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Veröffentlicht am 29.01.2026

Düsteres Kapitel koreanischer Geschichte

Ein Kranich unter Wölfen
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Erneut schafft es die Autorin, uns mit einer spannenden Geschichte in das historische Korea zu entführen. Diesmal geht es in die Zeit der Herrschaft des grausamen Königs Yeonsan. Und auch wenn das Buch ...

Erneut schafft es die Autorin, uns mit einer spannenden Geschichte in das historische Korea zu entführen. Diesmal geht es in die Zeit der Herrschaft des grausamen Königs Yeonsan. Und auch wenn das Buch ein bisschen dem roten Palast, den ich bereits gelesen habe, ähnelt, velräuft die Handlung doch auch wieder ganz anders. Auch hier gilt es, einen bzw. mehrere Morde aufzuklären, doch die Gründe sind ganz andere. Auch hier steht ein junges Mädchen im Fokus des Geschehens, das über sich selbst hinauswachsen muss, doch diesmal geht es um die Rettung der Schwester aus dem königlichen Harem, die Mordermittlung ist dabei eher Mittel zum Zweck. Eine zarte Romanze gibt es ebenfalls, die aber zum Glück nur beiläufig bleibt und nicht vom Hauptaugenmerk ablenkt, das eindeutig auf der Schilderung der dramatischen und schrecklichen Zeit liegt. Auch hier gibt es einen weiteren Ermittler, der letztlich irgendwie mit dem Mädchen zusammen arbeitet. Und trotz all der Parallelen ist dieser Roman genauso einzigartig wie der vorige und konnte mich mühelos mitnehmen. Mein Wissen über die koreanische Geschichte ist sehr begrenzt, aber dank June Hur wächst es stetig an, und das trotz des ernsten Themas auf angenehm unterhaltsame Weise. Wieder eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Von wegen Heimat

Gromzell
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Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: ...

Hinter diesem so harmlos als "Heimatroman" bezeichneten Buch verbirgt sich eine bitterböse Abrechnung mit der kleingeistigen Dorfkultur. Als die 108-jährige Marie stirbt, setzt dies eine Lawine in Gang: nachdem die Menschen in Gromzell scheinbar ewig leben, wird nun die Sterblichkeit wieder präsent, der sichere Kokon platzt auf und die Saat sind Zweifel und Zwietracht. Es brodelt in der scheinbar so harmonischen Dorfgemeinschaft, Aberglaube greift um sich und beinah sieht man die Dörfler schon mit den Mistgabeln zum Schloss ziehen...aber nein, das ist ja eine andere Geschichte. Obwohl nicht viel fehlt, um diese Assoziation zu wecken, vor allem gegen Ende. Besonders erstaunt hat mich das Schicksal von Anna, die einst aus dem Dorf nach Berlin gezogen war, aber nun zur Beerdigung zurückkehrt. Ihre anfängliche Ablehnung gegen das kleinbürgerliche Brauchtum, dem sie einst nur zu gerne entflohen ist, gerät ins Wanken - ist es nicht auch schön, statt in der Anonymität der Großstadt hier in der Gemeinschaft behütet zu sein? Mich hat es jedenfalls total gegruselt, je weiter diese skurrile und makabre Geschichte voranschritt. Und richtig unheimlich wurde es dann ja auch noch. Fazit: ganz unerwartetes, daher besonders schönes Lese-Highlight.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Wie abgefahren war das denn bitte?

Tödliches Familienidyll
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Was vom Titel her zwar spannend, aber auch ein wenig gediegen klingt, entpuppt sich als absolutes Horror-Szenario. Besonders gefallen hat mir das rasante Tempo, mit dem sich die Geschichte in kürzester ...

Was vom Titel her zwar spannend, aber auch ein wenig gediegen klingt, entpuppt sich als absolutes Horror-Szenario. Besonders gefallen hat mir das rasante Tempo, mit dem sich die Geschichte in kürzester Zeit zu einem ausgewachsenen Alptraum entwickelt. Fangen die ersten Seiten noch gemächlich an, geht es plötzlich Schlag auf Schlag - im wahrsten Sinne des Wortes, denn mit Blut wird hier nicht gegeizt. Zugegebenermaßen finde ich die Kurzbeschreibung im Nachhinein nicht ganz passend, da hier der zeitliche Ablauf irgendwie anders klingt und ich auch eine völlig andere Ausgangssituation erwartet hatte. Aber was ich letztlich zu lesen bekam, war noch viel besser und hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Selbst über die haarsträubenden Zufälle, die die beteiligten Personen auf spektakuläre Weise wieder zusammengeführt haben, konnte ich angesichts des wirklich perfiden Plots und der fiesen Wendungen gut hinwegsehen. Fazit: ein Wahnsinns-Debüt, das die Nerven auf eine harte Probe stellt.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Familie und andere Sorgen

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Ich hatte bereits den Vorgängerband "Bei euch ist es immer so unheimlich still" gelesen, daher waren mir einige Personen bekannt, wenn auch in anderem Alter. Das Buch erzählt auf zwei Zeitebenen - eigentlich ...

Ich hatte bereits den Vorgängerband "Bei euch ist es immer so unheimlich still" gelesen, daher waren mir einige Personen bekannt, wenn auch in anderem Alter. Das Buch erzählt auf zwei Zeitebenen - eigentlich drei, aber die eine wird nur kurz als Rahmenhandlung eingebracht - und wie immer gefällt mir die Vergangenheitsgeschichte besser als die Gegenwart. Wobei es diesmal knapp war, denn auch Hannahs Geschichte hat es in sich: nach dem Auszug der besten Freundin aus der WG steht Hannah allein da, was aber nicht lange anhält, da sie wider besseres Wissen den Neffen einer Kollegin bei sich einquartiert. Was im Nachhinein vielleicht doch keine so schlechte Entscheidung sein sollte. Zudem taucht Hannahs Vater wie aus dem Nichts auf, um sie nach vielen Jahren kennenzulernen - natürlich ist Hannah misstrauisch, welches Motiv der Vater hat. Zwischendrin immer wieder die Kapitel, die die Geschichte von Marlen, die gegen Kriegsende von der Malerin Wilma aufgenommen und ausgebildet wird. Während Wilma Marlen ihr künstlerisches Wissen vermittelt, um Marlen als Hilfe einzusetzen, entwickelt Marlen eigene Wünsche und Ziele, kämpft aber gleichzeitig mit Schuldgefühlen gegenüber Wilma, die sie aufgenommen hat. In beiden Zeitebenen geht es also um familiäre Beziehungen, die Frage ob und wieviel man Eltern schuldig ist, aber auch was Eltern ihren Kindern schulden. Dankbarkeit, Vertrauen, Unterstützung, Respekt, Toleranz, Schuld - alle diese Themen werden mehr oder weniger angesprochen und am Ende muss doch jede(r) für sich selbst entscheiden, welche Familie man um sich haben will. Auch wenn ich das Buch sehr gerne gelesen habe, denn es war spannend, unterhaltsam und bot viele interessante Momente, komme ich nicht wirklich mit einem klaren Fazit, einer Auflösung oder einem eindeutigen Happy End heraus - aber das ist vielleicht auch gar nicht gewollt. Auf jeden Fall habe ich jetzt wieder einen Anstoss bekommen, endlich den ersten Band dieser Familiensaga, in dem Hannah auf Bildsuche geht, zu lesen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Horror-Thriller vom Feinsten

Verbrenn das Negativ
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Wow, ich bin total begeistert von diesem Buch! War ich anfangs noch skeptisch, ob sich die Geschichte wirklich zu einem Horrorroman entwickeln oder doch nur eine weitere blutige Psycho/Slasher/Serienkiller-Variante ...

Wow, ich bin total begeistert von diesem Buch! War ich anfangs noch skeptisch, ob sich die Geschichte wirklich zu einem Horrorroman entwickeln oder doch nur eine weitere blutige Psycho/Slasher/Serienkiller-Variante abliefern würde, war ich spätestens, nachdem die Sache klar war, überzeugt. Geschickt führt uns der Autor ein ums andere Mal in die Irre, bis uns wie der Protagonistin der Kopf schwirrt vor lauter Verdachtsmomenten, Vermutungen und Zweifeln. Wem kann Polly/Tammy/Laura wirklich trauen und wer spielt ein falsches Spiel? Mehr als einmal wird sie von den Menschen, die ihr angeblich helfen wollen, ge- und enttäuscht. Aber bedeutet das auch, dass alte Kollegen, das Medium oder gar ihre Schwester etwas mit den grausamen Morden zu tun haben?
Immer klaustrophobischer und unheimlicher wird die Situation und lässt Laura an ihrem eigenen Verstand zweifeln, bis sie sich im alles entscheidenden Finale ihrer dunklen Vergangenheit stellt.
Mit den vielen am Anfang jedes Kapitels eingestreuten Medienschnipseln rund um das Phänomen des Films The Guesthouse und seiner geplanten Neuinterpretation It Feeds wird häppchenweise Hintergrundwissen, aber auch viel Spekulation geliefert, was zu weiteren Vermutungen verleitet. Dabei bleibt es bis zur letzten Seite unvorhersehbar, unheimlich und spannend sowieso. Absolute Leseempfehlung!

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