Profilbild von Urmeli

Urmeli

Lesejury Star
offline

Urmeli ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Urmeli über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2026

britische Agentinnen in Frankreich

Wir dachten, das Leben kommt noch
0

Gwen erhält als Mitarbeiterin der BBC den Auftrag, ein Buch über die SOE Agentinnen zu schreiben. Diese britische Spezialeinheit schickte französisch sprechende Agenten zur Zeit des zweiten Weltkrieges ...

Gwen erhält als Mitarbeiterin der BBC den Auftrag, ein Buch über die SOE Agentinnen zu schreiben. Diese britische Spezialeinheit schickte französisch sprechende Agenten zur Zeit des zweiten Weltkrieges an Paris, darunter auch einige Frauen. Sie waren Funkerinnen, spionierten und sabotierten gegen die deutsche Besatzungsmacht, teils auch mit eigenem Engagement. Gwen reist zu Recherchen nach Paris, auch, weil ihre vor 3 Jahren verstorbene Großmutter, eine österreichische Adelige, in dieser Zeit dort gelebt hat und ein Geheimnis hatte.
Eine dieser Agentinnen war Pat, die nun, im Jahr 1998, durch einen Anruf Gwens wieder an diese Zeit erinnert wird und versucht, sie zurück zu versetzen.
Wir erleben das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln aus der Jetztzeit 1998 und aus der Sicht Pats aus den 1940er Jahren.
Diese Agentinnen haben damals einen wichtigen Beitrag geleistet, doch nach Kriegsende hat man sich noch für die Heldentaten der Männer interessiert.
Der Roman erzählt von vergessenen Frauen, gut recherchiert und geschrieben. Leider werden besonders im Umfeld Gwens sehr viele Personen kurz vorgestellt, über die man nichts weiter erfährt. Die ganzen Freundinnen und Familienangehörigen bis hin zu nur einmal auftretenden Nebenpersonen hätte man besser verzichtet. Das erschwert das Verständnis und auf Grund der Vielzahl an Namen verwirrt es nur.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2026

reich und arm

The Business Trip
0

Im Flug vom Madison nach Denver sitzen Jasmine und Stephanie nebeneinander. Jasmine hat ihr mühsam erspartes Geld in ihre Flucht von ihrem gewalttätigen und eifersüchtigen Freund Glenn investiert, Stephanie ...

Im Flug vom Madison nach Denver sitzen Jasmine und Stephanie nebeneinander. Jasmine hat ihr mühsam erspartes Geld in ihre Flucht von ihrem gewalttätigen und eifersüchtigen Freund Glenn investiert, Stephanie ist auf dem Weg zu einer Konferenz mit Nachrichtenkollegen. Sie selbst leitet einen Fernsehnachrichtensender, ist geschieden und ihr erwachsener Sohn entfremdet sich immer mehr von ihr. Die beiden Frauen stellen fest, wie ähnlich sie sich sehen und so sieht Jasmine die Chance auf ein besseres Leben, wenn sie sich als Stephanie ausgibt. Sie stiehlt den Ausweis, doch wie soll sie an das Geld, die Kreditkarten herankommen? Sie muss auch auf die Konferenz und trifft dort auf Trent, ebenso Nachrichtenchef, reich, eingebildet und genauso sexistisch wie Glenn. Sie entwickelt einen perfiden Plan. Doch dann sind beide Frauen verschwunden.
Aus verschiedenen Perspektiven wird die Geschichte erzählt, zuerst aus Sicht von Stephanie und Jasmine, später kommen Kollegen, der katzensittende Nachbar, eine Freundin und Glenn und Trend hinzu. Wobei sich vieles wiederholt und aus anderer Sicht erneut erzählt wird. Es gibt viele Wendungen und nicht alles ist logisch, ganz besonders hat mich der Schluss und die Auflösung des Falles gestört. Das war eine Wendung zu viel um noch glaubhaft zu sein. Der Schreibstil und die Spannung hingegen haben mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2026

komplexe Handlung mit Wendungen

Bad Actors
0

Die Slow Horses mit ihren Chef Jackson Lamb sind eine Gruppe abgehalfterter Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, teils aus dem aktiven Bereich, teils aus dem Bereich Recherche. Was sie eint ist die ...

Die Slow Horses mit ihren Chef Jackson Lamb sind eine Gruppe abgehalfterter Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, teils aus dem aktiven Bereich, teils aus dem Bereich Recherche. Was sie eint ist die Versetzung aufs Abstellgleis, alle haben irgendeine Art von Dreck am Stecken, durch schlecht ausgeübte Arbeit oder persönliche Probleme mit Alkohol, Drogen oder mangelnder Impulskontrolle. Sympathieträger ist jedenfalls keiner von ihnen. Für wichtige Dinge im Geheimdienst werden sie nicht benötigt, wie jetzt, da die Regierungsberaterin, die Schweizerin Dr. Sophie de Greer spurlos verschwunden ist. Bei einem offiziellen Treffen erscheint der Leiter des russischen Geheimdienstes, der sich seit Tagen unentdeckt in London aufhält und von dem keiner weiß, was er in diesen Tagen dort gemacht hat und wen er getroffen hat. Doch die Slow Horses finden eine Spur und mischen auch ansonsten mit, auf sehr unkonventionelle Weise.
Es ist von Vorteil die Vorgängerbände zu kennen um die unangepassten Charaktere besser zu verstehen. Die Handlung ist komplex und mit aktueller Politik aus dem Jahr 2022 versehen, was ein sehr aufmerksames Lesen erfordert. Immer neue Wendungen sorgen für Spannung und der berühmte trockene Humor kommt nicht zu kurz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2025

Mutterliebe

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
0

Die Autorin Vea Kaiser schildert ihre Gespräche im Gefängnis mit der wegen Veruntreuung verurteilten Angelika Moser. Über drei Millionen hat sie innerhalb von 30 Jahren mit einer kreativen Buchführung ...

Die Autorin Vea Kaiser schildert ihre Gespräche im Gefängnis mit der wegen Veruntreuung verurteilten Angelika Moser. Über drei Millionen hat sie innerhalb von 30 Jahren mit einer kreativen Buchführung und gefälschter Rechnungen aus dem Grand Hotel Frohner heraus auf ihr eigenes Konto geleitet. Angelika wuchs in ärmlichen Verhältnissen mit einer alleinerziehenden Mutter auf und träumte immer von einem besseren Leben. Als Buchhalterin im Hotel bat sie der Chef um eine Manipulation der Bilanz um jüdische Forderungen abzuwenden. Sie ließ sich darauf ein, denn inzwischen ist sie selbst Alleinerziehend und das Geld knapp. Um ihren Sohn Sebastian ein besseres Leben als ihr eigenes zu ermöglichen hat sie immer wieder Geld aus dem Hotel veruntreut, das ihre gefälschten Rechnungen ohne Kontrolle akzeptiert wurden. Immer wieder traten Probleme auf, teilweise auch durch Angelikas Naivität. Wir erleben eine junge Frau, die sich zwischen drei Männer entscheiden musste, eine junge Mutter, die sich um ihr Kund sorgte, eine Buchhalterin in leitender Funktion, die zur Stütze des Hotels wurde und die meinte, zum Wohle ihres Sohnes kriminell werden zu müssen.
Trotz der Länge ist der Roman kurzweilig erzählt, der reale Hintergrund macht ihn glaubwürdig. Einen großen Raum nimmt die Problematik alleinerziehender Mütter ein, denen es immer an Zeit und Geld fehlt und die alles für ihr Kind tun würden. Sehr gut geschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2025

verhängnisvolle Beziehung

No Way Home
0

Als Assistenzarzt lebt und arbeitet Terry in Los Angelos und behandelt im Krankenhaus auch Menschen wie die obdachlose Frances, die er sogar ins Herz geschlossen hat. Er ist pflichtbewusst, kompetent, ...

Als Assistenzarzt lebt und arbeitet Terry in Los Angelos und behandelt im Krankenhaus auch Menschen wie die obdachlose Frances, die er sogar ins Herz geschlossen hat. Er ist pflichtbewusst, kompetent, aber auch überarbeitet und einsam. Als ihm mitgeteilt wird das seine Mutter ganz plötzlich verstorben ist fährt er in die Kleinstadt Boulder City in die Wüste Nevadas um sich um den Nachlass und um das Haus zu kümmern. Er trifft auf Bethany, eine attraktive junge Frau, die frisch getrennt von ihrem langjährigen Freund Jesse obdachlos geworden ist. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht übernimmt Bethany das Haus inklusive der Hündin Daisy. Eigentlich findet sie Terry recht langweilig, ganz besonders im Gegensatz zu Jesse, der rau und auch zuschlagend, aber auch leidenschaftlich sein kann. Ihr bisheriges Leben war von Partys und Barbesuchen bestimmt, mit dem nur gelegentlich nach Boulder City anreisende Terry verläuft ihr Leben anders. Sie steht zwischen den beiden Männern, möchte mit keinem leben und kommt von beiden nicht los. Die beiden Männer kämpfen bis aufs Blut um die Zuneigung von Bethany.
Wir erleben drei sehr verschiedene Charaktere und aus jeder Perspektive fühlen wir mit den Protagonisten mit. Jedoch kann ich nicht alle Beweggründe nachvollziehen und die extreme Härte im Umgang verstört mich ein wenig. Ist das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt wirklich so?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere