Sprache erzählt. Auf übertriebene Dramatik oder Actionszenen wird verzichtet, diese wären auch nicht nötig, schließlich ist die Realität dramatisch genug.
Ditas Erlebnisse und Gedanken werden anschaulich geschildert. Sie tritt als starke Persönlichkeit in Erscheinung, die immer wieder großen Mut beweist und trotz der Umstände, unter denen sie aufwachsen musste, ihre Menschlichkeit bewahrt. Auch sonst sind die auftretenden Personen nachvollziehbar und teilweise facettenreich gezeichnet, sodass ein guter Eindruck von der Atmosphäre in einem Konzentrationslager entsteht.
Außerdem wird die Wichtigkeit von Literatur deutlich, auch und gerade in dunklen Zeiten, wo diese Wichtigkeit - wie der Autor im Nachwort bedauert – von manchen bezweifelt wird.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Unterhaltsame Tour durch die Welt der Wissenschaft

Mensch und Universum
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Die erwähnte BBC-Serie kenne ich nicht, das Buch dazu hat mir aber jedenfalls sehr gut gefallen. Aufgeteilt in fünf Kapitel werden alle möglichen Themen beleuchtet. Ausgangspunkt stellen jeweils Überlegungen ...

Die erwähnte BBC-Serie kenne ich nicht, das Buch dazu hat mir aber jedenfalls sehr gut gefallen. Aufgeteilt in fünf Kapitel werden alle möglichen Themen beleuchtet. Ausgangspunkt stellen jeweils Überlegungen dar wie „Wo sind wir?“, „Wer sind wir?“, „Sind wir allein?“ ....
Es geht dabei also zunächst mal um das Universum und den Platz des Menschen darin, somit um Fragen rund um Urknall und schwarze Löcher, die mögliche Existenz von Außerirdischen oder die Zukunft von Erde und Weltall. Deren Beantwortung zieht jedoch immer weitere Kreise und führt in verschiedenste Bereiche der Wissenschaft. Es geht dann beispielsweise um die Entstehung von Leben auf der Erde, die Evolution des Menschen, die Relativitätstheorie oder das Standardmodell der Teilchenphysik. Veranschaulicht wird das Alles durch zahlreiche Grafiken und einen farbigen Bildteil in der Mitte des Buches. Zusätzlich streut der Autor persönliche Erlebnisse, Anekdoten und Ansichten ein.
Erwartungsgemäß bedient er sich einer einfachen Sprache und gestaltet den Inhalt unterhaltsam. Er scheut aber nicht davor zurück, auch komplexere Konzepte zu beschreiben. Es kommen einige Formeln vor und an manchen Stellen werden die Leser sogar aufgefordert, sich beispielsweise eine Berechnung selbst herzuleiten, was in einem populärwissenschaftlichen Werk schon als mutig gelten kann.
Natürlich gibt es zu jedem der hier behandelten Themen Bücher, die diese umfassender und gründlicher ausleuchten. (Ich hätte mir diesbezüglich ein paar weiterführende Literaturhinweise gewünscht.) Hier wird dafür eine kompakte Tour durch die Welt der Wissenschaft geboten, die sicher vielen Lesern Lust auf mehr macht.