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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2026

Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

To Cage a Wild Bird
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Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial. ...

Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial.

Am Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Story erscheint lebendig und dynamisch und lässt sich flüssig lesen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch recht spannend und unterhaltsam. Es ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter, da ziemlich abartige, gewaltlastige Szenen vorkommen. Dabei hat sich mir nicht wirklich erschlossen, wo diese Gewalt herkommt. Sie ist bei einer breiten Bevölkerungsschicht einfach so da aus Lust an Gewalt.

Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Kaum stellen sich der Protagonistin Raven Hindernisse in den Weg, sind sie auch schon beiseite geräumt und sie kann ihren Weg weitergehen. Selbst wenn Raven an irgendwelchen Personen zweifelt, ist für die Lesenden doch klar, auf welcher Seite diese stehen. Große Überraschungen gibt es daher nicht, nur ein paar kleine.

Der Kern der Handlung erinnert stark an „Die Tribute von Panem“ und zum Teil auch an andere dystopische Reihen. Da mir die Tribute aber super gefallen haben, fand ich das hier nicht so schlimm.

„To Cage a Wild Bird“ ist der Auftakt der Divided Fates-Reihe. Das Ende empfinde ich trotz Cliffhanger als so abgeschlossen, dass man es einfach stehenlassen könnte, lässt mich aber auch gespannt auf Band 2 warten.

Da der positive Eindruck bei mir überwiegt, gebe ich wohlwollende 4 Sterne.

★★★★☆

Veröffentlicht am 02.01.2026

Leben und Tod

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Leben und Tod

Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig ...

Leben und Tod

Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.

Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.

In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.

Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).

★★★★☆

Veröffentlicht am 05.12.2025

Ein Buch im Buch

Tod zur Teestunde
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Ein Buch im Buch

Dies ist bereits der 3. Band der Reihe um die Lektorin Susan Ryeland. Obwohl ich die Vorgänger nicht kenne, hat mir für das Verständnis kein Wissen gefehlt. Allerdings fand ich den Anfang ...

Ein Buch im Buch

Dies ist bereits der 3. Band der Reihe um die Lektorin Susan Ryeland. Obwohl ich die Vorgänger nicht kenne, hat mir für das Verständnis kein Wissen gefehlt. Allerdings fand ich den Anfang etwas zäh. Fans der Reihe werden hier eventuell darüber wegsehen können, weil sie einfach das Wiedersehen mit den vertrauten Figuren genießen.

Susan Ryeland ist gerade wieder von Kreta nach London gezogen und dort freiberuflich für einen kleinen Verlag tätig, Eliot Crace soll die erfolgreiche Serie mit dem Detektiv Atticus Pünd nach dem Tod des Autors weiterführen und Susan ihn dabei unterstützen. Schon nach den ersten Manuskriptseiten wird Susan klar, dass Eliot die Handlung seines Buches nicht frei erfunden hat, sondern verklausuliert über seine eigene Familie schreibt - inklusive Mord an seiner Großmutter, der vor zwanzig Jahren als natürlicher Tod abgetan wurde. Als Eliot bei einem Unfall mit Fahrerflucht (oder Mord?) ums Leben kommt, ist dummerweise sein Buch noch nicht zu Ende geschrieben und somit der Täter noch nicht entlarvt. Susan macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und gerät dabei sogar selbst unter Mordverdacht.

Wie erwähnt, fand ich den Anfang etwas zäh. Hier wurden einige Personen eingeführt und dann bekam ich etliche Seiten von Eliots Manuskript zu lesen, das ich zunächst nicht wirklich spannend fand. Erst als die Verknüpfung des Manuskripts mit der Wirklichkeit zutage trat, konnte mich der Roman mehr fesseln. Der gemütliche Schreibstil, der stark an die alten klassischen Krimis zum Beispiel von Agatha Christie erinnert, hat mir sehr gut gefallen. Es muss ja nicht immer atemberaubend und blutrünstig sein. Das Gesamtkonzept hat hier gut gepasst. Die zweite Hälfte des Buches wurde dann auch noch richtig spannend, sodass ich sie in einem Rutsch bis zum Ende lesen wollte. Die Auflösung empfand ich als raffiniert und zum Teil auch überraschend.

Die Reihe:
1. Die Morde von Pye Hall
2. Der Tote aus Zimmer 12
3. Tod zur Teestunde

★★★★☆

Veröffentlicht am 04.12.2025

Hilfreicher Ratgeber für die Adoption eines Tierschutzhundes

Tierschutzhund Lieblingshund
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Hilfreicher Ratgeber für die Adoption eines Tierschutzhundes

Hätte ich diesen Ratgeber gelesen, bevor ich einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptierte, hätte ich einige Fehler vermeiden können.

Ursula ...

Hilfreicher Ratgeber für die Adoption eines Tierschutzhundes

Hätte ich diesen Ratgeber gelesen, bevor ich einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptierte, hätte ich einige Fehler vermeiden können.

Ursula Löckenhoff und Simone Sombecki engagieren sich offensichtlich mit viel Herzblut im Tierschutz und geben ihr Wissen in diesem Buch weiter. Dabei streifen sie so ziemlich alle Themen, die für zukünftige Adoptanten relevant sein können, zum Beispiel, woran man einen seriösen Tierschutzverein erkennt und wie eine Adoption üblicherweise vonstatten geht. Auch gesundheitliche Aspekte, die im Prinzip für alle Hunde gelten, aber vermehrt Tierschutzhunden betreffen (Stichwort Mittelmeerkrankheiten, Parasiten, Kastration), werden angerissen. Es wird kurz auf verschiedene Rassen bzw. Gruppen von Hunden wie Herdenschutzhunde eingegangen.

Anhand eines Fragebogens kann jeder Interessierte sich selbst überprüfen, ob ein Hund und wenn ja, ob ein bestimmter Hund zu ihm passt.

Sogar Erziehungstipps geben die Autorinnen, von denen aber vor allem Hundehalter*innen mit eher unkomplizierten Hunden profitieren. Mit Aussagen, dass der Hund zum Beispiel keinen Besuch verbellen sollte, ist mir nicht geholfen. Das ist mir schon selbst klar, dass ich das nicht möchte. Wie ich den Hund aber dazu bringe, wird leider nicht konkret gesagt. Die in diesem Buch viel gepriesene Hausleine hätte in unserem Fall nicht geholfen.

Für Hunde-Anfänger bietet dieses Buch einen recht umfassenden Einblick in das Thema Tierschutzhund, kann aber natürlich nicht wirklich alle Fragen beantworten.

★★★★☆

Veröffentlicht am 01.12.2025

Großartiger Schreibstil

Eines jungen Mannes Reise in die Nacht
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Großartiger Schreibstil

Auch Band 9 der Reihe um den schwedischen Kommissar Gunnar Barbarotti und seine Lebensgefährtin und Kollegin Eva Backman hat mir gut gefallen. Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. ...

Großartiger Schreibstil

Auch Band 9 der Reihe um den schwedischen Kommissar Gunnar Barbarotti und seine Lebensgefährtin und Kollegin Eva Backman hat mir gut gefallen. Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen; das vergangene Privat- und Berufsleben der Protagonist*innen spielt über die hier noch einmal erwähnten Details hinaus keine Rolle.

Kurz vor den Sommerferien wird der Mathematik- und Sportlehrer Allan Fremling in seiner Wohnung erschossen. Eine Ungeheuerlichkeit in dem ansonsten so ruhigen Wohnviertel Kvarnbo! Die Polizei tappt vollkommen im Dunkeln - die Leserschaft aber weiß früh Bescheid, wer den unsympathischen Lehrer kaltblütig ermordet hat. Als dann noch ein weiterer Mann erschossen aufgefunden wird, geht das polizeiliche Rätselraten munter weiter.

Neben der Unaufgeregtheit der Erzählung, die das Ganze sehr realistisch erscheinen lässt, gefielen mir vor allem die Dialoge zwischen Gunnar Barbarotti und Eva Backman. Die beiden sind wie ein altes Ehepaar, das sich in- und auswendig kennt. Sie beenden die Sätze der/des jeweils anderen und wissen eigentlich immer Bescheid, was der/die andere denkt. Sehr sympathisch!

Auch wenn einiges an Spannung dadurch verloren geht, dass man den Täter schon früh kennt, macht das Lesen trotzdem Spaß. Immerhin geht es noch darum, wann und wie die Polizei dem Täter auf die Spur kommt und wie viele Leichen es bis dahin eventuell noch geben wird. Wir haben hier also einen Kriminalroman ganz ohne falsche Fährten, der trotzdem zu fesseln weiß und dank des tollen Schreibstils und der tiefgründigen Figuren für ein paar schöne Stunden voller Lesevergnügen sorgt.

Die Reihe:
1. Mensch ohne Hund
2. Eine ganz andere Geschichte
3. Das zweite Leben des Herrn Roos
4. Die Einsamen
5. Am Abend des Mordes
6. Barbarotti und der schwermütige Busfahrer
7. Schach unter dem Vulkan
8. Ein Brief aus München
9. Eines jungen Mannes Reise in die Nacht

★★★★☆