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Veröffentlicht am 07.04.2026

Schicksalssommer

Der Sommer, der uns blieb
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Der Sommer, der uns blieb: Drei Freunde, eine alte Schuld – und ein Sommer, der alles verändert von Greta Herrlicher, erschienen im VANI Verlag GmbHam 14.04.2026.

Ist sie es nun, oder sind es Hirngespinste ...

Der Sommer, der uns blieb: Drei Freunde, eine alte Schuld – und ein Sommer, der alles verändert von Greta Herrlicher, erschienen im VANI Verlag GmbHam 14.04.2026.

Ist sie es nun, oder sind es Hirngespinste die Martin verfolgt. Er glaubt seine Jugendfreundin Pia gesehen zu haben, die plötzlich aus dem Leben von Britta und Martin ohne ein Wort verschwunden ist. Auch Britta ist weg gegangen, ins großstädtische Frankfurt. Martin jedoch ist im Elternhaus geblieben. Sein früh verstorbener Adoptivvater hatte ihm alles bedeutet, so aber hat er nicht sein Leben, sondern das Leben, welches seine Mutter für ihn bestimmt hat, gelebt. In dem kleinen Ort im Elternhaus mit seiner Mutter und als Erbe des Familienbetriebes. Pia ist tatsächlich zurückgekommen, um an ihrem alten Heimartort eine Ausstellung ihrer Fotografien zu machen, und um ihren früheren Freunden etwas zu beichten, was sie unbedingt loswerden möchte, bevor ihre Zeit auf dieser Welt abläuft.

Es gibt zwei Zeitlinien, wo wir die Freunde kennen lernen. Im Alter als sie Abitur gemacht haben und ihnen die Welt offenstand und jetzt, wo sie ein vorgegebenes Leben führen, sich um den dementen Vater kümmern und wo das Leben gelebt wurde und nur noch wenig Zeit bleibt.

Die Charaktere wachsen im Laufe der Geschichte. Es sind persönliche Augenblicke, die wir mit ihnen erleben und das Buch hat nicht die Leichtigkeit, die die eingeflochtene coming of age Geschichte erwarten lässt. Das Leben in der Kleinstadt war zu eng für die Heranwachsenden, aber hier sind ihre Wurzeln und es sind einige Dinge, die verschwiegen wurden, die sie mit raus ins Leben genommen haben und wieder mitgebracht haben.

Die Protagonisten waren mir nicht von Anfang an sympathisch, aber je mehr Hintergrundinformationen die Geschichte lieferte, desto erkennbarer wurden die unausweichlichen Dinge, die sie zu den Menschen gemacht haben, die sie nach außen hin sind, aber in ihrem Inneren gibt es viel zu entdecken.

Ich fand die Geschichte nicht so tiefsinnig wie sie hätte werden können, dafür hat sie ihre Leichtigkeit behalten trotz vieler Probleme, die angesprochen werden. Klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Familie kann man sich nicht aussuchen

Die Familie sehen und sterben
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Die Familie sehen und sterben (Mörderisches Lugano 1) von Toni Rivera, erschienen als Print Ausgabe im Kiepenheuer & Witsch Verlag und als Hörbuch, gelesen von Samuel Streiff im Argon Verlag. Buch und ...

Die Familie sehen und sterben (Mörderisches Lugano 1) von Toni Rivera, erschienen als Print Ausgabe im Kiepenheuer & Witsch Verlag und als Hörbuch, gelesen von Samuel Streiff im Argon Verlag. Buch und Hörbuch sind am 01.03.2026 erschienen.

Capitano Rossi lebt ein ruhiges Leben. Er stammt aus einer armen Familie, aber er selbst hatte sich geschworen zur Polizei zu gehen und dort Karriere zu machen, was ihm auch gelungen ist. Hilfreich scheint zu sein, dass sein älterer Bruder reich ist und obwohl man munkelt, dass er krumme Geschäfte macht, nutzt er gerne die Vorteile, die man hat, wenn man einen Promi in der Familie hat. Das ruhige Kugel schieben ist vorbei, als seine Assistentin Ispettice Gemma Crivelli ihm den Polizeicode für Mord gleich zweimal sendet. Für Rossi wird es schnell brisant. Die Morde scheinen seine Familie zu betreffen.

Ein interessanter Auftakt zu einer neuen Krimireihe, bei der der Ermittler tiefer drinsteckt, als es ihm lieb ist. Rossi ist nicht der Typ Capitano, den der Leser liebt, aber es ist zumindest sehr interessant, wie er ermittelt. Man kann auch erst im Laufe der Ermittlungen nachvollziehen, was es da für Zusammenhänge gibt, aber es lohnt sich dranzubleiben.

Ich hatte wieder Hörbuch und Buch, was mir teilweise wirklich weitergeholfen hat. Die Namen der Protagonisten waren für mich mit dem Hörbuch zu viel. Als ich dann unter Zuhilfenahme des Buchs die Charaktere sortiert hatte, war es auch ein Hörgenuss.

Das Buch macht auch gleich neugierig auf die Gegend und so freue ich mich, dass es erst der Auftakt zu mehr Geschichten aus dem Tessin gewesen ist.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Lebensrückblick

Alt genug
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Alt genug von Ildikó von Kürthy, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag am 26.02.2026 als ungekürzte Hörbuchausgabe, gelesen von der Autorin.

Diesmal ist es kein leichter Roman der Schriftstellerin, es ...

Alt genug von Ildikó von Kürthy, erschienen im Hörbuch Hamburg Verlag am 26.02.2026 als ungekürzte Hörbuchausgabe, gelesen von der Autorin.

Diesmal ist es kein leichter Roman der Schriftstellerin, es ist mehr eine Biografie ihres Lebens. Ein Resümee des älter werden. Wie hat man das Leben genossen, wie haben sich die Prioritäten verschoben und was ist auf dem Lebensweg passiert. Die Schriftstellerin schont sich und uns nicht auf diesen Seiten. Sie erklärt uns ihre besonderen Stresszustände und wie viel Mut es braucht, sich als Model im gesetzteren Alter für eine Show zu bewerben. Wir erfahren auch von ihren Problemen mit Aufzügen und wie sie sich in bestimmten Situationen gefühlt hat.

Ich bin ein Fan von Ildikó von Kürthy und so habe ich mir dieses Buch bei der ersten Sichtung sofort geschnappt. Erwartet habe ich natürlich eine brillant komische Geschichte, die gab es streckenweise natürlich auch, aber so wurde ich ein wenig geerdet und habe viel mehr von der Autorin erfahren, als ich erwartet habe.

Es wurde nie langweilig und der Humor, den man von ihr gewohnt ist, zog sich auch durch dieses Buch. Ihr Vortrag als Erzählerin war angenehm zu lesen und wer könnte seine Geschichte besser erzählen als die Autorin selbst. Ich jedenfalls werde auch weiterhin Bücher von ihr erst nach Hause tragen und mich dann darum kümmern, worum es im Buch eigentlich geht.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Geschichte mal anders

Die Iden von Rom
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Die Iden von Rom von Michael Peinkofer, erschienen im Lübbe Verlag am 02.03.2026.

Im Jahr 44 v. Chr. ist Rom der Mittelpunkt der Welt und sein Herrscher Gaius Iulius Caesar auf dem Höhepunkt seiner Macht. ...

Die Iden von Rom von Michael Peinkofer, erschienen im Lübbe Verlag am 02.03.2026.

Im Jahr 44 v. Chr. ist Rom der Mittelpunkt der Welt und sein Herrscher Gaius Iulius Caesar auf dem Höhepunkt seiner Macht. Kleopatra lebt mit seinem Sohn vor den Toren der Stadt, und das Volk wird durch Triumphzüge und Geld bei Laune gehalten. Vielen Senatoren ist sein Gehabe suspekt und sie beschließen ihn an den Iden des März zu ermorden. Als der Tag gekommen ist, entscheidet sich Marcus Iunius Brutus plötzlich dagegen und vereitelt den Anschlag. Was würde aus der Geschichte wie wir sie kennen?

Das Buch ist ein Roman, kein Sachbuch. Das vorneweg. Dennoch ist der Teil, der geschichtlich verbrieft ist sehr gut recherchiert, was meinen Respekt verdient.

Es ist spannend, wenn man das „was wäre, wenn?“ Spiel durchdenkt. Weniger spannend ist es, dass sich der Autor da eher sachlich und kriegstechnisch durchdenkt. Erst recht spät fing ich Feuer, in dem Augenblick, als auch die weibliche Seite entdeckt wurde. Wie wir wissen, spielten Frauen eher einen Nebenjob in der Geschichte und so ziehen sich Krieg und Macht, unsterblich in die Geschichte eingehen durch das Buch, nicht jedoch Gefühle und eigentlich nicht mal Liebe. Das, was Caesar empfindet, ist nur Begehren. Alles das, was eine echte Beziehung ausmacht, ist ihm fremd und unerwünscht, außer der Liebe seines Volkes an ihn.

So bleiben die Charaktere zum großen Teil blass und auf ihre Funktion in der Geschichte reduziert. Gefallen hat mir das Buch dennoch, es ist nur keine leichte Sommerlektüre, sondern ein geschichtlicher Brocken mit dem gewissen Etwas.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Unfrei in der Freiheit

Waldmann
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Waldmann von Thomas Ziebula, erschienen im Ullsteinverlag am 2. Januar 2026.

Kommissar Hannes Waldmann wird Stunden bevor er wieder in seiner Abteilung arbeiten soll nach erfolgreicher Reha, zu einem ...

Waldmann von Thomas Ziebula, erschienen im Ullsteinverlag am 2. Januar 2026.

Kommissar Hannes Waldmann wird Stunden bevor er wieder in seiner Abteilung arbeiten soll nach erfolgreicher Reha, zu einem Mordfall gerufen. Personalmangel. Es ist ein Fall, der schnell aufgeklärt werden muss, aber unterhalb des Radars der Presse, da das Opfer ein Prominenter ist. Ein schwieriger Fall für Waldmann, da einige Hinweise auf Nigeria deuten, wo bei einem Familienurlaub seine Frau am hellen Tag auf einem Markt spurlos verschwunden ist. Waldmann wird nicht nur von der Zeit, sondern auch von seinen eigenen Dämonen von damals gejagt.

Der erste Fall von Waldmann handelt von Zwangsprostitution, mafiösen Verbrechergeflechten und Menschenhandel.

Davon, wie sich Gewalt und Verbrechen in unser System eingeschlichen haben und wie wehrlos unsere Art der Verbrechensbekämpfung manchmal daherkommt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Die Charaktere werden meist nur so weit beschrieben, wie es für die Geschichte wichtig ist. Ausbrüche von heftiger Gewalt werden so weit beschrieben, wie es notwendig ist, was das Buch auf jeden Fall gut lesbar macht. Waldmann und seine Familie blieben mir bisher fremd, ich hoffe darauf, dass es bald einen weiteren Teil gibt, wo ich dann mehr erfahren kann.

Der Schreibstil ist angenehm. Diesmal hat der Autor darauf verzichtet uns sprachlich tief in die Ereignisse eintauchen zu lassen, was ich sehr gut fand. Insgesamt sind die Handlungen der Personen nicht immer nachvollziehbar. Immerhin steckt der Kommissar in einem Trauma und ich wage zu behaupten, dass es der Mehrheit der Leser nicht möglich ist, sich in Gangster und Zwangsprostituierte einzudenken.

Insgesamt ein erster Teil einer Reihe, der neugierig macht auf weitere Geschichten. Klare Kaufempfehlung.

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