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Veröffentlicht am 27.01.2026

Fotografie jenseits des Auslösers

Juergen Staack
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Ein Buch, das nicht fragt, ob man bereit ist, sondern einfach den Tisch abräumt und sagt: Schau genauer hin. Expanded ist kein klassischer Bildband, kein gemütliches Durchblättern nebenbei, sondern ein ...

Ein Buch, das nicht fragt, ob man bereit ist, sondern einfach den Tisch abräumt und sagt: Schau genauer hin. Expanded ist kein klassischer Bildband, kein gemütliches Durchblättern nebenbei, sondern ein ernst gemeintes Gespräch über Fotografie, Macht, Zeit und Bedeutung. Und ja, das fühlt sich manchmal anstrengend an – aber auf eine gute Art.

Juergen Staack zerlegt das fotografische Bild, ohne es kaputtzumachen. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Konzept, Performance und Sprache, und genau das macht diese Monografie so spannend. Bilder stehen hier nie allein, sie geraten in Situationen, werden infrage gestellt, altern, verschwinden fast wieder. Beim Lesen taucht ständig dieser Gedanke auf: Wann ist ein Bild eigentlich noch ein Bild – und wann nur noch Erinnerung an eins?

Die Texte begleiten die Arbeiten klug, ohne belehrend zu wirken. Statt kunsttheoretischem Nebel gibt es klare Gedanken zu Autorschaft, Reproduktion und der Überhitzung unserer Bildwelt. Gerade in Zeiten endlosen Scrollens trifft das erstaunlich präzise. Immer wieder dieses kurze Innehalten: Stimmt. Darüber habe ich so noch nie nachgedacht.

Optisch ist das Buch zurückhaltend, fast streng, und genau das passt. Kein Effekthascherei, kein Hochglanz-Zirkus. Expanded vertraut darauf, dass Gedanken tragen dürfen. Man klappt es nicht zu mit dem Gefühl, alles verstanden zu haben – sondern mit dem Wunsch, Bilder künftig anders zu betrachten. Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man einem Kunstbuch machen kann.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Wenn die Wahrheit dunkler ist als jede Theorie

Insolito
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Man schlägt dieses Buch auf und hat sofort dieses leise Unbehagen im Nacken, das sagt: Hier wird es dunkel, unbequem und verdammt spannend. Insolito fühlt sich an wie eine nächtliche YouTube-Session um ...

Man schlägt dieses Buch auf und hat sofort dieses leise Unbehagen im Nacken, das sagt: Hier wird es dunkel, unbequem und verdammt spannend. Insolito fühlt sich an wie eine nächtliche YouTube-Session um zwei Uhr morgens, wenn man eigentlich längst schlafen wollte – und dann doch noch „nur einen Fall“ anklickt.

Patrick Temp erzählt True Crime nicht sensationsgeil, sondern neugierig, präzise und mit einem Blick für das, was zwischen den Zeilen lauert. Die Fälle sind bekannt und doch fremd zugleich. Mord, rätselhafte Botschaften, verschwundene Wahrheiten – alles sauber recherchiert, ruhig aufgebaut und mit genau dem richtigen Tempo erzählt. Kein unnötiges Ausschmücken, kein billiger Schockeffekt. Stattdessen diese unangenehme Frage im Kopf: Was, wenn die Wahrheit wirklich ganz anders war?

Besonders hängen bleiben die psychologischen Abgründe. Ermittlungsfehler, falsche Annahmen, menschliche Schwächen – plötzlich wirken die Täter greifbar, die Opfer nah und die Justiz erschreckend fehlbar. Immer wieder ertappt man sich dabei, innerlich mitzuermitteln, Theorien zu spinnen und dann frustriert den Kopf zu schütteln, wenn alles wieder ins Leere läuft.

Der Ton bleibt dabei angenehm direkt, fast kumpelhaft, ohne respektlos zu werden. Genau das macht das Buch so stark. Es fühlt sich nicht wie ein Sachbuch an, sondern wie ein intensives Gespräch bei Kaffee und kaltem Licht. Ein halber Stern Abzug bleibt nur, weil man sich stellenweise noch ein paar Seiten mehr Tiefe gewünscht hätte. Ansonsten: Sogwirkung pur und echtes Kopfkino.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Wenn der Platz in der Mitte plötzlich ganz besonders wird

Häschen in der Mitte
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Sanft, warm und voller leiser Wahrheiten entfaltet sich diese Geschichte wie eine Umarmung zwischen zwei Buchdeckeln. Schon beim ersten Durchblättern entsteht das Gefühl, dass hier etwas sehr Ehrliches ...

Sanft, warm und voller leiser Wahrheiten entfaltet sich diese Geschichte wie eine Umarmung zwischen zwei Buchdeckeln. Schon beim ersten Durchblättern entsteht das Gefühl, dass hier etwas sehr Ehrliches erzählt wird – ohne große Dramatik, dafür mit umso mehr Herz. Die Vintage-Illustrationen tragen eine Ruhe in sich, die sofort entschleunigt und Raum für Nähe schafft.

Häschen in der Mitte steht sinnbildlich für viele Kinder, deren Platz weder laut noch eindeutig ist. Zwischen dem Großen und dem Kleinen pendelnd, mal suchend, mal stützend, wird dieses mittlere Hasenkind mit viel Feingefühl begleitet. Beim Lesen kam immer wieder das Gefühl auf, gesehen zu werden – nicht trotz, sondern wegen dieser besonderen Position. Genau darin liegt die große Stärke dieses Buches.

Die Sprache bleibt klar, ruhig und liebevoll, ohne belehrend zu wirken. Statt Antworten aufzuzwingen, werden Gefühle angeboten, die Kinder intuitiv verstehen. Beim Vorlesen entsteht Raum für Gespräche, für leise Fragen und für das Anerkennen der eigenen Rolle in der Familie. Besonders berührend ist, wie selbstverständlich vermittelt wird, dass Wert nicht vom Platz abhängt.

Auch Erwachsene werden hier abgeholt, vielleicht sogar stärker als erwartet. Zwischen den Zeilen schwingt viel Verständnis für kindliche Unsicherheiten mit, das lange nachhallt. Ein Bilderbuch, das tröstet, stärkt und daran erinnert, dass die Mitte kein Kompromiss ist, sondern ein Ort voller Geborgenheit. Ein kleines Herzensbuch mit großer Wirkung, das man immer wieder zur Hand nehmen möchte.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Wenn Liebe gefährlicher ist als jeder Fluch

Until the Light destroys
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Mitten rein in Dunkelheit, Machtspiele und dieses ganz spezielle Kribbeln, bei dem man weiß: Das wird emotional wehtun – aber auf die gute Art. Until the Light destroys ist kein sanftes Finale, sondern ...

Mitten rein in Dunkelheit, Machtspiele und dieses ganz spezielle Kribbeln, bei dem man weiß: Das wird emotional wehtun – aber auf die gute Art. Until the Light destroys ist kein sanftes Finale, sondern ein leidenschaftlicher Schlag ins Herz für alle, die morally grey Charaktere lieber mögen als strahlende Helden.

Xara steht zwischen zwei Vampirclans, alten Flüchen und einer Liebe, die sich falsch und gleichzeitig unvermeidlich anfühlt. Dorian verkörpert Macht, Kontrolle und jahrhundertealte Schuld, während Juraj dieser gefährlich-charismatische Ruhepol ist, dem man zu gern vertraut – obwohl jede innere Alarmglocke schreit. Genau dieses Spannungsfeld trägt die Geschichte und macht sie so verdammt fesselnd.

Auffällig ist, wie viel emotionales Gewicht hier mitschwingt. Entscheidungen fühlen sich nie leicht an, Nähe hat immer Konsequenzen und selbst die spicy Szenen sind mehr als nur Beiwerk – sie sind Ausdruck von Kontrolle, Sehnsucht und innerem Chaos. Das Tempo zieht spürbar an, Intrigen verdichten sich und der Krieg der Clans legt eine düstere Schwere über jede Seite.

Nicht alles ist überraschend, manche Entwicklungen lassen sich erahnen, doch das schmälert den Sog kaum. Die Atmosphäre bleibt konstant dunkel, sexy und gefährlich, getragen von Figuren, die Fehler machen dürfen und genau dadurch wirken. Am Ende bleibt dieses bittersüße Gefühl zurück, wenn man das Buch schließt, kurz an die Decke starrt und weiß: Genau dafür liest man Dark Romantasy.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Wenn Farben atmen lernen

Die Kunst der Aquarellmalerei – das große Watercolor-Grundlagenwerk
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Schon beim ersten Durchblättern liegt dieser besondere Zauber in der Luft, den nur Aquarellfarben erzeugen können, wenn Wasser, Pigment und Papier eine leise Verbindung eingehen. „Die Kunst der Aquarellmalerei“ ...

Schon beim ersten Durchblättern liegt dieser besondere Zauber in der Luft, den nur Aquarellfarben erzeugen können, wenn Wasser, Pigment und Papier eine leise Verbindung eingehen. „Die Kunst der Aquarellmalerei“ fühlt sich nicht wie ein klassisches Lehrbuch an, sondern wie eine Einladung, sich ohne Druck, aber mit fundiertem Wissen auf diesen sensiblen Malprozess einzulassen.

Der Aufbau überzeugt durch Klarheit und Ruhe. Grundlagen wie Farbtheorie, Perspektive und Proportionen werden verständlich erklärt, ohne trocken zu wirken. Alles greift ineinander und schafft ein sicheres Fundament, das gerade beim Aquarell so wichtig ist, weil Fehler nicht einfach übermalt werden können. Besonders angenehm ist die wertschätzende Tonalität, die Mut macht und nicht belehrt.

Die 20 Motive reichen von zarten Porträts über stimmungsvolle Stillleben bis hin zu atmosphärischen Landschaften. Jede Anleitung ist nachvollziehbar, logisch aufgebaut und mit hilfreichen Hinweisen versehen, die aus Erfahrung sprechen. Hier zeigt sich deutlich die Handschrift einer Künstlerin, die ihr Wissen großzügig teilt und ihre Leser wirklich begleiten möchte.

Ein zusätzliches Highlight sind die enthaltenen Gutscheincodes für Online-Workshops. Sie erweitern das Buch sinnvoll und schaffen eine Verbindung zwischen Papier und digitalem Lernen. Kleinere Wiederholungen im Grundlagenteil fallen kaum ins Gewicht, denn insgesamt bleibt ein sehr stimmiges, hochwertiges Gesamtbild. Ein Buch, das inspiriert, erdet und Lust macht, den Pinsel immer wieder neu ins Wasser zu tauchen.

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