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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein feuriger Milchkaffee mit kleinen Schönheitsfehlern

The Baby Dragon Café
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Wer bei diesem Titel an gemütliche Nachmittage, den Duft von frisch Gebrühtem und das wohlige Schnurren (oder eher Knistern) kleiner Drachen denkt, liegt goldrichtig. „The Baby Dragon Café“ ist das literarische ...

Wer bei diesem Titel an gemütliche Nachmittage, den Duft von frisch Gebrühtem und das wohlige Schnurren (oder eher Knistern) kleiner Drachen denkt, liegt goldrichtig. „The Baby Dragon Café“ ist das literarische Äquivalent zu einer warmen Decke: Es ist unkompliziert, herzig und verlangt dem Kopf nicht viel ab. Saphira kämpft in ihrem Laden gegen brennendes Mobiliar, während der grummelige Aiden mit seinem ungezogenen Drachen Sparky für zusätzliche emotionale Funken sorgt.

Der Schreibstil: Leichtfüßig, aber mit Stolpersteinen
Die Sprache ist simpel gehalten und lässt sich weglesen wie ein Snack zwischendurch. Allerdings – und das ist der Wermutstropfen – merkt man der deutschen Fassung an, dass die Übersetzung an einigen Stellen etwas hölzern wirkt. Wer hier literarische Tiefgänge oder komplexe Wortakrobatik sucht, wird enttäuscht. Es fühlt sich eher wie ein Jugendbuch an, das versucht, erwachsene Themen (wie die offensichtliche Anziehung zwischen den beiden) zu integrieren, dabei aber oft in repetitiven Gedankenschleifen hängen bleibt.

Die Geschichte: Viel Charme, wenig Bodenhaftung
Die Idee, Drachen in einen modernen Alltag als „Haustiere“ einzubauen, ist fantastisch. Besonders das Bild der kleinen Feuerspeier, die sich wie ungezogene Welpen benehmen, bringt einen zum Schmunzeln. Doch so einladend das Setting im Starshine Valley auch ist, die Handlung bleibt leider etwas blass. Konflikte wirken oft künstlich aufgebauscht, und die Welt drumherum – die verschiedenen Drachenarten oder die gesellschaftlichen Hierarchien – wird nur oberflächlich angekratzt. Man hat das Gefühl, in einem wunderschönen Café zu sitzen, in dem aber leider die Hälfte der Speisekarte fehlt.

Fazit:
Es ist ein Buch für Momente, in denen man die Welt ausschalten will. Es ist seicht, es ist süß und es hat Drachen. Wer über Logiklücken und eine etwas flache Charakterentwicklung hinwegsehen kann, bekommt eine nette Portion „Cozy Fantasy“ serviert. Für ein echtes Highlight fehlt es jedoch an erzählerischer Würze und Tiefe.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein süßer Gaming-Snack mit wenig Sättigungsgefühl

Two Can Play – Die spielerische Weiterentwicklung von Liebe
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Die Geschichte: Zwischen Highscore und Herzklopfen
Ali Hazelwood entführt uns dieses Mal in die Welt der Pixel und Controller. Viola und Jesse, zwei kreative Köpfe aus konkurrierenden Lagern, müssen sich ...

Die Geschichte: Zwischen Highscore und Herzklopfen
Ali Hazelwood entführt uns dieses Mal in die Welt der Pixel und Controller. Viola und Jesse, zwei kreative Köpfe aus konkurrierenden Lagern, müssen sich für ein Herzensprojekt zusammenraufen. Eingepfercht in einer verschneiten Berghütte – ein klassisches, aber herrlich funktionierendes Romance-Szenario – prallen Welten aufeinander.

Was als kühle Distanz beginnt, weicht schnell einer spürbaren Anziehung. Besonders erfrischend: Jesse bricht mit dem typischen „Alpha-Male“-Klischee und darf einfach mal ein verdammt guter, wenn auch anfangs verschlossener Typ sein. Viola hingegen punktet durch ihre direkte Art. Es ist eine klassische Nerd-Romanze, die durch das winterliche Setting eine wohlige Atmosphäre versprüht.

Schreibstil: Typisch Hazelwood, aber im Zeitraffer
Wer Ali Hazelwood liest, weiß, was er bekommt: Schlagfertigkeit, akademischen (oder hier eben technischen) Charme und eine Prise Humor, die das Lesen zum Selbstläufer macht. Der Stil ist gewohnt flüssig und zieht einen sofort in den Bann. Man fliegt förmlich durch die Zeilen – was leider auch das größte Manko des Buches offenbart.

Mit kaum mehr als 170 (effektiv bedruckten) Seiten fühlt sich die Erzählung eher wie ein literarischer Sprint an. Während die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt und der „Spice“ durchaus für Hitze sorgt, kommt der Tiefgang zu kurz. Konflikte lösen sich auf, kaum dass sie entstanden sind, und das Potenzial der verfeindeten Firmen-Hintergründe bleibt weitestgehend ungenutzt. Es fehlt die dramatische Fallhöhe, die Hazelwoods Romane sonst so packend macht.

Fazit: Solide Unterhaltung für zwischendurch
„Two Can Play“ ist ein charmanter Quickie für alle, die eine schnelle Dosis Romantik suchen. Es ist ein wohliger Snack, der fantastisch schmeckt, aber leider keinen vollen Magen hinterlässt. Man merkt an jeder Ecke, dass hier eigentlich Platz für ein episches RPG gewesen wäre, man am Ende aber „nur“ ein kurzes Level-Up bekommen hat. Für Fans trotzdem ein Muss, allein um die Wartezeit auf das nächste große Werk zu versüßen.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Schattenflügel und dunkle Schwüre: Ein Tanz auf der Klinge

On Wings of Blood (Bloodwing Academy 1)
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Wenn man die Tore der Bloodwing Academy durchschreitet, sollte man besser keine empfindsame Seele im Gepäck haben. Briar Boleyn wirft uns in eine Welt, in der Vampire die Strippen ziehen und Menschen – ...

Wenn man die Tore der Bloodwing Academy durchschreitet, sollte man besser keine empfindsame Seele im Gepäck haben. Briar Boleyn wirft uns in eine Welt, in der Vampire die Strippen ziehen und Menschen – charmant „Seuchengeborene“ genannt – lediglich als Spielball oder Snack dienen. Mittendrin: Medra Pendragon, die nicht nur mit ihrer neuen Realität, sondern auch mit ihrem Erbe als letzte Drachenreiterin kämpft.

Der Schreibstil: Unkompliziert mit Sogwirkung Boleyn schreibt angenehm flüssig und direkt. Man stolpert nicht über verschachtelte Sätze, sondern gleitet förmlich durch die Seiten. Besonders der Einstieg ist meisterhaft – man ist sofort orientierungslos zusammen mit Medra, was eine packende Atmosphäre schafft. Einzig die Dialoge wirken manchmal etwas überladen mit Ausrufezeichen, was Gespräche oft aggressiver klingen lässt, als sie vielleicht gemeint waren. Dennoch: Die Spannung bleibt, besonders im fulminanten letzten Drittel, konstant hoch.

Die Geschichte: Zwischen Machtrausch und Herzklopfen Das Worldbuilding ist ein faszinierender Mix aus Dark Academia und harten Hierarchien. Die Idee der Häuser und der politischen Intrigen ist stark, auch wenn die Autorin viele Konzepte (wie das Unterrichtssystem) nur oberflächlich streift. Hier wäre mehr Tiefe schön gewesen, um die Welt noch greifbarer zu machen.

Die Dynamik zwischen Medra und dem „morally grey“ Vampir Blake ist klassisches Enemies-to-Lovers. Es knistert gewaltig, auch wenn Blakes arrogante Art (und sein Hang zum Bullying) hart an der Grenze zur Toxizität kratzt. Medra selbst ist eine streitbare Protagonistin: mutig und unbeugsam, aber manchmal auch anstrengend impulsiv.

Fazit Ein mitreißender Auftakt, der trotz kleiner Schwächen in der Charaktertiefe einen enormen Suchtfaktor besitzt. Wer auf düstere Magie, Drachen und einen wirklich fiesen Cliffhanger steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Ein solider Start mit ordentlich Luft nach oben für die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Zwischen Genialität und Abgrund – Detektivarbeit an der St. Moriarty

A Lesson in Murder
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Wer Sherlock Holmes liebt, wird sich in diesem Setting sofort zu Hause fühlen – und doch ist vieles wunderbar eigenwillig. Die Geschichte führt uns an eine Eliteakademie, an der ein Verbrechen die glatte ...

Wer Sherlock Holmes liebt, wird sich in diesem Setting sofort zu Hause fühlen – und doch ist vieles wunderbar eigenwillig. Die Geschichte führt uns an eine Eliteakademie, an der ein Verbrechen die glatte Fassade sprengt. Im Fokus steht Astoria, eine Protagonistin, die man anfangs vielleicht für ihre kühle Art und ihren Ehrgeiz belächeln möchte, die einen aber durch ihre messerscharfe Logik und eine überraschende emotionale Reifung schnell für sich gewinnt.

Besonders das Zusammenspiel mit Isaac und Theodore sorgt für eine Dynamik, die weit über bloße Ermittlungsarbeit hinausgeht. Während Isaac mit seiner arroganten Maske ein faszinierendes Verwirrspiel treibt, bringt Theodore eine analytische Ruhe ein, die fast schon greifbar ist. Die Reibungspunkte zwischen diesen drei Charakteren sind das Herzstück des Romans.

Zum Schreibstil: Celine Leonora nutzt eine sehr fokussierte Sprache. Statt sich in blumigen Beschreibungen der Umgebung zu verlieren, seziert sie lieber die Gedankenwelt ihrer Figuren. Das wirkt stellenweise fast sachlich, was aber perfekt zu diesem intellektuellen Krimi-Vibe passt. Die Spannung wird hier eher durch psychologische Feinheiten und das ständige Hinterfragen von Motiven aufgebaut als durch wilde Verfolgungsjagden.

Wer einen rasanten Action-Thriller erwartet, wird vielleicht etwas Geduld brauchen, denn das Buch nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Beziehungen und die inneren Kämpfe. Das Finale hingegen schlägt mit einer Unvorhersehbarkeit ein, die mich sprachlos zurückgelassen hat. Ein wirklich kluger Einzelband für alle, die gerne miträtseln und Charaktertiefe über Effekthascherei stellen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Glanzvolle Fassaden und bittere Wahrheiten

Kingdom of crystal Hearts
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In "Kingdom of Crystal Hearts" entwirft Sina Brings eine Welt, die so schillernd wie grausam ist. Während die Oberschicht ihre Macht aus magischen Juwelen schöpft, zahlt das einfache Volk in den Minen ...

In "Kingdom of Crystal Hearts" entwirft Sina Brings eine Welt, die so schillernd wie grausam ist. Während die Oberschicht ihre Macht aus magischen Juwelen schöpft, zahlt das einfache Volk in den Minen den täglichen Preis für diesen Luxus. Mittendrin steht Elodie: Eine junge Frau, deren Herz für die Vergeltung schlägt, die jedoch durch eine unerwartete Magieexplosion zur unfreiwilligen Marionette der verhassten Königin wird. Dass sie ausgerechnet dem stummen Prinzen Rafe ihre neuen Kräfte „leihen“ muss, erzeugt ein faszinierendes Spannungsfeld zwischen ihrer Mission und einer aufkeimenden, gefährlichen Zuneigung.

Sina Brings schreibt erfrischend direkt und verzichtet auf unnötigen Ballast. Ihr Erzählstil ist lebendig und sorgt dafür, dass man die beklemmende Enge der Kerker ebenso spürt wie das giftige Gold der Ballsäle. Man folgt einem klaren roten Faden, der einen ohne verwirrende Sprünge durch die Handlung trägt. Besonders die innere Wandlung Elodies hat mich überzeugt – ihre Zerrissenheit zwischen dem blinden Wunsch nach Zerstörung und dem Entdecken der menschlichen Zerbrechlichkeit hinter den feindlichen Mauern wirkt absolut ehrlich.

Auch wenn das magische System rund um die Edelsteine für meinen Geschmack noch tiefer hätte beleuchtet werden dürfen und das Finale fast schon zu rasant über die Bühne geht, bleibt ein atmosphärischer Roman zurück, der lange nachhallt. Es ist ein packendes Zusammenspiel aus Palastintrigen und emotionalem Tiefgang, das zeigt, dass hinter jedem funkelnden Kristall oft ein dunkler Schatten liegt. Ein Muss für alle, die Geschichten über starke Rebellinnen und die feinen Nuancen zwischen Gut und Böse lieben.

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