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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Was unser Blick auf Tiere über uns Menschen aussagt

Verrufene Tiere
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Der Philosoph und Künstler Stephan Wunsch setzt sich hier mit zehn „verrufen“ Tierarten auseinander. Ihr schlechter Ruf liegt vordergründig daran, dass sie als hässlich oder gefährlich gelten, ist letztlich ...

Der Philosoph und Künstler Stephan Wunsch setzt sich hier mit zehn „verrufen“ Tierarten auseinander. Ihr schlechter Ruf liegt vordergründig daran, dass sie als hässlich oder gefährlich gelten, ist letztlich aber meist darauf zurückzuführen, dass ihnen aus verschiedenen Gründen ein negativer Charakter unterstellt wird.
Er verfolgt das Bild, das von diesen Tieren gezeichnet wird, über die Jahrhunderte – von Aristoteles über „Brehms Thierleben“ bis zum „weißen Hai“. Dabei zeigt sich immer wieder, wie von der Evolution geformte Verhaltensweisen aus einer menschlichen Perspektive betrachtet und so (um)interpretiert wurden, dass das betreffende Tier nicht gut wegkommt. Aber auch, wie inkonsistent die Menschheit bei der Bewertung unterschiedlicher Tiere ist. (Beispiel: Wenn Delphine Schiffen folgen, dann aus Neugier, wenn Haie Schiffen folgen, dann aus Fressgier.)
Dies alles stellt dann jeweils auch den Ausgangspunkt für diverse weitere philosophische Betrachtungen dar.
Natürlich kann man über die Auswahl streiten, mir persönlich sind beispielsweise Fledermäuse oder Kraken nicht sonderlich unsympathisch, und manchmal gleitet der Autor zu sehr ins Esoterische ab. Auch können auf insgesamt lediglich 230 Seiten viele interessante Themen nur angerissen werden.
Dennoch ist dieses Büchlein empfehlenswert. Es regt zum Nachdenken an über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier(en) bzw Mensch und Umwelt, aber auch darüber, was die Art, wie wir verschiedene Tiere wahrnehmen, über uns Menschen aussagt.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Tiefschürfende Gedanken zum Verhältnis von Mensch und Natur

Wer wird überleben?
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Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern ...

Sehen Sie sich als Teil der Natur? Wem soll die Natur nutzen? Wann haben Sie sich zuletzt als Mitglied einer Spezies gefühlt? Gibt es unter den Geschöpfen eine Art, der Sie den Zutritt auf die Arche verweigern würden und damit ihr Existenzrecht als Spezies? Was würden Sie wählen: Wahrheit oder Hoffnung?
Derartige Fragen stehen am Beginn jedes Kapitels. Der Biologe und Journalist Lothar Frenz tastet sich an ihre Beantwortung heran, indem er jeweils verschiedene Beispiele von stark gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Tierarten betrachtet. Das Spektrum reicht dabei von riesigen Büffeln bis zu winzigen Vögeln und von Dschungelbewohnern bis zu Tiefseegeschöpfen. Oft hat er diese bzw die Menschen, die für ihr Überleben kämpfen, auch selbst besucht und kann die Schilderungen so mit persönlichen Eindrücken anreichern.
Dabei wird immer wieder deutlich, welchen Schwierigkeiten sich der Artenschutz gegenübersieht, wie diese gelöst werden könnten, aber auch, dass das Zusammenspiel verschiedener Spezies, die sich einen Lebensraum teilen, meist weitaus komplexer ist als es scheint.
Doch es geht bei all dem eben um viel mehr als nur darum, ein paar bedrohte Arten vorzustellen (und vielleicht noch ein bisschen über den negativen Einfluss des Menschen zu jammern.)
Der Autor lotet das Verhältnis von Mensch und Natur in diversen Facetten aus. Er zeigt, welche vielfältigen Einflüsse es in beide Richtungen gibt und hinterfragt, welchen Sinn der Schutz der Biodiversität hat oder worin der Wert der Natur besteht (der sich nicht nur, aber auch aus den mit Billionen Dollar zu bewertenden „Ökosystemdienstleistungen“ ergibt). Zu guter Letzt möchte er dem Homo Sapiens sogar zu einem neuen Selbstbild als Art verhelfen.
So regt dieses Buch sehr zum Nachdenken an, sodass die Lektüre noch lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Unterhaltsamer Ausflug in die Wachau

Marillenknödelmord
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Das Leben des mäßig erfolgreichen Krimiautors Horvath wird unversehens turbulent, als sein Bruder in Untersuchungshaft landet, weil er einen Nachbarn mit einem vergifteten Marillenknödel ermordet haben ...

Das Leben des mäßig erfolgreichen Krimiautors Horvath wird unversehens turbulent, als sein Bruder in Untersuchungshaft landet, weil er einen Nachbarn mit einem vergifteten Marillenknödel ermordet haben soll. Auch auf Drängen seiner Schwägerin stellt Horvath seine eigenen Nachforschungen an, tatkräftig unterstützt von seiner esoterisch angehauchten Freundin Mimi, deren Guru Shaman (bei dem es sich in Wirklichkeit um den Pfeiffer Schorschi aus Langenlois handelt) – und Kommissar Krüger, dem Helden aus seinen Büchern. Bald stellt er fest, dass hinter den Kulissen eines idyllischen Dorfes in der Wachau diverse Abgründe lauern.

Die Autorin, die selbst in der Wachau verwurzelt ist, hat hier zahlreiche interessante Charaktere geschaffen. Allen voran ist diesbezüglich natürlich „der Horvath“ zu nennen, aus dessen Perspektive erzählt wird und der einen wirklich sympathischen Antihelden abgibt. Trotz seiner Schwächen und einiger Steine, die ihm in den Weg gelegt werden, treibt er seine Ermittlungen energisch voran und gerät dabei immer wieder in amüsante Situationen. Doch auch bei den Nebendarstellern, seien es die Mitglieder von Horvarths „Ermittlerteam“ oder die Dorfbewohner, handelt sich um lebendig gezeichnete, teilweise skurrile Figuren, es macht Spaß, sie alle kennen zu lernen.
Obwohl der Humor im Vordergrund steht, kommt auch die Krimispannung nicht zu kurz. Dabei gibt es zwar ein paar Ungereimtheiten und nicht jedes Verhalten ist nachvollziehbar. Man kann aber auch gut miträtseln und überlegen, wo die Hintergründe der Tat liegen.
Die aus Tätersicht geschilderten Passagen ergeben außerdem ein Rezept für Marillenknödel, die (giftfreie) Zutatenliste findet sich im Anhang.
Alles in allem ein gelungener Ausflug in die Wachau. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Amüsante Antworten auf Fragen zur Physik

Wo ist die Mitte des Weltalls?
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Die Autoren, ein Physikprofessor und ein Comiczeichner, beantworten hier ein paar der Fragen, die von den Hörern ihres Podcasts regelmäßig gestellt werden. Diese drehen sich also um Themen, die den Normalbürger ...

Die Autoren, ein Physikprofessor und ein Comiczeichner, beantworten hier ein paar der Fragen, die von den Hörern ihres Podcasts regelmäßig gestellt werden. Diese drehen sich also um Themen, die den Normalbürger an der Wissenschaft interessieren - wie „Warum kann man nicht in die Vergangenheit reisen?“ „Was passiert, wenn mich ein schwarzes Loch einsaugt?“, „Was hält uns davon ab, zu den Sternen zu reisen?“, „Ist ein Leben nach dem Tod möglich?“ oder „Sind Menschen vorhersehbar?“
Die Antworten erfolgen in eher kurzen, leicht verdaulichen Kapiteln, sind in einfacher Sprache verfasst und mit einigem Humor (und einigen Comics) gewürzt. Nichtsdestotrotz machen sie einen fundierten Eindruck. Die wesentlichen Tatsachen und Zusammenhänge werden erläutert und spannende Aspekte genauer untersucht. Manche Aussagen wirken ein bisschen spekulativ. Die Autoren unterscheiden dabei aber doch genau, ob etwas generell einem physikalischen Gesetz widersprechen würde oder „nur“ unwahrscheinlich oder schwer in die Praxis umsetzbar wäre.
Auch wenn sich dieses Buch primär an Einsteiger in die Welt der Physik richtet, kann es auch für Fortgeschrittene empfehlenswert sein. Die Lektüre ist unterhaltsam und regt dazu an, die eine oder andere Frage aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Abwechslungsreiche Rätsel-Sammlung für Mathe-Fans

Kommen drei Logiker in eine Bar...
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Fans von Mathematik und logischem Denken kommen hier voll auf ihre Kosten. Das Buch versammelt 100 Aufgaben aus den verschiedensten Gebieten, von Zahlenrätseln bis zu Geometrie, von Fragen, bei denen man ...

Fans von Mathematik und logischem Denken kommen hier voll auf ihre Kosten. Das Buch versammelt 100 Aufgaben aus den verschiedensten Gebieten, von Zahlenrätseln bis zu Geometrie, von Fragen, bei denen man (ein bisschen) rechnen muss bis zu solchen, die mit reiner Logik gelöst werden können.
Manche Aufgaben waren mir zwar bereits grundsätzlich bekannt, der Großteil aber neu (oder zumindest eine alte Idee in neuer Aufmachung). Der Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich, manches ist schnell gelöst, es sind allerdings auch viele härtere Brocken dabei. Gerade bei Letzteren macht es aber auch Spaß, längere Zeit darüber nachzudenken, umso schöner, wenn dann doch eine Lösung gefunden wird.
Ansonsten gibt es die Lösungen natürlich im Anhang, wo sie ausreichend ausführlich und verständlich erläutert und bisweilen um alternative Lösungswege ergänzt werden.